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letzte Aktualisierung: 7.11.08 | Das Buch | |

Lingens, Peter Michael

(8. August 1939)

Gründungschefredakteur und legendärer Herausgeber des profil (1972 bis 1987). Sehr persönlicher, eindringlicher Stil.

Just der Inbegriff journalistischer Unbestechlichkeit und Aufdeckertums, vor dessen Magazin die Republik zitterte, stolperte 1994 über eine eigenartige Affäre um angebliche/n Betrug, Erpressung und Amtsmissbrauch um einen Autovermieter und einen Staatsanwalt. Als die mit Freisprüchen endet, ist Lingens nicht mehr in der Chefredaktion des Standard (1993/94, nachdem er die Wochenpresse ab 1989 als Herausgeber zur Wirtschaftswoche umgebaut hatte), aber auch das Angebot, wieder profil-Herausgeber zu werden, ist perdu.


Nach einem (zu) frühen Ausflug in den User-generated Content (ein gedrucktes Magazin aus Leserbeiträgen) ist Lingens heute (wieder) profil-Kolumnist. Originell: Bei profil rollte er Anfang der 1970-er den Kampf um die Krone auf, entdeckt in penibel recherchierten Serien Anfang der 1990-er in der Wirtschaftswoche ernste Kartellverdachtsmomente gegen die Mediaprint auf (in beiden Causen war Anwalt Ewald Weninger einer Schlüsselfigur). Aus Lingens Forderung nach einem Kartellrecht zur Entflechtung der Mediaprint wird Anfang der 2000-er Jahre eine Verteidigung der Formil-Fusion im davon betroffenen profil. Insofern originell, als diese Magazinfusion die marktbeherrschende Stellung der Mediaprint weiter verschärft. Nun, Lingens überraschte auch schon als Standard-Kolumnist mit Gedanken über Penislängen und Hirnvolumen von Menschen mit dünklerer Hautfarbe.


Lingens begann bei der AZ, werkte für ein Münchener Meinungsforschungsinstitut, dann vor seinem profil-Engagement als Gerichts- und Chronikreporter des Kurier und verhalf als solcher damals einem eher fassungslos-unbedarften Volontär namens Max Dasch zu einer Reportage von einem Brand, wie sich der spätere Chef der Salzburger Nachrichten später erinnerte.

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