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letzte Aktualisierung: 14.09.10 | Biografien | |

Pirker, Horst

(3. Dezember 1959 in Lind im Drautal)

Februar 2013 Reinhold Gmeinbauer (Ex-Presse) und Horst Pirker (Saubermacher AG, davor Styria und Red Bull Media House) starten ihre Magazinholding Medecco: Sie übernehmen die Architektursparte des Springer Verlags (Architektur aktuell, Kunst und Kirche, Bücher), das Kunstmagazin Parnass und das politische Monatsmagazin Datum (zu 50 Prozent).

UPDATE 31. Dezember 2011: Horst Pirker gibt die Führung des Red Bull Media House mit Jahresende ab, nach eigenen Angaben aus familiären Gründen. Erst seit März 2011 führte er die Medien von Dietrich Mateschitz, er entwickelte eine Medienstrategie für Red Bull TV, Bulletin, Redbull.com sowie Servus TV samt Magazin, das sich auf Süddeutschland und Österreich konzentrieren soll. Intern wurde der Abgang am 14. Dezember 2011 kommuniziert.

UPDATE Horst Pirker, seit 1984 bei der Styria, seit 1999 Vorstandschef und Motor der Expansion des Grazer Medienhauses, gibt am 14. September 2010 bekannt: Er verlässt die Styria mit 30. September 2010. Hintergrund: Machtkampf mit dem Aufsichtsrat, offenbar auch zu weiteren Expansionsplänen. Die Vorstandsmitglieder Klaus Schweighofer und Wolfgang Bretschko führen das Haus vorerst zu zweit.

UPDATE: .

PIRKER IM LEXIKON (Stand 2008 mit kleinen Adaptionen)
Vorstandschef der Styria Medien AG seit 1999. Pirker übernahm, kaufte und gründete in Österreich, Kroatien, Slowenien, Norditalien, arbeitet mit Auslandsvorstand Klaus Schweighofer an Serbien, Montenegro und weiteren Auslandsengagements. Pirker investierte massiv in die Neupositionierung der Presse, kaufte dazu das Wirtschaftsblatt und die Magazinholding ET Multimedia, heute Styria Multi Media, die den Sportmagazin Verlag schluckte.

Pirker beschäftigt sich intensiv mit der Zukunft der Medien, predigt seit den 1990er-Jahren, dass es auf die Inhalte, nicht auf das Trägermedium ankomme, also nicht darauf, ob Zeitungen wie bisher auch gedruckt werden. Mehr unter Styria.

Der gebürtige Kärntner belebt zudem Podiumsdiskussionen mit harten Analysen und noch härteren Formulierungen. Kostproben, Lieblingsziel ist der ORF, gefolgt von den Fellners:

  • „Strukturell entartet“ (Pirker 2008 über den ORF und dass er über öffentlich-rechtliche Aufgaben hinaus äußerst kommerziell tätig ist). * „Das Mindeste, was sich die privaten Medienunternehmen vom Gesetzgeber erwarten würden, ist, dass er durch die entsprechenden Gesetze und deren begleitende Kontrolle Sorge trägt, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine staatlichen Beihilfen nicht wie bisher wettbewerbsverzerrend missbraucht“ (2008 über Medienpolitik und ORF).
  • „Immer mehr Geld, immer mehr Leute, wohl erworbene Rechte konserviert“ – das trage bei zum „erweiterten Selbstmord“ des ORF (2006).
  • Regierende „müssten dumm sein, wenn sie das Gegengeschäft aufgeben“ mit dem ORF; also Gebühren und Werbemöglichkeiten gegen TV-Präsenz (2006).
  • „Wenn ich dem Trottel Leser eine goldene Uhr schenke, wird er mein Scheißblatt schon kaufen.“ (Wie sich Pirker 1999 die Gedankengänge der Fellners vorstellte.
    Kleine Zeitung & Co warben auch schon mit manchem Gewinnspiel.)
  • „Ich zitiere nur das, was im Lexikon steht, und lade Sie ein, dort nachzusehen. Dann werden Sie sehen, dass Qualität heißt, Kundenbedürfnisse zu erfüllen oder zu übertreffen“ (Pirker über Qualität in den Medien, etwa auf den Österreichischen Medientagen 2007).
  • „Sinn stiften jenseits von Umsatz, Marktanteil & Gewinn“, so beschrieb Pirker 2008 (wieder einmal) sein unternehmerisches Credo mit dem Medienkonzern im Besitz der Katholischen Medien Privatstiftung. Nicht alles in seinem kroatischen Billigblatt 24sata oder dem Kärntner Monat wird diesem Anspruch erkennbar gerecht.
  • Zur Berichterstattung über den Inzestfall von Amstetten, der 2008 bekannt wird: „Ich schäme mich (ohne falschen Pathos) für unser Österreich, vor allem aber für unsere Branche. Wenn das das Ergebnis unserer (meine ausdrücklich eingeschlossen) zumindest energiemäßig engagierten Arbeit ist, dann müssen wir uns sehr ernst infrage stellen.“

BIO Der Kärntner studierte Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre in Graz (den zweiten Doktor in Wirtschaft machte er 2007, siehe Styria). Er begann 1984 als Assistent der Verlagsleitung der Kleinen Zeitung in Klagenfurt, das Bundesland nahm sich die Krone seit 1983 vor. 1986 Verlagsleitung der Kleinen in Klagenfurt. 1992 wurde er Verlagsdirektor des Zeitungsverlags Styria in Graz (bis 1996), 1995 Geschäftsführer des Medienhauses Carinthia (Funktion bis 1998).

Das Angebot, Standard-Geschäftsführer zu werden, nahm er nicht an. 1997 kam er in den Vorstand der Styria Medien AG, dem er seit 1999 vorsteht. Der Aufsichtsrat verlängerte seinen Vertrag 2006 vorzeitig von 2009 auf 2011. Im September 2010 haut Pirker den Hut drauf.

2004 sprach er gegenüber dem Autor von seinen letzten fünf Jahren als Vorstandschef der Styria. Danach wolle er selbst Unternehmer werden und sich an einer Firma beteiligen. Ein Unternehmen zu sanieren, schwebe ihm etwa vor. Oder er gehe an die Uni, sagte er damals.

Pirker war bis 2010 gewählter Präsident des österreichischen Zeitungsverbandes VÖZ, zudem Präsident der internationalen Zeitungstechnologieorganisation Ifra. Hätte er seinen Styria-Job nicht aufgegeben, hätte ihn der inzwischen vereinigte Weltverband der Zeitungen (Ifra-WAN) im Oktober 2010 zum Präsidenten ab 2011 gewählt.

Pirker sitzt/saß im Sparkassenrat der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG, im Aufsichtsrat der Saubermacher Dienstleistungs AG und diverser Styria-Töchter. Nicht zu vergessen bei seinem Anspruch als Intellektueller über das Wirtschaflich-Verlegerische hinaus: Pirker war auch Herausgeber der Presse.

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