Update: WAZ bläst geplanten Verkauf ihrer Krone-Anteile im August 2009 wieder ab
Update: WAZ bestätigt geplanten Verkauf ihrer _Krone_Anteile
Update: Die Mediaprint kauft den Heute-Eigentümern am 5. Dezember 2008 Live ab und macht daraus eine Freitagbeilage der Krone, siehe .
Update: – ein Angriff auf die Krone.
Korrektur: Krone (2)
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*Dichands erste “Krone”: “Opernsängerin und lebensmüde ‘Weiße Maus’ – Ein Pistolenschuß in der Roßauer Polizeikaserne” titelte die erste Ausgabe der von Hans Dichand und Kurt Falk wiederbelebten “Krone” vom 11. und 12. April 1959, damals noch unter dem Titel “Illustrierte Kronen Zeitung”. Hier ein Repro vom Cover:

Ergänzung zum Buch:
Hier die im Buch versprochene Langfassung des Kampfs um die Krone Ende der 1960-er, Anfang der 1970-er Jahre. Kurier-Gesellschafter Leopold Helbich sicherte sich über ein wildes juristisches Match die Mehrheit an der Krone – jedenfalls theoretisch.
Vorsicht: Diese sehr detailverliebte Fassung ist etwas verwirrend – im Buch gibt es eine gröbere, aber leichter verständliche Version.
1965, nach dem Sturz und Parteiausschluss Olahs, erhob der ÖGB Anspruch auf die Kronen Zeitung. Am 23. Februar wurde die Krone per einstweiliger Verfügung einem öffentlichen Verwalter unterstellt, Dichand und Falk mussten die Redaktion verlassen. “Der wahre Eigentümer und Herausgeber sei jedoch der ehemalige Gewerkschaftschef Franz Olah mit einer Beteiligung von 90 Prozent”, hieß es in dem Gerichtsentscheid.
Nach 46 Stunden scheiterte dieser Gewerkschaftscoup bei der Krone. Aufgrund eines falschen Firmennamens war ein nicht zuständiger Richter mit der Causa befasst. Dichand und Falk kehrten zurück und schlagzeilten: “Das Recht hat gesiegt!” Laut dem Grazer Historiker Helmut Konrad führte Hans Dichand aber in der Folge Gespräche mit SPÖ-Funktionären über einen Einstieg bei der Krone (um Partner Falk loszuwerden).
1969 ging es im Prozess gegen Olah neuerlich um die Eigentumsverhältnisse beim Kleinformat. Der Vorwurf: Er habe (unter anderem) Gewerkschaftsgelder widerrechtlich zur Besicherung des Kredits zur Wiedergründung der Krone von 1959 verwendet.
Olah erklärte vor Gericht, er sei nie Eigentümer der Krone gewesen, Dichand, Falk und Olahs Strohmann Karpik bestätigten das. Olah wurde zwar zu einem Jahr Haft verurteilt, wohlgemerkt aber nicht in Sachen Krone. Das Urteil stellte in dem Punkt lediglich fest, dass er keine Gewerkschaftsgelder für deren Gründung veruntreut habe – den Kredit habe die Zentralsparkasse 1959 nur aufgrund Olahs Fürsprache und seines politischen Gewichts zugestanden.
Kriminalfall “Kronen-Zeitung”
profil rollte den folgenden “Kriminalfall Kronen-Zeitung“ in einer (nicht namentlich gezeichneten, aber stark nach Peter Michael Lingens klingenden) Coverstory und Serie im Frühsommer 1973 akribisch und detailgenau auf. Der Autor folgt der Serie im Wesentlichen sehr komprimiert, die Zitate stammen, wenn nicht anders aufgeführt, aus der profil-Serie.
Gleich im ersten Teil stellte profil eine wundersame Wandlung des ÖGB und der SPÖ einerseits und der Krone anderseits in den Jahren seit der Besetzung der Krone fest: Die Justiz unter Minister Christian Broda sei nun “die Besonnenheit und Zurückhaltung selbst. Der Zufall will es, dass sich die Kronen Zeitung in diesen Jahren mindestens ebenso sehr gewandelt hat: Sie ist von sich aus auf SPÖ-Kurs gegangen und schreibt auch ohne kommissarische Verwaltung, als stünde sie im Eigentum des ÖGB.” Kanzler und SP-Chef Bruno Kreisky nehme die Krone etwa dezidiert von den unabhängigen Zeitungen aus, die ja die SPÖ “von vornherein nicht mögen”. profil weiter: “Wenn (Justizminister Christian) Broda will, ist die Kronen Zeitung in eines der monströsesten Strafverfahren der Zweiten Republik verwickelt” und “das Eigentum an der Kronen Zeitung so fraglich wie nie zuvor”. Broda und die SPÖ wollten offenkundig nicht. Die Affäre in Schritten:
- Der ÖVP-nahe Ludwig Piatnik, Fritz Molden, dessen Druckerei die Krone produzierte, und ein weiterer Unternehmer versuchten 1968, Dichand und Falk die ihnen zugerechneten 50 Prozent an der Krone abzukaufen. Bei 45 Millionen Schilling wurde man handelseins.
- Tags darauf verlangte Falk freilich 85 Millionen Schilling. Er hatte inzwischen eine Option auf die 50 Krone-Prozente des Viehhändlers Ferdinand Karpik, des Strohmanns Olahs, für sehr überschaubare 15 Millionen Schilling (1,1 Millionen Euro) ausgehandelt.
- Falk hatte Karpik nicht zuletzt damit zu der Verkaufsoption gebracht, indem er ihm von sinkenden Gewinnen berichtete.
- Ein Treuhänder Moldens, der ohne seine Partner weiterbot, bekam Einblick, wie die Krone tatsächlich lief: In der Bilanz 1967 standen 1,9 Millionen Schilling Gewinn. In Wahrheit waren es schon 5,5 Millionen Plus. Falk hatte sie kleingerechnet mit überhöhten Rückstellungen für drohende Verwaltungsstrafen (für Sonntags-Verkaufstische der Krone), Wertberichtigungen, einer vorgezogenen Druckrechnung und ähnlichen Maßnahmen. Allein im ersten Halbjahr 1968 habe der tatsächliche Gewinn schon 13 Millionen Schilling betragen.
- Molden erklärte sich bereit, die Krone-Hälfte auch für 85 Millionen zu kaufen, doch die beiden Krone-Macher Dichand und Falk zogen zurück.
- Piatnik versuchte sein Glück daraufhin quasi am Ursprung, bei Franz Olah. Der bestätigte ihm (laut Piatnik) schon Ende 1968 seine Eigentümerschaft am Kleinformat, schimpfte auf Dichand und Falk, könne aber wegen des Strafverfahrens gegen ihn nicht handeln, wie er wolle. Olah verwies Piatnik auf Karpik, seinen Treuhänder in Frankfurt.
- Piatnik lernte bei einem anderen Verfahren Rechtsanwalt Ewald Weninger kennen. Mit dem ausnehmend hartnäckigen wie gefinkelten Advokaten konnte er Karpik Mitte 1970 überzeugen, tatsächlich gegen Dichand und Falk vorzugehen. Die hatten gerade die Option auf Karpiks Krone-Hälfte gezogen und die Anteile für schlappe 16 Millionen Schilling übernommen. Doch bis der offenbar etwas wankelmütige Karpik loslegte, dauerte es noch.
- Piatnik und Weninger wendeten sich also wieder an Olah. Der schrieb ihnen nun: “Sollten mündliche oder schriftliche Vereinbarungen bestehen”, wonach ihm oder seinem Treuhänder Rechte an der Krone zukommen, trete er diese Rechte Piatnik ab. Kaufpreis: Die Hälfte der Erträge aus den Anteilen. Zahlreiche weitere Erklärungen Olahs hatten laut profil einen eindeutigen Wortlaut über Olahs Rechte an der Krone und den Anteilen Falks und Dichands.
- Olah erklärte Piatnik und Weninger zudem nach deren Aussagen, Dichand, Falk und Karpik seien Treuhänder gewesen, später habe er Karpik aber 15 Prozent der 50 aus Verbundenheit geschenkt. Auch die übrigen 35 Prozent verkaufte Olah nun per schriftlichem Anbot an Piatnik. Karpik weis Olah an, diese 35 Prozent herauszugeben.
- Karpik trat tatsächlich diese 35 Prozent (als 35 Prozent “Fruchtgenuss”, also 35 Prozent der Erträge) an eine Piatnik-Firma ab, die wiederum entsprechend dem Deal Piatnik/Olah die Hälfte dieser Erträge Olah schuldete. Also 35 von jenen 50 Prozent, die Karpik eigentlich gerade für 16 Millionen Falk und Dichand verkauft hatte.
- Zudem verpflichtete sich Karpik gegenüber Piatnik, die Dichand und Falk verkauften Anteile zurückzuklagen, die beiden aus dem Krone-Management zu prozessieren und vor allem: ohne Piatnik keine Vergleiche einzugehen. Olah zeichnete die Papiere darüber mit dem Vermerk gegen, er nehme sie “zustimmend zur Kenntnis”.
- Am 22. September 1970 signierte Olah eine Erklärung, wonach 50 Prozent an der Krone von Dichand und Falk “nur treuhändig verwaltet werden”. Er legte einen Brief eines Vertrauten und Gewerkschaftssekretärs, Josef Las, über Auslagen “im Zusammenhang der Gründung der KZ” (Kronen Zeitung) vor, das Geld ging vornehmlich an den Wiener Rechtsanwalt Dr. Levar.
- Dieser Rechtsanwalt Levar sagte später aus, dieser Brief und weitere Dokumente seien allesamt nur Entwürfe. All diese Dokumente stammten aus einem Kuvert, das Olah Viehhändler Karpik in den 1960-er Jahren zur Aufbewahrung geschickt hatte. Das Kuvert enthielt auch einen Brief der gewerkschaftseigenen SW Möbelaktion, deren Obmann Olahs Gewerkschaftssekretär Las war. Wortlaut: “Wir stellen Ihnen heute den Betrag von S 300.000 zum Erwerb der Beteiligung an der Firma Buchdruckerei und Zeitungsverlag G. Davis & Co zur Verfügung”, die die Titelrechte an der Krone hielt. Und, ebenso an Dichand und Falk gerichtet: “Sie haben hiebei nach den besprochenen Richtlinien vorzugehen, und zwar zunächst bis auf Widerruf im eigenen Namen, jedoch auf unsere Rechnung.” In einem Büro der SW Möbelaktion trafen einander Dichand und Falk auf Vermittlung Olahs erstmals. Ebenfalls in dem Kuvert: Das Antwortschreiben des Anwalts Levar. Er bestätigte der SW 75.000 Schilling für das volle Stammkapital der Hans Dichand Gesellschaft mbH sowie 147.000 Schilling für die Erhöhung der Kommanditanteile dort. Weiters in dem Umschlag: Treuhandverträge von Dichand und Falk von Mitte Mai 1959, “dass ich bezüglich meiner Stammeinlage an der Hans Dichand Gesellschaft mbH Ihr Treuhänder bin”. Samt Bestätigung, dass “Sie auch den Rest der von mir übernommenen Stammeinlage” (…) “zur Verfügung gestellt haben”. Alles Entwürfe, behauptete Anwalt Levar später. Der ehemalige Gewerkschaftssekretär Las hingegen sagte laut profil vor Gericht: “Es waren keine Entwürfe oder Pläne, sondern die Dinge haben sich so abgespielt.”
- Nach Vorliegen dieses Kuverts unterzeichnete Olah, der nun bereits seine Haftstrafe aus dem Prozess von 1969 angetreten hatte, Ende Oktober 1970 am Bezirksgericht einen noch klareren Vertrag zugunsten einer Firma Piatniks: “An der (…) Dichand-Falk-Gesellschaft (…) besitze ich die gesamten Stammanteile. Ich wiederhole hiemit das bereits gestellte Angebot, diese meine Geschäftsanteile der Ludwig F. Piatnik Gesellschaft mbH abzutreten”, Preis: wie bisher die Hälfte des Gewinns. Und er schrieb Dichand und Falk, Piatniks Gesellschaft “ohne Verzug Folge zu leisten”.
- Als Falk dieses Schreiben erhalten hatte, wandte er sich an Anwalt Levar. Seltsam, wo der doch laut profil damals “mit dem ganzen Komplex nicht mehr das Geringste zu tun hat”. Levar riet Falk, mit Piatniks Anwalt Weninger Kontakt aufzunehmen. Levar rief Weninger an und berichtete ihm von der Gesprächsbereitschaft von Falks Anwalt. Statt Falks Anwalt meldete sich aber Olahs Strafverteidiger bei Weninger und bat um Geduld: “Unter Umständen würde Olah, um sich zu retten, so weit gehen, zu behaupten, er habe seine Anteile Dichand und Falk geschenkt”, zitierte profil Weningers Gesprächsnotiz darüber. Bei einer Aussprache von Olahs Strafverteidiger sowie Weninger und Piatnik rief Olahs Advokat (nach Aussagen von Weninger und Piatnik) Anwalt Levar an und riet ihm, seine Version zu überdenken, die Papiere zur Krone-Finanzierung und die Treuhandverträge aus 1959 wären nur Entwürfe. O-Ton von Olahs Anwalt an Levar: “Mach doch einen Schlussstrich, besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.” Levar aber blieb bei seiner Version.
- Als Weninger Olah Anfang November 1970 erklärte, er würde nun klagen, erlebte er den ehemaligen Gewerkschafter und Minister in Panik. Olah drohte, er würde sich in der Zelle erhängen, wenn sein Strafverfahren wieder aufgenommen würde. Und er würde aussagen, dass er seine Anteile Dichand und Falk geschenkt habe, noch bevor er sie Piatnik abtrat. Offenkundig war Olah nun nicht mehr der Rechtsansicht von Piatnik und Weninger, es wäre für ihn ungefährlich, sein Eigentum an der Krone einzugestehen. Tage später widerrief der Strafverteidiger Olahs in dessen Auftrag alle Verträge mit Piatnik.
- Ein Partner Piatniks spielte die Story, Olah reklamiere die Eigentümerschaft an der Krone, dem ORF zu. Generalintendant Gerd Bacher, Lebensfeind Dichands, machte daraus die Schlagzeile der Hauptnachrichten. Auch der konkurrierende Kurier titelte mit der Krone-Story.
- Seltsamerweise konnte Olah just nach dem Medienrummel um diese Affäre “zur Regelung dringender familiärer Angelegenheiten” seine Haft unterbrechen. Statt dass, so jedenfalls die Einschätzung von profil, gegen Dichand und Falk “Untersuchungshaft wegen Verdunkelungsgefahr” verhängt würde. Am Tag nach der TV-Schlagzeile unterzeichnete Freigänger Olah schon sein Dementi für Dichand und Falk. Die Krone titelte: “Franz Olah: War nie Eigentümer”.
- Die Information über die Krone-Story hatte ein gewisser Leopold Helbich dem ORF und dem Kurier zugespielt. Der ÖVP-Abgeordnete und Granitindustrielle war stiller Gesellschafter des Kurier seit den Fünfzigerjahren. Und er hatte sich über Liechtensteiner Firmen an jenen Unternehmen Piatniks beteiligt, denen Olah schriftlich Anteile der Kronen Zeitung überlassen hatte, jedenfalls auf dem Papier. Piatnik hatte Geld gebraucht für die aufwändigen Verfahren, und Helbich versprach es – samt seiner Unterstützung – im Tausch für die Beteiligung. Im Februar 1971 musste ihm Piatnik schließlich all seine Anteile dafür verpfänden. Noch bevor die Krone Anfang der 1970-er den Kurier zu übernehmen versuchte, gehörte sie also – zumindest theoretisch – einem Gesellschafter des Kurier.
- 1970/71 klagte in der Causa praktisch jeder jeden: Olah Piatnik auf Nichtigkeit seiner Verträge mit Piatnik. Piatnik Dichand und Falk auf Herausgabe ihrer Krone-Anteile. Karpik Dichand und Falk auf Nichtigkeit jener Option, mit der er seine Krone-Hälfte für 15, letztlich 16 Millionen verkaufte. Und der verhinderte Käufer Fritz Molden klagte Dichand und Falk querbeet, sie hätten Karpik mit der Option betrogen, Olahs ihnen anvertraute Anteile veruntreut – oder Olah habe Piatnik zu Unrecht Anteile verkauft, die ihm gar nicht gehörten. Die Staatsanwaltschaft prüfte zudem die Wiederaufnahme des Olah-Prozesses und ein Strafverfahren gegen Dichand und Falk wegen womöglich falscher Zeugenaussage dort.
- Doch Karpiks Klagsfreude gegen Dichand und Falk, obwohl mit Piatnik weiland vereinbart, ließ in der Zeit merklich nach. Karpik begründete das im März 1971 damit, dass Olah Karpik die Einhaltung seiner Verträge mit Karpik untersagt habe. So berichtete das Weninger und nahm diese Aussage gewohnt gefinkelt als Eingeständnis, dass Karpik Olahs Treuhänder bei den Krone-Anteilen war. Sonst könnte Olah ja Karpik da nichts untersagen.
- Karpiks nachlassende Klagsfreude hatte noch einen anderen Grund: Schon im Dezember 1970 hatten sich Karpik, Dichand, Falk, ihre Anwälte und der Strafverteidiger Olahs im Hotel Bayerischer Hof in München getroffen und einen Vergleich abgeschlossen. Merke: Karpik hatte sich in den Verträgen mit Piatnik verpflichtet, ohne diesen keinen Vergleich in der Causa einzugehen. Laut profil wurde der Vergleich aber nicht wirksam, weil Olah seine Zustimmung verweigerte.
- Nun bestätigten Zeugen der Staatsanwaltschaft die Gewinnkosmetik bei der Krone Ende der 1960-er Jahre vor Miteigentümer Karpik. Doch der Viehhändler beantragte im April 1971, das Betrugsverfahren gegen Dichand und Falk einzustellen. Nun behauptete Karpik, er habe seinen Anteil den beiden angeboten und sich “für die Ertragslage nicht interessiert”.
- Schon 1971 beschlossen Krone und Kurier in schöner Eintracht eine erste gemeinsame Preiserhöhung auf 1,50 Schilling. Die konnte Piatnik nur ärgern: Sie stärkte Dichand und Falk, deren Wirtschaftskraft in der Zeit durch den Kauf von Moldens Pressehaus-Druckerei und die Übernahme des Express von der SPÖ geschwächt war. Aber: Kurier-Eigentümer Ludwig Polsterer wollte da gerade sein Blatt verkaufen und brauchte ansehnliche Bilanzen. Springer winkte ab. Dichand und Falk boten, zunächst als einzige. Die drohende Elefantenhochzeit mobilisierte Styria und hunderte Wirtschaftstreibende, die Polsterers Verkaufserlös weiter verschönerten. Polsterer überließ ihnen im Kombipack auch Helbich und seine Ansprüche gegen die Krone.
- Dichand und Falk erklärten daraufhin dem Kurier, mit dem sie die Ansprüche auf das eigene Blatt übernehmen wollten, “den totalen Krieg” (profil). Das wild gewordene Kleinformat drohte die Hunderten Wirtschaftstreibenden und Banken doch noch von ihrem Kurier-Engagement (und den passenden Geldzusagen) abzuschrecken. Also brauchten der Kurier und Helbich “dringend einen repräsentablen Frieden mit Dichand & Falk” (profil).
- Piatnik erwirkte aber unverdrossen im Oktober 1972 beim Landgericht Frankfurt eine Einstweilige Verfügung gegen den in Frankfurt tätigen Karpik: Der müsse seinen Widerstand gegen Beweisanträge Weningers im Verfahren gegen Dichand und Falk widerrufen, Vergleiche mit den beiden seien Karpik demnach ebenso verboten, wie über Firmenanteile zu verfügen.
- In einem anderen Krone-Prozess war da der Richter gerade dabei, sein Urteil auszufertigen: Er wollte Olahs Klage auf Nichtigkeit der Verträge mit Piatnik abweisen, berichtete profil. Olahs Anwälte baten den Herrn Rat um Aufschub: Man verhandle gerade intensiv über einen Vergleich.
- Diesen Vergleich dealten Dichand, Falk und Karpik mit Leopold Helbich aus, dem Kurier-Gesellschafter und Piatnik-Partner bei dessen Krone-Klagen. Der Vergleich beendete am 22. Dezember 1972 mit einem Schlag alle Zivilverfahren.
- profil mutmaßte über den Inhalt dieses Vergleichs: Piatnik habe Helbichs Anteile an seinen Firmen zurückbekommen. Er habe auf alle Forderungen gegen Karpik, Olah, Dichand und Falk sowie Helbich verzichtet– und umgekehrt. Olah habe daraufhin die Nichtigkeitsklage zurückgezogen, Karpik mit Einverständnis Piatniks die Klage gegen Dichand und Falk, Piatnik seine gegen Karpik in Frankfurt und jene gegen Dichand und Falk.
- Dieser Waffenstillstand zwischen Krone und Kurier bescherte den Lesern bald die nächste einvernehmliche Preiserhöhung der beiden größten Blätter – statt des von Falk angedrohten Billigpreises zur Vernichtung des Kurier. Die Krone gehörte nun definitiv Falk und Dichand 50:50.
- profil rechnete penibel vor, wo überall die Staatsanwaltschaft nach Meinung des Magazins wegen Betrug oder Veruntreuung anklagen müsste, um dem Vorwurf des Amtsmissbrauchs zu entgehen. Herausgeber Peter Michael Lingens schrieb in einem Kommentar zur Serie, andernfalls bedeute das “Gesetzesbruch” und “Bruch jener Prinzipien, auf denen der Rechtsstaat beruht”. Es geschah – richtig: nichts.