(APA)
(Heute)
(Wiener Zeitung)
(Die Presse)
(Kurier)
“Unerschöpfliche Fundgrube”
(Kleine Zeitung )
(news.at)
(Horizont)
(Roman Hummel im Standard)
(Armin Thurnher im Falter)
dieMedien.at ist Harald Fidlers Internetseite zu seinem gedruckten Lexikon Österreichs Medienwelt von A bis Z (Falter Verlag, November 2008, 632 Seiten). Zum Erscheinen des Lexikons finden Sie hier die komplette Übersicht an Stichwörtern aus dem Buch. Als eine Art Vorgeschmack auf die Enzyklopädie, aber vorerst (meist) ohne die Erläuterungen aus dem Band.
Unter den Stichwörtern stehen aber
Ergänzungen und Weiterentwicklungen nach Redaktionsschluss des Buches.
Korrekturen zu den Buchtexten, falls nötig, und Reaktionen.
Weiterführende Links, etwa zu Online-Datensammlungen.
Zu diesen Ergänzungen oder Korrekturen stelle ich, wenn für das Verständnis sinnvoll, auch Passagen aus dem Buch. Das vollständige Buch online zu stellen, ist aufgrund des Vertrags mit dem Verlag – vorerst – nicht möglich.
Viele Biografien von Medienmachern finden Sie (aus Platzgründen) hier detaillierter als im Buch. Noch arbeite ich an der Eingabe der Daten, bitte um etwas Geduld.
Über die Navigation oben auf der Seite können Sie Rubriken auch gesondert ansteuern.
Aus organisatorischen Gründen habe ich auf dieser Seite vorerst keine Postings vorgesehen. Anregungen, Hinweise und Korrekturen bitte an fid@diemedien.at, ich greife sie gerne hier auf.
Harald Fidler
Das Buch gibt’s beim Falter Verlag, bestellen oder auch verschenken können Sie es mit einem Klick hier
Chronologische Übersicht der wichtigsten Ereignisse in Österreichs Medienwelt, seit im Herbst 2008 das gedruckte Lexikon erschien. Derzeit noch im Aufbau, Links zu längeren Updates sind geplant. Auch die Updates zum Buch werden – hoffentlich :) – noch übersichtlicher geordnet und eifriger nachgereicht…
Am 15. Dezember 2012 veröffentlicht die Medienbehörde veröffentlicht erstmals die Werbebuchungen öffentlicher Institutionen und Firmen (Regierungsinserate, öffentliche Werbung) nach dem Medientransparenzgesetz (über das dritte Quartal 2012). Eines der Erkenntnisse: Wien (samt seiner Firmen) ist weitaus größter öffentlicher Werbetreibender. Erster Befund
UPDATE
Die WAZ gibt Mitte Dezember 2010 ihren Rückzug aus Bulgarien bekannt. Ihr gehörten dort die beiden auflagenstärksten Tageszeitungen Trud und 24 Chassa, zudem die Wochenzeitung 168 Chassa, Druckerei, Vertrieb, Verlagshaus. Käufer: die Wiener BG Privatinvest von Karl Habsburg, dem bulgarischen Medienunternehmer Christo Grosev (früher etwa bei einer großen britischen Privatradiogruppe aktiv) und dem Deutschen Daniel Rutz. 45 Millionen Euro werden laut Standard als Kaufpreis kolportiert, aber zunächst nicht bestätigt. Finanzieren soll den Kauf nicht die BG Printinvest, sondern die BG Printmedia Ltd. in Sofia. Dort hält die BG Privatinvest zwar die Mehrheit, den Großteil des Geldes dürften aber hauptsächlich Ognyan Donev, dem der bulgarische Pharmahersteller Sopharma gehört, und Medienunternehmer Ljubomir Pavlov beisteuern.
UPDATE
Die WAZ gibt Mitte Dezember 2010 ihren Rückzug aus Bulgarien bekannt. Ihr gehörten dort die beiden auflagenstärksten Tageszeitungen Trud und 24 Chassa, zudem die Wochenzeitung 168 Chassa, Druckerei, Vertrieb, Verlagshaus. Käufer: die Wiener BG Privatinvest von Karl Habsburg, dem bulgarischen Medienunternehmer Christo Grosev (früher etwa bei einer großen britischen Privatradiogruppe aktiv) und dem Deutschen Daniel Rutz. 45 Millionen Euro werden laut Standard als Kaufpreis kolportiert, aber zunächst nicht bestätigt. Finanzieren soll den Kauf nicht die BG Printinvest, sondern die BG Printmedia Ltd. in Sofia. Dort hält die BG Privatinvest zwar die Mehrheit, den Großteil des Geldes dürften aber hauptsächlich Ognyan Donev, dem der bulgarische Pharmahersteller Sopharma gehört, und Medienunternehmer Ljubomir Pavlov beisteuern.
UPDATE
Die WAZ gibt Mitte Dezember 2010 ihren Rückzug aus Bulgarien bekannt. Ihr gehörten dort die beiden auflagenstärksten Tageszeitungen Trud und 24 Chassa, zudem die Wochenzeitung 168 Chassa, Druckerei, Vertrieb, Verlagshaus. Käufer: die Wiener BG Privatinvest von Karl Habsburg, dem bulgarischen Medienunternehmer Christo Grosev (früher etwa bei einer großen britischen Privatradiogruppe aktiv) und dem Deutschen Daniel Rutz. 45 Millionen Euro werden laut Standard als Kaufpreis kolportiert, aber zunächst nicht bestätigt. Finanzieren soll den Kauf nicht die BG Printinvest, sondern die BG Printmedia Ltd. in Sofia. Dort hält die BG Privatinvest zwar die Mehrheit, den Großteil des Geldes dürften aber hauptsächlich Ognyan Donev, dem der bulgarische Pharmahersteller Sopharma gehört, und Medienunternehmer Ljubomir Pavlov beisteuern.
UPDATE
Die WAZ gibt Mitte Dezember 2010 ihren Rückzug aus Bulgarien bekannt. Ihr gehörten dort die beiden auflagenstärksten Tageszeitungen Trud und 24 Chassa, zudem die Wochenzeitung 168 Chassa, Druckerei, Vertrieb, Verlagshaus. Käufer: die Wiener BG Privatinvest von Karl Habsburg, dem bulgarischen Medienunternehmer Christo Grosev (früher etwa bei einer großen britischen Privatradiogruppe aktiv) und dem Deutschen Daniel Rutz. 45 Millionen Euro werden laut Standard als Kaufpreis kolportiert, aber zunächst nicht bestätigt. Finanzieren soll den Kauf nicht die BG Printinvest, sondern die BG Printmedia Ltd. in Sofia. Dort hält die BG Privatinvest zwar die Mehrheit, den Großteil des Geldes dürften aber hauptsächlich Ognyan Donev, dem der bulgarische Pharmahersteller Sopharma gehört, und Medienunternehmer Ljubomir Pavlov beisteuern.
UPDATE
Am 28. Jänner 2010 erhält der Fachzeitschriftenverlag Bohmann (rund 30 Millionen Euro Jahresumsatz, 180 Mitarbeiter, große Aufträge der Stadt Wien wie wien.at und andere Publikationen) einen Programmplatz für Regionalfernsehen über Antenne auf Multiplex B von der ORS. Arbeitstitel: “Schau-TV”. Soll vor Ende 2011 starten.
Der Bohmann-Verlag gehört seit 2004 seinen Geschäftsführern Gerhard Milletich und Gabriele Ambros 50:50.
10 JAHRE FORMIL: KOMPLETTES KAPITEL AUS DEM GEDRUCKTEN LEXIKON ONLINE
Formil-Fusion Zusammenschluss der marktbeherrschenden Verlagsgruppe News mit der damaligen Nummer zwei im Magazinmarkt, der Kurier-Zeitschriftenholding ZVB, im Jahr 2001. Mit der Fusion beteiligte sich der Kurier, selbst Teil der den Zeitungsmarkt beherrschenden Mediaprint, zu 25,3 Prozent an der Verlagsgruppe News, die den Zeitschriftenmarkt nach der Elefantenhochzeit noch deutlicher dominierte.
Hans Peter Lehofer, erster Chef der Medienbehörde KommAustria und inzwischen Verwaltungsrichter, über das Medienkartellrecht in Österreich: „Auch wenn ein Konzentrationsgrad erreicht ist, der nicht mehr steigerbar scheint, folgt die weitere Verschränkung, Konsolidierung, Kooperation und Fusion auf dem Fuß.“ Wie konnte ein derartiger Super-GAU der Medienkonzentration in einem durchaus zivilisierten Land mit einem Kartellgesetz durchgehen? Hier der Überblick, weiter unten geht es ins schaurige Detail:
Mit Rechentricks wurden im Verfahren vor dem Kartellgericht Marktanteile ein Vielfaches kleiner dargestellt, als sie tatsächlich waren.
Sozialpartner – Vertreter von Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer – stellten in diesem Kartellgericht damals die Mehrheit. Bei ihnen kann medialer Druck – etwa mit Blick auf Kammerwahlen – helfen. Das Kartellurteil argumentiert vom Beginn der Begründung auf Seite 4 bis Seite 69 gegen die Fusion – und lässt sie dann auf den letzten zwei Blättern mit eher harmlosen Auflagen zu. Das spricht dafür, dass die beiden Laienrichter die Berufsrichterin bewegten, ihre geplante Ablehnung zu überdenken, diese sich aber weigerte, das gesamte Urteil neu zu schreiben.
Politik Der damalige Justizminister Dieter Böhmdorfer (FPÖ) kündigte unmittelbar nach dem Urteil an, er werde für die Republik Rekurs einlegen. Dieser Rekurs lag ausformuliert vor, als News-Boss Wolfgang Fellner kurz vor Ablauf der Rekursfrist die damalige Vizekanzlerin und FP-Chefin Susanne Riess-Passer und FP-Klubchef Peter Westenthaler besuchte. Fellner bestritt nachher mehrfach, dass er an dem Gespräch teilgenommen hatte, obwohl er a) dabei beobachtet worden ist und b) Riess-Passer das Treffen und das Thema – Formil – bestätigt hat. Fellner sprach damals von seinem legendär gewordenen Klon, der sich offenbar in Wien herumtreibe. Nach dem Gespräch sah Böhmdorfer überraschend vom Rekurs ab.
News-Herausgeber Alfred Worm berichtete dem Extradienst später, Fellner und Co-Herausgeber Werner Schima hätten mehrfach verhindert, dass Storys von Worm über Riess-Passers Spesenaffäre in News erschienen. Böhmdorfer begründete seinen Rückzieher damit, auch in der zweiten Kartellinstanz wären Laienrichter in der Überzahl gewesen.
Erst 2008 bekannte Böhmdorfer (im Interviewband „miteinander.gegeneinander politik.medien“, Verlag Holzhausen): „Ich habe in meiner Zeit als Justizminister bewiesen, dass ich derjenige war, der die geringste Abhängigkeit von Jörg Haider hatte. Ich habe nie Dinge gemacht, die er wollte, wenn sie nicht sachpolitisch gerechtfertigt waren. Die einzige Ausnahme war der Zusammenschluss der Magazine profil und trend mit der News-Gruppe, die sogenannte ,Formil-Fusion‘. Dagegen hätte ich gerne Einspruch erhoben, aber das wurde mir von der Parteispitze verboten.“
Wäre es nach Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (VP) gegangen, hätte es für die Elefantenhochzeit erst gar kein Kartellverfahren gebraucht. Er zeigte sich schon im Herbst 2000 zufrieden mit jenen Auflagen für den Zusammenschluss, die die fusionswilligen Konzerne selbst vorgeschlagen hatten. In der ÖVP hat Raiffeisen-Chef Christian Konrad einiges Gewicht, und Raiffeisen gehört die Mehrheit am Kurier (und damals noch an seinen Magazinen).
Das Kartellrecht wurde, wie schon beim ersten GAU der Medienpolitik in Sachen Wettbewerb namens Mediaprint, erst verschärft, als der Zusammenschluss gelaufen war: 1988 konnten sich die beiden größten Tageszeitungen des Landes, Krone und Kurier, völlig ungehindert von Politik und Justiz in der Mediaprint zusammenschließen. Damals gab es noch kein Kartellrecht in Österreich, das sich mit solchen Deals ernsthaft beschäftigt hätte. Die weitere Reform nach Formil brachte eine Mehrheit von Berufsrichtern im Kartellgericht, einen Kartellanwalt im Justizministerium und eine Bundeswettbewerbsbehörde. „Der Mut des Gesetzgebers zu handeln ist gegeben“, sagte der Dekan der juristischen Fakultät Salzburg, Walter Berka, dazu später: „Aber er kommt nicht zum richtigen Zeitpunkt, sondern immer post festum.“
Der Kartellrechtsdoyen Walter Barfuß erklärte als erster Chef der neuen Wettbewerbsbehörde 2002 über die Formil-Fusion: „Man wollte das nicht verhindern.“ Barfuß soll schon im April 1997, damals noch Anwalt, für Kurier-Eigentümer Raiffeisen ein Gutachten darüber erstellt haben, ob ein Zusammenschluss der Magazingruppen kartellrechtlich möglich wäre. Barfuß im Sommer 2001 zum neuen Kartellrecht: „Es wird sicher nicht wild entflochten werden. Das bräuchte hundertmal mehr Mut, als die Fusion vorher zu untersagen.“ Ein Jahr danach, er war bereits Chef der neuen Wettbewerbsbehörde: „Ich bin kein Narr, nun von Entflechtung zu sprechen. Es sei denn, die führen sich auf wie der Elefant im Porzellanladen und missbrauchen nachweisbar krass ihre marktbeherrschende Stellung. Dann ist Entflechtung die Ultima Ratio. Ich glaube nicht, dass ich das je erleben werde.“
Gehen wir nun in die – ziemlich merkwürdigen – Details des Deals zu Formil:
Marktanteile kleinrechnen
Als Justizminister Böhmdorfer im Februar 2001 Rekurs gegen die Zulassung von Formil ankündigte, ging ihm der Standard zur Hand und rechnete vor, wie sich die fusionierenden Konzerne im Kartellverfahren kleingemacht hatten. Titel: „Aus 60 Prozent des Marktes werden 17 – Wie man mit ein paar Hand- und Kunstgriffen einen Marktanteil miniaturisiert“. Der Standard analysierte darin jene Passagen aus dem Kartellurteil, in denen das Gericht offenkundig den Erklärungen und Berechnungen der heiratswilligen Verlage gefolgt war. Die News-Gruppe hatte den Standard oft geklagt – diesen Artikel hat sie nie auch nur gegenüber der Zeitung bestritten. Wir folgen dem Artikel hier im Wesentlichen, wie Verlagsgruppe News und ZVB versuchten, unter jene 30 Prozent Marktanteil zu kommen, die eine marktbeherrschende Stellung im Werbemarkt bedeuten.
1. Mitbewerber erfinden Zum „maßgeblichen Mitbewerber“ machten die fusionswilligen Firmen eine Magazingruppe des ORF, die es schlicht nicht gibt.
Die Vermarktungstochter ORF Enterprise besitzt nur die ORF Nachlese zur Gänze. Das ebenfalls der angeblichen ORF-Verlagsgruppe zugerechnete Club Ö3 Magazin gehörte immerhin noch zu 50 Prozent dem Club Ö3, die andere Hälfte dem damals noch existierenden Metro-Verlag von GGK-Gründer Hans Schmid. Das Universum Magazin ist eine reine Lizenzproduktion einer Tochter des Niederösterreichischen Pressehauses, das Seitenblicke Magazin gaben damals Investoren aus dem FP-Umfeld heraus. Die Stadlpost zum „Musikantenstadl“ ist ebenfalls ein Lizenzprodukt, das ein Mödlinger Quota Verlag produziert. Alleinige Gesellschafterin damals: Eva Mang, nicht der ORF.
Der Rekurs des Justizministers gegen das Kartellurteil wurde nie eingebracht und blieb unter Verschluss. Dem Autor liegt der 31 Seiten umfassende Letztentwurf des Dokuments vor.
Zum behaupteten ORF-Verlag heißt es dort: „Eine ORF-Gruppe, deren Existenz als Mitbewerber von den Anmeldern behauptet wird, existiert in Wahrheit nicht.“ Und: „Von einer Gruppe als Konkurrenten der Anmelder kann sohin nicht die Rede sein.“ Auf die übrigen „maßgeblichen Mitbewerber auf dem Anzeigenmarkt“ geht der Rekurs nicht weiter ein, die News-Gruppe und ZVB damals 2000/01 noch aufs Tapet gebracht haben. Sie (und ihre angeblichen Umsätze) sind aber durchaus einen näheren Blick wert (Stand 2000/1):
Sportmagazin Verlag (Sportwoche, Sportmagazin, Heimwerkermagazin, Reisemagazin, Motorradmagazin, HiTech) und R & D Verlag (Wiener über Option bis Immobilienmagazin). Beide gaben und geben keine aktuellen, politisch relevanten Wochenmagazine heraus. Die beiden Verlage fusionierten 2007 zur Styria Multi Media, um im Magazinmarkt etwas mehr Schwungmasse gegen die fusionierte Verlagsgruppe News aufzubauen – die auch dann noch mehr als dreimal so groß ist wie diese Styria Multi Media.
Zudem verwiesen News-Gruppe und ZVB 2001 in ihrer Rechnung auf die Ganze Woche. Das bunte Wochenblatt von Kurt Falk definierte das Kartellurteil allerdings 22 Seiten später, wo es um den (für die Anzeigenwirtschaft nicht ganz irrelevanten) Lesermarkt geht, als keine Konkurrenz von News & Co. Zudem ist der Anzeigenumsatz der Woche trotz ihrer hohen Reichweite traditionell ziemlich überschaubar (mehr dazu dort).
Schließlich fand sich noch der „Mitbewerber“ Bohmann-Verlag in der Liste von News-Gruppe und ZVB. Dieser Verlag gab abgesehen von (damals) A la carte praktisch keine am Kiosk erhältlichen Publikumszeitschriften heraus. Skyline zum Beispiel ist das Bordmagazin der AUA, sonst verlegte Bohmann etwa Der österreichische Installateur, Internationale Seilbahn-Rundschau, Waste Magazin für die Entsorgungswirtschaft oder Auto – Tankstelle – Garage. Aber: Fachtitel weist Focus Media Research extra aus, nicht unter Illustrierte/Magazine, dem für Formil relevanten Magazinsektor.
2. Konkurrenz großzügig schätzen Als Schritt zwei schätzten die fusionswilligen Firmen die Umsätze der tatsächlichen oder vermeintlichen Mitbewerber möglichst großzügig. Die vom Autor damals zum Vergleich abgefragten Größenordnungen stammten aus dem obersten Management der Verlage.
3. Eigene Rabatte dreimal höher ansetzen Die Verlagsgruppe News und die ZVB kalkulierten bei ihren eigenen Umsätzen mit den dreifachen Rabatten des übrigen Magazinmarkts. In der Begründung des Urteils, die hier auf Angaben der fusionswilligen Konzerne beruht, war von einem „durchschnittlichen Rabattsatz von 15 Prozent“ die Rede. So viel sei von den Bruttowerten der Werbebeobachter von Focus abzuziehen, um auf reale Umsatzgrößen zu kommen.
Das Gericht ging für das Jahr 2000 auf Basis von Prognosen von 359 Millionen Bruttowerbeaufwand in Magazinen laut Focus aus, netto also nach Abzug der genannten 15 Prozent rund 305 Millionen. Focus wies alleine der Verlagsgruppe News damals brutto 155 Millionen aus, die Kurier-Zeitschriftenholding ZVB kam auf weitere 60 Millionen Euro. Das ergab zusammen 215 Millionen brutto.
Von 359 Millionen Magazinwerbung sind das fast 60 Prozent. Von den schließlich tatsächlich erhobenen 354 Millionen 60,7 Prozent.
Doch ihre eigenen Bruttoumsätze laut Focus-Statistik hatten die Antragsteller dem Kartellgericht geflissentlich verschwiegen. Und netto blieb nach ihrer höchst kreativen Umrechnung wenig übrig. Die News-Gruppe gab ihre Nettoumsätze mit knapp weniger als 67 Millionen Euro an. Das waren nur 43 (!) Prozent der Bruttosumme von Focus. Der Marktführer gab somit nach eigener Darstellung satte 57 Prozent Rabatt, die kleinen (angeblichen) Konkurrenten aber räumten ihren Kunden nur 15 Prozent ein. Die ZVB gab sich noch großzügiger: Von 60 Millionen Euro laut Focus bleiben so berechnet netto nur ein Hauch mehr als 23 Millionen übrig, nur 38,5 Prozent des Bruttowertes also.
Nun stellten die fusionswilligen Verlage ihre drastisch verkleinerten Nettoumsätze von zusammen 90 Millionen Euro den Bruttowerten von Focus über den Zeitschriftenmarkt gegenüber. Und schon kamen sie elegant unter die kartellrechtlich magische Grenze von 30 Prozent Marktanteil anstatt der realistischen 60 Prozent beim Vergleich von Brutto und Brutto.
Die „gewaltige Diskrepanz“ zwischen den Rabattsätzen von News-Gruppe und ZVB einerseits und allen übrigen Magazinverlagen andererseits ließ auch die Experten des Justizministeriums im Rekursentwurf rätseln. Sie rechneten umgekehrt, kamen aber zu vergleichbaren Ergebnissen. Sie gingen davon aus, dass nicht 15, sondern 60 Prozent Rabatt branchenüblich seien, und zogen diesen Wert ganz generell von den Focus-Werten ab. Das bedeutete: „Anzeigenumsätze der News-Gruppe von 67 Millionen Euro würden hiebei einen Marktanteil von 46,41 Prozent und Umsätze der ZVB-Gruppe von 23 Millionen Euro einen Marktanteil von 16,07 darstellen.“ Woraus laut Rekurs folgte: „Ähnlich wie beim Lesermarkt würde sohin eine bereits bestehende marktbeherrschende Stellung der News-Gruppe durch den Zusammenschluss mit ZVB noch massiv verstärkt.“
4. Zusätzlich deutsche Blätter überschätzen Als vierten Schritt brachten die beiden Magazinkonzerne noch den deutschen Werbemarkt ins Spiel. Schließlich gebe es einen „Overflow“ von Werbung, deutsche Magazine wurden ja in Österreich verkauft. Abgesehen davon, dass ein Gutteil dieser Magazine ohnehin der News-Mutter Gruner + Jahr gehört: Am Wettbewerbsverhältnis inländischer Verlage auf dem inländischen Anzeigenmarkt änderte der Overflow nichts. Aber die Kleinrechner kamen so – gar unter Berücksichtigung der Anzeigenumsätze von Gruner + Jahr in Österreich – auf „einen gemeinsamen Marktanteil von 17 Prozent“ (Kartellurteil).
Für ihren Rekurs entdeckten die Juristen der Finanzprokuratur auch noch „grob unrichtige“ Angaben der fusionswilligen Verlage über den Overflow: Wie die Anmelder rechneten, dürften deutsche Zeitschriften außerhalb des Heimmarkts bis aufs letzte Exemplar nur in Österreich vertrieben werden – also weder in der Schweiz noch in Urlaubsdestinationen in aller Welt. „Das Erstgericht hätte sohin einen Overflow aus deutschen Medien keinesfalls mit 181,7 Millionen Euro, sondern maximal mit 45,8 Millionen Euro berücksichtigen dürfen“, folgerten sie: „Es liegt auf der Hand, dass sich dadurch der Marktanteil der Anmelder auf dem Anzeigenmarkt noch beträchtlich vergrößert und die tatsächlich marktbeherrschende Stellung noch deutlicher erkennbar wird.“
5. Magazinmarkt zu weit gefasst Böhmdorfers Juristen sahen in ihrem nie eingebrachten Rekurstext noch einen Haken. Der Magazinmarkt insgesamt sei zu weit gefasst: „Ein Unternehmen aus der Motorbranche wird seine Werbungen nicht in einem Magazin wie Gusto, Eltern oder Schöner Wohnen platzieren. Einschaltungen im Rennbahn-Express richten sich wohl nur zum geringsten Teil an die Leser von Zeitschriften wie trend und profil.“ Um aber den Markt noch größer zu definieren, wollten News- und Kurier-Gruppe sowie ihre bezahlten Gutachter auch noch die Beilagen der Tageszeitungen einbezogen sehen.
Doch selbst, wenn die Finanzprokuratur den gesamten Magazinmarkt, die Zeitungsbeilagen und den Overflow über Anzeigenseiten in aus Deutschland importierten Zeitschriften einbezog, aber gleiche Rabattsätze für alle anlegte, überschritt der gemeinsame Marktanteil die Grenzen des Kartellrechts: eine „bei weitem marktbeherrschende Stellung selbst auf diesem viel zu weit definierten Markt“.
Die Antragsteller wollten übrigens darüber hinaus – ebenfalls weitaus zu hoch bezifferte – 36,4 Millionen Euro Internetwerbung in den Magazinwerbemarkt einbezogen wissen. Warum auch immer.
6. Personalkosten wie der „Spiegel“ Andere Behauptungen der Formil-Anwälte abseits des Anzeigenmarkts waren nicht minder gewagt: „Die Redaktion des Spiegel kostet somit nicht wesentlich mehr als die Redaktion des profil.“ Der Spiegel hatte damals 270 angestellte Redakteure sowie rund 70 Dokumentaristen, ebenfalls Journalisten. profil führte zu der Zeit im Impressum weniger als 35 Redakteure, etwas mehr als ein Dutzend Mitarbeiter und fünf „Autoren“. Um ähnlich viel zu kosten, müssten profil-Mitarbeiter ein Vielfaches der Spiegel-Leute verdienen. Das verhält sich eher umgekehrt.
Das seltsame Kartellurteil
Dass das Kartellgericht die Formil-Fusion Ende Jänner 2001 erlaubte, „widerspricht nicht nur dem gesamten davor liegenden Inhalt des Beschlusses selbst, sondern auch eindeutig dem Zweck und dem klaren Text der einschlägigen Normen des Kartellgesetzes“. So steht es im Rekurs der Finanzprokuratur gegen das Formil-Urteil. Eine zweite Instanz konnte sich mit diesem Befund allerdings nicht befassen: Der Rekurs wurde – siehe oben – nie eingebracht.
Die Widersprüche innerhalb des Kartellurteils – erst 65 ablehnende Seiten, dann die erste Leerzeile und danach zwei Seiten Segen für die Fusion – wollen wir hier mit ausführlichen Textproben aufzeigen, strukturiert nach Fragen und Themen.
Was passiert „profil“ ohne die Fusion? Nach Meinung von News-Gruppe, Kurier-Konzern und ihren Gutachtern müsste profil ohne Fusion eingestellt werden. Sie verwiesen auf „ein kumuliertes negatives Gesamtergebnis von 20,25 Millionen Euro“ von 1996 bis 2000 in der Kurier-Zeitschriftengruppe ZVB.
Der – nie eingebrachte – Rekurs gegen das Formil-Urteil widersprach mit einer „deutlichen positiven Trendumkehr“ zwischen den Geschäftsjahren 1998/99 und 1999/2000 mit 20 Prozent weniger Verlust. Eine „deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage“ habe sich in der ZVB abgezeichnet.
Auch das Kartellurteil wollte an eine drohende Einstellung von profil nicht recht glauben: „Auch der Umstand, dass die News-Gruppe immerhin bereit ist, ZVB eine dreißigprozentige Beteiligung für die Übertragung ihrer operativen Tochtergesellschaft zu gewähren, wobei auf profil knapp vierzig Prozent der gesamten Unternehmenswerte entfallen, ist nicht recht einsichtig, wenn profil tatsächlich unmittelbar von der Einstellung bedroht sein sollte.“
Das Kartellurteil räumte aber ein, dass es für profil schon einmal besser lief: „Insbesondere profil ist durch den Verdrängungswettbewerb gegen das im Herbst 1998 eingeführte Format in erhebliche Bedrängnis geraten. Dieser Verdrängungswettbewerb stellt eine entscheidende Ursache für die Schwächung der ZVB-Gruppe dar.“
An dieser Schwächung und Verdrängung arbeiteten die Brüder Fellner spätestens seit 1992, als sie mit News die Kurier-Zeitschriftenholding angriffen. Nun sollte sie die Übernahme für den Verdrängungswettbewerb belohnen. Dazu das Kartellurteil: „Ungeachtet der Frage, ob das angemeldete Zusammenschlussvorhaben zustande kommt oder nicht, ist jedenfalls nicht zu erwarten, dass der Verdrängungswettbewerb zwischen profil und Format in dieser Form fortgesetzt würde. Darüber hinaus ist in jedem Falle anzunehmen, dass es zwischen profil und Format zu einer Ausweitung des inhaltlichen Angebotsspektrums (…) kommt und die bisher bestehende Tendenz zur Homogenisierung der beiden Angebote beendet wird. Eine deutliche Differenzierung der beiden Magazine, die unterschiedliche Positionierung – voraussichtlich profil eher gesellschaftspolitisch, Format eher wirtschaftspolitisch– ist ungeachtet des Zustandekommens oder Nichtzustandekommens des Zusammenschlusses zu erwarten. (…) Da der mit profil ausgetragene Verdrängungswettbewerb aber auch für Format mit erheblichen Verlusten verbunden war, erschiene es doch – auch ohne den Zusammenschluss – ökonomisch wenig sinnvoll, ihn auf dieser Ebene weiter auszutragen. Wenn es zur Erschließung weiterer Leserschichten zweckmäßig ist, die beiden Magazine inhaltlich differenzierter zu positionieren, muss dasselbe auch gelten, wenn beide nach wie vor in einem Wettbewerbsverhältnis stehen.“
Für weniger ruinösen Wettbewerb ohne Fusion sprach damals auch eine Novelle der Exekutionsordnung. Davor klagten einander Verlage und Verleger wie Mediaprint und Kurt Falk oder wie Mediaprint und Verlagsgruppe News reihenweise und wechselseitig wegen unlauteren Wettbewerbs etwa mit Abogeschenken, Gewinnspielen oder anderen Werbemaßnahmen. Wenn die jeweiligen Strafsummen bis weit in zwei- und dreistellige (Schilling-)Millionenhöhen gestiegen waren, verglichen sich die streitenden Verlage, rechneten die angelaufenen Summen gegeneinander auf und mussten so nur noch die Gerichts- und Anwaltskosten berappen. Dieser Abtausch funktionierte nun nicht mehr, die Verlage mussten seit 30. September 2000 zahlen, und zwar seither empfindlich höhere Strafen. Der Höchstsatz stieg damals von weniger als 6000 Euro auf bis zu 100.000 Euro.
Im Kartellurteil hieß es: „Auch ohne Durchführung dieses Zusammenschlusses ist daher sowohl der ZVB als auch der News-Gruppe in der Frage der für sie auch äußerst kostspieligen Wettbewerbsverstöße ein ebensolches vernünftiges Verhalten zuzusinnen. Die Notwendigkeit des Zusammenschlusses zur Beendigung des Verdrängungswettbewerbes, zur Beendigung des Preiskampfes, zur inhaltlichen Neupositionierung und Qualitätssteigerung von profil und Format konnte daher nicht festgestellt werden.“
Wer will „profil“ alleine führen? Das Kartellurteil wusste die Antwort: „Dass letztendlich nicht festgestellt werden konnte, dass sich für profil kein anderer Käufer zur Weiterführung gefunden hätte, ergibt sich aufgrund des Umstandes, dass im Rahmen dieses Kartellverfahrens drei Bewerber Kaufinteresse angemeldet haben.“
Das waren der Sportmagazin Verlag in seinem und auch gleich im Namen seines damaligen 51-Prozent-Gesellschafters Springer. Die Formil-Anwälte stellten das anders dar: Sportmagazin-Chef Herbert Pinzolits habe im April 2000 beim damaligen Kurier-Manager Hans Georg Otto angefragt, sich dann aber nicht mehr gemeldet; sondern erst am 19. Dezember 2000, als die Kartellrichter schon die Formil-Fusion berieten. Und da habe Pinzolits eine Zusammenarbeit vorgeschlagen, „nicht etwa Erwerbsabsicht“ gezeigt. Das Kartellgericht fand diesen Interessenten dennoch erwähnenswert und zitierte das Gegenargument des Sportmagazin Verlags, dass die Verkaufsabsichten der ZVB so überraschend kamen wie die Pläne für Formil. 2002 trennte sich Springer, nur drei Jahre nach seinem Einstieg, wieder von den 51 Prozent am Sportmagazin Verlag. Offizielle Begründung: Die Formil-Fusion habe eine derart hohe Konzentration im Magazinmarkt beschert, dass der deutsche Konzern keine Wachstumsperspektiven in Österreich sehe.
Im November 2000 hatte auch Styria-Chef Horst Pirker Kaufinteresse vor dem sogenannten Paritätischen Ausschuss bekundet. Dieses Gremium von Sozialpartnern recherchierte damals im Vorfeld des eigentlichen Verfahrens für das Kartellgericht. Die Styria Medien AG (Kleine Zeitung, Die Presse) würde profil und trend kaufen, erklärte Pirker dort.
Auch Standard-Herausgeber Oscar Bronner hatte laut Urteil „ausdrücklich erklärt“, er würde profil und trend weiterführen, die er 30 Jahre zuvor gegründet und später der Kurier-Gruppe verkauft hatte. Schon 1997 und 1998 sei sein Kaufwunsch beim Kurier abgeblitzt. Die Formil-Anwälte erklärten das damit, dass Bronner den Kauf der Raiffeisen (und WAZ) gehörenden Zeitschriftengruppe um profil mit Raiffeisen-Krediten finanzieren wollte. Und das in Zeiten deftiger Defizite des Standard.
Laut Bronner wollte 2001 mit ihm der Süddeutsche Verlag einsteigen, der am Standard 49 Prozent hielt. Kurier und News legten dazu einen Brief des damaligen Geschäftsführers des Süddeutschen Verlags vor, der besagte: Einstieg nur, wenn er angemessene Rendite verspricht. Darüber lägen aber keine Daten vor, also könnte auch keine Investitionsrechnung angestellt und damit kein seriöses Gebot für einen Kaufpreis gemacht werden. Das Kartellgericht schrieb dazu: „Ein striktes Dementi der Erklärungen Bronners kann darin – im Gegensatz zur Auffassung der Anmelder – nicht erblickt werden.“ 2000 hatte der Süddeutsche Verlag die Mehrheit am Wiener Wirtschaftsverlag übernommen, der auf Fachzeitschriften spezialisiert ist.
Das Kartellurteil fasste zusammen: „Die Seriosität all dieser Interessenbekundungen kann mangels Konkretisierung nicht beurteilt werden. Insgesamt erlauben die widersprüchlichen Verfahrensergebnisse keine Feststellung etwa in der Richtung, dass profil im Falle der Nichtgenehmigung des Zusammenschlusses in jedem Falle eingestellt werden müsste und die Einstellung nur durch diesen Zusammenschluss als einziges Mittel verhindert werden könnte. (…) So ist das Kartellgericht nicht davon überzeugt, dass eine Weiterführung von profil, und sei es durch Veräußerung an einen Dritten, ausgeschlossen ist.“
Was passiert nach einer Einstellung von „profil“? Dass Format eingestellt werden könnte, war damals seltsamerweise kein Thema. Das Kartellgericht über diese Möglichkeit bei profil: „Zum anderen wird offenbar zwingend (von den Formil-Planern und ihren Gutachtern, Anm.) angenommen, dass die Marktanteile des profil im Falle seiner Einstellung automatisch den auf dem Markt verbleibenden Mitbewerbern der News-Gruppe zuwachsen würden. Tatsächlich würde aber eine solche Entwicklung die Marktzutrittschancen eines neuen Mitbewerbers erhöhen oder die Marktposition von Mitbewerbern auf unmittelbar benachbarten Märkten, z.B. Falter, stärken, also eine Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen im kartellrechtlichen Sinn bewirken.“ Und weiter: „Durch profil, Format und News wird der Bedarf nach Nachrichtenmagazinen in Österreich weitgehend abgedeckt; der Markt ist besetzt, wobei es im Wesentlichen keinen Unterschied macht, ob zwischen diesen Magazinen ein Konkurrenzverhältnis besteht oder nicht. In jedem Fall sind die Chancen für einen Marktzutritt eines neuen Mitbewerbers bei Nachrichtenmagazinen extrem niedrig.“
Der Zwischenstand: Es gäbe also drei Käufer für profil. Griffen die nicht zu, wäre es auch ohne Fusion sinnvoll, den ruinösen Wettbewerb zwischen den beiden Magazinverlagen zurückzufahren. Und selbst wenn profil eingestellt würde, eröffnete das Chancen für eine Neugründung in diesem Markt. Fusionierten die beiden Magazingruppen hingegen, dann sänken diese Chancen weiter.
Arbeitsmarkt, Vertrieb Neben dem Werbemarktanteil muss das Kartellgericht auch auf andere Bereiche achten, etwa den Arbeitsmarkt: „Auch der einfache Schluss von einer Sicherung der Arbeitsplätze = mehr Arbeitsplätze = Verbesserung der Wettbewerbssituation am Arbeitsmarkt berücksichtigt die negative Seite der Verringerung der Anzahl potenzieller Arbeitgeber nicht. Dass durch den Zusammenschluss mehr Arbeitsplätze erhalten werden können, unterstellt überdies bereits die Einstellung eines der beiden Nachrichtenmagazine für den Fall der Nichtgenehmigung, ohne aber zu berücksichtigen, dass sich dadurch gleichzeitig die Marktzutrittschancen eines neuen Mediums erhöhen würden oder eine Expansion eines bisherigen Substitutionswettbewerbers zur Folge haben könnte, was auch wiederum die Schaffung neuer Arbeitsplätze für Journalisten bewirken könnte.“
20 Seiten weiter hinten widersprach sich allerdings dasselbe Urteil: „Als kartellrechtlich unproblematisch wird in sämtlichen Gutachten (soweit sie sich mit dieser Frage befassen) die Auswirkung des geplanten Zusammenschlussvorhabens auf die Beschaffungsmärkte (Papier, Druck und Vertrieb) sowie auf den Arbeitsmarkt beurteilt. Dieser Beurteilung ist zu folgen.“
Keineswegs alle Gutachten sahen die Auswirkungen auf diese Märkte „unproblematisch“: Norbert Knittler, Kartellexperte der Arbeiterkammer und damals Vorsitzender des Paritätischen Ausschusses für Kartellangelegenheiten, der im Vorfeld für das Kartellgericht Gutachten verfasste, schrieb: Würde die Fusion genehmigt, hätten es neue Mitbewerber durch die Konkurrenzklauseln der News-Gruppe „nicht leicht“, an den „harten Kern“ von deren Magazinjournalisten heranzukommen. Zudem warnte Knittler: „Unter dem Gesichtspunkt der freien Berufswahl sind die Berufsinteressen der Journalisten durch die neue Gruppe gefährdet.“ Mit der Formil-Fusion „dürfte die freie Wahl des Arbeitsplatzes für Magazinjournalisten im Inland – soferne sie in diesem Markt weiter tätig sein wollen – schwierig werden“. Der nicht eingebrachte Rekurs gegen das Kartellurteil sprach von einer „selbstverständlich marktbeherrschenden Stellung auch auf dem Arbeitsmarkt für Magazinjournalisten“ und dadurch „nicht unbeträchtlichen Nachteilen“. Selbst News-Herausgeber Alfred Worm erklärte nach der Fusion: „Journalistische Alternativen gibt es nun de facto kaum.“ Und die Jobs dort wurden nach der Fusion radikal gekürzt: 2003 kündigte die News-Gruppe einen Gutteil der Format-Redaktion.
Im Vertriebsmarkt zeitigte die Formil-Fusion entgegen der Einschätzung des Kartellurteils Folgen: Das Niederösterreichische Pressehaus verlor die Aboverwaltung der News-Gruppe um den Jahreswechsel 2002 an die Mediaprint. Anfang 2004 erklärte News-Oberboss Rudi Klausnitzer, die Magazine würden inzwischen zu je 50 Prozent von Mediaprint und Morawa vertrieben, wo zuvor Morawa am Drücker war.
Formil und die Leser Das Kartellurteil: „Die Abgrenzung des sachlich relevanten Lesermarktes ergibt, dass die News-Gruppe schon bisher eine marktbeherrschende Stellung innehatte und bei Durchführung des geplanten Zusammenschlussvorhabens diese Position noch verstärken würde.“ Wie beim Anzeigenmarkt (siehe oben) verwiesen News-Gruppe und ZVB auch bei den Leserzahlen auf möglichst viele, möglichst große Konkurrenten. Das Kartellgericht folgte ihrer Argumentation nicht: „Ganz anders ausgeprägt (als jene von profil, Format, News, Anm.) ist hingegen die Altersstruktur der Leser etwa bei der Zeitschrift (eigentlich eine Wochenzeitung, Anm.) Die Furche, die ihre höchste Reichweite in der Altersstufe der Leserschaft von über siebzig Jahren erzielt, was auch für die Ganze Woche gilt, die sich im Übrigen auch durch ihre Themenwahl und das Niveau der Berichterstattung signifikant von politischen Nachrichtenmagazinen unterscheidet.“
Ganze Woche-Gründer Kurt Falk steuerte einen originellen Beleg gegen den Versuch der Formil-Fraktion bei, seine Wochenzeitung einzurechnen. Falk hatte lange zuvor News geklagt, weil es sich „führendes Nachrichtenmagazin“ nannte. Das Fellner-Magazin beantwortete seinen Angriff wörtlich so: „Bei einer Gegenüberstellung der Medien Ganze Woche und News kann wohl kein Zweifel darin bestehen, dass News im Verhältnis zur Ganzen Woche schlechthin das Nachrichtenmagazin ist, da die Nachrichten in der Wortbedeutung in der Ganzen Woche überhaupt nicht aufscheinen.“ Vor dem Kartellgericht sah die News-Gruppe das nun ganz anders.
Als Konkurrenz, die den eigenen Marktanteil verkleinerte, führten die Anwälte von News noch Wochenendbeilagen von Tageszeitungen ins Treffen. Das Urteil wollte das nicht ganz ausschließen und gerne auch diese Supplements berücksichtigen, „sofern sich bei einem solchen Grad von Marktbeherrschung überhaupt noch Zweifel ergeben können“.
Das Kartellurteil zum Lesermarkt ließ keine Zweifel: „Der Zusammenschluss bewirkt daher auf dem Lesermarkt selbst unter Berücksichtigung aller nur denkmöglichen Substitutionsbeziehungen eine Verstärkung einer schon bisher bestehenden marktbeherrschenden Stellung (48 Prozent auf 59 Prozent).“
Die Dominanz der von der Verlagsfusion ebenfalls betroffenen Spezialzeitschriften in ihren Märkten bescherten indes laut Urteil „keinesfalls“ eine marktbeherrschende Stellung oder verstärkten sie. Auch wenn etwa tv-media die weitaus größte Fernsehillustrierte im Land ist. Der Paritätische Ausschuss der Sozialpartner nannte schon das Wirtschaftsmagazin trend „marktbeherrschend“.
„Monopolartige Beherrschung“ Das Kartellurteil: „Es ist daher als Zwischenergebnis festzuhalten, dass es durch den geplanten Zusammenschluss einerseits zu einer monopolartigen Beherrschung des Lesermarktes bezüglich politischer Nachrichtenmagazine, nicht aber zu einer Beherrschung des Anzeigenmarktes kommt, wobei unstrittig ist, dass bereits die Beherrschung eines der beiden Märkte die Untersagung des Zusammenschlusses rechtfertigen kann.“ Beim Anzeigenmarkt – siehe oben – folgte das Gericht der gewagten Darstellung von News-Gruppe und ZVB.
Die Fusion könne aber dennoch genehmigt werden, hieß es gleich darauf im Urteil, „wenn zu erwarten ist, dass durch den Zusammenschluss auch Verbesserungen der Wettbewerbsbedingungen eintreten, die die Nachteile der Marktbeherrschung überwiegen, oder der Zusammenschluss zur Erhaltung oder Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmer notwendig und volkswirtschaftlich gerechtfertigt ist“.
Das war hier nach Ansicht des Kartellgerichts aber nicht der Fall: „Was die Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen anlangt, so liegt auf der Hand, dass das Kartellgesetz damit nicht eine Verbesserung der eigenen Wettbewerbsbedingungen der am Zusammenschluss beteiligten Unternehmen meint. (…) Rationalisierungseffekte sind im Allgemeinen keine Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen; sie bewirken – im Gegenteil – häufig eine Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung. Die zur Begründung der Fusion ins Treffen geführten Preissteigerungen bei Post, Papier etc. und weiteren Belastungen treffen nämlich Mitbewerber in ebensolcher Weise.“
News- und Kurier-Gruppe begründeten ihre Fusionspläne mit erhöhten Posttarifen (bei denen gerade die News-Gruppe glimpflicher davonkam als andere), weil die Papierpreise gestiegen seien und die Werbesteuer bundesweit vereinheitlicht wurde. Bis dahin zahlte die Gemeinde Tulln einen Gutteil der eingehobenen Werbesteuer als Wirtschaftsförderung der News-Gruppe (aber auch dem Standard, den ebenfalls Goldmann in Tulln druckt) zurück. Auch angeblich wachsende Radiowerbung musste herhalten, um den Fusionsdruck zu begründen. Und eine gemeinsame Internetplattform von ORF und Zeitungen „ohne Magazine“ – die Fellners hatten sich für einen Alleingang entschieden, zudem kam die Plattform ohnehin nie zustande.
Das Kartellurteil zu all dem: „Es gibt keinerlei Anhaltspunkte, die für eine Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen auf einem Drittmarkt sprechen könnten. (…) Auch eine Notwendigkeit zur Erhaltung oder Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen liegt nicht vor. (…) Da keines der beteiligten Unternehmen die Notwendigkeit des Zusammenschlusses mit einem beabsichtigten Engagement auf ausländischen Märkten begründet hat, noch ausländische Unternehmer im Begriffe sind, auf den österreichischen Markt politischer Wochenmagazine zu drängen, ist auch dieser Aspekt nicht geeignet, das Zusammenschlussvorhaben gutzuheißen.“
Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Verlagsgruppe News mit der Fusion zu verbessern, war ein originelles Argument: Sie gehörte schon vor der Fusion zu 75 Prozent der Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr, dem größten Magazinverlag Europas, einem der größten der Welt mit Engagements bis nach China. Und am Kurier, der sich per Magazinfusion an der News-Gruppe beteiligen wollte, hielt die deutsche WAZ-Gruppe fast 50 Prozent. Der Essener Konzern ist einer der größten deutschen Zeitungsverlage und in Südosteuropa hoch aktiv.
Formil und die Medienvielfalt Nach dem ungehinderten Zusammenschluss von Krone und Kurier zur Mediaprint anno 1988 beschlossen SPÖ und ÖVP ein Kartellrecht, das seit 1993 für Medienfusionen strengere Auflagen vorsah. Daran erinnerte das Kartellurteil: „Gemäß Paragraf 42c Absatz 5 Kartellgesetz ist ein Medienzusammenschluss auch dann zu untersagen, wenn zu erwarten ist, dass durch den Zusammenschluss die Medienvielfalt beeinträchtigt wird.“
Das Kartellurteil zitierte die Wiener Medienkartellexpertin Karin Wessely über die Ziele des Gesetzgebers: „Auffällig sei die stete Erwähnung der Eigentümerstruktur im Zusammenhang mit Fragen der Medienvielfalt. Innenpluralismus allein werde nicht als ausreichend angesehen.“
Vielfalt der Eigentümer förderte die Formil-Fusion jedenfalls nicht. Aber das Kartellurteil griff hier wieder zurück auf den Lesermarkt, womit „bereits durch das Erreichen einer monopolartigen Stellung auf dem Lesermarkt ein ausreichender Untersagungsgrund für den Zusammenschluss hinsichtlich der mit Herausgabe und Vertrieb des Magazins profil befassten Unternehmen vorliegt“.
Wer diesen Markt beherrsche, könne seine Position auch missbrauchen, schrieb das Gericht weiter. Auf dem Lesermarkt wolle es aber „diese Gefahren nicht überbewerten“, denn Konsumentenschutzgesetz und Wettbewerbsrecht schützten die Leser ohnehin. Der fusionierte Konzern könne seine Position ohnehin nur mit überhöhten Preisen oder minderer Qualität missbrauchen. Und weil politische Nachrichtenmagazine „keine lebensnotwendig unverzichtbaren Güter sind“, würden die Konsumenten die Hefte bei solchem Missbrauch eben nicht mehr kaufen.
Und Konkurrenten bleibe ja das Kartellgesetz, wenn sie einen Missbrauch der Marktposition bekämpfen wollten, oder das Wettbewerbsrecht. Also fand das Kartellurteil: „Die rein ökonomischen Aspekte einer Beherrschung des Lesermarktes erscheinen daher in ihren praktischen Auswirkungen erträglich.“
Allein: „Äußerst bedrohlich ist aber eine Beherrschung des Lesermarktes im Zusammenhang mit dem Postulat des Erhaltes der Medien- beziehungsweise Meinungsvielfalt, die durch die Zusage der Weiterführung auch bei Aufrechterhaltung einer selbstständigen Redaktion nicht beseitigt wird. Auch die explizite Zusicherung der Selbstständigkeit der Redaktion kann die Nichteinflussnahme nicht dauerhaft gewährleisten.“ Das war ein Schlüsselsatz auf Seite 67, also schon kurz vor der Schlussfolgerung, die diesem Satz entschieden widerspricht.
Das Kartellgericht schilderte auch die drohenden Auswirkungen auf die Medienvielfalt, die sich mit Zusagen über Weiterführung und Selbstständigkeit „nicht dauerhaft gewährleisten“ lasse: „Bei kollidierenden Interessen wird sich letztlich doch das Eigentümerinteresse durchsetzen. Die unternehmerische Zusammenfassung der Verlagsfunktionen und die Ausschaltung des Wettbewerbs zwischen den verschiedenen Blättern des Verlags sind ja die eigentlichen Ziele der Verlagskonzentration und die Voraussetzung dafür, dass der Zusammenschluss wirtschaftlich sinnvoll ist. Sollten sich daraus Konflikte mit redaktionellen Belangen ergeben, wird es auch in diesem Bereich zu Einflussnahmen kommen, da auf Dauer nicht damit gerechnet werden kann, dass der publizistischen Vielfalt der Vorrang vor der Wirtschaftlichkeit eingeräumt wird.“
Das Kartellurteil betonte erneut, warum Auflagen für die Selbstständigkeit der Redaktion nichts brächten: „Einer Selbstständigkeitsgarantie für die Redaktion kann vom Eigentümer letztlich die wirtschaftliche Grundlage entzogen werden.“ Also wenn profil in eine Redaktionsgesellschaft ausgegliedert würde, die weiterhin dem Kurier gehörte, aber ihre Betriebsmittel von der Verlagsgruppe News bekäme, die Anzeigengeschäft, Vertrieb und Marketing für sie übernimmt.
Das Kartellgericht verwies auf noch schlimmere Einschränkung der Medienvielfalt durch eine Fusion: „Die Annahme ist naheliegend, dass es bei dem durch den Zusammenschluss herbeigeführten Ausmaß der Verflechtung in zunehmend weniger Medien, und zwar einschließlich der Tageszeitungen Neue Kronen Zeitung und Kurier, zu kritischer Berichterstattung kommt, wenn die wirtschaftlichen Interessen auch nur einer der Muttergesellschaften berührt werden. Es ist sogar – im Gegenteil – mit einem wechselseitigen Fördern zu rechnen, und zwar nicht nur durch verstärkte wechselseitige innerhalb der Verlagsgruppen weitgehend kostenlose Eigenwerbungen beziehungsweise Verlagsgegengeschäfte im Anzeigenbereich, sondern auch im redaktionellen Bereich.“
Die fusionswilligen Konzerne verneinten diese Gefahr naturgemäß, das Kartellurteil zitiert sie so: „Mit der Mediaprint stünde der Zusammenschlussvertrag in keiner gesellschaftsrechtlichen oder kartellrechtlichen Verbindung.“ Aber das Kartellurteil blieb dabei: „Diese Effekte sind überdies durchaus geeignet, auch auf dem benachbarten Markt der Tageszeitungen indirekt die bereits bestehende marktbeherrschende Stellung der Mediaprint-Produkte Neue Kronen Zeitung und Kurier weiter zu verstärken.“
Viele Gründe für ein Verbot Bevor wir die Entscheidung der Kartellrichter zitieren, vor der erstmals in der Begründung des Kartellurteils eine Leerzeile zwei Absätze trennt, fassen wir noch einmal kurz zusammen: Im Anzeigenmarkt folgte das Gericht den gewagten Interpretationen von News-Gruppe und ZVB weitgehend und glaubte ihnen (zu Unrecht), dass sie den Markt nicht beherrschten. Aber sie beherrschten den Lesermarkt, und das reichte schon für ein Verbot. Diese Marktposition sei allerdings nicht ganz so schlimm, weil die Österreicher Nachrichtenmagazine ja nicht kaufen müssten. Aber diese Dominanz auf dem Lesermarkt gefährde die – vom Kartellgesetz besonders geforderte – Medienvielfalt. Und die Fusion könne die marktbeherrschende Stellung der Mediaprint „weiter verstärken“. Auflagen, um die Selbstständigkeit einer übernommenen Redaktion zu gewährleisten, waren für das Kartellgericht mehr als fragwürdig.
Der Segen zur Fusion
Die Einleitung der Schlussfolgerungen führt ein wenig in die Irre: „Eine bedingungslose Genehmigung des angemeldeten Zusammenschlussvorhabens ist daher zumindest hinsichtlich des Nachrichtenmagazins profil nicht möglich.“ Das hinderte das Kartellgericht aber nicht, die Fusion zu genehmigen. Die Verlagsgruppe News mit News, tv-media, Format und e-media durfte die Kurier-Magazingruppe mit profil, trend, autorevue, Rennbahn-Express, Bühne, Gusto, Golfrevue, Yachtrevue schlucken.
Das Kartellgericht erteilte dafür Auflagen, die es ein paar Seiten davor noch als sinnlos abgetan hatte: profil blieb als Redaktionsgesellschaft Eigentum des Kurier-Konzerns, der musste es zumindest bis Ende 2005 weiterführen. Anzeigengeschäft, Vertriebsorganisation, Marketing von profil – also alle verlagswirtschaftlichen Aufgaben – übernahm die News-Gruppe auch für dieses Heft. Wollen Kurier und News-Gruppe das Magazin nach dem 31. Dezember 2005 einstellen, müssten sie zuerst versuchen, es zu verkaufen, und nachweisen, dass „ernsthafte Verkaufsbemühungen erfolglos geblieben sind“. „Diese Auflage“ sei dummerweise „nicht unmittelbar durchsetzbar“, räumte das Kartellurteil ein, verwies aber immerhin auf mögliche Strafen von bis zu zehn Millionen Schilling, also rund 730.000 Euro. Würde die Auflage nicht eingehalten, würden auch die Fusionsverträge
„zivilrechtlich nichtig“.
profil gedieh in der Verlagsgruppe News ohnehin prächtig, das noch lange danach schwächelnde Format genoss keinen Schutz eines Kartellgerichts.
Wie begründete das Kartellgericht seine – nach den eigenen Gegenargumenten doch etwas überraschende – Entscheidung? „Die Sicherung der Weiterführung eines bestehenden politischen Nachrichtenmagazins durch Schaffung der entsprechenden ökonomischen Grundlagen ist unter größtmöglicher Absicherung seiner redaktionellen Unabhängigkeit anzustreben.“
Im selben Kartellurteil stand ein paar Seiten davor, der „Selbstständigkeitsgarantie für die Redaktion kann vom Eigentümer letztlich die wirtschaftliche Grundlage entzogen werden“? Die Redaktionsgesellschaft des profil war wirtschaftlich abhängig vom News-Konzern, als würde sie ihm gehören.
Das Kartellgericht hatte das offenbar blitzschnell vergessen: „Verstärkt wird die größtmögliche Absicherung der redaktionellen Unabhängigkeit von profil über den Verbleib der die Redaktion betreffenden Gesellschaftsanteile bei den bisherigen Eigentümern hinaus durch die weitere Auflage der verbindlichen Anwendung von Punkt V des Kurier-Redakteursstatuts, das der Redakteursversammlung weitgehende Mitspracherechte bei der Bestellung des Chefredakteurs garantiert.“ Das Redaktionsstatut hätte auch ohne diese Konstruktion weiter gegolten, dafür gibt es Statuten ja zumindest auch.
Aber das Kartellurteil jubelte über die „größtmögliche redaktionelle Unabhängigkeit“ für profil: „Dem trägt die gefundene Lösung, nämlich einerseits vollständiger Verbleib des redaktionellen Teiles des Magazins profil in den Händen der bisherigen Eigentümer unter gleichzeitiger Ermöglichung der Nutzung der angestrebten Synergieeffekte in den Bereichen der Papierbeschaffung, des Druckes und des Vertriebes jedenfalls eher Rechnung als eine Untersagung des Zusammenschlusses.“
Ein paar Seiten davor stand im selben Kartellurteil, dass „Rationalisierungseffekte im Allgemeinen keine Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen“ brächten: „Sie bewirken – im Gegenteil – häufig eine Verstärkung der marktbeherrschenden Stellung.“ Und: „Die zur Begründung der Fusion ins Treffen geführten Preissteigerungen bei Post, Papier etc. und weiteren Belastungen treffen nämlich Mitbewerber in ebensolcher Weise.“ Nun aber begründete das Kartellurteil mit diesen – gerade noch irrelevanten – Auswirkungen seinen Segen für den Zusammenschluss.
Der gerade noch so bescheiden kleingerechnete Magazinriese jubelte kurz darauf im ersten gemeinsamen Folder der weitergewachsenen „neuen Verlagsgruppe News“: „zwölf Magazine – sechs Millionen Kontakte“. News war mit einem Mal wieder ganz laut und groß das „erfolgreichste Nachrichtenmagazin Österreichs“ und profil – nicht ohne Hohn – „Österreichs unabhängiges Nachrichtenmagazin“ mit „sensationellen Reichweiten“.
Kämmerer gegen Richterin
Kartellrichterin Regine Jesionek verwies auf das „Beratungsgeheimnis“, wenn man sie fragte, wie es zu diesem seltsamen, widersprüchlichen Urteil kommen konnte. Sie könne die Frage „leider“ nicht beantworten, ob die Berufsrichter sie überstimmt hatten. Der Verdacht lag nahe, dass Jesionek mit einer formulierten Ablehnung auf rund 70 Seiten in die entscheidende Sitzung ging, die Vertreter von Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer ihr aber klarmachten, dass sie damit in der Minderheit bliebe.
In einem Interview mit dem Falter, nachdem Justizminister Böhmdorfer doch auf einen Rekurs gegen das Formil-Urteil verzichtet hatte, das auch ihren Namen trug, sagte Jesionek aber: „Es wäre günstiger, wenn Berufsrichter in der Mehrheit wären.“ Hatten die Kammern die von ihnen entsandten Laienrichter beeinflusst? „Was im Vorfeld gelaufen ist, weiß ich nicht.“ Sie habe aber nicht den Eindruck, dass die beiden Kämmerer in ihrem Kartellgericht „Erfüllungsgehilfen der Sozialpartner“ wären. Rein theoretisch schloss das die Erfüllung der Interessen anderer nicht aus.
Medienanwalt Michael Krüger versuchte später (vergeblich), das Formil-Verfahren neuerlich aufzurollen, indem er einem Laienrichter Befangenheit nachzuweisen suchte. Mehr dazu unter Kartell und Wettbewerb, Seite 202.
Kammer-Dissident warnte
Schon bevor das Kartellgericht seine Tätigkeit so richtig aufgenommen hatte, waren damals im Verfahren die Kammern gefragt. Der sogenannte Paritätische Ausschuss, besetzt mit Sozialpartnern, erhob Auswirkungen des geplanten Zusammenschlusses und erstellte dem Gericht ein Gutachten. Der Ausschuss war anzuhören, seine Schlüsse banden das Kartellgericht aber nicht.
Zu Formil lieferte der Ausschuss gleich zwei Gutachten, eines davon mit einem Anhang. Eines dieser „Endgutachten“ hatten sechs Mitglieder des Ausschusses unterschrieben; sie sahen die Fusion grundsätzlich positiv, äußerten aber doch noch Einwände. Praktisch restlos begeistert waren die Vertreter des ÖGB (Georg Kovarik) und der Landwirtschaftskammern (Klaus Wejwoda), sie reklamierten zwei Seiten Appendix an dieses Gutachten, in dem es hieß, der Zusammenschluss sei volkswirtschaftlich gerechtfertigt, er stärke die internationale Wettbewerbsfähigkeit und sichere Medienvielfalt „zumindest für einen mittelfristigen Zeitraum mit allen Konsequenzen“.
Der Vorsitzende des Paritätischen Ausschusses, Norbert Knittler von der Arbeiterkammer, hatte weder diese Hymne noch die etwas weniger euphorische, aber doch positive gemeinsame Stellungnahme der sechs übrigen Mitglieder unterzeichnet.
Knittler lieferte dem Gericht sein eigenes Gutachten und wich damit doch recht deutlich von der Linie seiner Arbeiterkämmerer ab, die nur zur einen oder anderen Auflage mehr rieten, teilweise eingeflüstert von den fusionswilligen Konzernen.
Über die Zusicherungen von News-Gruppe und ZVB für die Fusion schrieb Knittler noch gnädig: „Die in dieser Verpflichtungserklärung angeführten Punkte erscheinen dazu geeignet, eine im Bereich der Medienvielfalt und am Arbeitsmarkt für Journalisten möglicherweise durch einen allfällig vorgenommenen Zusammenschluss herbeigeführte Problemlage zu mildern.“
Aber: „Durch den Zusammenschluss entsteht ein Medienkonzern, der auf dem Magazinsektor (Lesermarkt und Anzeigenmarkt) marktbeherrschend und insgesamt von erheblicher politischer Macht und Einfluss sein wird. Insbesondere ist hervorzuheben, dass auf dem Markt der Nachrichtenmagazine ein hundertprozentiger Marktanteil erreicht wird. (…) Unter demokratiepolitischen Gesichtspunkten ist ein hundertprozentiger Marktanteil bei Nachrichtenmagazinen nicht vertretbar. Ebenso erscheint der künftige Einfluss auf das Anzeigengeschäft wettbewerbspolitisch als problematisch; arbeitsmarktpolitisch bedenklich ist ferner, dass den Magazinjournalisten künftig ein übermächtiger Arbeitgeber gegenübersteht. (…) Seitens der Antragsteller wird als Rechtfertigung die sogenannte Sanierungsfusion genannt. Diese wird durch die Selbstnennung dreier potenzieller Käufer infrage gestellt. (…) Die Genehmigung des Zusammenschlusses aufgrund dieser Auflagen hätte die Wirkung eines Placebos.“
Das Bild Knittlers passt nicht: Placebos wirken ja ohne Wirkstoffe. Aus dem Zusammenhang geht jedoch hervor, dass er mit der „Wirkung eines Placebos“ Wirkungslosigkeit der Auflagen meinte: „Im Ergebnis ist festzustellen, dass die wettbewerbspolitischen, volkswirtschaftlichen und demokratiepolitischen Nachteile dieses Zusammenschlusses die Vorteile – die nur aufseiten der Antragsteller liegen – überwiegen. (…) Eine Einstellung eines der beteiligten Nachrichtenmagazine wäre der bevorstehenden Marktkonzentration vorzuziehen, da in diesem Fall die Gründung eines neuen Nachrichtenmagazins wettbewerbspolitisch möglich wäre.“ Doch nicht Knittler saß für die Arbeiterkammer im Kartellgericht. Das Ergebnis – siehe oben.
Ohne Berufsrichterin Jesionek wäre es gar nicht zu dem Verfahren gekommen: „Ich habe von Anfang an Bedenken gegen die Fusion gehabt und deshalb von Amts wegen das Prüfungsverfahren eingeleitet, da die Amtsparteien untätig geblieben sind.“ Amtsparteien waren damals im Kartellverfahren Sozialpartner und die Republik, vertreten etwa durch Wirtschafts- oder Justizminister.
Richterin Jesionek: „Dass aus kartellrechtlicher Sicht erhebliche Bedenken gegen die Fusion bestehen, ist ja aus der Entscheidung zu entnehmen.“ Sie wählte – nach dem zustimmenden Formil-Urteil – die Gegenwart, hat also auch nach der Entscheidung für die Fusion Bedenken. „Das Verfahren hat ergeben, dass es einen Markt für Nachrichtenmagazine gibt, der ausschließlich von News, profil, Format determiniert wird. Das Gesetz gebietet es, einen Zusammenschluss zu untersagen, wenn eine marktbeherrschende Stellung entsteht oder verstärkt wird. Das ist hier der Fall: auf dem Lesermarkt. Es kann eine Fusion aber trotzdem genehmigt werden. Das Gesetz lässt hier einen sehr weiten Spielraum.“ Den Spielraum schöpften offenbar die Sozialpartner im Sinne der News-Gruppe und der ZVB aus.
Jesionek sagte über das Kartellgericht: „Ja, die Sozialpartner sollten nicht mehr in der Überzahl sein. Das entspricht am ehesten dem Verständnis von Gerichtsbarkeit. Es sollten weiter fachkundige Laien mitreden. Das letzte Wort sollte jedoch von Berufsrichtern gesprochen werden.“ Und: „Nach meinem Empfinden sind die Sozialpartner hier überrepräsentiert.“
1991, als ein Kartellgericht prüfte, ob zwischen Krone und Kurier ein sogenanntes Vereinbarungskartell bestünde, schrieb Peter Michael Lingens in der Wirtschaftswoche über den Einfluss der Sozialpartner: „Deshalb gab es beispielsweise in jenem Gutachten, das der Rechtsanwalt Ewald Weninger bezüglich eines Teiles der KroKuWAZ-Verträge ausarbeitete, den so dringenden Hinweis, man möge allen Einfluss bemühen, um bei den Sozialpartnern zu intervenieren.“
Falter-Redakteur Florian Klenk äußerte in dem Interview mit Richterin Jesionek den „Eindruck des Mauschelns, Absprechens“. Jesionek: „Im konkreten Fall hat es natürlich Gespräche gegeben. Bestimmte Vereinbarungen – etwa mit dem Wirtschaftsministerium – wurden getroffen. Unter diesen Voraussetzungen haben die Republik und die Arbeiterkammer auf einen Prüfungsantrag verzichtet.“ Die Wirtschaftskammer sei in diese Gespräche nicht involviert gewesen, kam laut ihrem Generalsekretär Reinhold Mitterlehner aber ohnehin nicht auf die Idee, einen Prüfantrag zu stellen. Das habe doch üblicherweise die Arbeiterkammer getan, argumentierte er. Siehe auch Kartell und Wettbewerb, Seite 202 ff., Magazine, EU.
UPDATE
Die Kosten der Marketingschlacht Format gegen profil
Wieviel Geld kostete die “Mutter allen Schlachtens” von Format gegen profil 1998 bis zur Formil-Fusion 2000/1 profil-Herausgeber Christian Rainer erwähnt im spannenden Zwiegespräch mit Christian Ortner (Gründungsherausgeber von Format) im Branchenmagazin Bestseller (10/2008) “sieben Millionen jährlich, die über mehrere Jahre jeweils in die beiden Objekte gesteckt wurden”. Die seien: “Im Vergleich zu den im Hintergrund stehenden Eigentümern natürlich Peanuts.”
UPDATE 31. Mai 2011: Matthias Schönwandt muss nach nur drei Monaten die Führung der News-Gruppe wieder abgeben. Er verstieß mit dem – intern dokumentieren – Plan, dem Wiener Bühnenverein einige iPads zu sponsern, gegen Compliance-Regeln von News-Mehrheitseigentümer Gruner+Jahr.
UPDATE Die Eigentümer der News-Gruppe einigen sich nicht mit Oliver Voigt über die Konditionen für seine Vertragsverlängerung über Jahresende 2010 hinaus. Nachfolger wird der Hamburger Matthias Schönwandt, zuletzt Geschäftsführer des Bertelsmann-Programmdienstleisters RTV um das gleichnamige deutsche TV-Supplement, ein Vertrauter von Gruner+Jahr-Auslandsvorstand Torsten-Jörn Klein.
Schönwandts CV im Überblick:
| ab 15. Februar – 31. Mai 2011 | Vorsitzender Geschäftsführung Verlagsgruppe News |
| 2002-2010 | Geschäftsführer RTV (Programmsupplement, Bertelsmann) |
| Mai 1999-April 2002 | Mitglied der Verlagsleitung Berliner Zeitung/Berliner Kurier |
| 1997-1999 | Anzeigenleiter der Fachzeitschrift fvw |
| 1994-1997 | stellv. Anzeigenleiter Hamburger Morgenpost |
| 1993-1994 | Objekt- u. Anzeigenleiter G + J Anzeigenzeitungen |
| 1992 | Trainee Unternehmensbereich Zeitungen Gruner + Jahr |
| 1990-1991 | Assistent der Vertriebsleitung Hamburger Morgenpost |
UPDATE Mit Ende Jänner 2011 übernimmt die Styria Media Group die Magazinholding Styria Multi Media (Wienerin, Diva, miss, Sportmagazin, Sportwoche, Motorradmagazin, Wiener) ganz. Herbert Pinzolits, mit dessen Sportmagazin Verlag die Zeitschriftengruppe 2007 fusionierte, gibt seine letzten 24 Prozent ab. Die Styria Multi Media ist – mit deutlichem Abstand von der Verlagsgruppe News – Österreichs zweitgrößte Magazinholding.
UPDATE Die Styria Media Group übernimmt laut am 2. November 2010 unterzeichneter Vereinbarung auch die übrigen 50 Prozent der niederländischen Post TNT an Redmail. Der Zustelldienst gehört damit künftig alleine der Styria.
UPDATE Am 14. September 2010 bestätigt Styria-Vorstandschef und -Motor Horst Pirker, er verlässt den Medienriesen um die Kleine Zeitung mit 30. September. Hintergrund: Machtkampf mit den Eigentümervertretern, ein “getriebener” Macher gegen einen etwas weniger schnellen und expansiven Aufsichtsrat. Seine Vorstandskollegen Klaus Schweighofer und Wolfgang Bretschko führen das Haus weiter.
UPDATE Die Moser Holding bläst die geplante Fusion mit der Styria Medien AG am 16. Dezember 2009 wieder ab. Kolportiert und von den Mosers dementiert: Hohe Verbindlichkeiten der Tiroler hätten ihren Anteil auf zehn oder weniger Prozent reduziert, weshalb sie die Fusion abgeblasen hätten. Variante 2: Die Styria-Bosse hätten versucht, die Vereinbarungen über überproportionale Mitbestimmungsrechte der Mosers im gemeinsamen Konzern Schritt für Schritt aufzuweichen und zu hinterfragen.
UPDATE Am 17. August 2009 beantragen Styria und Moser bei der Bundeswettbewerbsbehörde: Sie wollen ihre regionalen Medienaktivitäten (insbesondere Kleine Zeitung, Antennen Steiermark und Kärnten und_Tiroler Tageszeitung_, TT kompakt, TT am Sonntag, regionale Wochenzeitungen) zusammenlegen. Die Moser Holding soll praktisch in dem Gemeinschaftsunternehmen aufgehen, die Erben des Gründers sollten künftig 27 Prozent halten. Für Raiffeisen Oberösterreich, an der Moser Holding seit 2008 mit knapp 15 Prozent beteiligt, waren 5 Prozent an dem Regionalriesen vorgesehen. Die Moser Holding meldete für 2008 221 Millionen Euro, die Styria 486 Millionen, davon 136 im Ausland. Ergibt insgesamt gut 707 Millionen, davon ansehnliche 571 Millionen Euro innerhalb Österreichs Grenzen. Die Mediaprint meldete 485 Millionen.
UPDATE Styria Media Group AG nennt sich die Styria Medien AG ab 2009.
UPDATE Die Bundeswettbewerbsbehörde verzichtet am 11. Februar 2009 auf eine Prüfung der Übernahme der Wiener Bezirkszeitung (bz) durch den gemeinsamen Gratiszeitungsring von Styria und Moser Holding.
UPDATE Am 17. Dezember 2008 genehmigt das Kartellobergericht den Zusammenschluss der Gratiszeitungen von Moser Holding AG (Bezirksblätter, Oberösterreichische Rundschau) und Styria Media Group (Woche für Steiermark und Kärnten). Das Kartellgericht stimmte schon am 15. September 2008 zu, die Bundeswettbewerbsbehörde legte dagegen aber Rekurs ein. Styria und Moser halten je 50 Prozent an dem Gratis-Joint-Venture, dem sie bald auch die Wiener Bezirkszeitung (bz) einverleiben.
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UPDATES
1. März 2012 ProSiebenSat.1 kündigt den Kauf von Austria 9 an – soll künftig mit Puls 4 und Frauensender des Konzerns (Sixx) zusammenspielen.
Josef Andorfer und seine Andmann Holding, beide mit Sitz in Baar/Schweiz haben – Stand Oktober 2010 – alle Anteile an Austria 9 übernommen.
Seit dem Start am 12. Dezember 2007 ging es munter hin und her mit den Beteiligungen und Beteiligten: Im Oktober 2009 meldet der “Kontakter”, der deutsche Verlagsriese Burda (Bunte, Focus; konkret: die Hubert Burda Media) hat seine Anteile am österreichweiten Privatsender Austria 9 seit Sendestart von 51 anfangs auf 87,2 Prozent aufgestockt. Mit der Kapitalerhöhung ist offenbar voerst Schluss mit Kohle aus Deutschland, schreibt der Branchendienst. Burda wolle nicht mehr investieren, der Sender suche einen Investor, könne Anlaufverluste krisenbedingt nicht ausgleichen. Die Rede sei von fehlenden 7 Millionen Euro.
Im Dezember 2009 steigt Burda aus, und mit ihm die übrigen Gesellschafter bis auf zwei: Geschäftsführer Conrad Heberling, früher Josef Andorfers Presse- und Marketingmann bei RTL II, stockt seine Beteiligung auf 51,5 Prozent auf, Andorfers Andmann Holding auf 48,5.
Im Oktober 2010 hat Heberling seine Anteile laut Firmenbuch Andorfer abgegeben, er scheint nun nur noch als Prokurist auf, Andorfer als Geschäftsführer.
UPDATE Am 11. November 2010 wählt der Stiftungsrat des ORF Elmar Oberhauser als Infodirektor ab. Dafür stimmen 15 SP-Stiftungsräte, ein Grüner und zwei unabhängige Betriebsräte. Zwei FP, eine BZÖ, eine ÖVP und zwei Unabhängige enthalten sich. Elf ÖVP stimmen gegen die Ablöse. ORF-General Alexander Wrabetz übernimmt die Agenden in Zusammenarbeit mit Hauptabteilungsleitern und anderen Direktoren mit.
UPDATE ORF-General Alexander Wrabetz beurlaubt Infodirektor Elmar Oberhauser am 22. Oktober 2010 mit sofortiger Wirkung. Anlass: Oberhauser protestierte scharf in einem (nicht lange) internen Mail gegen die Bestellung Fritz Dittlbachers zum TV-Chefredakteur gegen seinen Vorschlag Armin Wolf. Oberhauser nennt das eine “unzulässige Einmischung”, diesfalls der SPÖ. Wrabetz wirft ihm “öffentliche Beschädigung der Glaubwürdigkeit der ORF-Information vor”.
OBERHAUSER IM BUCH (Stand: 2008)
Ab 1. Jänner 2007 TV-Informationsdirektor des ORF. Dem Genussnetworker werden seit Jahren Ambitionen auf den Generalsjob im ORF nachgesagt. 2006 betätigte er sich immerhin als Architekt der Regenbogenkoalition, die schließlich Alexander Wrabetz an die Spitze des Küniglbergs hievte. Mehr dazu unter ORF („ORF und Politik“, Seite 348).
Schlüsselfigur ist Susanne Riess-Passer, frühere Vizekanzlerin in der schwarzblauen Koalition und heute Wüstenrot-Chefin. Mit der feierte Oberhauser gerne Geburtstag, seinen am 2. Jänner und jenen Riess-Passers am 3. Jänner, etwa 2001 in Lech am Arlberg. „Bis ins Grab stören wird“ Oberhauser, dass er als FPÖ-Mann galt (inzwischen eher als Kumpel vor allem von Peter Westenthaler, BZÖ), vertraute er profil später an: „Ich gehöre zu keiner Partei und werde nie zu einer Partei gehören.“ Oberhauser-Fans wie Langzeitgeneral Gerd Bacher weisen spätere BZÖ-Nähe zurück.Oberhauser sei „unabhängig selbst seinen besten Freunden gegenüber“, sagte Bacher, der von „Schreiduellen“ mit Westenthaler zu wissen glaubt. Oberhauser definierte sich in den 1990ern als ZiB 2-Chef einmal so: „Wer nicht einsieht, dass ich mich beruflich mit niemandem verhabere, mit dem kann i eben nimmer saufen gehen.“ Und über sein Temperament: „Wenn jemand so a Häferl ist wie i, muss man sich unter Kontrolle haben.“ Den Eindruck erweckt er nicht immer.
Sagen wir so: Oberhauser hat Kontakte wenn nicht zu allen, so jedenfalls zu den meisten Fraktionen. Am wenigsten offenkundig zur ÖVP. Spätestens, seit er die Koalition im Stiftungsrat gegen die ÖVP vorbereitete und dadurch Infodirektor wurde,
steht er unter schwarzem Beschuss. Im März 2008 verließ er etwa wegen Kritik bürgerlicher Publikumsräte einfach deren Sitzung.
Oberhauser networkt vornehmlich abends, etwa in seinem verlängerten Wohnzimmer Do & Co am Stephansplatz, wohin er auch die sonntägliche Diskussionssendung „Im Zentrum“ 2007 trotz widriger Ton- und Bildsituation und beachtlicher Mehrkosten gegenüber dem Küniglberg verlegen ließ. Am Abend der Sportweihnachtsfeier 2007, stets ein gewaltiger Promi-Event, wurde ORF-intern von einem weit in die Nacht dauernden Hintergrundgespräch mit dem damaligen Bundeskanzler und SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer in Oberhausers Büro berichtet, bei dem russische Getränke eine Rolle gespielt hätten.
Oberhauser recherchiert häufig abends und bohrt da wohl ähnlich hartnäckig nach, wie er es weiland als Chef und Moderator der „ZiB 2“ getan hat, auch in der Wiener Innenstadt. Legendäre Anekdote zur Konsequenz des Vorarlbergers: Als ihn der Türsteher des Casino Wien des späten Abends abwies, weil er Jeans trug, ließ er mitten auf der Kärntner Straße die Hosen herunter. Das ist in der City kein Einzelfall.
Missgünstige ORF-Mitarbeiter missen – nach anfänglichem Intensiveinsatz als Infodirektor – Oberhausers Präsenz auf dem Küniglberg wie weiland als Sportchef. Abendliche Recherchen wirken sich vielleicht auf den Arbeitstag aus.
Oberhausers Karriere: Der Vorarlberger (und ehemalige Landesjugendmeister im Schießen) werkte nach der Matura als Volks- und Hauptschullehrer. 1971 begann er in der Sportredaktion des ORF-Landesstudios Vorarlberg, wechselte dort in die Information, später zum Aktuellen Dienst Fernsehen nach Wien. Von 1987 bis 1991 leitete Oberhauser die Bundesländerredaktion im ORF. 1989 übernahm er die Sendungsverantwortung für die „ZiB 2“, die er auch moderierte. Markenzeichen: bärbeißige Interviews, in denen er mit „Das war nicht meine Frage“ ausweichende Politiker nervte. Insbesondere solche der SPÖ. Sozialdemokrat Gerhard Zeiler wurde im Herbst 1994 ORF-Chef und versetzte Oberhauser mit 1. Jänner 1995 als Hauptabteilungsleiter in den Sport, wo er Politiker kaum stören konnte. Zwischendurch durfte er immerhin „Runde Tische“, Wahlkonfrontationen und Sonntagabenddebatten leiten, allerdings unter Monika Lindner, entgegen Ankündigungen, selten bis gar nicht mehr. Das dürfte freilich nicht seine Hauptmotivation für die Koalition gegen Lindner gewesen sein: Rasch verlor Oberhauser als Infodirektor die Lust, selbst „Im Zentrum“ zu moderieren. Aber ihm drohte bei einer zweiten Amtszeit Lindners die Pensionierung, die ausführliche Recherchetätigkeit erschwert hätte. Siehe auch Gagen, Bundesland heute.
Februar 2013 Reinhold Gmeinbauer (Ex-Presse) und Horst Pirker (Saubermacher AG, davor Styria und Red Bull Media House) starten ihre Magazinholding Medecco: Sie übernehmen die Architektursparte des Springer Verlags (Architektur aktuell, Kunst und Kirche, Bücher), das Kunstmagazin Parnass und das politische Monatsmagazin Datum (zu 50 Prozent).
UPDATE 31. Dezember 2011: Horst Pirker gibt die Führung des Red Bull Media House mit Jahresende ab, nach eigenen Angaben aus familiären Gründen. Erst seit März 2011 führte er die Medien von Dietrich Mateschitz, er entwickelte eine Medienstrategie für Red Bull TV, Bulletin, Redbull.com sowie Servus TV samt Magazin, das sich auf Süddeutschland und Österreich konzentrieren soll. Intern wurde der Abgang am 14. Dezember 2011 kommuniziert.
UPDATE Horst Pirker, seit 1984 bei der Styria, seit 1999 Vorstandschef und Motor der Expansion des Grazer Medienhauses, gibt am 14. September 2010 bekannt: Er verlässt die Styria mit 30. September 2010. Hintergrund: Machtkampf mit dem Aufsichtsrat, offenbar auch zu weiteren Expansionsplänen. Die Vorstandsmitglieder Klaus Schweighofer und Wolfgang Bretschko führen das Haus vorerst zu zweit.
UPDATE: .
PIRKER IM LEXIKON (Stand 2008 mit kleinen Adaptionen)
Vorstandschef der Styria Medien AG seit 1999. Pirker übernahm, kaufte und gründete in Österreich, Kroatien, Slowenien, Norditalien, arbeitet mit Auslandsvorstand Klaus Schweighofer an Serbien, Montenegro und weiteren Auslandsengagements. Pirker investierte massiv in die Neupositionierung der Presse, kaufte dazu das Wirtschaftsblatt und die Magazinholding ET Multimedia, heute Styria Multi Media, die den Sportmagazin Verlag schluckte.
Pirker beschäftigt sich intensiv mit der Zukunft der Medien, predigt seit den 1990er-Jahren, dass es auf die Inhalte, nicht auf das Trägermedium ankomme, also nicht darauf, ob Zeitungen wie bisher auch gedruckt werden. Mehr unter Styria.
Der gebürtige Kärntner belebt zudem Podiumsdiskussionen mit harten Analysen und noch härteren Formulierungen. Kostproben, Lieblingsziel ist der ORF, gefolgt von den Fellners:
BIO Der Kärntner studierte Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre in Graz (den zweiten Doktor in Wirtschaft machte er 2007, siehe Styria). Er begann 1984 als Assistent der Verlagsleitung der Kleinen Zeitung in Klagenfurt, das Bundesland nahm sich die Krone seit 1983 vor. 1986 Verlagsleitung der Kleinen in Klagenfurt. 1992 wurde er Verlagsdirektor des Zeitungsverlags Styria in Graz (bis 1996), 1995 Geschäftsführer des Medienhauses Carinthia (Funktion bis 1998).
Das Angebot, Standard-Geschäftsführer zu werden, nahm er nicht an. 1997 kam er in den Vorstand der Styria Medien AG, dem er seit 1999 vorsteht. Der Aufsichtsrat verlängerte seinen Vertrag 2006 vorzeitig von 2009 auf 2011. Im September 2010 haut Pirker den Hut drauf.
2004 sprach er gegenüber dem Autor von seinen letzten fünf Jahren als Vorstandschef der Styria. Danach wolle er selbst Unternehmer werden und sich an einer Firma beteiligen. Ein Unternehmen zu sanieren, schwebe ihm etwa vor. Oder er gehe an die Uni, sagte er damals.
Pirker war bis 2010 gewählter Präsident des österreichischen Zeitungsverbandes VÖZ, zudem Präsident der internationalen Zeitungstechnologieorganisation Ifra. Hätte er seinen Styria-Job nicht aufgegeben, hätte ihn der inzwischen vereinigte Weltverband der Zeitungen (Ifra-WAN) im Oktober 2010 zum Präsidenten ab 2011 gewählt.
Pirker sitzt/saß im Sparkassenrat der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG, im Aufsichtsrat der Saubermacher Dienstleistungs AG und diverser Styria-Töchter. Nicht zu vergessen bei seinem Anspruch als Intellektueller über das Wirtschaflich-Verlegerische hinaus: Pirker war auch Herausgeber der Presse.
Ab 7. September 2010 Radio-Chefredakteur des ORF. Langjähriger beruflicher Wegbegleiter von Karl Amon. Stammt aus tiefschwarzer niederösterreichischer Medienfamilie, pflegt aber lange schon ein Vertrauensverhältnis zu Josef Ostermayer (SPÖ), ab 2008 Medien-Staatssekretär von Kanzler und SP-Chef Werner Faymann.
Ströbitzers Vater Hans war lange Jahre Chefredakteur der Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN) und politischer Kommentator im ORF Niederösterreich, die APA bezeichnete den Vater als “Chefideologen” der niederösterreichischen ÖVP-“Stahlhelmfraktion”.
Ströbitzer jr. studierte Jus in Wien, arbeitete im Ressort Landespolitik und in der Schlussredaktion der St. Pöltener Regionalausgabe. Gerichtspraxis-Jahr in Wien, dann ab 1994 freier Mitarbeiter im ORF-Landesstudio Wien. Chefredakteur dort: Karl Amon. Ströbitzer arbeitet sich bis zum Chef vom Dienst hoch.
Amon wird mit Jahresbeginn 1999 Radio-Chefredakteur. Ströbitzer wechselt zu Ö3, verantwortlich für journalistische Elemente beim ORF-Popsender, schließlich Info- und Wortchef.
Amon wird 2007 TV-Chefredakteur, Ströbitzer folgt ihm als Vize, verantwortlich für die Information in ORF 2, insbesondere die “ZiB 1”. “ZiB”-Reform von 2007 mit Vidiwall für Grafiken, aber Schluss mit der zeitgleichen Durchschaltung in beide ORF-Programme.
UPDATE SP-Schlappe bei Faxwahl und ein oranger Publikumsrat
KORREKTUR ZUM BUCH
In der Aufzählung “Wer entsendet” fehlt irrtümlich die Akademie der Wissenschaften, die ein Mitglied des Publikumsrats entsenden darf. Hier die korrekte Liste (Stand: November 2009, vor einer anstehenden Änderung des ORF-Gesetzes):
Wer entsendet
Der Publikumsrat hat wie der Stiftungsrat 35 Mitglieder. Publikumsräte (je eine/einen) entsenden:
UPDATE Die Österreichische Web-Analyse ÖWA schließt die Fellner-Onlineplattform oe24.at am 4. März 2010 bis Juni 2010 aus. Begründung: Ihr Geschäftsführer habe in einem Interview die ÖWA herabgewürdigt.
UPDATE Die Österreichische Web-Analyse ÖWA schließt die Fellner-Onlineplattform oe24.at am 4. März 2010 bis Juni 2010 aus. Begründung: Ihr Geschäftsführer habe in einem Interview die ÖWA herabgewürdigt.
UPDATE Der nicht kommerzielle Community-Sender für Oberösterreich (verwandt mit Okto in Wien) startete am 22. Juni 2010 über regionales digitales Antennenfernsehen DVB-T. Betreiber sind Radio- und Kulturinitiativen, Geschäftsführer sind Otto Tremetzberger, der auch das Freie Radio Freistadt leitet, und Gabriele Kepplinger, ehemalige Leiter der Kultur- und Medieninitiative Linzer Stadtwerkstatt.
Gesellschafter der DORF TV GmbH (Stand: August 2010):
Tremetzberger über die Finanzierung: Medienförderung des Bundes, Förderung der Stadt Linz, er hoffte vor dem Start auch auf Förderung des Landes Oberösterreich.
UPDATE Russ, Grabner, Moser-Erben stellen .ch ein +++ Wem wieviele Prozent gehörten +++ Holtzbrinck war an Bord +++
Österreichs Medienwelt von A bis Z zu .ch:
Erste Gratistageszeitung der Schweiz, die ab Mitte September 2007 zunächst ins Haus zugestellt wurde, statt an Haltestellen aufzuliegen wie der Marktführer 20 Minuten. 30 bis 40 Prozent der Anteile halten Österreicher: die Eigentümer der Moser Holding sowie Eugen Russ und Michael Grabner. Die Mehrheit gehörte Sacha Widgorovits, Eigentümer einer PR-Agentur, Partner von SRG-Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre, früher Chefredakteur des Boulevardriesen Blick (Ringier) und 1999 Projektleiter von 20 Minuten. Nach einem Jahr, im Oktober 2008, geht Widgorovits. .ch wird doch nur noch aufgelegt wie die anderen Gratisblätter. Grabner und Russ werden bei .ch aktiver.
Update: Das Ende von .ch
Am 4. Mai 2009 endet das Experiment einer anfangs zugestellten, dann doch verteilten Gratiszeitung “.ch” für die Schweiz. Laut Verlag konnte die Zeitung ihre Leserzahl durch Verteilung auf an die 400.000 verdoppeln, die Anzeigen entwickelten sich aber zu weit unter Plan.
Unter den Investoren waren Eugen Russ (Vorarlberger Medienhaus), Michael Grabner (oe24.at, Raiffeisen-Medienbeauftragter), die Eigentümer der Moser Holding.
Die Beteiligungsverhältnisse
Der Schweizer Journalist referiert im Spätsommer 2009, wer nun im Detail wieviel an .ch gehalten hat. An Bord war, was sich bisher nicht bis Wien herumgesprochen hatte, auch der deutsche Verleger
Unter dem Strich ergibt das 33,5 Prozent für österreichischer Investoren, mit dem Deutschen zusammen eine (aus Schweizer Sicht) ausländische Mehrheit von 54 Prozent. Womöglich deshalb machten die Eigentümer so ein Geheimnis aus der Anteilsverteilung. An Schweizer Großinvestoren nennt der Journalist:
UPDATE Mediaprint stellt Bezirksjournale am 25. August 2010 ein +++
Gratiswochenzeitungen für Wien und Niederösterreich im Besitz der Mediaprint, die sie nach 34 Jahren auf dem Markt am 25. August 2010 einstellt, nach Angaben des Zeitungsriesen mangels wirtschaftlicher Perspektive.
Im Geschäftsjahr 2006/2007 schrieb die operative Verlagsgesellschaft der Bezirksjournale 1,6 Millionen Euro Verlust, 2005/6 576.000 Miese. Aktuellere Daten waren nicht verfügbar.
Spätestens seit das Ergebnis der Mediaprint 2008/09 auf 1,3 Millionen Euro einknickte (2006/06 noch gut 35 Millionen), drängen die Gesellschafter (WAZ, Raiffeisen und Familie Dichand) zum Sparen. 2009/10 soll sich das Mediaprint-Ergebnis auf 16 Millionen verbessert haben (Info-Stand: August 2010).
Die Mediaprint verhandelte mit Niederösterreichischem Pressehaus und Echo (Wiener Bezirksblätter); beide wollten ihr die Bezirksjournale nicht abnehmen. Styria und Moser Holding kauften zuletzt die Wiener Bezirkszeitung für ihren praktisch österreichweiten Ring von Gratisblättern.
Gegründet hat die Bezirksjournale Karl Mader. Der (nachvollziehbar) erste Gesellschaftervertrag stammt vom 5. Mai 1976, der Verlag wurde am 20. Mai 1976 ins Firmenbuch eingetragen.
Die Kurier AG übernahm den Verlag – nach den Daten im Firmenbuch wohl mit November 1986, als das Kapital der Gesellschaft um 500.000 Schilling erhöht wurde.
Karl Mader gründete nach dem Verkauf mit der Verteilfirma feibra, inzwischen eine Posttochter, das Konkurrenzprodukt . Deren Verlag, die Mader Zeischriftenverlagsgesellschaft mbH wurde am 13. September 1991 ins Firmenbuch eingetragen. Das hätte ausreichend Zeit zu 1986 verstreichen lassen, um Konkurrenzklauseln im Verkaufsvertrag ablaufen zu lassen.
Post/feibra und der inzwischen engagierte Tiroler Gratisblattverleger Otto Steixner (Gründer der Bezirksblätter, ausgehend von Tirol) verkauften Anfang 2009 74,9 Prozent an der bz Wiener Bezirkszeitung dem Gratiszeitungs-Joint-Venture von Styria und Moser Holding, die einen österreichweiten Gratiszeitungsring aufziehen.
Der hat in Wien mit dem überraschenden Ende der Bezirksjournale mehr Platz, ebenso die Wiener Bezirksblätter des Echo Medienhauses.
UPDATE Am 1. Oktober 2009 um 17:27 Uhr wurde aus Salzburg TV Servus TV, ein Alpen-Adria-Donauraum-Kanal zwischen 3sat und ORF 2, mit älterer Zielgruppe, teils etwas hausbackenen, aber meist aufwändig produzierten Magazinen, zugekauften ZDF-Dokus, Konzertmitschnitten, Red-Bull-Sport und -Flugbildern. Über digitale Antenne (DVB-T), Satellit, auch in HD, und Kabelnetze.
Ein Medienprojekt von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz, der Salzburg TV Anfang 2007 der örtlichen Wirtschaftskammer abgekauft, inzwischen ganz übernommen hat und sich anfangs sehr persönlich um das Programm kümmert.
Unter den ersten Sendungen: Mit “Infotainment” – “Servus Salzburg”, “Hoagascht”, eine Volkskultursendung von Salzburg TV, um 18.15 Uhr “Wir sind Österreich”. Das Programm wiederholt sich in Schleifen. Essen: “Gut Leben” und “Zu Gast im Ikarus”, Mateschitz’ Restaurant, das Reportageformat “Aus dem Leben”. “Hüttengeschichten, Gastfreundschaft auf höchstem Niveau” hieß Folge 1, die nächste programmatisch für den Sender “Überlebenstraining in den Alpen”. “Literatour” erlas sich erst Triest. Viele Dokus aus dem ZDF-Fundus: “Giganten des Südens”, “Wüsten im Vormarsch”, “Moderne Wunder” über Batterien. Die Nacht füllen Höhenflüge mit Mateschitz’ Fluggeräten aller Altersklassen. Freitagnacht Konzerte von Take That, Amy Winehouse. “Na Servus” nennt sich das Wetter. “Gross am Land” (erste Folge: “Forellenzirkus”). Bull-Sport von Air Race bis Motocross. Dazwischen “Meisterwerke aus dem Alpen/Donau/Adriaraum” – Mozarts Jupitersinfonie um 17.43 Uhr. Montag: Sporttalk aus Mateschitz’ Hangar. Dienstag talkt Isabella Richtar dort. “Gruschkas Kunst- und Trödeltouren”, “Fast vergessen” (über Pfannenschmiede), “Whole Notes” über Klassik, ein Kinomagazin “Lichtspiele”.
SP-naher Wiener Wirtschaftstreuhänder, mittelbar Mehrheitsgesellschafter der Gratiszeitung Heute, die Eva Dichand als Herausgeberin und Geschäftsführerin führt. Eva Dichand ist die Frau von Krone-Chefredakteur Christoph Dichand und Schwiegertochter von Krone-Boss Hans Dichand.
Im Oktober 2009 versichert Havranek dem Standard “ehrenwörtlich”: “Ich stehe in keiner Beziehung zu Herrn Dichand, auch nicht als sein Kontrollor oder ähnliches”. Das hatte Havraneks Sohn laut News in einem Telefonat behauptet. Havranek senior betont, er würde seine Aussagen gegenüber dem Standard “auch unter Eid wiederholen”.
2010 gibt Havranek tatsächlich unter Wahrheitspflicht vor Gericht an, er sei persönlich und auf eigene Rechnung an Heute beteiligt.
Havranek im Oktober 2009 über seine Kontakte zum Krone-Chef, der jede Beteiligung an oder geschäftliche Verbindung zu Heute stets verneint: “Herrn Dichand habe ich glaublich vor etwa fünf bis zehn Jahren in Sachen Stephansdom angesprochen”. Und: “In Sachen Tierschutz hatte ich mich vor etwa drei Jahren um einen Termin bemüht und keinen bekommen – ich wurde an Frau Entenfellner verwiesen.”
Als “Geburtshelfer/Gründer von Heute nennt Havranek “Gehl, Jansky und ich”. Heinz Gehl ist ein früherer Vorstand der Bank Austria (von der der Gründungskredit für Heute kam). Wolfgang Jansky ist der frühere Pressesprecher von Werner Faymann als Wiener Wohnbaustadtrat und seit Gründung Geschäftsführerr von Heute.
Havranek weiter: “Von Frau Dr. Dichand war ab Gründung lange keine Rede und sie wurde mir glaublich etwa ein Jahr nach Gründung von Jansky vorgestellt. Ich hatte sie vorher weder gesehen noch wahrgenommen.” Zu dem laut seinem Sohn angeblich nicht friktionsfreien Verhältnis zu Heute-Herausgeberin und -Geschäftsführerin Eva Dichand äußert sich Havranek nicht.
Update:
Auf einer Seite der Wirtschaftskammer hab ich folgende Job-Daten gefunden:
| ab November 2009 | Chefredakteur der Wiener Zeitung |
| 1994-2009 | Ressortleiter Wirtschaft Kurier |
| 1989-1993 | Wirtschaftsredakteur Der Standard |
| 1988-1989 | Leiter Öffentlichkeitsarbeit Chemie Linz |
| 1984-1988 | Wirtschaftsredakteur Oberösterreichische Nachrichten |
Seit 1. September 2009 (nach einem Jahr Sabbatical) Chefredakteur von oe24.at, dem Onlinedienst von Österreich. Bio unter Maier, Wolfgang
Das Bregenzer Lokalradio Arabella Vorarlberg stellt mit Ende August 2009 seinen Sendebetrieb auf Ukw ein. Begründung: Keine zusätzlichen Frequenzen in Aussicht, zuwenig technische Reichweite, keine Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg. Der Sender gehört zu 100 Prozent der Rhomberg Holding des gleichnamigen Bauunternehmers, der dem örtlichen Medienmulit Eugen Russ jedenfalls nicht fern steht. Das Programm produziert Arabella Vorarlberg in Russ’ Vorarlberger Medienhaus. Es gehört nur nicht dem Verbund der übrigen Arabella-Radios, weil Russ dort schon beteiligt ist, und ihm eben auch die landesweite Antenne Vorarlberg gehört. Das Gesetz schreibt ja doch Medienvielfalt vor.
Rupert Murdoch tauft den – schwer kriselnden – deutschen Abosender Premiere mit 3. Juli 2009 wie seine übrige Pay-TV-Flotte (etwa Großbritannien, Italien) Sky. Im August 2009 stockt er seine Beteiligung von bis dahin rund 30 Prozent auf knapp 40 auf. Größter Aktionär war er ja schon 2008 mit rund 25 Prozent.
17. Juni 2010: Hans Dichand stirbt mittags im Wiener AKH mit 89 Jahren
August 2009: WAZ bläst Krone-Verkauf ab
WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus erklärt im Standard: “Die Scheidung ist abgeblasen”. Offenbar konnten sich WAZ und Dichand nicht über den Preis der 50 Prozent an Österreichs größtem Kleinformat einigen – kolportiert wurden 120 Millionen (jedenfalls deutlich unter 200) gegen mehr als 200. Nun will die WAZ an Bord bleiben, nicht mehr streiten, und den Kurier auf die “Erfolgsstraße” zurückführen.
WAZ bestätigt geplanten Verkauf ihrer Krone-Anteile
Am 25. Mai 2009 bestätigt WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach, der Essener Medienkonzern wolle seine 50 Prozent an der Krone verkaufen und verhandle darüber “auf Hochtouren” mit Hans Dichand. Kolportierter Preis: 200 Millionen Euro. Als Finanzpartner Dichands kolportiert: Erste Bank und die rote Wiener Städtische Versicherung. Einen – allseits vermuteten – Verkauf ihrer fast 50 Prozent am Kurier will die WAZ “nicht kommentieren”; Christian Konrad, Generalanwalt des Kurier-Mehrheitseigentümers Raiffeisen sagt Ende Mai 2009, das sei derzeit kein Thema. Konrad rechnet nach eigenem Bekunden auch nicht mit einem Ausstieg der Krone aus der Mediaprint. Nach Infos des Autors erhielte die Krone für ihre 50 Prozent nur deren Buchwert, für den verbleibenden Kurier wären das “hervorragende Konditionen”, sagte Konrad dem Autor.
Die Rangliste von Österreichs größten Mediaagenturen 2008 laut Focus/Extradienst:
| Rang 2008 | Agentur | Etatvolumen (brutto) EUR |
|---|---|---|
| 1 | MediaCom | 306.920.274 |
| 2 | Omnicom MediaGroup | 255.199.343 |
| 3 | OMD Media | 213.196.215 |
| 4 | Aegis Media Group | 145.038.432 |
| 5 | Media 1 | 138.624.403 |
| 6 | mediaedge:cia | 134.333.111 |
| 7 | PanMedia Western | 127.957.308 |
| 8 | Mindshare | 114.339.913 |
| 9 | ZenithOptimedia | 74.644.382 |
| 10 | Reichl & Partner | 52.669.490 |
| 11 | Initiative Media | 47.930.160 |
| 12 | AHA Media | 35.349.298 |
| 13 | Universal McCann Erickson | 27.719.071 |
Das Stichwort fehlt im Buch, worauf mich Michaela Gründler aufmerksam machte, die mit Kollegin Anja Pia Keglevic auch gleich den Rene-Marcic-Preis 2009 erhielt für die Salzburger Staßenzeitung Apropos. Ich übernehme einfach gleich die Definition der Jury: “Was ist eine ‘Straßenzeitung’? Ein Blatt, das sich mit der Situation von Menschen befasst, die von Armut, Wohnungslosigkeit, manchmal auch Obdachlosigkeit betroffen sind, ein Blatt aber auch, das eine beachtliche Zahl dieser Menschen in seine Arbeit einbezieht, die meisten als Straßenverkäufer, gar nicht wenige auch als Autorinnen und Autoren.”
Straßenzeitungen in Österreich (Stand: Anfang 2009):
Österreich druckt auch nach Mitte 2008 noch Exemplare bei der Verlagsgruppe Passau. Nicht mehr unter der Woche, aber rund ein Drittel der Sonntagsauflage wird in Bayern hergestellt, sagt das Management der Zeitung (Stand: Jänner 2009).
Was zahlte der ORF der Sitour-Gruppe von Skiverbandspräsident Peter Schröcksnadel 2005 für dessen 50 Prozent an TW1? Schlag nach im Prüfbericht des Rechnungshofs von Anfang 2009 (hier zum Download): 3,2 Millionen Euro.
Radio-Reichweiten laut Radiotest im zweiten Halbjahr 2008 zum Download hier (Aufbereitung: RMS): Radiotest 2Hj 08 RMS.xls 2Hj 08 RMS.xls
Der Rechnungshof veröffentlicht am 19. Jänner 2009 seinen Endbericht zum ORF, den er gegenüber dem im Buch ausführlich zitierten Rohbericht in einigen Punkten sogar noch verschärft hat. Die Prüfer sprechen von “enormem Reform- und Sparpotenzial”.
Am 20. Jänner 2009 lässt Die Presse offiziell verlauten, dass sie ab März 2009 eine zusätzliche Sonntagsausgabe produziert, und das mit der bestehenden Mannschaft, die sich über verschlechterte Konditionen in ihren Dienstverträgen dazu bereit erklärt. Ziel: Über die Verbreitung am Sonntag den merklichen Rückstand zum Standard in der Media-Analye aufzuholen. Styria-Konzernchef Horst Pirker bezifferte die Projektkosten früher mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Unter der Woche soll der Umfang der Presse schrumpfen. Geplante Auflage: 160.000 Stück, vertrieben über Selbstbedienungstaschen und über Abo.
Das Sonntagsblatt leiten Chefredakteur Michael Fleischhacker, der schon lange von einem derartigen Projekt träumt, sowie Chronik/Wien-Chef Rainer Nowak und Außenpolitikchef Christian Ultsch. Ohne das Projekt hätte Die Presse Personal abbauen müssen. Man könnte also von einer Art Flucht nach vorne sprechen.
Vermarktungsgruppe von TV (Goldbach) und Online (AdLink) auch in Österreich. Gehört der Schweizer Goldbach Media, und die wiederum nach Unternehmensangaben (Stand: Dezember 2008), börsenotiert:
Die Raiffeisen Landesbank Oberösterreich beteiligt sich mit 14,63 Prozent an der Moser Holding, die zuletzt alleine den Erben des Gründers Joseph Stephan Moser gehörte. Offenkundig der zweite Schritt des Anfang November 2008 bekannt gegebenen Komplettübernahme der Oberösterreichische Rundschau. 40 Prozent an der Rundscha hielt bis dahin Raiffeisen Oberöstereich, 7 der vorübergehende Mehrheitseigentümer Franz Xaver Hirteiter und 3 Prozent eine Firma aus dem Dunstkreis der ÖVP Oberösterreich, der auch das Linzer Volksblatt gehört.
Mehrheitseigentümer Moser Holding übernimmt im Dezember 2008 über den Print Zeitungsverlag weitere 18 Prozent an der Inntal Verlag GmbH (Tiroler Bezirksblätter). Bleibt allerdings in der Familie: Beteiligungsgesellschaften zweier Mitglieder der Eigentümerfamilie Moser geben sie an den gemeinsamen Konzern ab.
UPDATE
Die RTL-Vermarkterin in Österreich heißt seit Jahreswechsel 2008/9 nicht mehr IPA Plus, sondern IP Österreich. Gehört weiterhin zu je 50 Prozent IP Deutschland, also RTL, und der Krone. Geschäftsführer: Gerhard Riedler.
Seit 6. Jänner Vorstandschef von Gruner + Jahr, dem größten europäischen Zeitungskonzern, dem auch die Mehrheit an der Verlagsgruppe News gehört.
Vorgänger als Gruner-Vorstandschef: Bernd Kundrun (er machte Rudi Klausnitzer im Sommer 2002 zum Vorsitzenden der News-Führung, berief ihn 2005 wieder vorzeitig ab). Der verstörte die Belegschaft Ende Oktober mit einem internen Rundschreiben über drastische Personalmaßnahmen und gefährdete Magazine (rasch kursierten schwarze Listen). In dieser ohnehin bombigen Stimmung sickerte durch, dass Kundrun Gespräche über die Führung von ProSiebenSat.1 geführt hat. Machte auch keine gute Stimmung bei Mutter Bertelsmann.
Buchholz, längst logische Nummer zwei, schadete sein damals gerade heftig diskutierter Spruch zu Wirtschaftskrise und Medien nicht: “Wenn Sie als Kapitän eine Riesenwelle aufs Schiff zukommen sehen, müssen Sie den Leuten auf dem Sonnendeck sagen, dass sie ihre Liegestühle und Drinks beiseite stellen.” Buchholz entschuldigte sich, so sich Mitarbeiter beleidigt fühlten.
Die Frankfurter Allgemeine (“Dark Avenue”) erinnerte, dass Buchholz mäßig erfolgreiche Titel startete. Das Societymagazin Park Avenue etwa stellte er mangels Aussicht leidenschaftslos wieder ein. Unter Buchholz legte Gruner+Jahr 2008/09 die Redaktionen von Financial Times Deutschland, Capital, Impulse und Börse Online zusammen. In schwieriger Zeit brauche der Konzern einen “angstfreien Vorstandschef”, zitierte das Handelsblatt einen Gruner-Mann.
Buchholz studierte an der Freien Universität Berlin Jus und Volkswirtschaft. Bis 1989 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Umweltschutz-, Wirtschafts- und Steuerstrafrecht an der Universität Kiel. 1990 promovierte er zum Dr. jur., 1992 absolvierte er sein Zweites Juristisches Staatsexamen.
Von 1992 bis 1996 war Buchholz Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtags und Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion. Als stellvertretender Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zum mysteriösen Tod des Ministerpräsidenten Uwe Barschel in der Badewanne eines Genfer Hotels dominierte er dieses parlamentarische Gremium. Damit fiel er offenbar dem langjährigen Gruner-Vorstandschef (und FDP-Mann) Gerd Schulte-Hillen auf.
1996 holte Schulte-Hillen Buchholz als Vorstandsassistent zu Gruner + Jahr. Von 1998 (als Schulte-Hillen die Mehrheit an der Verlagsgruppe News kaufte) bis 1999 war er Geschäftsführer der Morgenpost Verlag GmbH in Hamburg (am Verlag der Morgenpost hielt damals Krone-Boss Hans Dichand 10 Prozent).
Ab Jänner 2000 war Buchholz zunächst Verlagsleiter des Gruner-Flaggschiffs stern und übernahm ab Juli dieses Jahres als Verlagsgeschäftsführer die gesamte stern/_Geo_-Gruppe.
Seit Jänner 2004 ist Buchholz Mitglied des Vorstands von Gruner + Jahr, zuständig für das Deutschlandgeschäft. Kolportierte Renditen dort um 13 Prozent, deutlich über Konzernschnitt, erschwerten Bertelsmann und Familie Jahr als Minderheitsgesellschafter die Entscheidung nicht. Die News-Gruppe bewegt sich übrigens in ähnlichen Höhen.
Bernd Buchholz ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Frank Staud gibt die Chefredaktion der Tiroler Tageszeitung im Dezember 2008 an seine bisherigen Stellvertreter Alois Vahrner und Mario Zenhäusern ab und verlässt mit Jahresende den Verlag.
Die Raiffeisen Landesbank Oberösterreich beteiligt sich mit 14,63 Prozent an der Moser Holding, die zuletzt alleine den Erben des Gründers Joseph Stephan Moser gehörte. Offenkundig der zweite Schritt des Anfang November 2008 bekannt gegebenen Komplettübernahme der Oberösterreichische Rundschau. 40 Prozent an der Rundscha hielt bis dahin Raiffeisen Oberöstereich, 7 der vorübergehende Mehrheitseigentümer Franz Xaver Hirteiter und 3 Prozent eine Firma aus dem Dunstkreis der ÖVP Oberösterreich, der auch das Linzer Volksblatt gehört.
Mehrheitseigentümer Moser Holding übernimmt im Dezember 2008 über den Print Zeitungsverlag weitere 18 Prozent an der Inntal Verlag GmbH (Tiroler Bezirksblätter). Bleibt allerdings in der Familie: Beteiligungsgesellschaften zweier Mitglieder der Eigentümerfamilie Moser geben sie an den gemeinsamen Konzern ab.
17. Juni 2010: Hans Dichand stirbt mittags im Wiener AKH mit 89 Jahren
Geschäftsführer Prenner geht/*Mediaprint und Salzburger Nachrichten legen Hauszustellung in Salzburg zusammen*/*Mediaprint-Gewinn sinkt weiter* / Ende des gemeinsamen TV-Magazins
Geschäftsführer Prenner geht
Mit Oktober 2009 verlässt Franz Prenner, Geschäftsführer auf einem Krone-Ticket, seinen Job. Vorbote einer (geplanten) Neuausrichtung der Krone/_Kurier_-Tochter von der verlegerischen Schaltzentrale zum Serviceunternehmen für Druck und Vertrieb. Krone und Kurier sollen insbesondere Anzeigenvermarktung selbst in die Hand nehmen, Prenner war als Geschäftsführer für Inseratenakquise zuständig.
Salzburger Hauszustellung
Ein gemeinsames Druckzentrum betreiben Mediaprint und Salzburger Nachrichten längst, im September/Oktober 2009 gründen sie eine gemeinsame Firma, um ihre Hauszustellungsapparate für das Land Salzburg zusammenzulegen. Die Bundeswettbewerbsbehörde prüft das Vorhaben.
Gewinn sinkt weiter Schon die 25 Millionen Euro Nettogewinn des Geschäftsjahrs 2006/7 lagen wie im Buch berichtet gut 10 Millionen unter dem Vorjahreswert. 2007/8 fiel er weiter auf 18,8 Millionen, schaute diesmal “Format” im Firmenbuch nach. Die Ergebnisse im Überblick:
Mediaprint-Nettogewinne
| Jahr | Nettogewinn in Euro |
|---|---|
| 2007/8 | 18,8 Millionen |
| 2006/7 | 25,0 Millionen |
| 2005/6 | 35,4 Millionen |
| 2004/5 | 34,2 Millionen |
| 2003/4 | 34,1 Millionen |
Quelle: Unternehmensangaben im Firmenbuch
Ende des gemeinsamen TV-Magazins Ziemlich genau 20 Jahre nach Gründung der Mediaprint trennt sie sich von einer der ersten Gemeinsamkeiten von Krone und Kurier: Das gemeinsame TV-Supplement TV macht Platz für eigene Fernsehmagazine der beiden Blätter. Die Mediaprint nimmt Eva Dichand und Heute am 5. Dezember 2008 das Verluste einfahrende Gratismagazin Live ab und macht daraus ihre Freitagbeilage. Der Kurier darf im Gegenzug ein eigenes Freitagfernsehsupplement starten und dazu ein Sonntagsmagazin.
Siehe auch .
Neues Magazin von Red Bull: Der Softdrinkriese startet am 13. Jänner das wöchentlich angelegte Motorsportmagazin Speedweek für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Geplante Auflage: 85.000 Exemplare, Verkaufspreis: 2 Euro.
Digitaler TV-Decoder der Kirch-Gruppe mit der Verschlüsselung Cryptoworks, den der ORF ab 31. August 2000 gemeinsam mit Premiere einsetzte. Nach der Pleite der Kirch-Gruppe 2002 wechselten ORF und Premiere zu unterschiedlichen Verschlüsselungsystemen, sind aber inzwischen längst wieder auf der Plattform des jeweils anderen vertreten. Auch 2011 ist noch immer beim ORF im Einsatz – und inzwischen gehackt.
Siehe auch
U1 TV, Schweizer TV-Sender mit österreichischer Beteiligung, will sich laut Schweizer Medienberichten vom November 2008 in Schweiz 5 umbenennen.
UPDATE
Kulturmagazin im weiteren Sinne, nach Möglichkeit viermal jährlich, von Markus Huber (Format) und Robert Treichler (profil). Erschien erstmals am 19. November 2004. Fleisch wird mit einem Relaunch im Oktober 2008 aktueller und etwas günstiger (5 statt 7 Euro). Auflage nach eigenen Angaben: 9000 Stück.
Anfang November 2008 verkündet die Moser Holding ihre Strategie für die Oberösterreichische Rundschau. Aus der bisher verkauften Donnerstagausgabe wird ab 2009 eine Gratiswochenzeitung (Bezirksrundschau) nach dem Vorbild der Bezirksblätter und im Kleinformat. Die Sonntagsrundschau, schon bisher kostenlos, bleibt ein Gratisblatt, das in kaufkräftigeren Ballungsräumen zugestellt wird, rund die Hälfte der Auflage über Entnahmetaschen vertrieben, auch künftig kleinformatig und in Kooperation mit der TT am Sonntag. In Kooperation mit tt.com soll auch das Onlineangebot der Rundschau ausgebaut werden. Die Umpositionierung zum Gratisblatt kostet 120 Leute den Job; 7,5 Millionen Euro schwer wird der Sozialplan.
Entscheidung im Streit der WAZ-Gesellschafter Niederlage für Günter Grotkamp und seine Familie im Streit, ob die Gesellschafter des deutschen Verlagsriesen einstimmig entscheiden müssen oder ob die Mehrheit reicht. Das Oberlandesgericht entscheidet im Sommer 2009 (kress berichtet am 3. August), dass eine Mehrheit reichte, als sich die Familienstämme Brost und Funke aus dem Verkaufserlös der zehn WAZ-Prozent an RTL 400 von geschätzten 550 Millionen Euro auszahlen ließen.
Im Ruhrpott macht die WAZ keine Rendite mehr, muss heftig sparen: Drei ihrer vier nordrhein-westfälischen Blätter schreiben nach Medienberichten 2008 rote Zahlen. Im November tut der Medienriese kund, dass sie rund 30 Millionen Euro und 300 Jobs einsparen will, indem sie drei Blättern eine gemeinsame Zentralredaktion für Inland, Ausland, Wirtschaft, Kultur und Fernsehen verpasst. Der Abschied vom WAZ-Modell, alle zeitungswirtschaftlichen Aspekte von Anzeigen bis Vertrieb zusammenzulegen, aber die Redaktionen unabhängig von einander (und politisch unterschiedlich positioniert) weiterwerken zu lassen. In Österreich ist die WAZ beteiligt an Krone, Kurier, mittelbar an der Verlagsgruppe News.
Die WAZ veröffentlichte im Dezember Teile eines Gutachtens der Beratungsfirma Schickler über ihre Strukturreformen. 275 von 891 Jobs in den vier nordrhein-westfälischen Titeln Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Westfälische Rundschau, Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung, Westfalenpost sollen gestrichen werden.
Die vier Zeitungen schrieben 2008 elf Millionen Euro Verlust. Worst Case für 2009: minus 41 Millionen. Der Inseratenumsatz von 2008 170 Millionen Euro soll 2009 umbis zu zehn Prozent sinken. 2006 brachten die Blätter noch 27,1 Millionen Euro Gewinn, 2007 8,4 Millionen.
Redaktionskosten pro Jahr: 76,22 Millionen. Durch Verzicht auf die dpa seien zwei Millionen einzusparen, was 25 Redakteuren den Job retten soll. Die dpa ist übrigens deutlich teurer als die APA. Die Herstellung einer WAZ-Seite im gemeinsamen Manteilteil koste 929 Euro, eine Seite in der ebenfalls der WAZ gehörenden Braunschweiger Zeitung 508 Euro. Dorthin sollen sich auch die Kosten der vier nordrhein-westfälischen Blätter bewegen.
In Zentral- und Osteuropa kann die WAZ gut ausbauen, meldeten Branchendienste im November 2008: Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung spendiert dem Essener Konzern 40 Millionen Euro für die Ost-Expansion.
Der ehemalige Ö3-Mann und Medienberater Matthias Euler-Rolle liefert McDonald’s für dessen Filialen seit 2008 ein Musik- und Societyfernsehprogramm namens Channel M.
UPDATE
Reinhard Göweil löst Unterberger ab
Reinhard Göweil, bisher Ressortleiter Wirtschaft des Kurier, übernimmt mit 1. November 2009 die Chefredaktion der Wiener Zeitung. Das Kanzleramt unter Werner Faymann (SPÖ) als Herausgeber des republikseigenen Organs stellte den rechtskonservativen Chefredakteur Andreas Unterberger schon mit 10. Oktober 2009 dienstfrei.
“Saubere Trennung zwischen Politik und Medien”
Noch als Chefredakteur der republikseigenen Wiener Zeitung schilderte Andreas Unterberger am 7. Juli 2009 unter dem Titel “Politik und Medien” “Schreckensszenen aus Österreich”, nämlich: politischer Druck auf Banken, Österreich Kredite zu gewähren, die Krone entscheide über den ÖVP-Vormann im EU-Parlament, dazu eine Schilderung wie “auffallend junge Frauen” Hans Dichand über den Wiener Graben “schleppen”, der Dank Werner Faymanns bei ORF-Journalisten. Alles zustimmungswürdig, aber originell liest sich die Conclusio des Chefredakteurs einer Tageszeitung, die der Republik gehört, auch wenn sich der offenkundig wenig um die Wünsche eines roten Kanzlers schert, doch: “Ohne unabhängige, pluralistische Medien, ohne saubere Trennung zwischen Politik und Medien kann keine Demokratie funktionieren. Frage: Weiß das in diesem Land noch irgendwer?”
UPDATE
Die WAZ gibt Mitte Dezember 2010 ihren Rückzug aus Bulgarien bekannt. Ihr gehörten dort die beiden auflagenstärksten Tageszeitungen Trud und 24 Chassa, zudem die Wochenzeitung 168 Chassa, Druckerei, Vertrieb, Verlagshaus. Käufer: die Wiener BG Privatinvest von Karl Habsburg, dem bulgarischen Medienunternehmer Christo Grosev (früher etwa bei einer großen britischen Privatradiogruppe aktiv) und dem Deutschen Daniel Rutz. 45 Millionen Euro werden laut Standard als Kaufpreis kolportiert, aber zunächst nicht bestätigt. Finanzieren soll den Kauf nicht die BG Printinvest, sondern die BG Printmedia Ltd. in Sofia. Dort hält die BG Privatinvest zwar die Mehrheit, den Großteil des Geldes dürften aber hauptsächlich Ognyan Donev, dem der bulgarische Pharmahersteller Sopharma gehört, und Medienunternehmer Ljubomir Pavlov beisteuern.
Update: WAZ bläst geplanten Verkauf ihrer Krone-Anteile im August 2009 wieder ab
Update: Entscheidung im Streit der WAZ-Gesellschafter
Update: WAZ spart 2008 heftig, bekommt aber Fördergeld für die Ostexpansion
UPDATE
1. März 2012 Die ÖAK veröffentlicht die von der Verlagsgruppe News nach unten korrigierten Verkaufsauflagen. Der neue News-Boss Axel Bogocz stellte die “über Jahre” laufenden Fälschungen ab und korrigierte drei Halbjahre nach unten. Die Einzelverkaufsauflage wurde durch die Auflagentricks teils mehr als verdoppelt. Vergleiche hier
UPDATE Mit 1. März 2011 wird Oliver Voigt Geschäftsführer der Mediengruppe Österreich, er übernimmt formal die Agenden von Wolfgang Fellner, also laut Aussendung verlegerische Verantwortung, für die Mediengruppe und die Zeitung Österreich, Budgetverantwortung, Marketing, Planung und Strategie, neue Medien. Fellner bleibt nach eigenen Angaben Herausgeber und Verleger.
UPDATE Die Eigentümer der News-Gruppe einigen sich nicht mit Oliver Voigt über die Konditionen für seine Vertragsverlängerung über Jahresende 2010 hinaus. Nachfolger wird der Hamburger Matthias Schönwandt, zuletzt Geschäftsführer des Bertelsmann-Programmdienstleisters RTV um das gleichnamige deutsche TV-Supplement, ein Vertrauter von Gruner+Jahr-Auslandsvorstand Torsten-Jörn Klein.
Update Jänner 2013: Radiomann Matthias Euler-Rolle und Investmentbanker Thomas Polak steigen mit 34 Prozent und rund einer Million Euro frischem Kapital beim Wiener Privatradio Superfly ein. Sie planen mit ihrer neuen Medien- und Entertainmentgruppe Sugarman einen Verlag, sind an Bars in Wien (Puff) und New York (Apotheke) beteiligt.
UPDATE Mit Ende Jänner 2011 übernimmt die Styria Media Group die Magazinholding Styria Multi Media (Wienerin, Diva, miss, Sportmagazin, Sportwoche, Motorradmagazin, Wiener) ganz. Herbert Pinzolits, mit dessen Sportmagazin Verlag die Zeitschriftengruppe 2007 fusionierte, gibt seine letzten 24 Prozent ab. Die Styria Multi Media ist – mit deutlichem Abstand von der Verlagsgruppe News – Österreichs zweitgrößte Magazinholding.
UPDATE Winterschlussverkauf: Die Styria verkauft weiter munter ab in ihrem in den vergangenen Jahren zusammengeshoppten Magazinreich Styria Multi Media. Das kostenlose Kinomagazin Skip (plus Skip class und skip.at) gehen an Geschäftsführer Michael Ginalis und eine Investorengruppe, , darunter der ehemalige Bank-Austria- und ORF-Werbechef Josef Hruby, ließ die SMM am 21. Jänner 2009 verlauten.
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UPDATE Die Styria Medien AG nennt sich ab 2009 Styria Media Group AG, alle Updates dort.
UPDATE Pius Strobl erklärt am 19. November seinen Rücktritt als Kommunikationschef des ORF zurück, er verlässt die Anstalt. Anlass: Er schickte eine Mitarbeiterin mit Aufnahmegerät aus, um Gespräche von Direktoren, Stiftungsräten und Journalisten am Rande der Sitzung des Stiftungsrats am 11. November aufzuzeichnen. Die ORF-Direktoren protestieren der Reihe nach und sprechen ihm ihr Misstrauen aus.
UPDATE:
Der Standard verlässt mit Jahreswechsel 2009/10 die Tullner Druckerei Goldmann und druckt bei der Mediaprint. Hintergrund waren offenbar vorübergehende Probleme der Druckerei mit Bankgarantien, die Mediaprint dürfte zudem ein günstiges Angebot gemacht haben. Die Druckerei kündigt in den folgenden Monaten Dutzende Beschäftigte.
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UPDATE
Beinahe hätte Sky mit kolportierten 8,5 Millionen pro Saison (und nur zwölf Livespielen pro Saison für den ORF) die Fußball-Bundesliga bekommen, hätte sich nicht Rapid-Präsident Rudolf Edliner im Sinne des ORF und in Freundschaft mit dessen damaligem Infodirektor Elmar Oberhauser quergelegt. Auch Dietrich Mateschitz’ Servus TV und Vermarkter Kentaro boten dagegen. Doch am 1. April 2010 stimmt die Bundesliga (einstimmig bis auf Red Bull Salzburg) dem Kombideal mit ORF und Sky für drei Jahre bis zum Ende der Saison 2012/13 zu: rund 17 Millionen Euro pr Saison, 36 Livespiele (eines pro Runde, der ORF darf aussuchen) pro Saison. Servus TV soll 19 Millionen geboten haben. Bis dahin erhielt die Liga 14,2 Millionen Euro pro Saison.
UPDATE
13. Oktober 2010: Die Kärntner SPÖ gibt ihre letzten 45 Prozent an der Kärntner Tageszeitung ab. Der Kärntner Werbe-Unternehmer Hansjörg Berger übernimmt sie wie den 45-Prozent-Anteil von Chefredakteur Ralf Mosser, die übrigen zehn Prozent hielt Berger bereits. Damit gibt es nur noch eine Partei-Tageszeitung: das oberösterreichische Volksblatt der ÖVP.
UPDATE
14. Februar 2011: Heute-Herausgeberin Eva Dichand trennt sich von Chefredakteur Richard Schmitt und begründet das mit seinem Führungsstil. Aber auch zwischen den beiden dürfte die Chemie schwierig gewesen sein. Nachfolger ab März: Wolfgang Ainetter, früher News, seit 2005 Bild, dort zuletzt mit seinem laut Ministerium nicht genehmigten Interview mit Josef F. im Gefängnis aufgefallen. Schmitt checkt wenige Wochen später wieder bei der “Krone” ein, von der er zu “U-Express” und später “Heute” gekommen war.
UPDATE Die Styria Media Group übernimmt laut am 2. November 2010 unterzeichneter Vereinbarung auch die übrigen 50 Prozent der niederländischen Post TNT an Redmail. Der Zustelldienst gehört damit künftig alleine der Styria.
UPDATE Die Leykam verkauft ihre steirischen Lokalradios (u.a. Radio Graz) im Sommer 2010 dem NRJ-Konzern.
UPDATE
Die Kosten der Marketingschlacht Format gegen profil
Wieviel Geld kostete die “Mutter allen Schlachtens” von Format gegen profil 1998 bis zur Formil-Fusion 2000/1 profil-Herausgeber Christian Rainer erwähnt im spannenden Zwiegespräch mit Christian Ortner (Gründungsherausgeber von Format) im Branchenmagazin Bestseller (10/2008) “sieben Millionen jährlich, die über mehrere Jahre jeweils in die beiden Objekte gesteckt wurden”. Die seien: “Im Vergleich zu den im Hintergrund stehenden Eigentümern natürlich Peanuts.”
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UPDATE Das Selbstkontrollorgan der österreichischen Presse soll seinen Betrieb im Oktober 2010 wieder aufnehmen. 2002 zog sich der Zeitungsverband aus dem Gremium zurück, der Presserat machte bald darauf dicht.
UPDATE
Am 28. Jänner 2010 erhält der Fachzeitschriftenverlag Bohmann (rund 30 Millionen Euro Jahresumsatz, 180 Mitarbeiter, große Aufträge der Stadt Wien wie wien.at und andere Publikationen) einen Programmplatz für Regionalfernsehen über Antenne auf Multiplex B von der ORS. Arbeitstitel: “Schau-TV”. Soll vor Ende 2011 starten. Der Bohmann-Verlag gehört seit 2004 seinen Geschäftsführern Gerhard Milletich und Gabriele Ambros 50:50.
UPDATE
Die ORS erhält Anfang Dezember 2008 den Zuschlag, der Bulgarischen Telekom (da im Besitz der American Insurance Group) das komplette Rundfunksendernetz abzukaufen. Investitionsvolumen laut ORF-Stiftungsrat: 80 Millionen Euro. Aber denkste, Stand Sommer 2009: Die Bulgaren ändern einfach ihre Gesetze, und schon dürfen Firmen, an denen Sender beteiligt sind, nicht das digitale Sendernetz betreiben.
UPDATE 5. Oktober 2012: Die Medienbehörde KommAustria entscheidet nach einer Beschwerde des Verbands der Privatsender: Der ORF zeigt in ORF 1 und ORF 2 Info, Kultur, Sport und Unterhaltung nicht in “angemessenem” Verhältnis, wie es das Gesetz vorschreibt; ORF 1 und ORF 2 wären damit keine TV-Vollprogramme, von denen der ORF laut Gesetz zwei zeigen muss. Die Behörde verlangt: Beide müssen zumindest drei Sparten zeigen, gemeinsam alle vier; in jedem Programm für die jeweils drei relevanten Sparte mindestens 10 Prozent Sendezeit, aber nicht mehr als 66 Prozent. Unterhaltung machte in ORF 1 etwa 80 Prozent aus. Kultur in ORF 2 weniger als 10. Der ORF tobt und will dagegen durch alle Instanzen gehen. Hier steht der Bescheid der Behörde
UPDATE 26. Oktober 2011: Der ORF startet seinen gebührenfinanzierten Info- und Kulturspartenkanal ORF 3, entstanden aus dem kommerziell zu führenden Tochterkanal TW1. Dessen Frequenzpartner ORF Sport Plus wird paralell zum 24-Stunden-Programm.
UPDATE
15. September 2011 34 von 35 Stiftungsräten wählen die vier zentralen Direktoren des ORF von 2012 bis Ende 2016: Kathrin Zechner (Fernsehen), Karl Amon (Radio), Richard Grasl (Finanzen, nun plus TV-Produktionswirtschaft), Michael Götzhaber (Technik, bisher Stiftungs- und Betriebsrat). 31 von 35 Stiftungsräten wählen die neun meist farblich passenden Landesdirektoren: Brigitte Wolf (Wien), Norbert Gollinger (Niederösterreich), Kurt Rammerstorfer (Oberösterreich, bisher Tirol), Roland Brunhofer (Salzburg, bisher Betriebsratschef Oberösterreich), Helmut Krieghofer (Tirol, zuletzt Uniqa-Landesmanager und ORF-Stiftungsrat, war Tiroler VP-Landesgeschäftsführer), Markus Klement (Vorarlberg, dort bisher Radiomoderator), Karin Bernhard (Kärnten, bisher “Kärnten heute”, Society), Gerhard Draxler (Steiermark), Karlheinz Papst (Burgenland).
UPDATE
3. März 2011 Der ORF präsentiert seinen Stiftungsräten nach -79,7 (2008) und -44,5 (2009) wieder ein positives Konzern-Ergebnis (EGT) von +24,9 Millionen Euro. Konzernumsatz 2010: 973 Millionen Euro (2009: 902,4 Mio. Euro). Aus Gebührern: 580,2 Mio. Euro (2009: 526,4) inklusive 50 Millionen Gebührenabgeltung des Bundes. Aus Werbung: 216,2 Mio. Euro (2009: 222,6 Mio. Euro).
UPDATE
16. Dezember 2010, Schauplatz Gericht, 1:0 für den ORF gegen die FPÖ
Der Oberste Gerichtshof definiert das Redaktionsgeheimnis nach Paragraf 31 Mediengesetz umfassend zugunsten der Medien: “§ 31 MedienG erfasst unter anderem ausnahmslos alles, was Medieninhabern, Herausgebern, Medienmitarbeitern und Arbeitnehmern eines Medienunternehmens oder Mediendienstes im Hinblick auf ihre Tätigkeit mitgeteilt wurde.” Anlass: Redakteur Ed Moschitz hat für eine “Am Schauplatz”-Doku über zwei junge Rechtsradikale die beiden Protagonisten zu einem Wahlkampfauftritt von FP-Chef Heinz Christian Strache am 12. März 2010 mitgenommen. Strache will Aufforderungen gehört haben, “etwas Neonazistisches” zu sagen, später wird daraus “Heil Hitler” und schließlich “Sieg Heil”. Strache zeigt den Redakteur und die Skins wegen Verdachts auf Wiederbetätigung an. Der ORF gibt am 13. März das Band von der FP-Veranstaltung heraus, darauf ist nichts zu finden. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt verlangt im Zuge ihrer Erhebungen das übrige Drehmaterial für die Doku, der ORF verweigert es, gewinnt in erster Instanz, verliert in zweiter und schafft eine Nichtigkeitsbeschwerde der Generalprokuratur beim OGH. Der entscheidet: Das gesamte Drehmaterial ist vom Redaktionsgeheimnis geschützt. “Urteil”: https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20101216_OGH0002_0130OS00130_10G0000_000&ResultFunctionToken=1f92576f-f969-4937-ade6-4d7720ddf230&Gericht=OGH&Rechtssatznummer=&Rechtssatz=&Fundstelle=&AenderungenSeit=Undefined&SucheNachRechtssatz=False&SucheNachText=True&GZ=&VonDatum=&BisDatum=14.02.2011&Norm=&ImRisSeit=Undefined&ResultPageSize=50&Suchworte=orf
UPDATE: Am 17. Juni 2010 beschloss der Nationalrat ein neues ORF-Gesetz, mehr dazu vorerst hier
UPDATE: ORF-Finanzkrise 2008 / Februar 2009
Im Februar 2009 gibt der ORF bekannt: Doch nicht 100 Millionen Euro Verlust 2008, sondern einen Hauch unter 80 Millionen. Die Finanzerträge fielen nicht von budgetierten 40,3 auf befürchtete 1,4 Millionen, sondern auf immerhin 15,8 Millionen.
9,6 Millionen weniger Sachaufwand als budgetiert (nun 600) meldet der ORF zudem; beim operativen Personalaufwand 5,6 Millionen weniger, nun 373 Millionen Euro.
Vorläufige Daten im Februar 2009: Der ORF (ohne Töchter) setzte 886 Millionen um (2007: 918). Aus Gebühren 504 Millionen, 31,3 mehr als 2007. Werbung brachte 263, im TV brach sie 37,1 Millionen auf 183 ein.
ORF-Finanzkrise 2008 / Herbst 2008
Noch Ende September 2008 sah der ORF sein Minus 2008 von geplanten 32 auf 60,5 Millionen Euro wachsen und begründete das mit seiner Finanzkrise. Mitte November sollten es schon 100 Millionen werden, die Begründung blieb dieselbe. Der ORF will schließlich 57 Millionen Euro, mit denen die Republik ihm Gebührenbefreiungen abgelten soll.
SPÖ und ÖVP wollen offenkundig auch etwas vom ORF, glaubt man jenen Testballons, die aus den Regierungsverhandlungen aufsteigen: ein neues ORF-Management. Wahlweise neue Direktoren (eine Verkleinerung ihrer Zahl könnte, als Sparmaßnahme deklariert, den Anlass dafür bieten) oder gleich eines neuen ORF-Generals (dafür braucht es eine Zweidrittelmehrheit im Stiftungsrat oder, siehe 2001, ein neues ORF-Gesetz). Ebenfalls eine Lehre aus 2001: Wer vorzeitig abgesägt wird, muss trotzdem für die vollen fünf Jahre bezahlt werden.
Die kühlen Wortmeldungen von Werner Faymann über den ORF und sein Management Ende November, unmittelbar vor seiner Angelobung, scheinen die Ablöse-Ambitionen zu bestätigen. Ebenso der Umstand, dass aus erhofften 57, später 58 Millionen Gebührenabgeltung im Koalitionsabkommen zunächst eine jährliche Förderung nach öffentlich-rechtlichem Programmbedarf und schließlich gar nichts außer einer Aufforderung zum Sparen wurde. Regierungslinie: Erst Hausaufgaben, dann vielleicht extra Geld – aber womöglich erst für die nächste Führung.
Am 28. November 2008 verkündet ORF-Chef Alexander Wrabetz also ein doch ziemlich gewaltig klingendes Sparpaket – in der Kulisse von “Starmania” und als Inszenierung ziemlich verbockt: Am Vormittag versetzte Wrabetz wegen einer Sondersitzung des Managements die Betriebsräte ohne Info oder Entschuldigung, die zu Gehaltsverhandlungen eingeladen waren. Also zogen die Betriebsräte (und viele Mitarbeiter mit ihnen) vor Wrabetz’ Präsentation aus. Ohne Sparpaket sieht sich der ORF 2012 insolvent.
Rund 1000 Mitarbeiter weniger sieht Wrabetz’ Sparpaket bis 2012 vor – im ORF, denn ein Teil davon wird in Töchter ausgelagert:
Der Sparplan klingt ein bisschen nach Exitstrategie für Wrabetz: Bekommt er die Forderungen nicht durch, kann er Gesicht wahrend den Abgang machen. Motto: Man lässt mich den ORF nicht zukunftsfähig machen, auf dieser Basis kann ich nicht weiterarbeiten. Nur so eine Theorie.
UPDATE: Prüfbericht Rechnungshof
Der Rechnungshof veröffentlicht am 19. Jänner 2009 seinen Endbericht zum ORF, den er gegenüber dem im Buch ausführlich zitierten Rohbericht in einigen Punkten sogar noch verschärft hat. Die Prüfer sprechen von “enormem Reform- und Sparpotenzial”.
UPDATE
Wer ORF nicht empfangen kann, muss auch kein Programmentgelt zahlen
KORREKTUR (zum Buch)
Auf Seite 419 steht als Autor des Standardwerks “Österreichische Rundfunkgesetze” (Verlag Medien & Recht) in der neuen Ausgabe aus 2008 irrtümlich neben Michael Kogler und Matthias Traimer Thomas Kramler als Autor. Kramler war Mitautor der ersten Ausgabe aus 2002, in der neuen Ausgabe war Michael Truppe der dritte Autor.
Gerhard Moser ist ab Frühjahr 2008 Zentralbetriebsratschef des ORF in Koalition mit der Liste von Michael Götzhaber. Sie lösten gemeinsam den bürgerlichen ORF-Betriebsratskaiser Heinz Fiedler ab. Moser arbeitet seit 1988 für Ö1, Listenführer Freier Mitarbeiter, dann Unabhängiger im Radio.
UPDATE Sozialdemokrat Michael Götzhaber sollte laut Deal mit den Unabhängigen von Gerhard Moser am 1. März 2010 die Führung des ORF-Zentralbetriebsrats von Moser übernehmen. Am 1. März tut Moser kund, Götzhaber wolle “aufgrund seiner Arbeits- und Lebenssituation” in Kärnten bleiben. Und wo gerade die ORF-Gremien neu besetzt werden, die Anstalt mitten in Sparprogramm und Umstrukturierung steckt, suche der Betriebsrat “Kontinuität”. Moser, zweifellos der charismatischere Typ der beiden, ist also bis Anfang 2012 Vorsitzender des ORF-Zentralbetriebsrats. Kann freilich als Schlappe für die Sozialdemokraten im ORF gewertet werden.
Moser studierte Publizistik- und Politikwissenschaften in Wien. Dissertierte über die Kommunikations- und Pressegeschichte der Ersten Republik. Laut CV erste Radioerfahrungen Anfang der 1980-er Jahre im ORFLandesstudio Kärnten. Seit 1988/89 Mitarbeiter von Ö1 in Wien. Begann in der Redaktion Literatur & Feature im Keller des Funkhauses. In den 1990-er Jahren Redakteur und Moderator des Ö1-Kulturstudios “Transparent” (Architektur/bildende Kunst).
Seit Anfang der 1990-er Jahre Journalistengewerkschafter. ORF-Betriebsrat seit 1995. Seit 2001 Vorsitzender des Radiobetriebsrats, zunächst Liste Freier Mitarbeiter. Als Redakteur angestellt seit 1. Jänner 2004. Seit 2003 ORF-Zentralbetriebsrat.
Verheiratet, kinderlos, schwarzer Kater namens Emil.
UPDATE ORF-Technikdirektor Peter Moosmann stirbt in der Nacht auf 15. November 2010 an Krebs. Damit sind nur noch zwei der sechs 2006 von Wrabetz vorgeschlagenen und gewählten Direktoren seines Führungsteams im Amt.
Moosmann Wurde auf Wunsch der roten Technikbetriebsräte 2007 nach einer Unterbrechung zum zweiten Mal technischer Direktor des ORF.
Gelernter Radio- und Fernsehtechniker, von 1977 bis 1980 Tonassistent im Landesstudio Vorarlberg, steigt dort bis 1988 zum technischen Leiter auf. 1996 nach Wien, Leiter des Produktionsbetriebs Fernsehen. 1998 bis 2002 zum ersten Mal technischer Direktor des ORF. Bis er den Job wiederbekommt, begleitet er den damaligen Sportchef Elmar Oberhauser, ebenfalls Vorarlberger, der wie er in einer Dienstwohnung gegenüber dem ORF-Funkhaus wohnt.
UPDATE
Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger und Ernst Karl Plech sind 2010/11 mit Telefonabhörprotokollen die besten Marketing-Testimonials für den “Falter”, der an der Uni Anfang 2011 zwei “Lehrveranstaltungen” mit Thomas Maurer, Florian Scheuba und Robert Palfrader organisiert, die mit verteilten Rollen aus den Protokollen lesen, was medienrechtlich noch nicht zitierbar ist.
UPDATE:
Neues STANDARD-Ranking der größten österreichischen Medienhäuser für das Jahr 2010 mit einem Klick hier
KORREKTUR: In der Grafik muss es natürlich Niederösterreichisches Pressehaus heißen und nicht Niederösterreichisches Medienhaus. Dank an die Grafik; ich hab’s in den gefühlten zwölf Korrekturdurchgängen übersehen, sorry.
UPDATE Am 7. Juni 2010 kann die Rundfunk- und Telekomregulierung RTR erstmals Medienförderung an kommerzielle Privatsender (aus dem neuen Privatrundfunkfonds) ausschütten. Sie vergibt in einer ersten Tranche 6,8 von fast 10 Millionen Euro 2010 für quasi öffentlich-rechtliche Programme in privaten Kanälen. 4,1 Millionen für TV und 2,7 für Radio.
Mit 1,4 Millionen Euro erhält ATV den höchsten Betrag, Puls 4 bekommt 581.000, Servus TV 417.000, Sat.1 rund 200.009, Austria 9 120.000 und gotv rund 45.000 Euro. Liste hier
Schon 2009 wurden nicht kommerzielle Privatsender (Freie Radios, Okto) mit 375.000 Euro Medienförderung unterstützt. Für 2010 wurde eine Million für diesen Sektor budgetiert, alle Freien Radios und zwei Community TVs bekamen Geld.
UPDATE 5. Oktober 2012: Die Medienbehörde KommAustria entscheidet nach einer Beschwerde des Verbands der Privatsender: Der ORF zeigt in ORF 1 und ORF 2 Info, Kultur, Sport und Unterhaltung nicht in “angemessenem” Verhältnis, wie es das Gesetz vorschreibt; ORF 1 und ORF 2 wären damit keine TV-Vollprogramme, von denen der ORF laut Gesetz zwei zeigen muss. Die Behörde verlangt: Beide müssen zumindest drei Sparten zeigen, gemeinsam alle vier; in jedem Programm für die jeweils drei relevanten Sparte mindestens 10 Prozent Sendezeit, aber nicht mehr als 66 Prozent. Unterhaltung machte in ORF 1 etwa 80 Prozent aus. Kultur in ORF 2 weniger als 10. Der ORF tobt und will dagegen durch alle Instanzen gehen. Hier steht der Bescheid der Behörde
UPDATE
Ab 1. Oktober 2010 ist die Medienbehörde KommAustria
*eine Kollegialbehörde mit fünf Mitgliedern: Michael Ogris (bisher Behördenleiter, nun Vorsitzender), Florian Philapitsch (Stellvertreter wie bisher), Martina Hohensinn, Susanne Lackner und Michael Truppe
*von Weisungen unabhängig gestellt
Mehr dazu hier.
Bis zum ORF-Gesetz 2010 und dem neuen KommAustria-Gesetz erste Instanz für Beschwerden über den ORF, etwa zum Objektivitätsgebot. 2010 wird die neue Medienbehörde Kommaustria mit fünf Mitgliedern zur ersten Instanz auch für den ORF, der Bundeskommunikationssenat zur zweiten.
UPDATE 1. Jänner 2013 Gerhard Riedler tritt seinen Dienst als Mediaprint-Geschäftsführer an, zuständig für Anzeigen und Vertrieb der Krone. Er führte bisher die RTL-Vermarktung in Österreich (IP Österreich), an der die Krone 50 Prozent hält. Riedler wird zunächst auch Prokurist der Krone, er dürfte von Langzeitgeschäftsführer Wolfgang Altermann auch das Management der Krone übernehmen. In dieser veränderten Struktur der Krone-Kurier-Tochter Mediaprint ist Kurier-Geschäftsführer Thomas Kralinger nun für Anzeigen und Vertrieb der Kurier im Mediaprint-Management zuständig.
UPDATE 1. Oktober 2012 Mitgesellschafter WAZ beruft Georg Wailand zum zweiten “Krone”-Chefredakteur neben Christoph Dichand, offenbar zu dessen Missfallen. Ein Schiedsgericht sprach ihr das Recht zu, das nächste im Streit der “Krone”-Gesellschafter läuft sich da gerade warm. Wailand ist seit 1971 bei der “Krone”, seit 1974 Wirtschaftschef, seit 1991 Vize-Chefredakteur. Ihm gehört zudem das Wirtschaftsmagazin “Gewinn”.
Update 15. November 2011: Die Mediaprint gibt ihren Einstieg beim VWZ-Verlag des Wiener Bezirksblatt bekannt, wie bei den Gratisblättern des NÖ Pressehauses mit 24,9 Prozent, in der Hoffnung, unter 25 Prozent würden die Wettbewerbsbehörden nicht näher hinsehen. Der VWZ-Verlag gehört dem Echo Medienhaus, und das dem der Wiener SPÖ zuzurechnenden Verein der Wiener Arbeiterheime.
September 2011: Die Mediaprint gibt – nach Einwänden der Wettbewerbsbehörde gegenüber ihrem ersten Anlauf – nun den Einstieg bei den Gratiszeitungen des Niederösterreichischen Pressehauses mit 24,9 Prozent bekannt. Die Behörde will dennoch Einblick in die Verträge, um bestimmenden Einfluss herauszufinden.
UPDATE Schleusen auf für Zeitungsgewinnspiele und Beigaben: Dem EU-Gerichtshof ist das österreichische Wettbewerbsrecht für Zeitungen, das Kaufzwang für die Beteiligung etwa an Gewinnspielen untersagt, in einer Vorabentscheidung für ein Verfahren Mediaprint gegen “Österreich” als zu streng an. Die Entscheidung C-540/08 erging am 9. November 2010. Mehr
Update:
Update: WAZ bläst geplanten Verkauf ihrer Krone-Anteile im August 2009 wieder ab
Update: .
Update: WAZ bestätigt geplanten Verkauf ihrer _Krone_Anteile
Updates: Gewinn sinkt 20007/8 weiter +++ Ende des gemeinsamen TV-Magazins
Update: – ein Angriff auf die Krone.
UPDATE
Media Broadcast, Lizenzinhaber für den DVB-H-Multiplex in Österreich und seit Mitte 2008 mit dem Dienst on air, kündigte mit Ende 2010 die Verträge mit den Mobilfunkbetreibern Orange, 3 und Mobilkom über das Handyfernsehen, das offenbar nur wenige Tausend genützt haben. Begründung für den überschaubaren Erfolg: Zu früh dran, zuwenig Auswahl bei Endgeräten.
UPDATE
Mehr als 600 Millionen Euro Miese zwingen die Mecom Group von David Montgomery im Jänner 2009, ihre deutschen Zeitungen (Berliner Zeitung, Berliner Kurier, Hamburger Morgenpost, Netzeitung und das Berliner Stadtmagazin tip) für 152 Millionen Euro an den Kölner Verlag DuMont Schauberg zu verkaufen, der Synergien mit seiner Frankfurter Rundschau sucht.
UPDATE
Das Niederösterreichische Pressehaus (NÖN) verkaufte im Dezember 2009 seine 51 Prozent am Verlag LW, der Titel wie Universum Magazin, Sportzeitung und Vinaria herausgibt. Manager Erwin Goldfuß stockte seine 49 Prozent auf 100 auf.
UPDATE September 2011: Die Leykam Holding übernimmt die insolvente Druckerei Goldmann.
UPDATE Die Leykam verkauft ihre steirischen Lokalradios (u.a. Radio Graz) im Sommer 2010 dem NRJ-Konzern.
UPDATE Der steirische SPÖ-Chef Franz Voves kündigt im Sommer 2009 an, er lasse die parteieigene Zukunft Privatstiftung auflösen, der auch wesentliche Anteile am Druckriesen Leykam gehören. Anlass: Die Finanzbehörden akzeptieren die Stiftung nicht als gemeinnützig. Damit entfällt auch die jahrelang geltend gemachte Steuerschonung. Der entsprechende Politwirbel lässt Voves die Notbremse ziehen.
UPDATE 1. August 2010: Helmut Brandstätter wird ohne Zeitungserfahrung Kurier-Chefredakteur. Brandstätter war schon “Report”-Chef im ORF, Geschäftsführer des deutschen Nachrichtensenders n-tv und für einige Monate Gründungsgesellschafter und -geschäftsführer von Puls TV, zuletzt Kommunikationsberater. Seine Agentur BBC verkauft er Wolfgang Rosam. Der bisherige Kurier-Chefredakteur Christoph Kotanko leitet künftig die Aktivitäten für digitale Lesegeräte bei der Zeitung.
Update: WAZ bläst geplanten Verkauf ihrer Krone-Anteile im August 2009 wieder ab
Update: WAZ bestätigt geplanten Verkauf ihrer _Krone_Anteile
Update: Der Kurier darf im ersten Quartal 2009 ein eigenes Fernsehmagazin mit Elektronik-Teil und ein Sonntagsmagazin für Reise, Wellness, Gesellschaft, Kino, Kultur starten. Ein Gegengeschäft mit Mediaprint-Partner Krone, die Live zu ihrem Freitagsfernsehsupplement mit Gesellschaft, Mode & Co. macht. Mehr dazu unter . Ein für Frühjahr geplantes, zusätzliches _Kurier_Farbmagazin für den Sonntag wird (offiziell) vorerst auf Herbst verschoben.
Aktuelle Reichweitendaten der Media-Analyse finden Sie, sofern der Titel dort vertreten ist, hier
UPDATE
Ab 1. Oktober 2010 ist die Medienbehörde KommAustria *eine Kollegialbehörde mit fünf Mitgliedern: Michael Ogris (bisher Behördenleiter, nun Vorsitzender), Florian Philapitsch (Stellvertreter wie bisher), Martina Hohensinn, Susanne Lackner und Michael Truppe *von Weisungen unabhängig gestellt
Mehr dazu hier.
Bis zum ORF-Gesetz 2010 und dem neuen KommAustria-Gesetz erste Instanz für Beschwerden über den ORF, etwa zum Objektivitätsgebot. 2010 wird die neue Medienbehörde Kommaustria mit fünf Mitgliedern zur ersten Instanz auch für den ORF, der Bundeskommunikationssenat zur zweiten.
UPDATE Schleusen auf für Zeitungsgewinnspiele und Beigaben: Dem EU-Gerichtshof ist das österreichische Wettbewerbsrecht für Zeitungen, das Kaufzwang für die Beteiligung etwa an Gewinnspielen untersagt, in einer Vorabentscheidung für ein Verfahren Mediaprint gegen “Österreich” als zu streng an. Die Entscheidung C-540/08 erging am 9. November 2010. Urteil hier
UPDATE: – ein Angriff auf die Krone.
UPDATE
23. Jänner 2013 Dietmar Wassermann, schon in vielen Branchen von Spielgemeinschaften bis Finanzen und nun in der Vermarktung von Elektrozigaretten zugange, hat 75 Prozent der Kärntner Tageszeitung übernommen. 25 Prozent hält noch Werbe- und Immounternehmer Hansjörg Berger, der die Regionalzeitung von der Kärntner SPÖ übernommen hat.
13. Oktober 2010: Die SPÖ gibt ihre letzten 45 Prozent an der Kärntner Tageszeitung ab. Der Kärntner Werbe-Unternehmer Hansjörg Berger übernimmt sie wie den 45-Prozent-Anteil von Chefredakteur Ralf Mosser, die übrigen zehn Prozent hielt Berger bereits. Damit gibt es nur noch eine Partei-Tageszeitung: das oberösterreichische Volksblatt der ÖVP.
Aktuelle Reichweitendaten der Media-Analyse finden Sie, sofern der Titel dort vertreten ist, hier
Seit März 2006 Professor für Journalistik am Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Uni Salzburg.
Studierte Publizistik, Psychologie und Politikwissenschaft in Wien und Berlin, promovierte 1978, habilitierte 1990 in Wien über “Die Computerisierung des Zeitungmachens”. Ab 1978 freiberuflicher Wissenschafter, ab 1981 Lehrbeauftragter an der Uni Wien, 1980 bis 1996 angestellter Berater des ÖGB für Beschäftigte in Medien. 1996 bis 2006 Vertrags-, Vertretungs- und Gatsprofessuren an den Unis Wien, Erfurt und Pretoria.
Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kommunikationswissenschaft, des Forschungsinstituts Mediacult, kooptiertes Präsidiumsmitglied der Journalistengewerkschaft etc.
Seit Februar 2002 Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe für den Gesellschafterstamm Brost.
Gelernter Fernmeldetechniker, im zweiten Bildungsweg Diplom Sozialwissenschaft. 1979 bis 1981 SPD-Landesgeschäftsführer in Nordrhein-Westfalen, 1990 bis 1998 Landtagsabgeordneter, 1991 bis 1998 Geschäftsführer von Preussag/Salzgitter-Gesellschaften (Stahl), 1998/1999 Kanzeramtsminister, 1999 bis 2001 EU-Sonderkoordinator des Stabilitätspakts für Südosteuropa. Die Balkan-Kontakte aus der Zeit kommen ihm bei den WAZ-Geschäften in der Gegend gelegen.
Krone Kurier Mediaprint
UPDATE
Dieter (von) Holtzbrinck führte bis 2006 den deutschen Verlagsriesen Holtzbrinck, sein Vize damals: Michael Grabner, Medienprofi aus Österreich. 2006 übergab Holtzbrinck den Familienkonzern und seine Leitung an seinen jüngeren Halbbruder Stefan. Für Dieters Anteil sollte Georg laut Süddeutsche Zeitung insgesamt 600 Millionen Euro überweisen, 200 Millionen sofort, den Rest später in Jahresraten von etwa 30 Millionen Euro. Statt der noch offenen unter 350 Millionen Euro holte sich Dieter 2009 die wesentlichsten Printtitel des Verlagskonzerns zurück: er übernahm mit 1. Juli 2009 die Handelsblatt-Gruppe (mit Handelsblatt, Wirtschaftswoche), den Berliner Tagesspiegel plus 50 Prozent an der Hamburger Zeit, die anderen 50 blieben bei Georg. Und wer tritt wieder an, um bei Handelsblatt & Co. kräftig zu sparen, die Rede ist von einem Fünftel der Jobs, rund 150 in absoluten Zahlen? Michael Grabner. Er verkleinert das Handelsblatt auch gleich mit 2. November auf Tabloidformat.
Am 4. Mai 2009 erscheint die letzte Ausgabe der Schweizer Gratistageszeitung .ch, mehr dort.
Bevollmächtigter und (bis 2010 quasi im Turnus) Sprecher der (zerstrittenen) WAZ-Gesellschafter Funke, die gemeinsam 50 Prozent an dem Essener Medienkonzern halten. Friedensverhandler mit Krone-Chef Hans Dichand, insbesondere nach dem Tod von WAZ-Boss und Dichand-Erzfeind Erich Schumann im Jänner 2007.
Holthoff-Pförtner ist Adoptivsohn von Gesellschafterin Gisela Holthoff. Als Rechtsanwalt mit Kanzlei in Essen und Berlin vertritt Holthoff-Pförtner unter anderem den ehemaligen deutschen Kanzler und CDU-Chef Helmut Kohl.
Siehe auch:
Kurier
Mediaprint
Rundfunkrechtler, seit 1. Jänner 2011 Mitglied des Verfassungsgerichtshofs. Holoubek gehörte – bis Ende 2010 – allen
bisherigen Medienbehörden von der Regionalradiobehörde bis zum Bundeskommunikationssenat an, war seit Frühjahr 2008 Vizerektor der Wiener Wirtschaftsuni. Wird tendenziell der SPÖ zugeordnet.
Medienberater und 2007/2008 noch Gesellschafter der Oberösterreichischen Rundschau, die er von seinem früheren Arbeitgeber, der Verlagsgruppe Passau, übernommen hat und 2008 an die Moser Holding weiterreicht. Der Deal läuft über seine Lancelot Hirtreiter Unternehmensberatung. Hirtreiter ist auch mittelbar beteiligt am regionalen oberösterreichischen Privatfernsehkanal LT1. Er scheint als Geschäftsführer der Euro-Druckservice AG mit Beteiligung von Raiffeisen Oberösterreich im Firmenbuch auf.
Hirtreiter war als Geschäftsführer der Verlagsgruppe Passau von 1988 bis 2003 Motor deren dampfwalzenartigen Expansion nach Oberösterreich, Tschechien, Slowakei und Polen, wo er Regionalblatt um Regionalblatt übernahm.
Seit 1. Juli 2000 Vorsitzender der Geschäftsführung des Kabelriesen UPC Austria. Kaufte munter inode, Priority Telecom und Telesystem Tirol dazu.
Hintze studierte Elektrotechnik an der Technischen Uni Wien, trägt den Titel Diplomingenieur. Begann 1981 in der Entwicklungsabteilung der Kapsch AG. Als Leiter der ISDN-Entwicklung begleitete er etwa die Einführung dieses Datenübertragungsstandards in Österreich. 1988 bis 1990 bei Nixdorf Computer, von 1990 bis 2000 leitete er das Geschäftsfeld Datendienste/Firmennetze bei der Datakom Austria. Seit Juli 2000 Chef der UPC.
Chairman im Beirat der Webster University in Wien, “Visiting Professor” an der Donau Uni Krems, Lehrtätigkeit seit 1996, Aufsichtsrat in mehreren Gesellschaften.
UPDATE
5. Mai 2012: Im Firmenbuch offenbart “Heute” nun seine wahre Eigentümerin – eine von Eva Dichand gestiftete Pluto Privatstiftung hält 74 Prozent (bisher schien die Fidelis GmbH auf, die war seit 2005 Treuhänderin). Begünstigte: Eva Dichand und ihre gemeinsamen Kinder mit dem “Krone”-Gesellschaftervertreter und -Chefredakteur Christoph Dichand.
14. Februar 2011: Heute-Herausgeberin Eva Dichand trennt sich von Chefredakteur Richard Schmitt und begründet das mit seinem Führungsstil. Aber auch zwischen den beiden dürfte die Chemie schwierig gewesen sein. Nachfolger ab März: Wolfgang Ainetter, Jahrgang 1971, zehn Jahre bei News, seit 2005 bei Bild, dort zuletzt mit seinem laut Ministerium nicht genehmigten Interview mit Josef F. im Gefängnis aufgefallen. Schmitt checkt wenige Wochen später wieder bei der “Krone” ein, von der er zu “U-Express” und später “Heute” gekommen war.
UPDATE
Erste Reichweiten der Media-Analyse für Heute: 35 Prozent Reichweite für das Gratisblatt unter Eva Dichand in Wien, 40,3 Prozent für die Krone unter Schwiegervater Hans Dichand in der Hauptstadt. Gemeinsam, bereinigt um Doppelleser: 59 Prozent der Wiener Bevölkerung ab 14 Jahren, 843.000 Leser. Österreich schafft in dieser MA 2008/9 23,2 Prozent. In Niederösterreich kommt Heute auf 10,3 Prozent Reichweite, in Oberösterreich auf 3,4 Prozent.
Erste ÖAK-Zahlen für Heute im August 2009: Die Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) veröffentlicht erstmals Daten für die von Eva Dichand geführte Gratiszeitung. Druckauflage gesamt im ersten Halbjahr: 481.977, davon im Gratisvertrieb 472.750 Stück. Für Wien druckt sie laut ÖAK 335.351 Stück, im Gratisvertrieb 331.520 Exemplare.
Wer weist plötzlich mit demselben Berichtsband keine Daten für Wien mehr aus? Wolfgang Fellners Österreich. Wer verkündet am Tag der ÖAK-Veröffentlichung, er erhöhe die Druckauflage nun auf 506.000 Stück – von bis dahin im Wochenschnitt Montag bis Samstag 306.345 Stück? Genau. Im zweiten Halbjahr 2008 druckte Österreich übrigens für Wien 178.622 Exemplare. Und, vielleicht zum Vergleich mit den Heute-Werten: Im zweiten Halbjahr 2008 ging Österreich in Wien gratis 93.962mal weg, zusammen mit den 36.476 verkauften und 31.552 großverkauften Exemplaren machte das insgesamt 161.990 abgesetzte und verkaufte Exemplare. Die verkaufte Auflage von Österreich sank vom ersten Halbjahr 2008 auf das erste 2009 um 23.963 auf 143.340 Stück.
Papa Dichand wird’s schon richten, und das Live: Die Mediaprint nimmt den Eigentümern von Heute am 5. Dezember 2008 Live (konkret: die FF Zeitschriftenverlags GmbH, ab, also Eva Dichands Gratismagazin, das wirtschaftlich nie abhob.
Sie macht daraus eine Freitagbeilage der Krone (ab Weihnachten 2008 für Wien, Niederösterreich, Burgenland, ab Ende Februar 2008 dann für ganz Österreich) mit Fernsehprogramm, bei der gigantischen Krone-Auflage auch ein gigantischer wirtschaftlicher Aufwand. Ziel: Anzeigen aus Mode, Kosmetik und verwandten Branchen abräumen, eine Domäne von Mediaprint-Geschäftsführer Franz Prenner. Andreas Dressler bleibt Geschäftsführer, Nadia Weiss Chefredakteurin.
Der Kurier darf im Gegenzug ein eigenes Fernsehprogramm für Freitag entwickeln, in das er auch den Techno-Kurier für Elektronik integriert, zudem ein Sonntagsmagazin für Reise, Wellness, Gesellschaft, Kino, Kultur.
UPDATE
Mehr als 600 Millionen Euro Miese zwingen die Mecom Group von David Montgomery im Jänner 2009, ihre deutschen Zeitungen (Berliner Zeitung, Berliner Kurier, Hamburger Morgenpost, Netzeitung und das Berliner Stadtmagazin tip) für 152 Millionen Euro an den Kölner Verlag DuMont Schauberg zu verkaufen, der Synergien mit seiner Frankfurter Rundschau sucht.
Seit Jänner 2010 mit Societyformat “Chili” im ORF, nach überschaubarem Erfolg, Verurteilung durch den Bundeskommunikationssenat wegen Unterbrecherwerbung und Sommerpause im Herbst auf neuem Sendeplatz. Dreijahresvertrag kolportiert.
UPDATES
1. März 2012 ProSiebenSat.1 kündigt den Kauf von Austria 9 an – soll künftig mit Puls 4 und Frauensender des Konzerns (Sixx) zusammenspielen.
UPDATE
Josef Andorfer und seine Andmann Holding, beide mit Sitz in Baar/Schweiz haben – Stand Oktober 2010 – alle Anteile an Austria 9 übernommen.
Seit dem Start am 12. Dezember 2007 ging es munter hin und her mit den Beteiligungen und Beteiligten: Im Oktober 2009 meldet der “Kontakter”, der deutsche Verlagsriese Burda (Bunte, Focus; konkret: die Hubert Burda Media) hat seine Anteile am österreichweiten Privatsender Austria 9 seit Sendestart von 51 anfangs auf 87,2 Prozent aufgestockt. Mit der Kapitalerhöhung ist offenbar voerst Schluss mit Kohle aus Deutschland, schreibt der Branchendienst. Burda wolle nicht mehr investieren, der Sender suche einen Investor, könne Anlaufverluste krisenbedingt nicht ausgleichen. Die Rede sei von fehlenden 7 Millionen Euro.
Im Dezember 2009 steigt Burda aus, und mit ihm die übrigen Gesellschafter bis auf zwei: Geschäftsführer Conrad Heberling, früher Josef Andorfers Presse- und Marketingmann bei RTL II, stockt seine Beteiligung auf 51,5 Prozent auf, Andorfers Andmann Holding auf 48,5.
Im Oktober 2010 hat Heberling seine Anteile laut Firmenbuch Andorfer abgegeben, er scheint nun nur noch als Prokurist auf, Andorfer als Geschäftsführer.
BIO
Langjähriger Wegbegleiter von Josef Andorfer von RTL 2 bis zum heimischen Konservensender Austria 9.
| Ab 1. September 2007 | Geschäftsführer und Gesellschafter (10 Prozent) von Austria 9 |
| April 2005 bis August 2008 | CEO der Dori Media-Gesellschaften in Zürich für Entwicklung/Produktion/Merchandising von Telenovela-Kanälen |
| 1998 bis März 2005 | Marketing- und Kommunikationschef von RTL 2 unter Andorfer in München |
| 1985 bis 1998 | Konzernsprecher, Investor Relations, Marketingchef AMI in Graz, dann AMS Austria, dann AMS International (von Unterpremstätten bis Pretoria) |
Studierte Kommunikationswissenschaften an der Uni Wien, dissertierte über Massenmedien und Sozialisation von Jugendlichen, forschte laut Lebenslauf an der Uni in Carbondale, USA. Hat eine Gastprofessur in Kassel (Humanwissenschaften in Medienökonomie, sagt CV). Heberling verweist auch auf mehr als 30 Veröffentlichungen von der kommunikationswissenschaftlichen Analyse von Popstars über Telenovelas und Innovations- und Zeitmanagement bis zum einem Buch, offenbar über das Spektrum Unterpremstättens vom Schloss, Ritterturm und Ordenshaus bis zum High Tech Center.
Verheiratet, zwei Kinder.
Wurde wegen eigener politischer Blau- bzw. Orangeäugigkeit 2006/7 doch nicht Hörfunkdirektor des ORF; aber immerhin seit Anfang 2007 Direktor des ORF-Landesstudios Kärnten.
Er gab im Sommer 2006 öffentlich zu Protokoll, dass der damalige Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) „Postillon d’amour“ für seine Nominierung zum Hörfunkdirektor spielte. Daraufhin war mit Haslitzer im Team für Alexander Wrabetz keine Mehrheit mehr im Stiftungsrat möglich, weil sich zuviele Räte gegen ihn quer legten. So musste der damalige Kärntner Landesdirektor Willy Mitsche als Radiodirektor nach Wien. “Dein Willy geschehe”, witzelte die APA damals Richtung Kärnten. Mehr unter ORF (ORF und Politik).
Langjähriger Magazinmanager (Orac, trend/profil, Verlagsgruppe News), mit Ende September aus der operativen Geschäftsführung der News-Gruppe ausgeschieden, nun als Generalbevollmächtigter des Magazinkonzerns unter anderem Präsident des Trägervereins der Media-Analyse.
| Februar 2001 bis Ende September 2008 | Geschäftsführer der Verlagsgruppe News |
| Ab 1997 | Vorstand der Kurier-Zeitschriftenholding ZVB, Geschäftsführer der Wirtschaftstrend GmbH (trend/profil-Verlag), Orac) |
| Ab 1995 | Geschäftsführer Wirtschaftstrend GmbH (trend/profil-Verlag) |
| Ab 1988 | Geschäftsführer und Minderheitsgesellschafter Orac-Verlag (Recht/Steuern/Finanzen), Alleingeschäftsführer Orac Zeitschriftenverlag (Auto-Revue, Yacht-Revue, Gusto, Pferde-Revue, Golf-Revue, Buehne; gehörte ab 1990 mehrheitlich und seit 1998 ganz im Eigentum der Kurier-Tochter ZVB; Funktion bis 3/1995 und dann wieder ab Anfang 1997) |
| Ab 1972 | Verlagsleiter im Verlag Orac (1988 aufgespalten in zwei Bereiche, siehe oben) |
| Ab 1971 | Chefredakteur der Zeitschrift “Organisation & Betrieb” im Verlag Orac |
| 1966 bis 1970 | Studium spezielle BWL: Werbung und Marktforschung, Abschluss Diplomkaufmann; Diplomarbeit über “Werbewert unentgeltlicher Zeitschriften”; parallel Wirtschaftsredakteur der Finanznachrichten des renommierten Wirtschaftspublizisten Horst Knapp |
Verheiratet, zwei Kinder aus erster Ehe.
UPDATE
Media Broadcast, Lizenzinhaber für den DVB-H-Multiplex in Österreich und seit Mitte 2008 mit dem Dienst on air, kündigte mit Ende 2010 die Verträge mit den Mobilfunkbetreibern Orange, 3 und Mobilkom über das Handyfernsehen, das offenbar nur wenige Tausend genützt haben. Begründung für den überschaubaren Erfolg: Zu früh dran, zuwenig Auswahl bei Endgeräten.
UPDATE
Neuer Vorstandschef seit 6. Jänner 2009: Bernd Buchholz (statt Bernd Kundrun).
Buchholz ist damit auch neuer Oberboss der Verlagsgruppe News, an der dem größten europäischen Magazinverlag 56,025 Prozent gehören.
Die Erbin des Textilmultimillionärs Leopold Böhm rettete als Marketingmitarbeiterin von Puls 2004 den Start und Betrieb des Wiener Stadtsenders, als dem Projekt schon vor Sendebeginn Gesellschafter um Gesellschafter abhanden gekommen war.
Erst im November 2004, ein halbes Jahr nach dem Start, outet sie sich als die geheimnisvolle stille Gesellschafterin, kolportiert wird ein Investment von 1,5 Millionen Euro ihres vorab erhaltenen Erbes für den Stadtsender. Auf ihr Konto als Marketingfrau von Puls gehen eher eigenwillige Kampagnen wie „Nicht so scheiße, wie du denkst“.
Als ProSiebenSat.1 den Sender im Sommer 2007 übernimmt, hat sie sich längst als Arbeitnehmerin von Puls verabschiedet, nun auch als Gesellschafterin.
Vater Leopold Böhm, der die Textilkette Schöps gegründet und 1989 für rund 60 Millionen Euro verkauft hat, stirbt Anfang April 2007. Sein Vermögen wird auf zumindest 400 Millionen Euro geschätzt.
Heißt seit ihrer Heirat in Chicago im August 2008 Sandra Berkson.
Geschäftsführer des Zeitungsverbands VÖZ seit 6. März 2008, davor von Oktober 2006 bis März 2008 stellvertretender Geschäftsführer dort.
2000 bis September 2006 war Grünberger stellvertretender Bürochef von Medien-Staatssekretär Franz Morak (ÖVP). Der versuchte, Grünberger in den ORF zu bringen, wo er vermutlich die Rolle eines Generalsekretärs übernehmen sollte. Grünberger studierte Kommunikationswissenschaft an der Uni Wien, schloss im Jänner 2004 mit dem Magister ab, Schwerpunkt Medienökonomie.
Privatradiopionier und Geschäftsführer der Rundfunk- und Telekomregulierungsfirma RTR, dem Geschäftsapparat der Medienbehörde KommAustria mit Vertrag bis Mai 2011.
Doktor juris, begann 1971 als Redakteur der Südost-Tagespost in Graz, einer Parteizeitung der steirischen ÖVP. 1976 bis 1979 Innenpolitikredakteur der katholischen Wochenzeitung Die Furche in Wien, damals gerade übernommen von der Styria. Bei dem Grazer Medienkonzern hat Grinschgl danach bis 2001 verschiedene Geschäftsführungsjobs, etwa bei der Grazer Kabel-TV GmbH, der Telekabel Graz und der TV- und Videoproduktion Cinevision.
Ab 1993 bereitet er für die Styria Privatradio vor. Erster Geschäftsführer des ersten legalen Privatradios Antenne Steiermark ab September 1995, deren Frühstart dem ORF hilft, sich doch noch professionell auf den flächendeckenden Angriff der Privatsender 1998 vorzubereiten (Details: Privatfunk).
Seit 1. Juni 2001 Geschäftsführer der RTR, zuständig für Rundfunk.
UPDATE
Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger und Ernst Karl Plech sind 2010/11 mit Telefonabhörprotokollen die besten Marketing-Testimonials für den “Falter”, der an der Uni Anfang 2011 zwei “Lehrveranstaltungen” mit Thomas Maurer, Florian Scheuba und Robert Palfrader organisiert, die mit verteilten Rollen aus den Protokollen lesen, was medienrechtlich noch nicht zitierbar ist.
UPDATE Russ, Grabner, Moser-Erben stellen .ch ein +++ Wem wieviele Prozent gehörten +++ Holtzbrinck war an Bord +++ Grabner wieder Holtzbrinck-Macher
Österreichs Medienwelt von A bis Z zu .ch:
Erste Gratistageszeitung der Schweiz, die ab Mitte September 2007 zunächst ins Haus zugestellt wurde, statt an Haltestellen aufzuliegen wie der Marktführer 20 Minuten. 30 bis 40 Prozent der Anteile halten Österreicher: die Eigentümer der Moser Holding sowie Eugen Russ und Michael Grabner. Die Mehrheit gehörte Sacha Widgorovits, Eigentümer einer PR-Agentur, Partner von SRG-Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre, früher Chefredakteur des Boulevardriesen Blick (Ringier) und 1999 Projektleiter von 20 Minuten. Nach einem Jahr, im Oktober 2008, geht Widgorovits. .ch wird doch nur noch aufgelegt wie die anderen Gratisblätter. Grabner und Russ werden bei .ch aktiver.
Update: Das Ende von .ch
Am 4. Mai 2009 endet das Experiment einer anfangs zugestellten, dann doch verteilten Gratiszeitung “.ch” für die Schweiz. Laut Verlag konnte die Zeitung ihre Leserzahl durch Verteilung auf an die 400.000 verdoppeln, die Anzeigen entwickelten sich aber zu weit unter Plan.
Unter den Investoren waren Eugen Russ (Vorarlberger Medienhaus), Michael Grabner (oe24.at, Raiffeisen-Medienbeauftragter), die Eigentümer der Moser Holding.
Die Beteiligungsverhältnisse
Der Schweizer Journalist referiert im Spätsommer 2009, wer nun im Detail wieviel an .ch gehalten hat. An Bord war, was sich bisher nicht bis Wien herumgesprochen hatte, auch der deutsche Verleger
Unter dem Strich ergibt das 33,5 Prozent für österreichischer Investoren, mit dem Deutschen zusammen eine (aus Schweizer Sicht) ausländische Mehrheit von 54 Prozent. Womöglich deshalb machten die Eigentümer so ein Geheimnis aus der Anteilsverteilung. An Schweizer Großinvestoren nennt der Journalist:
UPDATE
UPDATE
Sozialdemokrat Michael Götzhaber sollte laut Deal mit den Unabhängigen von Gerhard Moser am 1. März 2010 die Führung des ORF-Zentralbetriebsrats von Moser übernehmen. Am 1. März tut Moser kund, Götzhaber wolle “aufgrund seiner Arbeits- und Lebenssituation” in Kärnten bleiben. Und wo gerade die ORF-Gremien neu besetzt werden, die Anstalt mitten in Sparprogramm und Umstrukturierung steckt, suche der Betriebsrat “Kontinuität”. Moser, zweifellos der charismatischere Typ der beiden, ist also bis Anfang 2012 Vorsitzender des ORF-Zentralbetriebsrats. Kann freilich als Schlappe für die Sozialdemokraten im ORF gewertet werden.
Bio Nach der HTL kam Götzhaber 1988 als technischer Assistent zum ORF Kärnten, 1989 Produktionstechniker, 1990 Messtechniker Hörfunk/Fernsehen, 1991 “1. Messtechniker” im Landesstudio, 1996 Betriebsrat in Kärnten, ab 1999 dort Betriebsratschef, seit 2002 im Zentralbetriebsrat, seit 2004 auch als Vertreter des Zentralbetriebsrats im ORF-Stiftungsrat. 2003 IT-Koordinator des Landesstudios, 2007 wurde er (nach der Wahl von Wrabetz zum ORF-General) Leiter des Investitionsmanagements der technischen ORF-Direktion in Wien, wollte aber seine Betriebsratsbasis im Landesstudio Kärnten nicht aufgeben und ging also 2008 dorthin zurück – als Leiter des technischen Betriebs dort.
UPDATE September 2011: Die Leykam Holding übernimmt die insolvente Druckerei Goldmann.
UPDATE:
Der Standard verlässt mit Jahreswechsel 2009/10 die Tullner Druckerei Goldmann und druckt bei der Mediaprint. Hintergrund waren offenbar vorübergehende Probleme der Druckerei mit Bankgarantien, die Mediaprint dürfte zudem ein günstiges Angebot gemacht haben. Die Druckerei kündigt in den folgenden Monaten Dutzende Beschäftigte.
Aktuelle Reichweitendaten der Media-Analyse finden Sie, sofern der Titel dort vertreten ist, hier
UPDATE
Das Niederösterreichische Pressehaus (NÖN) verkaufte im Dezember 2009 seine 51 Prozent am Verlag LW, der Titel wie Universum Magazin, Sportzeitung und Vinaria herausgibt. Manager Erwin Goldfuß stockte seine 49 Prozent auf 100 auf.
Februar 2013 Reinhold Gmeinbauer (Ex-Presse) und Horst Pirker (Saubermacher AG, davor Styria und Red Bull Media House) starten ihre Magazinholding Medecco: Sie übernehmen die Architektursparte des Springer Verlags (Architektur aktuell, Kunst und Kirche, Bücher), das Kunstmagazin Parnass und das politische Monatsmagazin Datum (zu 50 Prozent).
Hemdsärmeliger Geschäftsführer der Presse bis 2012.
Begann 1980 als Chemielaborant, wurde 1984 Polizeibeamter, 1990 Verkaufsleiter eines Verlags namens MediaMix, 1995 Verkaufs- und Marketingleiter sowie Gesellschafter bei Event Media, Oktober 1996 bis Juni 1997 Verkaufsleiter beim Agenturhaus mit Styria-Beteiligung, bei der er sich fürderhin beruflich umtut: ab Juli 1997 als Verkaufs- und Marketingleiter der Gratiszeitung Grazer Woche, ab Juli dort als Geschäftsführer. Ab 2002 ist er Geschäftsführer der Wochenzeitungsholding der Styria. Seit März 2004 einer der Geschäftsführer der Presse, seit Oktober 2005 steht er der Geschäftsführung vor.
Verheiratet, eine Tochter.
Geschäftsführer der WAZ-Magazintochter Gong Verlag in München.
Gestaltete mit 16 mit Chris Radda Schülerzeitungen, werkte wie der und sein jüngerer Bruder Alexander Geringer für die “Musicbox” von Ö3. Gründungsmitglied von Fellners Basta (startete 1983), ging 1984 im Streit. Zurück zu Ö3 als Verantwortlicher der Phone-In-Sendung “Freizeichen”. 1986 gemeinsam mit Andi Dressler Chefredakteur des Wiener, 1987 stellvertretender Chefredakteur beim deutschen Wiener (Bauer Verlag). 1988 Bauer-Verlag in Hamburg, Chef der Entwicklungsabteilung, 1990 erschien das von ihm mit entwickelte TV Movie”, später _TV klar. Geringer wurde zum Verkaufsleiter für fünf Programmzeitschriften bei Bauer. 1997 als Geschäftsführer zum Münchne Gong-Verlag (“erstes Jahr reines Krisenmanagement). Gong war übrigens auch Gesellschafter des österreichischen Metro-Verlags (damals Wiener, Wienerin, Skip) der mit seinen Titeln 2001 in der ET Multimedia landete, an der sich die deutschen Gong-Gesellschafter Sebaldus beteiligten. Am 2. April 2001 wurde Geringer Vorstandschef der Magazinholding ET Multimedia. Mit deren Übernahme durch die Styria schied Geringer dort am 30. Juni 2004 wieder aus, die Styria macht daraus die Styria Multi Media. Geringer wird wieder Gong-Geschäftsführer.
Eigentümer (99,6 Prozent) der Ahead Mediaberatung (gegründet 1995), die Magazine wie Home und seit Frühjahr 2008 flair (eine Lizenz von Mondadori) herausgibt.
Begann sein Medienwirken 1982 bis 1985 bei den Ö3-Magazinen Musicbox und Zickzack. Mitbegründer. 1986 bis 1988 werkt er für den Wiener.
Gesellschafter und Chefredakteur (Diva von 1989 bis 1995, Ego von 1991 bis 1995) bei Radda & Dressler, wo er 1995 nach dem Flop von Ego Deutschland ausscheidet.
Mitbegründer der Londoner Konsumbibel Wallpaper.
Machte sich mit Ahead, Home, Kundenmagazinen & Co. selbstständig.
Seit Mitte 2006 Vorstand der Wirtschaftsblatt AG im Besitz der Styria. Seit Juni 2010 Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ).
Doktor phil. (Kommunikationswissenschaft), 1977 bis 1979 als Assistent der Geschäftsführung bei der Presse, wechselte 1979 bis 1991) zur Styria (Werbe- und Marketingleiter, Verlagsleiter, stellvertretender Verlagsdirektor). 1992 bis 1996 ist er verlegerischer Geschäftsführer der Zeitungsgruppe Südkurier (Konstanz) der deutschen Verlagsgruppe Holtzbrinck. 1996 bis 1998 Geschäftsführer der Zeitungsgruppe Münchner Merkur/tz. 1999 bis 2001 ist Gasser für Holtzbrinck Geschäftsführer der Zeitungsgruppe Mainpost in Würzburg. Von Juli 2001 bis Juni 2003 wird er Geschäftsführer des Süddeutschen Verlags, in der Krisenzeit nach dem Platzen des New-Economy-Hypes. 2003 bis Mai 2006 freiberuflicher Medienberater, nämlich von April 2004 bis Mai 2005 Projektleiter für den Start der Styria-Billigzeitung 24sata in Kroatien, danach bis Mai 2006 hilft er der Styria bei der Restrukturierung der frisch übernommenen Styria Multi Media (davor ET Multimedia), aus der die Styria das Wirtschaftsblatt herauslöst. Im Juni 2006 wird er dessen Vorstand.
Seit August 2007 Geschäftsführer des Red Bull Media House (Red Bull TV), war 2002 bis Ende 2006 technischer Direktor des ORF.
Gall lernte 1984/85 Radio- und Fernsehtechniker und Tonmeister in München und London. 1985 bis 1987 freiberuflicher Tonmeister, Musikproduktionen und Studioumbau des MCM Musik- und Schallplatten-Verlags in München. 1987 bis 1988 Planer und Geschäftsführer der ersten privaten Tontechnikerschule in Österreich (SAE). 1989 bis 1991 Vize-Cheftechniker der Antenne Bayern. 1991 und 1992 technischer Leiter bei 104.6 RTL in Berlin.
Ab Dezember 1992 betrieb Gall die Beratungsfirma Mondocom GmbH in München und Wien mit Kunden wie Antenne Bayern, das Schweizer Radio DRS, Bayrischer Rundfunk, BLR Radiodienst, Radio L in Liechtenstein. Über die Mondocom leitete Gall Planung und Realisierung des Ö3-Hauses in Wien-Heiligenstadt und ab 1998 die Technik von Ö3. Zudem richtete er dem ORF zehn Schnellreportagewägen ein. 2001 entwickelte er das Reportagegerät “Pocketrecorder” als Weiterentwicklung eines handelsüblichen Handheld-Computers. Ab März 2002 war Gall (bis 2006) technischer Direktor des ORF, dem er im Zuge seines Engagements auch die Mondocom verkaufte, für deren Beauftragung er als Direktor zuständig wurde.
Verheiratet, ein Sohn.
UPDATE
Was kostet die Neuverfilmung des “Besuch der alten Dame” mit Christiane Hörbiger für ARD und ORF (lief 2008)? Laut RTR zahlte der ORF 380.000 Euro, die ARD 1,45 Millionen Euro und der Fernsehfonds Austria steuerte stolze 500.000 bei.
Eines von 16 Kindern des Wiener phantastischen Realisten Ernst Fuchs, dessen Museum Anni Trager-Fuchs managt; ehemaliger Geschäftsführer des privaten Fernsehsenders ATV, bewirbt sich 2008 als Geschäftsführer und Gesellschafter (10 Prozent) der Mobile Infrastruktur GmbH mit Bundesländerverlagen um die Lizenz für Handyfernsehen (DVB-H). Zum Zug kommt indes Media Broadcast.
Fuchs schrieb als Freelancer ab 1984 Motorstories für die Kronen Zeitung und den Wirtschaftsverlag. 1986 Gründungsmitglied von Kurt Falks Boulevardwochenblatt Ganze Woche, zunächst Politikredakteur, ab 1988 Politik- und Wirtschaftschef, ab 1990 beteiligt er sich an Konzept, Marketing, Verkauf von Falks Tageszeitung täglich Alles. Ab 1991 ist er Verlagsdirektor und Werbechef beider Falk-Blätter.
1993 bis 1999 werkt Fuchs in Köln für RTL (unter dem Österreicher Helmut Thoma), zunächst als Pressechef, ab 1995 in der Chefredaktion. 1999 wird Fuchs Geschäftsführer von ATV und verantwortet dort den ersten bundesweiten Start – noch ohne Antennenlizenz über Kabel und Sat.
Ab 2003 ist Fuchs Geschäftsführer der Ernst Fuchs Werkvermittlung GmbH, die seinen Vater und sein Oeuvre managt. Ab 1997 ist er Geschäftsführer der Styria-Projektgesellschaft Rockradio Broadcasting GmbH, die sich unter anderem (erfolglos) um die Wiener Privatradiolizenz 98,3 (Superfly) bewirbt, aber in Steyr zum Zug kommt. Über das Businessmodell Rockradio hat er 2006 seine Master Thesis an der Wiener Imadec-Privatuni geschrieben.
Wie beim Rockradio tritt Fuchs auch bei der Mobile Infrastruktur mit dem Medienanwalt Michael Krüger Ende 2007 um die Lizenz für Handy-TV an.
Er scheint im Firmenbuch auch als Geschäftsführer des Telefonie-Dienstleisters Tellmore auf, die auch den ehemaligen GGK- und AZ-Manager Alexander Lonyay an Bord hat.
Fuchs hat eine Pilotenlizenz (1998-2001 an der Air Desert Flight School in Los Angeles erworben).
Langjährige Weggefährtin von Wolfgang und Uschi Fellner, führt seit Anfang 2006 nach Uschis Abgang zu Österreich die News-Cash-Cow Woman und startete, dort ebenfalls als Chefredakteurin (bis 2008), im September 2007 den Hochglanztitel 1st für den Magazinkonzern.
Ab 1988 beim Rennbahn Express, schrieb auch für Basta aus dem Hause Fellner. 1993 zu News, 1994 Chronikressortchefin, 1999 Abschied von der News-Gruppe.
2001 holt sie Fellner zurück in die Woman-Chefredaktion. Ist „in zehn Jahren sicher nicht mehr bei Woman_“, sagt sie Anfang 2008 mit 40 im _Journalist.
Bücher über „Späte Mütter, frühe Väter” und mit Partner Armin Wolf über Promis in der Politik.
UPDATE zu den Kosten der Marketingschlacht Format/profil vor der Formil-Fusion:
Aktuelle Reichweitendaten der Media-Analyse finden Sie, sofern der Titel dort vertreten ist, hier
Wurde am 21. September 2004 mit damals 35 Jahren Chefredakteur der Tageszeitung Die Presse, wenig später in Styria-Tradition auch Geschäftsführer der Zeitung.
Fleischhacker verordnet dem bürgerlichen Styria-Blatt 2005 einen neuerlichen Relaunch (nach dem gemeinsamen mit Chefredakteur Andreas Unterberger 2003) und widmet die Seite 1 stets einem Schwerpunktthema. Motto damals: „Das seriöse Denkmal Presse muss fliegen lernen.“ Fan der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS), würde gerne ein ähnliches Sonntagsblatt für Österreich machen und arbeitet mit der Presse quasi täglich in diese Richtung. Nur: Auch die FAS sieht vorne aus wie eine Zeitung und widmet sich dort mit einer Vielzahl von Artikeln mehreren Themen.
Fleischhacker demonstriert Lust an Debatte, Provokation und deren Formulierung. Er begleitet Konzernchef und Presse-Herausgeber Horst Pirker regelmäßig auf Studienreisen etwa nach Südkorea/Japan und in die USA.
Fleischhacker besuchte das Stiftsgymnasium in Admont, studierte ab Oktober 1988 Theologie in Graz, nebenbei Germanistik und klassische Philologie. Ab 1990 Mitarbeiter der Kleinen Zeitung der Styria im Ressort Außenpolitik, im April 1991 angestellt. Ab 1994 Redakteur in der Chefredaktion, verantwortlich für Hintergrundseiten und Gastkommentare. 1995 bis 1997 Chef vom Dienst, 1998/99 stellvertretender Chefredakteur und ab Mitte 1998 auch Verlagsleiter für Strategieentwicklung und Neue Medien. Mit 1. Februar 2000 holte ihn Chefredakteur Gerfried Sperl als Chef vom Dienst zum Standard. Kehrte mit 1. Jänner 2002 als stellvertretender Chefredakteur der Presse zur Styria zurück, wo er mit September 2004 den langjährigen Chefredakteur Andreas Unterberger ablöste. Unterberger war Styria-Chef Pirker zu bürgerlich.
Bei der Presse können die Redakteure laut Statut neue Chefredakteure mit Zweidrittelmehrheit ablehnen. Für Fleischhacker stimmten am 20. September 2004 69,1 Prozent der Redaktion.
UPDATE
Der langjährige schwarze ORF-Betriebsratskaiser geht mit 31. Jänner 2011 in Pension.
UPDATE
Seit 2010 Audiovisuelle Mediendienste Richtline (AVMD)
UPDATE
Neuere Daten von September 2008
aus dem Teletest über den Fernsehempfang,
eine Ergänzung zur Grafik “Wer wie fernsieht” im Buch.
Empfang über:
(In Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ab 12 Jahren; **: ausschließlich Antennenempfang)
Update: Im September 2012 stirbt Fritz Fellner, Vater von Wolfgang und Helmuth Fellner mit 89. Nach ihm ist eine der zentralen Familienstiftungen der Brüder Fellner benannt, die auch an der Mediengruppe Österreich über ein paar Zwischenstufen Anteile hält.
UPDATE Februar/März 2012: Wolfgang Fellner geht gegen die Verwendung des bei Hausdurchsungen (unten) beschlagnahmten Materials gerichtlich vor, es unterliege dem Redaktionsgeheimnis. Das verneint das Oberlandesgericht Wien Ende 2011. Aber: Wenig später bestätigt die Staatsanwaltschaft Wien, dass sie die Ermittlungen gegen Wolfgang Fellner eingestellt habe, der Verdacht habe sich nicht erhärtet. Gegen Wolfgangs Bruder Helmuth, in der Familie zuständig für Finanzen, ermittelt sie aber zu diesem Zeitpunkt weiter.
UPDATE Mit 1. März 2010 wird Oliver Voigt Geschäftsführer der Mediengruppe Österreich, er übernimmt formal die Agenden von Wolfgang Fellner, also laut Aussendung verlegerische Verantwortung, für die Mediengruppe und die Zeitung Österreich, Budgetverantwortung, Marketing, Planung und Strategie, neue Medien. Fellner bleibt nach eigenen Angaben Herausgeber und Verleger.
UPDATE
Am 27. Jänner 2011 führt die Staatsanwaltschaft Wien Hausdurchsuchungen an Firmenadressen und der Privatadresse Wolfgang Fellners durch, nach ihren Aussagen wegen Verdachts auf Beihilfe zur Untreue im Zuge eines Immobiliengeschäfts einer Fellner-Firma mit der Constantia/Immofinanz-Gruppe, beide weisen die Vorwürfe zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Das Buch zum Fellnerismus: 2009 erschien im Buchverlag Styria Harald Fidlers Biografie über Wolfgang Fellner, über seine Familie, seine Projekte, seine Mitstreiter: Österreichs manischer Medienmacher: Wolfgang Fellners Welt – die Webseite zum Buch mit Updates, Rezensionen, Link zum Verlag: www.wolfgangfellner.at
Der Schwerpunkt zu den Brüdern Fellnern steht im Lexikon unter Fellner und Fellnerismus
Update:
Update: Im September 2012 stirbt Fritz Fellner, Vater von Wolfgang und Helmuth Fellner mit 89. Nach ihm ist eine der zentralen Familienstiftungen der Brüder Fellner benannt, die auch an der Mediengruppe Österreich über ein paar Zwischenstufen Anteile hält.
UPDATE Februar/März 2012: Wolfgang Fellner geht gegen die Verwendung des bei Hausdurchsungen (unten) beschlagnahmten Materials gerichtlich vor, es unterliege dem Redaktionsgeheimnis. Das verneint das Oberlandesgericht Wien Ende 2011. Aber: Wenig später bestätigt die Staatsanwaltschaft Wien, dass sie die Ermittlungen gegen Wolfgang Fellner eingestellt habe, der Verdacht habe sich nicht erhärtet. Gegen Wolfgangs Bruder Helmuth, in der Familie zuständig für Finanzen, ermittelt sie aber zu diesem Zeitpunkt weiter.
UPDATE Am 27. Jänner 2011 führt die Staatsanwaltschaft Wien Hausdurchsuchungen an Firmenadressen und der Privatadresse Wolfgang Fellners durch, nach ihren Aussagen wegen Verdachts auf Beihilfe zur Untreue im Zuge eines Immobiliengeschäfts einer Fellner-Firma mit der Constantia/Immofinanz-Gruppe, beide weisen die Vorwürfe zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Das Buch zum Fellnerismus: 2009 erschien im Buchverlag Styria Harald
Fidlers Biografie über Wolfgang Fellner, über seine Familie, seine Projekte, seine Mitstreiter: Österreichs manischer Medienmacher: Wolfgang Fellners Welt – die Webseite zum Buch mit Updates, Rezensionen, Link zum Verlag: www.wolfgangfellner.at
Der Schwerpunkt zu den Brüdern Fellnern steht im Lexikon unter Fellner und Fellnerismus
Juni 2013 erscheint die letzte Ausgabe des Xpress, einst 1968 das Erstlingswerk von Wolfgang und Helmuth Fellner (RennbahnExpress). Digital soll der Titel weiterleben.
Update: Im September 2012 stirbt Fritz Fellner, Vater von Wolfgang und Helmuth Fellner mit 89. Nach ihm ist eine der zentralen Familienstiftungen der Brüder Fellner benannt, die auch an der Mediengruppe Österreich über ein paar Zwischenstufen Anteile hält.
UPDATE Februar/März 2012: Wolfgang Fellner geht gegen die Verwendung des bei Hausdurchsungen (unten) beschlagnahmten Materials gerichtlich vor, es unterliege dem Redaktionsgeheimnis. Das verneint das Oberlandesgericht Wien Ende 2011. Aber: Wenig später bestätigt die Staatsanwaltschaft Wien, dass sie die Ermittlungen gegen Wolfgang Fellner eingestellt habe, der Verdacht habe sich nicht erhärtet. Gegen Wolfgangs Bruder Helmuth, in der Familie zuständig für Finanzen, ermittelt sie aber zu diesem Zeitpunkt weiter.
UPDATE Mit 1. März 2010 wird Oliver Voigt Geschäftsführer der Mediengruppe Österreich, er übernimmt formal die Agenden von Wolfgang Fellner, also laut Aussendung verlegerische Verantwortung, für die Mediengruppe und die Zeitung Österreich, Budgetverantwortung, Marketing, Planung und Strategie, neue Medien. Fellner bleibt nach eigenen Angaben Herausgeber und Verleger.
UPDATE Die Staatsanwaltschaft Wien führt am 27. Jänner 2011 Hausdurchsuchungen an Firmenadressen und der Privatadresse Wolfgang Fellners durch, nach ihren Aussagen wegen Verdachts auf Beihilfe zur Untreue im Zuge eines Immobiliengeschäfts einer Fellner-Firma mit der Constantia/Immofinanz-Gruppe, Helmuth und Wolfgang Fellner weisen die Vorwürfe zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung.
UPDATE “Familie Fellner sortiert Ende 2010 wieder um* in ihrem weit verzweigten Firmenreich um Österreich und Antenne-Radios. Die Antenne Österreich verschmelzen sie erst mit der ersten Projektgesellschaft für Österreich und übertragen sie zu 100 Prozent an eine neue Firma, die einer Stiftung von Wirtschaftstreuhänder Hans Bodendorfer (93,3 Prozent) und Wolfgang Fellners Sohn Niki sowie einer Firma Niki Fellners (6,7 Prozent) gehört. Die Mediengruppe Österreich Privatstiftung, zwischendurch Haupteigentümer des (aus vielen GesmbHs bestehenden) Zeitungsverlags, löst sich auf. Die Wolfgang Fellner Privatstiftung, anfangs Haupteigentümerin des Zeitungsverlags (und weiterhin Eignerin der Media Finanzierungs GmbH für das Projekt) übernimmt wieder die Mehrheit (über diverse Zwischenfirmen) an der Firmengruppe um Österreich, beteiligt ist auch eine Firma von Fellner-Stiftungsvorstand und Anwalt Christoph Leon. Bei den Radios erklären die Fellners gegenüber der Medienbehörde, es gebe in der neuen Konstruktion keine Treuhandverhältnisse, Leon erklärte dem Autor, er halte die Anteile selbst und nicht treuhändig.
UPDATE
Schleusen auf für Zeitungsgewinnspiele und Beigaben: Dem EU-Gerichtshof ist das österreichische Wettbewerbsrecht für Zeitungen, das Kaufzwang für die Beteiligung etwa an Gewinnspielen untersagt, in einer Vorabentscheidung für ein Verfahren Mediaprint gegen “Österreich” als zu streng an. Die Entscheidung C-540/08 erging am 9. November 2010. Urteil hier
UPDATE Web-Analyse ÖWA schließt oe24.at 2010 vorübergehend aus
Am 4. März 2010 schließt die Österreichische Web-Analyse (ÖWA) Fellners Onlineportal oe24.at aus. Begründung: Aussagen von oe24-Geschäftsführer Martin Gaiger im Fachblatt update, Ausgabe November 2009, liefen in ihrer Tendenz auf “massive Herabwürdigung des Vereins und seiner Tools hinaus” (ÖWA-Geschäftsführer Hannes Dünser).
Gaiger hatte etwa erklärt: Er habe “viel Kritik hinsichtlich der Komplexität des Datenbestandes und der Bedienbarkeit gehört”. Die Werbewelt teile sich in zwei Lager. Das größere “versteht etwas vom Geschäft und muss nicht nur auf ÖWA-Zahlen vertrauen, sondern setzt vor allem auf konkrete Leistung und Service.”
2009 erhielt oe24.at von Juni bis September schon keine Zugriffsdaten und fehlte in der darauf basierenden Reichweitenstudie ÖWA plus. Anlass damals: Österreich und oe24 hätten gegen die ÖWA-Richtlinien verstoßen, indem sie trotz Hinweisen “zum wiederholten Male Unique Clients mit Unique Usern, Besuchern, Lesern oder Österreichern gleichgesetzt” hätten.
Die beiden Studien sind die wichtigsten Web-Messinstrumente in Österreich. Österreich- und oe24-Gründer Wolfgang Fellner hat 2009 das in einem autorisierten Interview über Google-Messinstrumente und die Web-Analyse bestätigt: “Letztendlich kann man nur nach der ÖWA gehen.”
Anfang Juli 2010 stimmt die ÖWA einem Antrag auf Neuaufnahme Österreichs zu, weist wieder Daten für das Fellner-Portal aus, beginnend mit jenen für Juni 2010.
UPDATE Life & Style nur noch auf Zeitungspapier / Februar 2010
Ausgeglänzt: Vor dem Zeitungsstart waren die täglichen Glanzbeilagen als eine, wenn nicht die “Sensation” von Österreich angekündigt. Nach einem halben Jahr, im Frühjahr 2007, verschmolz Wolfgang Fellner “Life & Style” und “TV & People” zu nur noch einer Beilage “Life & Style”. Am 10. Februar 2009 erschien sie, schon lange stark abgemagert, zum vorerst letzten Mal auf Glanzpapier, für das er 2006 die nach eigenem Bekunden “revolutionäre” Drucktechnik gebraucht hatte.
Wolfgang Fellner erklärte das am 5. Februar auf Anfrage des Autors sportlich: “Während der zwei Wochen (!) der Olympischen Spiele (13. – 27 Februar) wird Life & Style in das Hauptprodukt, das dann statt bisher 32 Seiten 64 Seiten Umfang haben wird, aus produktionstechnischen Gründen integriert. ‘Österreich’ hat in dieser Zeit ein umfangreiches Olympia-Extra und aus Aktualitätsbedingung (Olympia findet spätnachts statt) können nicht zwei Beilage produziert werden. Umfang, Gestaltung und alle Elemente von Life & Style bleiben unverändert.” Bis auf den Umstand, dass es nun keine Beilage mehr ist, und auf Zeitungs- statt Glanzpapier erscheint.
Ob die Beilage nach den Spielen zurückkehrt, beantwortete Fellner am 5. Februar nicht. “Life & Style” erschien auch im März 2010 durchgängig auf Zeitungspapier.
UPDATE Das Buch zum Fellnerismus
2009 erschien im Buchverlag Styria Harald Fidlers Biografie über Wolfgang Fellner, über seine Familie, seine Projekte, seine Mitstreiter: Österreichs manischer Medienmacher: Wolfgang Fellners Welt – die Webseite zum Buch mit Updates, Rezensionen, Link zum Verlag: www.wolfgangfellner.at
UPDATE Neuer Gesellschafter, Börsepläne / Jänner/Februar 2009
Seit Ende Jänner 2009 scheint ein neuer Gesellschafter im weit verzweigten Firmenreich um “Österreich” auf: Kurt Miersch, Anwalt, Treuhänder und Verwaltungsrat der Schweizer Casino-Schwestergesellschaft der österreichischen Novomatic, hat 11,79 Prozent an der Media Invest “Österreich” GmbH, die Anfang 2009 wiederum 32,97 Prozent an der Mediengruppe Österreich GmbH hält, der Holding über den (meisten) Betriebsgesellschaften der Zeitung von Redaktion und Anzeigen über Logistik bis Vertrieb. Miersch dürfte auch hier als Treuhänder auftreten. Wolfgang Fellner erklärt später, Miersch sei Treuhänder seiner Familie.
Die Brüder Fellner planten eigentlich laut Verkaufsunterlagen aus dem Jahr 2008, die dem Autor nun vorliegen, bis zu 49,5 Prozent an der Media Invest “Österreich” GmbH an private Investoren zu verkaufen. Über den Nominalwert der Aktien bei einer Kapitalerhöhung sollten sie zugleich 21 Millionen Euro “nicht rückzahlbar” in die Rücklagen der Gesellschaft überweisen. Weitere 9 Millionen sollten laut Plan parallel von Banken kommen. Ob nun im entsprechend geringeren Ausmaß (knapp 12 statt fast 50 Prozent) Geld von Investoren floss, wollte Wolfgang Fellner dem Autor nicht verraten. Laut Verkaufsunterlagen versprachen Stiftungen der Familie, ebenfalls 21 plus 9 Millionen einzuzahlen.
Den Verkaufsunterlagen sowie Protokollen der Gesellschafterversammlung sowie einem Syndikatsvertrag der Media Invest, der Mediengruppe und deren (ebenfalls den Fellners gehörenden) Hauptgesellschafterin “Österreich” Zeitungsverlag GmbH geht hervor: Die geplanten 49,5 Prozent von Investoren sollten binnen vier bis sieben Jahren an die Börse gebracht werden (und die Investoren so abgelöst). Alternative: ein “Trade Sale” dieser Anteile, etwa an strategische Investoren wie Medienkonzerne. Von denen begeisterten sich bis dahin keine für das Projekt.
Eine ebenfalls neu ins Spiel gekommene (und vom Autor ebenfalls Anfang 2009 im Firmenbuch wahrgenommene) ELCG GmbH hat inzwischen 5,8 Prozent an der Mediengruppe Österreich GmbH übernommen. Als Eigentümer nennt das Firmenbuch Christoph Leon, Anwalt und Stiftungsvorstand der Fellner-Family. Wolfgang Fellner erklärte dem Autor später, Leon trete als Treuhänder der Fellners auf, wie auch Miersch.
2010 übernimmt Leons ELCG GmbH Mierschs Anteile. Leon erklärt, er besitze die ELCG GmbH und die Anteile an der Mediengruppe Österreich auf eigene Rechnung.
Umsätze
Für das Geschäftsjahr 2008/9 stehen in den Beteiligungsunterlagen “rund 72 Millionen Euro” Umsatz der Mediengruppe.
UPDATE Life & Style / Jänner 2009
Ab Jänner 2009 erscheint die Beilage “Life & Style” über Promis, Mode und dergleichen oft nur noch auf normalem Zeitungspapier. Wir erinnern uns: Die tägliche Farbbeilage sollte das Asset von Österreich bei Publikum und vor allem Werbern werden, anfangs erschienen zwei Farbbeilagen täglich, dann eine, deren Umfang sich von 32 Seiten rasch mehr als halbierte.
UPDATE Fernsehmagazin / November 2008, ergänzt März 2010
Im Oktober erklärte Wolfgang Fellner noch beruhigend, seine TV-Zeitschrift (nach dem Muster des Frauentitels Madonna) werde 2009 erscheinen. Man soll dem Mann halt doch nicht alles glauben. “Österreichs Medienwelt von A – Z” war gerade in die Druckerei geschickt, da ging die Sache doch etwas hurtiger: Das Magazin zur Zeitung (Erscheinungstag: Freitag) kommt doch schon am 14. November 2008 heraus und heißt TV Austria. Den Titel TV Österreich, wie seine bescheidenere Fernsehbeilage hieß, sicherte sich nach deren Angaben die Verlagsgruppe News (was das Fellner-Management dementiert). Deren tv-media greift Fellner damit an. TV Guide, wie die Nullnummer hieß, war, wie sich bald darauf herausstellte, schon im Besitz des deutschen Springer-Konzerns, der TV Digital herausgibt.
Im März 2010 reduziert Fellner das lange weitgehend inseratenfreie TV-Magazin (mit dem er einen höheren Zeitungsverkaufspreis am Freitag und eine Abopreiserhöhung begründete) von 100 auf 64 Seiten.
UPDATE Die Kosten der Marketingschlacht Format gegen profil
Wieviel Geld kostete die “Mutter allen Schlachtens” von Format gegen profil 1998 bis zur Formil-Fusion 2000/1 profil-Herausgeber Christian Rainer erwähnt im spannenden Zwiegespräch mit Christian Ortner (Gründungsherausgeber von Format) im Branchenmagazin Bestseller (10/2008) “sieben Millionen jährlich, die über mehrere Jahre jeweils in die beiden Objekte gesteckt wurden”. Die seien: “Im Vergleich zu den im Hintergrund stehenden Eigentümern natürlich Peanuts.”
KORREKTUR
Herbert Hufnagl heißt der geniale, viel zu früh gestorbene _Kurier-Kolumnist, nicht Hufnagel, der auf Seite 110 zentrale Aspekte des Fellnerismus beschreibt.
Was tut eigentlich der andere Sohn Kurt Falks, der inzwischen seinem Bruder Rudolf Noah Falk seine 49,5 Prozent an der Ganzen Woche weitergegeben hat? Er bündelt seine vielfältigen Interessen in einer Firma namens Native Solutions (www.nativesolutions.at), die sich der „EntWicklung des Menschen“ widmet.
Mit einer Sprachschule für Chinesisch (Shanghai-Institut) zum Beispiel. Weitere Punkte: Film und Fotografie, ein langjähriges Interessengebiet des Falk-Sohns (Beteiligung an der Produktion „The Yellow Handkerchief“); Design (über Online-Shop bietet Falk junior hier das von ihm designte Bett „Falc“ an); er erwägt zudem einen Buchverlag, Softwareentwicklung, er erarbeitet Texte für Musikstücke für „gute und richtige Gedanken“ und nicht zuletzt würde er auch gerne in qualitätvolle Lebensmittelproduktion einsteigen (fand aber laut Homepage noch keinen Partner dafür). Der Punkt erinnert entfernt an Michael Dichand und den von ihm gegründeten Bio-Bauernhof.
UPDATES
EU schließt 2009 Wettbewerbsverfahren gegen Österreich ab +++ EU-Gericht: Dänemark muss staatliche Finanzspritze nicht zurückzahlen +++
ERGÄNZUNGEN ZUM BUCH EU und Medienfragen +++ Abgeschlossene Verfahren der EU zu Gebührensendern im Überblick
UPDATE: Die EU schließt ihr Wettbewerbsverfahren gegen Österreich über den ORF und seine Gebührenfinanzierung am 28. Oktober 2009 ab.
Hier die grobe Presseinfo der EU darüber
Und hier der Volltext der Entscheidung
UPDATE: Der EU-Gerichtshof veröffentlichte am 22. Oktober 2008 seine Entscheidung zum Gebührenverfahren der EU gegen den Dänemarks Sender TV2. Das EU-Gericht erster Instanz hob die Entscheidung der EU-Kommission aus 2006 auf, wonach TV 2 rund 84 Millionen Euro zurückzahlen muss. Soviel mehr habe der Sender an Gebühren erhalten, als er zur Erfüllung des Auftrags brauchte, erklärte die Kommission. Der EU-Gerichtshof hob die Entscheidung wegen wesentlicher Verfahrensfehler auf. So habe die Kommission “in keiner Weise ernsthaft” geprüft, ob der aufgebaute Kapitalüberschuss nicht für einen reibungslosen Betrieb von TV2 notwendig ist, insbesondere in Zeiten schwankender Werbeeinnahmen. Dass der Auftrag von TV2 sehr weit definiert ist, stört das EU-Gericht ebensowenig, wie dass sich das Programm nicht von jenem privater Sender unterscheide: “Die Definition der Dienstleistung von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse im Bereich von Rundfunkansstalten (also des Programmauftrags, Anm.) mittels einer vergleichenden Programmanalyse vom Programmumfang der kommerziellen Fernsehanstalten abhängen zu lassen, würde dazu führen, dass den Mitgliedsstaaten ihre Befugnis genommen würde, die gemeinwirtschaftliche Dienstleistung zu definieren.” Die Kommission fand in ihrer Entscheidung als unwesentlich, dass der dänische Rechnungshof die Anstalt kontrolliert (wie die SPÖ im Gebührenverfahren gegen den ORF vorschlägt), der EU-Gerichtshof erster Instanz widersprach.
ERGÄNZUNG Die EU hat in Medienfragen einiges mitzureden, zum Beispiel bei Wettbewerbsverfahren gegen öffentlich-rechtliche Sender wie den ORF (siehe Update oben), das sie 2008 offiziell eingeleitet hat und im Oktober 2009 mit einem Kompromiss abschloss. Hier ist Platz für die (aus dem Buch gekürzte) Langfassung, welche Länder/Anstalten schon Verfahren hinter sich haben:
Abgeschlossene Verfahren
Eine Reihe von Verfahren gegen öffentlich-rechtliche oder staatliche Anstalten hat die EU 2008 schon hinter sich, hier ein Überblick:
UPDATE
Mai 2009 – Gründer Heinrich Schuster muss gehen: Am 26. Mai 2009 eskalieren die Spannungen zwischen Eigentümer Raiffeisen und Schuster, dem die Giebelkreuzler vorwerfen, er habe die Lage beim Verkauf zu rosig dargestellt. Schuster muss binnen Stunden sein Büro räumen, sein Sohn auch gleich. Monika Lindner, die ehemalige ORF-Generaldirektorin und bisherige Raiffeisen-Beraterin für elektronische Medien (den Job gibt sie mit dem neuen ab) wird Geschäftsführerin des Plakatriesen. Vertragslaufzeit nach Infos des Autors: zwei Jahre.
Heinrich Schuster macht mit 68 Jahren Kasse: Am 2. Februar 2009 geben er und die Raiffeisen-Medienholding Medicur bekannt, dass der grüne Riese die Außenwerbeholding Epamedia komplett übernimmt. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Schuster hielt 50 Prozent an dem 2002/2003 fusionierten Plakatriesen.
UPDATE
Monatsmagazin mit Ausgaben für Tirol (seit September 1998), Vorarlberg (September 2005) und Salzburg (Ende Oktober 2005). Die Mehrheit am Innsbrucker Haupthaus gehört Geschäftsführerin Birgit Steinlechner (durchgerechnet 79,6 Prozent). Der Gründer der Tiroler Bezirksblätter und 2008 Gesellschafter der Wiener Bezirkszeitung bz, Otto Steixner, hält durchgerechnet 13 Prozent. Echo Vorarlberg gehört zu 50,3 Prozent dem dortigen Printmonopolisten Eugen Russ (Vorarlberger Medienhaus); die Salzburger Variante zu 50 Prozent dem dortigen Geschäftsführer Hubert Kogler.
Kaum war “Österreichs Medienwelt von A – Z” in der Druckerei, gaben die Eigentümer die Vorarlberger Ausgabe von Echo am 29. Oktober 2008 bekannt, dass sie die Ländle-Version mit Ende 2008 einstellen. Begründung: der dicht gedrängte und kleine Medienmarkt Vorarlberg (der vor allem dank Mehrheitsgesellschafter Vorarlberger Medienhaus so gedrängt ist) und die wirtschaftlichen Aussichten für 2009. Die Schwestermagazine für Tirol und Vorarlberg sollen weiter erscheinen, ließen sie verlauten.
UPDATE
Media Broadcast, Lizenzinhaber für den DVB-H-Multiplex in Österreich und seit Mitte 2008 mit dem Dienst on air, kündigte mit Ende 2010 die Verträge mit den Mobilfunkbetreibern Orange, 3 und Mobilkom über das Handyfernsehen, das offenbar nur wenige Tausend genützt haben. Begründung für den überschaubaren Erfolg: Zu früh dran, zuwenig Auswahl bei Endgeräten.
Geschäftsführer von Live seit Juni 2008, von 2007 bis 2008 Chefredakteur des Freitagsmagazins von Heute. Zusammen mit Chris Radda vielfacher Magazingründer (siehe Radda & Dressler, ET Multimedia, Styria Multi Media).
| Juni 2008 | Geschäftsführer Live |
| 2007 bis 2008 | Chefredakteur Live |
| ab 2005 | Projekte und Entwicklung für UPC Telekabel, Bauer-Verlag, Heute, Live |
| 2005 | Verkauf der Verlagsgruppe ET Multimedia an die Styria Medien AG |
| 1990 bis 2005 | Gründungsgesellschafter R&D-Verlag (anfangs 50 Prozent), aus dem die ET Multimedia und schließlich die Styria Multi Media wurde |
| 1987 bis 1989 | Chefredakteur Wiener (Metro-Verlag Hans Schmids) |
| 1984 bis 1989 | Chefredakteur, Herausgeber und Gründer des Reportagemagazins Ikarus, Skylines für die AUA, Ö3-Magazin |
| 1983 bis 1984 | Chefreporter und Gründungsmitglied Basta der Brüder Fellner |
| 1980 bis 1983 | Chefredakteur ÖH-Express |
| 1978 bis 1979 | Volontariate bei der Salzkammergut-Zeitung in Gmunden |
Gründungsmitglied der Krone-Redaktion Hans Dichands 1959, lange Chefredakteur und Macher des Kleinfomats. Am 16. Juni 2001 wirft ihn Dichand hinaus. Zuletzt (bis 1. Juni 2007) WAZ-Vertreter in Österreich.
Dragon studierte Zeitungswissenschaft in Wien (Dissertationsthema: “Die Wiener Presse kirchlicher Tendenz vom Revolutionsjahr 1948 bis zur Gründung der Reichspost 1894).
Von Mai 1950 bis August 1951 Redakteur im Wiener Büro der amerikanischen Nachrichtenagentur International News Service (INS). Danach bis 1955 studienverträglich als “night editor” im Wiener Büro der US-Regierungsstelle Foreign Broadcasting Information Service (FBIS).
1955 wird Dragon Innenpolitik-Redakteur des Kurier, den damals gerade Hans Dichand als Chefredakteur führt. “In diese Zeit fiel der Beginn meiner engen Freundschaft mit Hans Diuchand, die fast fünf Jahrzehnte Bestand hatte.”
Als sich Dichand im Herbst 1958 – wegen einer Gewinnbeteiligung – mit Kurier-Eigentümer Ludwig Polsterer zerstreitet, verlässt Dragon mit ihm und weiteren das Blatt, wenig später auch Ernst Trost.
Dichand übernimmt, nicht nur begleitet von Dragon, die Titelrechte an der Kronen Zeitung, erinnert sich Dichands Wegbegleiter: “Wobei die juristische und finanzielle Hilfe meines persönlichen Freunddes Dr. Rudolf Gürtler von ausschlaggebender Bedeutung war.” Als Financiers laut Dragon im Gespräch: der Piech-Clan (VW), Mautner-Markhof, der schwarze Bauernbund, schließlich half Gewerkschaftsboss Franz Olah.
Am 11. April 1959 erschien die erste Ausgabe der neuen Krone, für die er mit Unterbrechung von zwei Jahren bis 1. Juni 2007 tätig war. Dragon begann als Redakteur in den Ressorts Politik, Ausland, Chronik, wurde Chef vom Dienst, schließlich geschäftsführender Chefredakteur. Er reformierte die Blattgestaltung nach Aufenthalten bei Bild, von wo er den Chefgrafiker unter anderem für das quadratische Krone-Logo mitbrachte, und Daily Mirror.
Bayerischer Verleger und Radiogesellschafter, ist maßgeblich am Verlag von Münchner Merkur und tz beteiligt, teils direkt, teils über das Oberbayerische Volksblatt in Rosenheim, das er verlegt. Bei Merkur/tz Herausgeber neben Dirk Ippen. In Österreich über seine DBV beteiligt an der Wiener Holding von Radio Arabella, früher auch mit 10 Prozent am Bregenzer Lokalradio, das auch Arabella heißt und im Vorarlberger Medienhaus (Vorarlberger Nachrichten) produziert wird. Döser gehört auch dem Vorstand von Eugen Russ’ EAR Privatstiftung an.
UPDATE
Die Medienbehörde hat im November erste Lizenzen für lokales und regionales Digitalfernsehen vergeben. Als Favorit für Wien/Niederösterreich/Burgenland vom Kahlenberg gilt wie Berichtet N1 Television/Kanal 1 eines Kabelprogrammmachers aus dem Wiener Umland). Bisher veröffentlichte Lizenzentscheide:
Tiroler Oberland
Stadtgemeinde Imst (Geplante Programme: Kabel TV Imst, Landeck TV)
Industrieviertel (NÖ)/Wiener Neustadt
Aichfeld TV (Walter Winter, plant Programmangebot mit N1 Television, dem Favoriten für Lokalfernsehen vom Wiener Kahlenberg, zudem Aktivitäten seines Hobbys “PFL”, siehe Pongau und Oberes Ennstal unten)
Kärntner Zentralraum (Klagenfurt, Villach, Spittal/Drau, Bad Kleinkirchheim)
Bad Kleinkirchheimer SAT-Kabelfernsehen GmbH (BKK-TV, KT 1, RKM-TV,„Sport- und Tourismus Spartenprogramm“, Radio Power Play)
Kärnten (Spittal/Drau, Klagenfurt, Wolfsberg)
Bezirks TV St. Veit Produktions- und Vertriebsges.m.b.H (BTV; PFL, dazu mehr unter Pongau; Kärnten TV des Landes)
Steiermark West (Schladming)
Planai Hochwurzen Bahnen GmbH (Planai TV, Dachstein TV, Hochwurzen TV und „lokalregionales TV Netzwerk Europa“)
Pongau und Oberes Ennstal (Schladming, Schwarzach, Altenmarkt)
Aichfeld TV (Programmplan: Aichfeld TV (ATV) Regional, Bergbahnen Panorama TV, „PFL – Positive Fernseh-Lebensenergie“ des Vereins „Local Regional TV Network Europe“, ein Hobby von Eigentümer Walter Winter, scheint auch in anderen Bewerbungen als „Verbundprogramm Privat-TV Österreich“ auf)
Mostviertel/NÖ (Waidhofen, Gresten)
Wirth GmbH (betreibt seit 2004 den Mostviertel Kanal, inzwischen M4 Mostviertel im Kabel, die künftig auch terrestrisch laufen soll).
Mur/Mürztal/Steiermark (Bruck/Mur, Knittelfeld)
Stadtwerke Judenburg AG (Kanal 3 Aichfeld, Radio-TV Grün-Weiß aus Kanal 3 mit anderen Lokalinfos, Mema TV, ein regionales Wochenmagazin von Bruno Rabl, derzeit für Graz, Kapfenberg, Leoben)
Mur/Mürztal/Steiermark (Bruck/Mur, Knittelfeld, Leoben, Traboch)
Aichfeld TV (ATV Aichfeld; „PFL“, dazu mehr unter Pongau und Oberes Ennstal; Info-Standbild von Aichfeld TV mit Tourismusinfos, Wetter, Verkahr; TV1 Bezirksfernsehen, Mema TV, dazu mehr oben unter Mur/Mürztal)
Oberösterreich Süd/Bad Ischl
Christian Parzer (TV Bad Ischl)
Zentralraum Niederösterreich (St. Pölten, Furth)
P3 Kabel-News GmbH (P3 TV)
KORREKTUR
Auf Seite 91 steht in der Grafik mehrfach digital statt analog. Richtig muss es natürlich heißen:
Korrekt sind die Hinweise in der Grafik auf die Abschaltung im März 2007 in Bregenz und Mai 2007 in Innsbruck.
17. Juni 2010: Hans Dichand stirbt mittags im Wiener AKH mit 89 Jahren
17. Juni 2010: Hans Dichand stirbt mittags im Wiener AKH mit 89 Jahren
UPDATE
17. Juni 2010: Hans Dichand stirbt mittags im Wiener AKH mit 89 Jahren
Seine Witwe Helga Dichand dürfte Haupterbin des auf hunderte Millionen Euro geschätzten Besitzes einschließlich der 50 Prozent an der “Krone” sein.
UPDATE
17. Juni 2010: Hans Dichand stirbt mittags im Wiener AKH mit 89 Jahren
Update: WAZ bläst geplanten Verkauf ihrer Krone-Anteile im August 2009 wieder ab
Juni 2009: Dichand schwenkt Krone von Faymann auf Pröll/Pröll-Kurs
Sage keiner der 88-jährige Krone-Boss sei unflexibel: Am 17. Juni schwenkt Hans Dichand sein Blatt mit einer seiner “Melange”-Plaudereien in Live vom Faymann-Kurs weg Richtung Erwin und Josef Pröll. Vermuteter Hintergrund: a) Dichand wolle seinen Wahlneffen ein bisschen aus der sein Bild doch etwas belasteten Wahlverwandtschaft bugsieren. Wahrscheinlicher aber b) – Dichand ist gratnig über die vielen Millionen, mit denen Faymann & Co. Herausforderer Österreich sponsern, womöglich sogar am Leben halten.
Dichand wörtlich in Live (inzwischen eine Krone-Beilage) nach der EU-Wahl von 2009:
Und was sagen Sie zum Sieg der ÖVP?
“Die ÖVP ist tatsächlich Erster geworden, und ich gönne ihr das von ganzem Herzen, in der stillen Hoffnung, dass sie dadurch endlich von ihrer EU-Hörigkeit, die beschämend ist, wegkommt. In der ÖVP sind zwei ganz hervorragende Politiker am Ruder, denen ich diesen Erfolg gönne. Dabei handelt es sich um den Landeshauptmann von Niederösterreich Erwin Pröll, der in seinem Land eine ganz feste Position hat, aber dennoch mit dem Volk in ganz Österreich in eine Richtung denkt. Ich möchte ihn schon gerne als Nummer eins unseres Staates sehen, nämlich als unseren nächsten Bundespräsidenten, falls der jetzige auf eine neue Kandidatur verzichten sollte. Bundespräsident Heinz Fischer ist ein zweifellos allgemein angesehener und guter Mann, der allerdings in seiner Amtszeit nicht den Weg zur großen Wendung, die man überall in Österreich erwartet, gewagt hat.”
Wer ist der zweite ÖVP-Politiker, den Sie so schätzen? Josef Pröll?
“Als Journalist, der ja noch so intensiv bei seiner Beschäftigung als Zeitungsherausgeber auch leise Strömungen im politischen Geschehen unseres Landes wahrnehmen sollte, meine ich zu spüren, dass die große Wendung kommen könnte, die ich für Österreich erwarte, nämlich, dass beide Prölls, der eine als Bundeskanzler, der andere als Bundespräsident, an der Spitze des Staates stehen. Ich weiß nicht, ob so eine Wendung, von der ich geradezu träume, auch von den Bürgern unseres Landes gewollt wird. Dabei ist mir klar, dass diese Wendungen nur als Ergebnisse echter demokratischer Wahlen kommen können.”
Sie würden Josef Pröll gerne als Bundeskanzler sehen?
“Die von mir erträumte Wendung unseres Staates zu echter Demokratie sah ich gar nicht weit entfernt, als Faymann über Nacht seine Partei umzudrehen verstand und plötzlich von der Notwendigkeit einer Volksabstimmung zum EU-Vertrag sprach, aber was seither passiert ist, zeigt eigentlich, dass ein solcher Weg gegenseitiger Verständigung und echten demokratischen Alltags nicht so leicht zu gehen ist. Dennoch wünsche ich mir, wir sollten versuchen, in diese Richtung zu gehen. Vielleicht wäre es eine große Chance für uns.”
Update: Heute-Eigentümer reichen der Mediaprint das verlustträchtige Gratismagazin Live weiter, die es zum Freitagssupplement der Krone macht. Siehe
UPDATE
5. Mai 2012: Im Firmenbuch offenbart “Heute” nun seine wahre Eigentümerin – eine von Eva Dichand gestiftete Pluto Privatstiftung hält 74 Prozent (bisher schien die Fidelis GmbH auf, die war seit 2005 Treuhänderin). Begünstigte: Eva Dichand und ihre gemeinsamen Kinder mit dem “Krone”-Gesellschaftervertreter und -Chefredakteur Christoph Dichand.
17. Juni 2010: Hans Dichand stirbt mittags im Wiener AKH mit 89 Jahren
Update zu Live:
UPDATE 1. Jänner 2013 Gerhard Riedler tritt seinen Dienst als Mediaprint-Geschäftsführer an, zuständig für Anzeigen und Vertrieb der Krone. Er führte bisher die RTL-Vermarktung in Österreich (IP Österreich), an der die Krone 50 Prozent hält. Riedler wird zunächst auch Prokurist der Krone, er dürfte von Langzeitgeschäftsführer Wolfgang Altermann auch das Management der Krone übernehmen. In dieser veränderten Struktur der Krone-Kurier-Tochter Mediaprint ist Kurier-Geschäftsführer Thomas Kralinger nun für Anzeigen und Vertrieb der Kurier im Mediaprint-Management zuständig.
UPDATE 1. Oktober 2012 Mitgesellschafter WAZ beruft Georg Wailand zum zweiten “Krone”-Chefredakteur neben Christoph Dichand, offenbar zu dessen Missfallen. Ein Schiedsgericht sprach ihr das Recht zu, das nächste im Streit der “Krone”-Gesellschafter läuft sich da gerade warm. Wailand ist seit 1971 bei der “Krone”, seit 1974 Wirtschaftschef, seit 1991 Vize-Chefredakteur. Ihm gehört zudem das Wirtschaftsmagazin “Gewinn”.
UPDATE
5. Mai 2012: Im Firmenbuch offenbart “Heute” nun seine wahre Eigentümerin – eine von Eva Dichand gestiftete Pluto Privatstiftung hält 74 Prozent (bisher schien die Fidelis GmbH auf, die war seit 2005 Treuhänderin). Begünstigte: Eva Dichand und ihre gemeinsamen Kinder mit dem “Krone”-Gesellschaftervertreter und -Chefredakteur Christoph Dichand.
17. Juni 2010: Hans Dichand stirbt mittags im Wiener AKH mit 89 Jahren. Sein jüngster Sohn und Chefredakteur Christoph Dichand übernimmt kurz darauf auch die Funktion des “Krone”-Herausgebers und Sprechers der die Anteile erbenden Familie Dichand.
Februar 2013 Reinhold Gmeinbauer (Ex-Presse) und Horst Pirker (Saubermacher AG, davor Styria und Red Bull Media House) starten ihre Magazinholding Medecco: Sie übernehmen die Architektursparte des Springer Verlags (Architektur aktuell, Kunst und Kirche, Bücher), das Kunstmagazin Parnass und das politische Monatsmagazin Datum (zu 50 Prozent).
UPDATE Im Juli 2010 zieht sich Gründer Klaus Stimeder als Datum-Chefredakteur und -Gesellschafter zurück, sein Mitgründer Klaus Weyringer, im Brotberuf in London mit Finanzanlagen beschäftigt, stockt auf 100 Prozent auf.
Drittältester unter Rudolf A. Cuturis (Wimmer Holding, Oberösterreichische Nachrichten) fünf Söhnen. Seit März 2006 Geschäftsführer der Wimmer-Gratiszeitung Oberösterreichs Neue.
Studierte zunächst Jus in Innsbruck und Wien ohne Abschluss, wechselte zu Wirtschaft an der University of Buckingham, wo er mit dem Bachelor abschloss. Von September 2002 bis Mai 2005 Assistent der Geschäftsführung der ebenfalls zur Wimmer-Holding gehörenden Gratiszeitung Tips. Mai 2003 bis April 2004 geht er mit seiner aus Nigeria stammenden (heutigen) Frau in deren Heimat und hilft dort einer englischen IT-Firma, den Laden personell umzustrukturieren (“Buhmann für die Belegschaft”). Mai 2004 bis März 2006 als Assistnt, später Anzeigenleiter von Tips zurück nach Linz. Seit März 2006 werkt er an der Neuen.
Verheiratet, zwei Kinder (Vincenzo, Maurizio).
Zweitältester Sohn von Rudolf A. Cuturi, 2008 Assistent der Anzeigenleitung in der familieneigenen Wimmer Holding.
Magister der Betriebswirtschaft (WU Wien), absolvierte dem MBA Medienmanagement an der FH St. Pölten, Master Thesis über die Veränderungen der Abläufe einer Tageszeitung durch Einführung des Verlagssystems Alfa am Beispiel der Oberösterreichischen Nachrichten (an dessen Implementierung im Anzeigenbereich er arbeitete). Begann im Juni 2004 als Assistent der Geschäftsführung des Oberösterreichischen Druckzentrums, wechselte im November 2005 in die Anzeigenleitung.
UPDATE
Das Wirtschaftsmagazin soll 2011 für eine 25-Jahr-Jubelnummer kurzfristig wiederbelebt werden.
UPDATE
Leykam stellte die BF als wirtschaftlich aussichtslos ein: Am 30. Jänner 2009 kündigte der Grazer Druckriese die zwölf Mitarbeiter des Blattes, das er zur Gratiszeitung umgewandelt hatte. Auflage zuletzt: 116.000 Stück.
Leykam hat die frühere Parteizeitung der SPÖ Burgenland im Jänner 2007 übernommen. Die SPÖ blieb in Gestalt eines Vereins der Freunde der BF noch mit 26 Prozent an Bord, inzwischen hat die der SP Steiermark nahestehende Leykam auch diesen Anteil übernommen.
Die BF wurde 1921 gegründet. 1934 wurde die Zeitung verboten, ab 1946 konnte sie wieder erscheinen. Als “Burgenländische Freiheit” war sie bis zum Eigentümerwechsel Parteizeitung der burgenländischen Sozialdemokraten.
Update:
UPDATES
1. März 2012 ProSiebenSat.1 kündigt den Kauf von Austria 9 an – soll künftig mit Puls 4 und Frauensender des Konzerns (Sixx) zusammenspielen.
UPDATE
Deutscher Magazinkonzern (Bunte, Focus, Burda), zeitweilig beteiligt am Privatsender Austria 9 bis Dezember 2008.
UPDATE
Schweizer Rechtsanwalt und vom langjährigen TT-Eigentümer Joseph Stephan Moser eingesetzter verfügungsberechtiger Verwalter der Eigentumsrechte der Familie Moser an der Moser Holding (Tiroler Tageszeitung).
UPDATE
Beinahe hätte Sky mit kolportierten 8,5 Millionen pro Saison (und nur zwölf Livespielen pro Saison für den ORF) die Bundesliga bekommen, hätte sich nicht Rapid-Präsident Rudolf Edliner im Sinne des ORF und in Freundschaft mit dessen damaligem Infodirektor Elmar Oberhauser quergelegt. Auch Dietrich Mateschitz’ Servus TV und Vermarkter Kentaro boten dagegen. Doch am 1. April 2010 stimmt die Bundesliga (einstimmig bis auf Red Bull Salzburg) dem Kombideal mit ORF und Sky für drei Jahre bis zum Ende der Saison 2012/13 zu: rund 17 Millionen Euro pr Saison, 36 Livespiele (eines pro Runde, der ORF darf aussuchen) pro Saison. Servus TV soll 19 Millionen geboten haben. Bis dahin erhielt die Liga 14,2 Millionen Euro pro Saison.
UPDATE
Bis zum ORF-Gesetz 2010 und dem neuen KommAustria-Gesetz erste Instanz für Beschwerden über den ORF, etwa zum Objektivitätsgebot. 2010 wird die neue Medienbehörde Kommaustria mit fünf Mitgliedern zur ersten Instanz auch für den ORF, der Bundeskommunikationssenat zur zweiten.
UPDATE
Die WAZ gibt Mitte Dezember 2010 ihren Rückzug aus Bulgarien bekannt. Ihr gehörten dort die beiden auflagenstärksten Tageszeitungen Trud und 24 Chassa, zudem die Wochenzeitung 168 Chassa, Druckerei, Vertrieb, Verlagshaus. Käufer: die Wiener BG Privatinvest von Karl Habsburg, dem bulgarischen Medienunternehmer Christo Grosev (früher etwa bei einer großen britischen Privatradiogruppe aktiv) und dem Deutschen Daniel Rutz. 45 Millionen Euro werden laut Standard als Kaufpreis kolportiert, aber zunächst nicht bestätigt. Finanzieren soll den Kauf nicht die BG Printinvest, sondern die BG Printmedia Ltd. in Sofia. Dort hält die BG Privatinvest zwar die Mehrheit, den Großteil des Geldes dürften aber hauptsächlich Ognyan Donev, dem der bulgarische Pharmahersteller Sopharma gehört, und Medienunternehmer Ljubomir Pavlov beisteuern.
Die ORF-Sendertochter ORS versucht 2008, das bulgarische TV-Sendernetz zu übernehmen, erhält den Zuschlag – und doch wird nichts aus dem Deal. Die ORS erhält Anfang Dezember 2008 den Zuschlag, der Bulgarischen Telekom (da im Besitz der American Insurance Group) das komplette Rundfunksendernetz abzukaufen. Investitionsvolumen laut ORF-Stiftungsrat: 80 Millionen Euro. Doch der Kauf scheitert – vermutlich an örtlichen Polit- und Geschäftsgepflogenheiten.
UPDATE Einer der wesentlichsten Rundfunkrechtler des Landes, Personalchef des ORF und mächtiger Administrator des Küniglbergs – bis ihn ORF-General Alexander Wrabetz und der damalige Kommunikationschef Pius Strobl am 11. Februar 2010 wenige Monate vor der Pension dienstfrei stellen und von Security-Kräften des Küniglbergs verweisen lassen. Anlass: Er beriet seine Schwester erfolgreich bei einer Klage gegen die teure und wenig sinnvolle Faxwahl von sechs der 35 Publikumsräte. Seine Bedenken gegen die Faxwahl äußerte er schon ein Jahr zuvor in einem Fachbeitrag, aus dem der Standard zitierte. Nachfolger als Personalchef: Reinhard Scolik.
| von 1. August 1983 – 11. Februar 2010 | Personalchef des ORF |
| seit 1. Jänner 1981 | im ORF-Generalsekretariat |
| 1979 | Freier Mitarbeiter der Wirtschaftsredaktion der Presse, berichtete anhand italienischer Zeitschriften über Italien |
| 1976 | Rechtsberater des Verbands der Konzertlokalbesitzer und Veranstalter |
| 1976 | Fachbeirat der Kabel-TV Wien |
| 1974 | Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Kabler in der Wirtschaftskammer |
| 1973 | Referent des Fachverbands der Elektroindustrie in der Wirtschaftskammer |
Jus in Wien, studierte übrigens 1972/73 an der John Hopkins University in Bologna.
Geschäftsführerin von Radio Osttirol, Prototyp eines erfolgreichen Lokalradios. Kam 1999 als Projektleiterin des freien, nicht kommerziellen Senders freequenns in der Steiermark zum Radio. Seit 2001 managt sie Radio Osttirol, das, ungewöhnlich für kommerzielle Privatsender, stark auf lokale Inhalte, insbesondere Wortsendungen setzt.
Verheiratet mit Sepp Brugger, Landtagsabgeordneter der Grünen, was dem Sender eine unschöne Kampagne der Landes-ÖVP beschert hat. Radio Osttirol gehört dem Osttiroler Boten, der wiederum wurde vom Bauernbund (VP-Vorfeldorganisation) gegründet. Christine Bruggers Radio-Co-Geschäftsführer Rainer Brugger hat die Geschäftsführung des Bauernbundes und gleich die Organisation aus Protest gegen die schwarzen Angriffe auf Christine Brugger 2004 verlassen.
UPDATE
1. August 2010 wird Helmuth Brandstätter ohne Zeitungserfahrung Chefredakteur des “Kurier”. Wenige Wochen zuvor verkauft er seine Kommunikations- und Beratungsagentur an PR-Größe und “Falstaff”-Herausgeber Wolfgang Rosam.
Februar 2005 – Juli 2010 Brandstätter Business Communications BBC (Geschäftsführer und Gesellschafter)
2003 – Jänner 2005 Geschäftsführer und Gesellschafter PulsTV, Moderator ProSieben Austria Top News
1997 – 2003 Geschäftsführer n-tv in Berlin
1995 Leitung, Moderation “Report” (ORF-Politikmagazin im weiteren Sinne)
1991 Hauptabteilungsleiter Politik und Zeitgeschehen im ORF
1987 – 1991 Leiter des ORF-Studios Bonn (BRD/DDR/EU)
1986 ORF-Studio Brüssel
1984 – 1985 ORF-Korrespondent Rom
1982 Auslandsredaktion ORF
1979 – 1982 USA / Johns-Hopkins-Uni Bologna, Volontariat EU-Kommission Brüssel
1977 – 1979 ÖH-Vorsitzender an der Uni Wien (Österr. Studentenunion, konservativ)
1973 – 1978 Studium in Wien zum Doktor juris
UPDATE Der burgenländische Landesenergieversorger Bewag beschloss Ende November 2008, seine Kabelfernseh-, Internet- und Telefonietochter b.net Burgenland Telekom GmbH der niederösterreichischen Kabelsignal (gehört der EVN) zu verkaufen. Der Deal bedurfte noch der Zustimmung der Wettbewerbsbehörde.
Die Bewag hatte B.net Burgenland Ende Juli 2008 mit ihren Töchtern in Ungarn udn Kroatien zum Verkauf ausgeschrieben. Das Unternehmen versorgt nach eigenen Angaben mehr als 300 burgenländische und (über die Töchter B.net Hungaria Kft., SIM Kft. und AirCOM Kft.) ungarische Siedlungspunkte sowie über 35.000 Haushalte mit Kabel TV, Breitband Internet beziehungsweise Telefonie. ORF Burgenland setzte den Verkaufserlös rund fünf Millionen Euro über dem Buchwert an.
UPDATE Leykam stellte die BF als wirtschaftlich aussichtslos ein: Am 30. Jänner 2009 kündigte der Grazer Druckriese die zwölf Mitarbeiter des Blattes, das er zur Gratiszeitung umgewandelt hatte. Auflage zuletzt: 116.000 Stück.
Leykam hat die frühere Parteizeitung der SPÖ Burgenland im Jänner 2007 übernommen. Die SPÖ blieb in Gestalt eines Vereins der Freunde der BF noch mit 26 Prozent an Bord, inzwischen hat die der SP Steiermark nahestehende Leykam auch diesen Anteil übernommen.
Die BF wurde 1921 gegründet. 1934 wurde die Zeitung verboten, ab 1946 konnte sie wieder erscheinen. Als “Burgenländische Freiheit” war sie bis zum Eigentümerwechsel Parteizeitung der burgenländischen Sozialdemokraten.
UPDATE
Am 22. Dezember 2008 sickerte durch, dass die Post nun doch die Mehrheit an der Wiener Bezirkszeitung an die Moser Holding verkauft. Die Innsbrucker wollen damit die wesentlichste Lücke ihres praktisch österreichweiten Gratiszeitungsrings mit der Styria Medien AG schließen. Und den wiederum wollen die beiden der Werbewirtschaft als einzige nationale Printalternative zur Krone andienen.
Die Moser Holding zahlt für 74,9 Prozent kolportierte rund 10 Millionen Euro und war damit klarer Bestbieter gegenüber der Mediaprint, die rund zwei Millionen geboten haben soll. Die Post kaufte die Bezirkszeitung 2006 um 2,5 Millionen Euro zusammen mit der STP Media von Otto Steixner, der schon jene Bezirksblätter von Tirol aus in große Teile Österreichs expandiert hatte, mit denen die Mosers nun einen großen Teil ihres Gratisrings bestreiten. Die Styria hat 2006 für die Bezirkszeitung abgewunken.
Die Post bleibt mit 25,1 Prozent an Bord (das vertieft die Zustellpartnerschaft), Steixners STP Media steigt aus.
UPDATE
Moser Holding und Styria Medien AG dürfen ihre Bezirksblätter und die regionalen Woche-Gratistitel in Steiermark und Kärnten zusammenlegen: Das Kartellgericht erster Instanz gab schon im September 2008 seinen Segen, die Bundeswettbewerbsbehörde legte Rekurs dagegen ein, im Dezember 2008 winkte auch das Kartellobergericht den Deal durch. 2009 wollen die beiden Konzerne damit der Werbewirtschaft eine nationale Print-Alternative zur Krone bieten. Gemeinsame Reichweite laut Regioprint 2007, noch ohne Titel in Wien: 2,6 Millionen Leser, mit einem Gratisblatt für Wien und der Oberösterreichischen Rundschau peilen die beiden Konzerne 4 Millionen Leser an.
UPDATE: Wiener Städtische Versicherung und Erste Bank sind 2009/10 im Gespräch als potenzielle Kreditgeber für einen Rückkauf der Krone-Anteile der WAZ.
UPDATE: Oscar Bronner finanzierte finanzierte den Rückkauf der 49 Prozent am Standard 2008 mit einem Kredit der Erste Bank.
REAKTION Gerd Bachers unter ORF-Betriebsräte (2)
UPDATE Gerd Bacher als Südtirol-Terrorhelfer
Armin Thurnher (Falter) fand im Südtiroler Nachrichtenmagazin ff ein Interview mit Gerd Bacher über Bachers politische Jugendjahre:
„Wir sind in den 50er-Jahren regelmäßig nach Südtirol gefahren und haben dann dort die Leute kennengelernt, den Kerschbaumer, den Klotz, den Amplatz, den Innerhofer … Dann wurde der BAS gegründet (Befreiungsausschuss Südtirol, Anm.), wobei wir, also der österreichische Teil, dafür zuständig waren, Geld und Sprengmaterial zu beschaffen sowie für Propaganda zu sorgen. (…)
Landeshauptmann Wallnöfer (…) wusste alles – aber der hat geschwiegen wie ein Grab. Bescheid gewusst hat auch der Bruno Kreisky: Wir haben ihm ja den Amplatz, den Klotz, alle diese Leute ins Bundeskanzlerhaus gebracht. In meiner Gegenwart hat Kreisky mal gesagt: Wegen ein paar Brücken und Masten werden wir doch nicht wehleidig sein. Aber keine Menschen! (…)
Wir waren für den Partisanenkrieg (…). Obwohl ich zunächst dagegen war, habe ich mich dann wahnsinnig über die Feuernacht gefreut. Das war einfach fantastisch! In einer einzigen Nacht vierundvierzig Masten … rums! Etwas Vergleichbares hat es im ganzen Nachkriegseuropa nicht gegeben.” – Herr Bacher, haben Sie selbst beim Sprengen mitgemacht?, fragt ihn ff. “Nein, das habe ich nicht. Beim Besorgen von Material ja. Wir waren – wenn man so will – der politische Arm.”
1. Dezember 2011 ATV startet seinen Zweitkanal ATV 2, befüllt zum Teil mit zeitversetzten Wiederholungen von ATV-Sendungen.
KORREKTUR Nur um möglichen Missverständnissen vorzubeugen: Der Punkt in jenen 125.227 Millionen Euro, die die Bawag von 1999 bis 2006 in ATV investiert hat (unter Soll & Haben), ist natürlich als Komma zu sehen. Nimmt man ihn als Tausenderpunkt, hätte die Bawag gut 125 Milliarden in den Sender gebuttert, und dann hätte ATV (hoffentlich) etwas anders ausgesehen in der Zeit. Im Fall des Tausenderpunkts wäre der Privatsender wohl ganz ohne Karibikgeschäfte für die Pleite der Bank verantwortlich gewesen. Also: 125,227 Millionen Euro waren’s. Weiter unten im ATV-Eintrag stehen noch 118 Millionen (nach den ersten sieben Millionen Anfangsinvestment), die die Dimensionen auch noch richtig einordnen.
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