(APA)
(Heute)
(Wiener Zeitung)
(Die Presse)
(Kurier)
“Unerschöpfliche Fundgrube”
(Kleine Zeitung )
(news.at)
(Horizont)
(Roman Hummel im Standard)
(Armin Thurnher im Falter)
dieMedien.at ist Harald Fidlers Internetseite zu seinem gedruckten Lexikon Österreichs Medienwelt von A bis Z (Falter Verlag, November 2008, 632 Seiten). Zum Erscheinen des Lexikons finden Sie hier die komplette Übersicht an Stichwörtern aus dem Buch. Als eine Art Vorgeschmack auf die Enzyklopädie, aber vorerst (meist) ohne die Erläuterungen aus dem Band.
Unter den Stichwörtern stehen aber
Ergänzungen und Weiterentwicklungen nach Redaktionsschluss des Buches.
Korrekturen zu den Buchtexten, falls nötig, und Reaktionen.
Weiterführende Links, etwa zu Online-Datensammlungen.
Zu diesen Ergänzungen oder Korrekturen stelle ich, wenn für das Verständnis sinnvoll, auch Passagen aus dem Buch. Das vollständige Buch online zu stellen, ist aufgrund des Vertrags mit dem Verlag – vorerst – nicht möglich.
Viele Biografien von Medienmachern finden Sie (aus Platzgründen) hier detaillierter als im Buch. Noch arbeite ich an der Eingabe der Daten, bitte um etwas Geduld.
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Harald Fidler
Das Buch gibt’s beim Falter Verlag, bestellen oder auch verschenken können Sie es mit einem Klick hier
UPDATE Am 11. November 2010 wählt der Stiftungsrat des ORF Elmar Oberhauser als Infodirektor ab. Dafür stimmen 15 SP-Stiftungsräte, ein Grüner und zwei unabhängige Betriebsräte. Zwei FP, eine BZÖ, eine ÖVP und zwei Unabhängige enthalten sich. Elf ÖVP stimmen gegen die Ablöse. ORF-General Alexander Wrabetz übernimmt die Agenden in Zusammenarbeit mit Hauptabteilungsleitern und anderen Direktoren mit.
UPDATE ORF-General Alexander Wrabetz beurlaubt Infodirektor Elmar Oberhauser am 22. Oktober 2010 mit sofortiger Wirkung. Anlass: Oberhauser protestierte scharf in einem (nicht lange) internen Mail gegen die Bestellung Fritz Dittlbachers zum TV-Chefredakteur gegen seinen Vorschlag Armin Wolf. Oberhauser nennt das eine “unzulässige Einmischung”, diesfalls der SPÖ. Wrabetz wirft ihm “öffentliche Beschädigung der Glaubwürdigkeit der ORF-Information vor”.
OBERHAUSER IM BUCH (Stand: 2008)
Ab 1. Jänner 2007 TV-Informationsdirektor des ORF. Dem Genussnetworker werden seit Jahren Ambitionen auf den Generalsjob im ORF nachgesagt. 2006 betätigte er sich immerhin als Architekt der Regenbogenkoalition, die schließlich Alexander Wrabetz an die Spitze des Küniglbergs hievte. Mehr dazu unter ORF („ORF und Politik“, Seite 348).
Schlüsselfigur ist Susanne Riess-Passer, frühere Vizekanzlerin in der schwarzblauen Koalition und heute Wüstenrot-Chefin. Mit der feierte Oberhauser gerne Geburtstag, seinen am 2. Jänner und jenen Riess-Passers am 3. Jänner, etwa 2001 in Lech am Arlberg. „Bis ins Grab stören wird“ Oberhauser, dass er als FPÖ-Mann galt (inzwischen eher als Kumpel vor allem von Peter Westenthaler, BZÖ), vertraute er profil später an: „Ich gehöre zu keiner Partei und werde nie zu einer Partei gehören.“ Oberhauser-Fans wie Langzeitgeneral Gerd Bacher weisen spätere BZÖ-Nähe zurück.Oberhauser sei „unabhängig selbst seinen besten Freunden gegenüber“, sagte Bacher, der von „Schreiduellen“ mit Westenthaler zu wissen glaubt. Oberhauser definierte sich in den 1990ern als ZiB 2-Chef einmal so: „Wer nicht einsieht, dass ich mich beruflich mit niemandem verhabere, mit dem kann i eben nimmer saufen gehen.“ Und über sein Temperament: „Wenn jemand so a Häferl ist wie i, muss man sich unter Kontrolle haben.“ Den Eindruck erweckt er nicht immer.
Sagen wir so: Oberhauser hat Kontakte wenn nicht zu allen, so jedenfalls zu den meisten Fraktionen. Am wenigsten offenkundig zur ÖVP. Spätestens, seit er die Koalition im Stiftungsrat gegen die ÖVP vorbereitete und dadurch Infodirektor wurde,
steht er unter schwarzem Beschuss. Im März 2008 verließ er etwa wegen Kritik bürgerlicher Publikumsräte einfach deren Sitzung.
Oberhauser networkt vornehmlich abends, etwa in seinem verlängerten Wohnzimmer Do & Co am Stephansplatz, wohin er auch die sonntägliche Diskussionssendung „Im Zentrum“ 2007 trotz widriger Ton- und Bildsituation und beachtlicher Mehrkosten gegenüber dem Küniglberg verlegen ließ. Am Abend der Sportweihnachtsfeier 2007, stets ein gewaltiger Promi-Event, wurde ORF-intern von einem weit in die Nacht dauernden Hintergrundgespräch mit dem damaligen Bundeskanzler und SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer in Oberhausers Büro berichtet, bei dem russische Getränke eine Rolle gespielt hätten.
Oberhauser recherchiert häufig abends und bohrt da wohl ähnlich hartnäckig nach, wie er es weiland als Chef und Moderator der „ZiB 2“ getan hat, auch in der Wiener Innenstadt. Legendäre Anekdote zur Konsequenz des Vorarlbergers: Als ihn der Türsteher des Casino Wien des späten Abends abwies, weil er Jeans trug, ließ er mitten auf der Kärntner Straße die Hosen herunter. Das ist in der City kein Einzelfall.
Missgünstige ORF-Mitarbeiter missen – nach anfänglichem Intensiveinsatz als Infodirektor – Oberhausers Präsenz auf dem Küniglberg wie weiland als Sportchef. Abendliche Recherchen wirken sich vielleicht auf den Arbeitstag aus.
Oberhausers Karriere: Der Vorarlberger (und ehemalige Landesjugendmeister im Schießen) werkte nach der Matura als Volks- und Hauptschullehrer. 1971 begann er in der Sportredaktion des ORF-Landesstudios Vorarlberg, wechselte dort in die Information, später zum Aktuellen Dienst Fernsehen nach Wien. Von 1987 bis 1991 leitete Oberhauser die Bundesländerredaktion im ORF. 1989 übernahm er die Sendungsverantwortung für die „ZiB 2“, die er auch moderierte. Markenzeichen: bärbeißige Interviews, in denen er mit „Das war nicht meine Frage“ ausweichende Politiker nervte. Insbesondere solche der SPÖ. Sozialdemokrat Gerhard Zeiler wurde im Herbst 1994 ORF-Chef und versetzte Oberhauser mit 1. Jänner 1995 als Hauptabteilungsleiter in den Sport, wo er Politiker kaum stören konnte. Zwischendurch durfte er immerhin „Runde Tische“, Wahlkonfrontationen und Sonntagabenddebatten leiten, allerdings unter Monika Lindner, entgegen Ankündigungen, selten bis gar nicht mehr. Das dürfte freilich nicht seine Hauptmotivation für die Koalition gegen Lindner gewesen sein: Rasch verlor Oberhauser als Infodirektor die Lust, selbst „Im Zentrum“ zu moderieren. Aber ihm drohte bei einer zweiten Amtszeit Lindners die Pensionierung, die ausführliche Recherchetätigkeit erschwert hätte. Siehe auch Gagen, Bundesland heute.