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letzte Aktualisierung: 7.11.08 | Das Buch | |

Mück, Werner

(1. Jänner 1945 in Wien)

Geschäftsführer des bisher kommerziellen, laut Gesetz gebührenfreien ORF-Spartenkanals TW1 mit Dreijahresvertrag bis Ende 2009. Drängt auf Gesetzesänderung, um das Programm mit Gebühren in einen Sender für Info, Kultur und Bildung umzuwandeln. Bisher versucht er nach eigenen Angaben, das Projekt (auch Teil des Koalitionsübereinkommens von 2007) ohne Gebühren umzusetzen, was ihm regelmäßige Häme von Medienjurist und ORF-Beobachter Hans Peter Lehofer über bezahlte Beiträge und dergleichen einbringt.

Werner Mück war ab 1. Mai 2002 bis Ende 2007 Chefredakteur des ORF-Fernsehens und führte zentral Nachrichten, Magazine und Diskussionssendungen mit starkem Hang zu ÖVP und Kanzler, aus dessen Dienstwagen ihn 2006 ORF-Mitarbeiter auf dem Küniglberg nach einer Besprechung im Kanzleramt steigen sahen. Mücks Regiment war wesentlicher Anlass für Armin Wolfs scharfe Dankrede (Wolf-Rede) beim Vorhofer-Preis 2006. Mücks Arbeitsweise untersuchte eine eigene Kommission, deren durchaus bemerkenswerte Ergebnisse Sie unter Mück-Bericht im Buch finden. Ein Baustein zum Führungswechsel auf dem Küniglberg 2006, mehr dazu unter ORF (ORF und Politik).


Mück wuchs in Salzburg auf und begann 1963 als Volontär in der Sportredaktion der Salzburger Nachrichten. Später werkt er für das Demokratische Volksblatt der SPÖ und, ab 1971, in der Außenpolitik des Kurier.


1973 übersiedelt Mück in die Bundesländerredaktion des ORF-Fernsehens in Wien, 1975 ins Landesstudio Salzburg, 1977 wird er dort Chefredakteur. Über Mücks Zeit als Chefredakteur des Landesstudios Salzburg heißt es in einem Prüfbericht der ORF-internen Revision vom 9. Juni 1989: „Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Aktuelle Dienst in einer Reihe von Punkten die gültigen Regeln des Producersystems missachtet, ihm nicht zustehende Kompetenzen an sich gezogen hat und dadurch – in der Soll-Organisation vorgesehene – Koordinations- und Kontrollfunktionen ausschaltet.“ Gegen Designvorgaben aus Wien ließ Mück das „Salzburg heute“-Studio von einer örtlichen Firma adaptieren. Und er „verwahrte“ privat eine Videokamera, die das Landesstudio bezahlt hatte, die Rechnungen für das gute Stück lauteten aber laut Revision auf „Teamanmietungen“. Die Revision spricht von einer „finanzstrafrechtlich mehr als bedenklichen Vorgehensweise“ und von einer „für den ORF nachteiligen Situation“.


1989 verließ Mück den ORF und wurde Direktor der gemeinnützigen Salzburger Wohnbaugesellschaft WEB. Im Sog des Bauskandals im Firmengeflecht Bautreuhand/Immag schlitterte die WEB in die Krise, Mück meldete für sie laut APA Ende September 1989 den Ausgleich an. Ende März 1990 wurde daraus ein Konkurs. In einem Prozess vor dem Landesgericht Salzburg wurde Mück 1994 laut Salzburger Nachrichten falsche Zeugenaussage vor dem Untersuchungsausschuss des Landtages über die WEB-Affäre vorgeworfen. FPÖ-Landesrat Robert Thaller erklärte im Zeugenstand, Mück sei schon als Chefredakteur des Landesstudios beratend für die WEB tätig gewesen. Dies hatte Mück vor dem Ausschuss verneint. Im Zuge des Verfahrens wurden auch Provisionszahlungen aus 1989 an ein Kindermodengeschäft von Mücks damaliger Frau hinterfragt. An dieser Firma war auch Mück beteiligt. Richter Franz Xaver Egger sprach in dem Verfahren laut Salzburger Nachrichten von „auffallenden Widersprüchen“ im Schriftverkehr über diese Provision. Mück damals dazu: „Meine Frau hat eine Immobilie verkauft und dafür Provision erhalten. Da war eine Mitwirkung von mir nicht vonnöten.“ Tauchen die alten Vorwürfe auf, kann Mück auf rechtskräftige Freisprüche verweisen.


1991 nimmt sein Fan Gerd Bacher, damals gerade zum letzten Mal ORF-General, Mück wieder im ORF auf, erst als Chef des Europamagazins „Compass“, dann als Leiter der Wissenschaft. 1998 wird er Hauptabteilungsleiter Bildung und Zeitgeschehen. Nach der schwarzblauen Wende wird Mück TV-Chefredakteur.


Als ORF-General Alexander Wrabetz Ende 2007/Anfang 2008 laut darüber nachdenkt, die ORF-Information in TV, Radio und Internet zusammenzuführen, warnt Mück vor Protesten, gegen die jene gegen ihn von 2006 ein „Furz im Zwerglgarten waren.”

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