“Alles, was man über Medien wissen muss”
(APA)
“Ein Wirtschafts-Thriller”
(Heute)
“Fidlers Standardwerk III”
(Wiener Zeitung)
“Was man wissen muss”
(Die Presse)
“Informativ und unterhaltsam”
(Kurier)
“Unerschöpfliche Fundgrube”
(Kleine Zeitung )
“Seziert liebevoll-bösartig”
(news.at)
“Ein Standardwerk”
(Horizont)
“Kenntnisreich und engagiert”
(Roman Hummel im Standard)
“Ein monumentales Werk”
(Armin Thurnher im Falter)
dieMedien.at ist Harald Fidlers Internetseite zu seinem gedruckten Lexikon Österreichs Medienwelt von A bis Z (Falter Verlag, November 2008, 632 Seiten). Zum Erscheinen des Lexikons finden Sie hier die komplette Übersicht an Stichwörtern aus dem Buch. Als eine Art Vorgeschmack auf die Enzyklopädie, aber vorerst (meist) ohne die Erläuterungen aus dem Band.
Unter den Stichwörtern stehen aber
Ergänzungen und Weiterentwicklungen nach Redaktionsschluss des Buches.
Korrekturen zu den Buchtexten, falls nötig, und Reaktionen.
Weiterführende Links, etwa zu Online-Datensammlungen.
Zu diesen Ergänzungen oder Korrekturen stelle ich, wenn für das Verständnis sinnvoll, auch Passagen aus dem Buch. Das vollständige Buch online zu stellen, ist aufgrund des Vertrags mit dem Verlag – vorerst – nicht möglich.
Viele Biografien von Medienmachern finden Sie (aus Platzgründen) hier detaillierter als im Buch. Noch arbeite ich an der Eingabe der Daten, bitte um etwas Geduld.
Über die Navigation oben auf der Seite können Sie Rubriken auch gesondert ansteuern.
Aus organisatorischen Gründen habe ich auf dieser Seite vorerst keine Postings vorgesehen. Anregungen, Hinweise und Korrekturen bitte an fid@diemedien.at, ich greife sie gerne hier auf.
Harald Fidler
Das Buch gibt’s beim Falter Verlag, bestellen oder auch verschenken können Sie es mit einem Klick hier
Chronologische Übersicht der wichtigsten Ereignisse in Österreichs Medienwelt, seit im Herbst 2008 das gedruckte Lexikon erschien. Derzeit noch im Aufbau, Links zu längeren Updates folgen. Auch die Updates zum Buch werden hoffentlich noch 2010 übersichtlicher geordnet.
Chronologische Übersicht der wichtigsten Ereignisse in Österreichs Medienwelt, seit im Herbst 2008 das gedruckte Lexikon erschien. Derzeit noch im Aufbau, Links zu längeren Updates folgen. Auch die Updates zum Buch werden hoffentlich noch 2010 übersichtlicher geordnet.
1. Oktober 2010 Das neue ORF-Gesetz tritt in Kraft, auch die neue Medienbehörde. Der ORF erhält für 2010 und 2011 je 50 Millionen Euro zusätzlich aus dem Bundesbudget, 2011 und 2012 je 30 Millionen. Bedingungen: mehr Eigenproduktionen, mehr Untertitel und Audiokommentare, Erhalt des Rundfunkorchesters – und vor allem strukturelles Sparen. Mehr dazu hier und hier.
7. September 2010 Stefan Ströbitzer wird Radio-Chefredakteur des ORF, Nachfolger von Bettina Roither, nun Ö1-Chefin.
25. August 2010 Die Mediaprint stellt ihre Gratiswochenzeitungen Bezirksjournale ein.
1. August 2010 Helmut Brandstätter wird ohne Zeitungserfahrung Kurier-Chefredakteur. Brandstätter war schon “Report”-Chef im ORF, Geschäftsführer des deutschen Nachrichtensenders n-tv und für einige Monate Gründungsgesellschafter und -geschäftsführer von Puls TV, zuletzt Kommunikationsberater. Seine Agentur BBC verkauft er Wolfgang Rosam. Der bisherige Kurier-Chefredakteur Christoph Kotanko leitet künftig die Aktivitäten für digitale Lesegeräte bei der Zeitung.
22. Juni 2010 In Oberösterreich startet über Digitalantenne der Communitysender DORF-TV.
17. Juni 2010 Hans Dichand, Gründer und Hälfteeigentümer der Kronen Zeitung, stirbt im Wiener AKH.
17. Juni 2010 Der Nationalrat beschließt mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und FPÖ das neue ORF-Gesetz.
10. Februar 2010 Als tägliche Hochglanzbeilage sollte Life & Style nach Wolfgang Fellners Ankündigungen der zentrale USP von Österreich sein. Aus Anfangs zwei Beilagen wurde binnen Monaten eine, die laufend an Umfang verlor, tageweise ausfiel. Am 10. Februar erschien sie zum letzten Mal auf dem “revolutionären” Hochglanzpapier, seither (aus Kostengründen) als Heftteil auf Zeitungspapier.
26. Jänner bis 1. Februar 2010 Die SPÖ wollte nach zwei Wahlsiegen die Faxwahl zum Publikumsrat nicht abschaffen – und unterliegt der ÖVP überraschend mit 1:5 – damit wird eine sicher geglaubte rote Mehrheit deutlich dünner.
11. Jänner 2010 Dominic Heinzl soll mit seiner neuen Societysendung “Chili” die ORF-Quoten im Vorabend von ORF 1 beflügeln. Er senkt sie deutlich, just bei jüngeren Zuschauern. Ohne eigens eingerichtetes neues Studio kostet Heinzls Sendung nach ORF-Angaben 3,3 Millionen Euro pro Jahr. Ab Herbst entfällt der erste Sendungsteil “Backstage” (nach einem Entscheid des Bundeskommunikationssenats), das die beiden Sendungen als eine und die Spots dazwischen als verbotene Unterbrecherwerbung definiert., “Chili” beginnt nun erst um 19.45 Uhr und muss nicht mehr direkt gegen die “ZiB 1” antreten.
1. Jänner 2010 Richard Grasl, bisher Chefredakteur im Landesstudio Niederösterreich, tritt seinen Dienst als kaufmännischer Direktor des ORF an.
1. Jänner 2010 Der Standard wechselt die Druckerei, von Golddmann (Tulln) zur Mediaprint (Wien-Inzersdorf).
16. Dezember 2009 Die Moser Holding bläst den Zusammenschluss mit der Styria ab. Hohe Schulden hätten ihren Einfluss im Joint Venture minimiert, sagen die einen. Die Styria habe geschlossene Vereinbarungen über überproportionales Gewicht von Moser-Gesellschaftern Zug um Zug infrage gestellt, sagen die anderen. Das Kartellverfahren wird auf Antrag der nun nicht mehr Fusionswilligen am 20. Jänner 2010 eingestellt.
9. Dezember 2009 Conrad Heberling, Geschäftsführer und Gesellschafter des Privatsenders Austria 9, bestätigt: Haupteigentümer Hubert Burda verabschiedet sich nach mehreren Kapitalerhöhungen von dem österreichischen Experiment, in das er nicht weiter investieren will. Austria ) gehört nunzu 58,5 Prozent Heberling und zu 41,5 Prozent der Schweizer Andmann Media Holding von Josef Andorfer. Burda hielt zuletzt gut 87 Prozent.
17. November 2009 Tausche Millionen gegen Direktor: Der Stiftungsrat wählt Richard Grasl mit 33 Stimmen bei nur zwei Enthaltungen, ohne Gegenstimmen, zum neuen Finanzdirektor des ORF. Ein schwarzer Hoffnungsträger für eine der nächsten Wahlen zum ORF-General.
16. November 2009 SPÖ und ÖVP einigen sich am Nachmittag auf Grundzüge des neuen ORF-Gesetzes – vor allem 160 Millionen über vier Jahre extra aus den Gebühreneinnahmen des Bundes für den ORF. Die Bedingung der ÖVP wird spätestens am späten Abend desselben Tages bestätigt: Sissy Mayerhoffer tritt als kaufmännische Direktorin des ORF zurück und macht Platz für Richard Grasl. Für den bisherigen Chefredakteur des Landesstudios Niederösterreich macht sich vor allem Landeshauptmann Erwin Pröll stark.
15. November 2009 Die Moser Holding stellt die Rundschau am Sonntag ein, weitere 55 Mitarbeiter sollen ihren Job verlieren.
1. Oktober 2009 Kurz vor 18 Uhr wird aus Salzburg TV Servus TV. Red-Bull-Milliardär Dietrich Mateschitz versucht einen privat finanzierten öffentlich-rechtlichen Sender nach seinem Geschmack. Im Frühjahr 2010 bietet er um die Fußballbundesligarechte mit – und liegt lange gar nicht schlecht im Rennen.
25. August 2009 Heute meldet der Österreichischen Auflagenkontrolle erstmals Daten, die sie an diesem Tag (über das erste Halbjahr 2009) veröffentlicht. Österreich meldet mit dieser ÖAK keine Daten für Wien mehr.
17. August 2009 Styria Media Group und Moser Holding AG beantragen bei der Bundeswettbewerbsbehörde den Zusammenschluss ihrer Regionalmedien, also insbesondere Kleine Zeitung, Tiroler Tageszeitung, aber auch die gemeinsame Gratiszeitungsholding. Die Styria soll die Mehrheit halten, würde damit zum weitaus größten Printkonzern des Landes. Die Bundeswettbewerbsbehörde beantragt am 14. September 2009 ein Kartellverfahren wegen Bedenken über die Fusionsfolgen, etwa für die Medienvielfalt.
4. Mai 2009 Die Eigentümer der Schweizer Gratiszeitung .ch – darunter Eugen Russ (Vorarlberger Medienhaus), die Moser-Erben (Moser Holding/_Tiroler Tageszeitung_) und Michael Grabner (Medienberater) stoppen das Blatt mit diesem Datum. Am 19. September 2007 erschien es zum ersten Mal, das anfängliche Konzept der Hauszustellung des Gratisblatts ging nicht auf.
2. April 2009 Der Stiftungsrat des ORF fordert Wrabetz einstimmig über alle Parteigrenzen – aber naturgemäß ohne die fünf Betriebsräte – zu einem sofortigen und radikalen Sparpaket auf. 2010 muss er demnach ein ausgeglichenes Ergebnis (für den ORF als Konzern, nicht als Einzelunternehmen ohne Töchter) liefern. 2008 schrieb der ORF-Konzern 79,7 Millionen Euro Verlust, 2009 werden es noch 44,3 Millionen Euro Minus sein.
6. März 2009 Der Kurier startet nach dem Live-Deal mit der Krone seine neue Fernsehbeilage, die wie das damit gestorbene, gemeinsame Mediaprint-Supplement tv.woche heißt.
11. Februar 2009 Die Bundeswettbewerbsbehörde verzichtet auf eine Prüfung der Übernahme der Wiener Bezirkszeitung (bz) durch den gemeinsamen Gratiszeitungsring von Styria und Moser Holding.
17. Dezember 2008 Das Kartellobergericht genehmigt den Zusammenschluss der Gratiszeitungen von Moser Holding AG (Bezirksblätter, Oberösterreichische Rundschau) und Styria Media Group (Woche für Steiermark und Kärnten). Das Kartellgericht stimmte schon am 15. September 2008 zu, die Bundeswettbewerbsbehörde legte dagegen aber Rekurs ein. Styria und Moser halten je 50 Prozent an dem Gratis-Joint-Venture, dem sie bald auch die Wiener Bezirkszeitung (bz) einverleiben.
16. Dezember 2008 Die Moser Holding bestätigt, Raiffeisen Oberösterreich habe sich mit 14,63 Prozent an dem Innsbrucker Medienunternehmen beteiligt.
4. Dezember 2008 Die Gesellschafter der Mediaprint segnen ab, dass das von Eva Dichand als Beiboot von Heute gegründete, bisher kostenlose Farbwochenmagazin Live ab Weihnachten 2008 der Krone beiliegt, zunächst in Ostösterreich. Das bedeutet das Ende der gemeinsamen Fernsehbeilage mit dem Kurier, einer der ersten Synergieeffekte der 1988 gemeinsam gegründeten Mediaprint. Der Kurier übernimmt ihren letzten Titel für seine eigene TV-Beilage ab 6. März 2009 – tv.woche. Und Eva Dichand ist eine heftige Kostenbelastung los.
27. November 2008 ORF-General Alexander Wrabetz kündigt seinen Mitarbeitern im großen Studio 1 auf dem Küniglberg den Abbau von 1000 Jobs bis 2012 an – durch Pensionen, Golden Handshakes, Kündigungen und Auslagerungen. Dass Wrabetz davor den Zentralbetriebsrat versetzt, verbessert nicht unbedingt das Verhandlungsklima. Bis 30. Juni 2010 wird der ORF gegenüber dem Stand Ende 2007 468 Vollzeitjobs (“Vollzeitäquivalente”) abgebaut haben – auf nun 3245. Wrabetz wollte bis 2012 auf unter 2500 kommen.
14. November 2008 Österreich startet ein Fernsehmagazin als Freitag-Supplement, das zwar einen höheren Verkaufspreis für die Tageszeitung an diesem Tag rechtfertigt, inseratentechnisch aber eher mau läuft.
6. November 2008 Die Moser Holding gibt die Übernahme der Oberösterreichischen Rundschau bekannt. Sie teilt die Wochenzeitung mit 8. beziehungsweise 4. Jänner 2009 in eine Donnerstag- und eine Sonntagausgabe, beide gratis. Die Donnerstagausgabe gliedert sich in den Verbund der Bezirksblätter ein. Rund 110 Beschäftigte sollen ihren Job verlieren, ein Sozialplan wird verhandelt. Das Engagement in Oberösterreich belastet die Moser Holding stark.
28. Oktober 2008 Die EU schließt ihr Wettbewerbsverfahren gegen den ORF (formal gegen die Republik Österreich wegen verbotener Beihilfen) mit einem Kompromiss ab. Die Hauptprogramme des ORF in Radio und Fernsehen bleiben ungeschoren, Online wird eingeschränkt, Spartenkanäle brauchen klarere Definitionen. Der EU-Entscheid ist Basis für das neue ORF-Gesetz ab 1. Oktober 2010.
UPDATE SP-Schlappe bei Faxwahl und ein oranger Publikumsrat
KORREKTUR ZUM BUCH
In der Aufzählung “Wer entsendet” fehlt irrtümlich die Akademie der Wissenschaften, die ein Mitglied des Publikumsrats entsenden darf. Hier die korrekte Liste (Stand: November 2009, vor einer anstehenden Änderung des ORF-Gesetzes):
Wer entsendet
Der Publikumsrat hat wie der Stiftungsrat 35 Mitglieder. Publikumsräte (je eine/einen) entsenden:
UPDATE Die Österreichische Web-Analyse ÖWA schließt die Fellner-Onlineplattform oe24.at am 4. März 2010 bis Juni 2010 aus. Begründung: Ihr Geschäftsführer habe in einem Interview die ÖWA herabgewürdigt.
UPDATE Die Österreichische Web-Analyse ÖWA schließt die Fellner-Onlineplattform oe24.at am 4. März 2010 bis Juni 2010 aus. Begründung: Ihr Geschäftsführer habe in einem Interview die ÖWA herabgewürdigt.
UPDATE Der nicht kommerzielle Community-Sender für Oberösterreich (verwandt mit Okto in Wien) startete am 22. Juni 2010 über regionales digitales Antennenfernsehen DVB-T. Betreiber sind Radio- und Kulturinitiativen, Geschäftsführer sind Otto Tremetzberger, der auch das Freie Radio Freistadt leitet, und Gabriele Kepplinger, ehemalige Leiter der Kultur- und Medieninitiative Linzer Stadtwerkstatt.
Gesellschafter der DORF TV GmbH (Stand: August 2010):
Tremetzberger über die Finanzierung: Medienförderung des Bundes, Förderung der Stadt Linz, er hoffte vor dem Start auch auf Förderung des Landes Oberösterreich.
UPDATE Russ, Grabner, Moser-Erben stellen .ch ein +++ Wem wieviele Prozent gehörten +++ Holtzbrinck war an Bord +++
Österreichs Medienwelt von A bis Z zu .ch:
Erste Gratistageszeitung der Schweiz, die ab Mitte September 2007 zunächst ins Haus zugestellt wurde, statt an Haltestellen aufzuliegen wie der Marktführer 20 Minuten. 30 bis 40 Prozent der Anteile halten Österreicher: die Eigentümer der Moser Holding sowie Eugen Russ und Michael Grabner. Die Mehrheit gehörte Sacha Widgorovits, Eigentümer einer PR-Agentur, Partner von SRG-Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre, früher Chefredakteur des Boulevardriesen Blick (Ringier) und 1999 Projektleiter von 20 Minuten. Nach einem Jahr, im Oktober 2008, geht Widgorovits. .ch wird doch nur noch aufgelegt wie die anderen Gratisblätter. Grabner und Russ werden bei .ch aktiver.
Update: Das Ende von .ch
Am 4. Mai 2009 endet das Experiment einer anfangs zugestellten, dann doch verteilten Gratiszeitung “.ch” für die Schweiz. Laut Verlag konnte die Zeitung ihre Leserzahl durch Verteilung auf an die 400.000 verdoppeln, die Anzeigen entwickelten sich aber zu weit unter Plan.
Unter den Investoren waren Eugen Russ (Vorarlberger Medienhaus), Michael Grabner (oe24.at, Raiffeisen-Medienbeauftragter), die Eigentümer der Moser Holding.
Die Beteiligungsverhältnisse
Der Schweizer Journalist referiert im Spätsommer 2009, wer nun im Detail wieviel an .ch gehalten hat. An Bord war, was sich bisher nicht bis Wien herumgesprochen hatte, auch der deutsche Verleger
Unter dem Strich ergibt das 33,5 Prozent für österreichischer Investoren, mit dem Deutschen zusammen eine (aus Schweizer Sicht) ausländische Mehrheit von 54 Prozent. Womöglich deshalb machten die Eigentümer so ein Geheimnis aus der Anteilsverteilung. An Schweizer Großinvestoren nennt der Journalist:
UPDATE Mediaprint stellt Bezirksjournale am 25. August 2010 ein +++
Gratiswochenzeitungen für Wien und Niederösterreich im Besitz der Mediaprint, die sie nach 34 Jahren auf dem Markt am 25. August 2010 einstellt, nach Angaben des Zeitungsriesen mangels wirtschaftlicher Perspektive.
Im Geschäftsjahr 2006/2007 schrieb die operative Verlagsgesellschaft der Bezirksjournale 1,6 Millionen Euro Verlust, 2005/6 576.000 Miese. Aktuellere Daten waren nicht verfügbar.
Spätestens seit das Ergebnis der Mediaprint 2008/09 auf 1,3 Millionen Euro einknickte (2006/06 noch gut 35 Millionen), drängen die Gesellschafter (WAZ, Raiffeisen und Familie Dichand) zum Sparen. 2009/10 soll sich das Mediaprint-Ergebnis auf 16 Millionen verbessert haben (Info-Stand: August 2010).
Die Mediaprint verhandelte mit Niederösterreichischem Pressehaus und Echo (Wiener Bezirksblätter); beide wollten ihr die Bezirksjournale nicht abnehmen. Styria und Moser Holding kauften zuletzt die Wiener Bezirkszeitung für ihren praktisch österreichweiten Ring von Gratisblättern.
Gegründet hat die Bezirksjournale Karl Mader. Der (nachvollziehbar) erste Gesellschaftervertrag stammt vom 5. Mai 1976, der Verlag wurde am 20. Mai 1976 ins Firmenbuch eingetragen.
Die Kurier AG übernahm den Verlag – nach den Daten im Firmenbuch wohl mit November 1986, als das Kapital der Gesellschaft um 500.000 Schilling erhöht wurde.
Karl Mader gründete nach dem Verkauf mit der Verteilfirma feibra, inzwischen eine Posttochter, das Konkurrenzprodukt bz Wiener Bezirkszeitung. Deren Verlag, die Mader Zeischriftenverlagsgesellschaft mbH wurde am 13. September 1991 ins Firmenbuch eingetragen. Das hätte ausreichend Zeit zu 1986 verstreichen lassen, um Konkurrenzklauseln im Verkaufsvertrag ablaufen zu lassen.
Post/feibra und der inzwischen engagierte Tiroler Gratisblattverleger Otto Steixner (Gründer der Bezirksblätter, ausgehend von Tirol) verkauften Anfang 2009 74,9 Prozent an der bz Wiener Bezirkszeitung dem Gratiszeitungs-Joint-Venture von Styria und Moser Holding, die einen österreichweiten Gratiszeitungsring aufziehen.
Der hat in Wien mit dem überraschenden Ende der Bezirksjournale mehr Platz, ebenso die Wiener Bezirksblätter des Echo Medienhauses.
UPDATE Am 1. Oktober 2009 um 17:27 Uhr wurde aus Salzburg TV Servus TV, ein Alpen-Adria-Donauraum-Kanal zwischen 3sat und ORF 2, mit älterer Zielgruppe, teils etwas hausbackenen, aber meist aufwändig produzierten Magazinen, zugekauften ZDF-Dokus, Konzertmitschnitten, Red-Bull-Sport und -Flugbildern. Über digitale Antenne (DVB-T), Satellit, auch in HD, und Kabelnetze.
Ein Medienprojekt von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz, der Salzburg TV Anfang 2007 der örtlichen Wirtschaftskammer abgekauft, inzwischen ganz übernommen hat und sich anfangs sehr persönlich um das Programm kümmert.
Unter den ersten Sendungen: Mit “Infotainment” – “Servus Salzburg”, “Hoagascht”, eine Volkskultursendung von Salzburg TV, um 18.15 Uhr “Wir sind Österreich”. Das Programm wiederholt sich in Schleifen. Essen: “Gut Leben” und “Zu Gast im Ikarus”, Mateschitz’ Restaurant, das Reportageformat “Aus dem Leben”. “Hüttengeschichten, Gastfreundschaft auf höchstem Niveau” hieß Folge 1, die nächste programmatisch für den Sender “Überlebenstraining in den Alpen”. “Literatour” erlas sich erst Triest. Viele Dokus aus dem ZDF-Fundus: “Giganten des Südens”, “Wüsten im Vormarsch”, “Moderne Wunder” über Batterien. Die Nacht füllen Höhenflüge mit Mateschitz’ Fluggeräten aller Altersklassen. Freitagnacht Konzerte von Take That, Amy Winehouse. “Na Servus” nennt sich das Wetter. “Gross am Land” (erste Folge: “Forellenzirkus”). Bull-Sport von Air Race bis Motocross. Dazwischen “Meisterwerke aus dem Alpen/Donau/Adriaraum” – Mozarts Jupitersinfonie um 17.43 Uhr. Montag: Sporttalk aus Mateschitz’ Hangar. Dienstag talkt Isabella Richtar dort. “Gruschkas Kunst- und Trödeltouren”, “Fast vergessen” (über Pfannenschmiede), “Whole Notes” über Klassik, ein Kinomagazin “Lichtspiele”.
UPDATE: Der Standard verlässt mit Jahreswechsel 2009/10 die Tullner Druckerei Goldmann und druckt bei der Mediaprint. Hintergrund waren offenbar vorübergehende Probleme der Druckerei mit Bankgarantien, die Mediaprint dürfte zudem ein günstiges Angebot gemacht haben. Die Druckerei kündigt in den folgenden Monaten Dutzende Beschäftigte.
Aktuelle Reichweitendaten der Media-Analyse finden Sie, sofern der Titel dort vertreten ist, hier
Gerhard Moser ist ab Frühjahr 2008 Zentralbetriebsratschef des ORF in Koalition mit der Liste von Michael Götzhaber. Sie lösten gemeinsam den bürgerlichen ORF-Betriebsratskaiser Heinz Fiedler ab. Moser arbeitet seit 1988 für Ö1, Listenführer Freier Mitarbeiter, dann Unabhängiger im Radio.
UPDATE Sozialdemokrat Michael Götzhaber sollte laut Deal mit den Unabhängigen von Gerhard Moser am 1. März 2010 die Führung des ORF-Zentralbetriebsrats von Moser übernehmen. Am 1. März tut Moser kund, Götzhaber wolle “aufgrund seiner Arbeits- und Lebenssituation” in Kärnten bleiben. Und wo gerade die ORF-Gremien neu besetzt werden, die Anstalt mitten in Sparprogramm und Umstrukturierung steckt, suche der Betriebsrat “Kontinuität”. Moser, zweifellos der charismatischere Typ der beiden, ist also bis Anfang 2012 Vorsitzender des ORF-Zentralbetriebsrats. Kann freilich als Schlappe für die Sozialdemokraten im ORF gewertet werden.
Moser studierte Publizistik- und Politikwissenschaften in Wien. Dissertierte über die Kommunikations- und Pressegeschichte der Ersten Republik. Laut CV erste Radioerfahrungen Anfang der 1980-er Jahre im ORFLandesstudio Kärnten. Seit 1988/89 Mitarbeiter von Ö1 in Wien. Begann in der Redaktion Literatur & Feature im Keller des Funkhauses. In den 1990-er Jahren Redakteur und Moderator des Ö1-Kulturstudios “Transparent” (Architektur/bildende Kunst).
Seit Anfang der 1990-er Jahre Journalistengewerkschafter. ORF-Betriebsrat seit 1995. Seit 2001 Vorsitzender des Radiobetriebsrats, zunächst Liste Freier Mitarbeiter. Als Redakteur angestellt seit 1. Jänner 2004. Seit 2003 ORF-Zentralbetriebsrat.
Verheiratet, kinderlos, schwarzer Kater namens Emil.
Der deutsche Verlagsriese Burda (Bunte, Focus; konkret: die Hubert Burda Media) hat seine Anteile am österreichweiten Privatsender Austria 9 seit Sendestart am 12. Dezember 2009 von 51 auf 87,2 Prozent aufgestockt. Mit der Kapitalerhöhung ist offenbar voerst Schluss mit Kohle aus Deutschland, schreibt der Branchendienst Kontakter im Oktober 2009. Burda wolle nicht mehr investieren, der Sender suche einen Investor, könne Anlaufverluste krisenbedingt nicht ausgleichen. Die Rede sei von fehlenden 7 Millionen Euro.
Bei der Kapitalerhöhung Ende 2008 zogen die übrigen Gesellschafter offenkundig nicht mit. Stand ihrer Beteiligungen laut Firmenbuch (gerundet) im Oktober 2009:
SP-naher Wiener Wirtschaftstreuhänder, mittelbar Mehrheitsgesellschafter der Gratiszeitung Heute, die Eva Dichand als Herausgeberin und Geschäftsführerin führt. Eva Dichand ist die Frau von Krone-Chefredakteur Christoph Dichand und Schwiegertochter von Krone-Boss Hans Dichand.
Im Oktober 2009 versichert Havranek dem Standard “ehrenwörtlich”: “Ich stehe in keiner Beziehung zu Herrn Dichand, auch nicht als sein Kontrollor oder ähnliches”. Das hatte Havraneks Sohn laut News in einem Telefonat behauptet. Havranek senior betont, er würde seine Aussagen gegenüber dem Standard “auch unter Eid wiederholen”.
Havranek über seine Kontakte zum Krone-Chef, der jede Beteiligung an oder geschäftliche Verbindung zu Heute stets verneint: “Herrn Dichand habe ich glaublich vor etwa fünf bis zehn Jahren in Sachen Stephansdom angesprochen”. Und: “In Sachen Tierschutz hatte ich mich vor etwa drei Jahren um einen Termin bemüht und keinen bekommen – ich wurde an Frau Entenfellner verwiesen.”
Als “Geburtshelfer/Gründer von Heute nennt Havranek “Gehl, Jansky und ich”. Heinz Gehl ist ein früherer Vorstand der Bank Austria (von der der Gründungskredit für Heute kam). Wolfgang Jansky ist der frühere Pressesprecher von Werner Faymann als Wiener Wohnbaustadtrat und seit Gründung Geschäftsführerr von Heute.
Havranek weiter: “Von Frau Dr. Dichand war ab Gründung lange keine Rede und sie wurde mir glaublich etwa ein Jahr nach Gründung von Jansky vorgestellt. Ich hatte sie vorher weder gesehen noch wahrgenommen.” Zu dem laut seinem Sohn angeblich nicht friktionsfreien Verhältnis zu Heute-Herausgeberin und -Geschäftsführerin Eva Dichand äußert sich Havranek nicht.
Update: Das rote Kanzleramt stellt
Auf einer Seite der Wirtschaftskammer hab ich folgende Job-Daten gefunden:
| ab November 2009 | Chefredakteur der Wiener Zeitung |
| 1994-2009 | Ressortleiter Wirtschaft Kurier |
| 1989-1993 | Wirtschaftsredakteur Der Standard |
| 1988-1989 | Leiter Öffentlichkeitsarbeit Chemie Linz |
| 1984-1988 | Wirtschaftsredakteur Oberösterreichische Nachrichten |
Dieter (von) Holtzbrinck führte bis 2006 den deutschen Verlagsriesen Holtzbrinck, sein Vize damals: Michael Grabner, Medienprofi aus Österreich. 2006 übergab Holtzbrinck den Familienkonzern und seine Leitung an seinen jüngeren Halbbruder Stefan. Für Dieters Anteil sollte Georg laut Süddeutsche Zeitung insgesamt 600 Millionen Euro überweisen, 200 Millionen sofort, den Rest später in Jahresraten von etwa 30 Millionen Euro. Statt der noch offenen unter 350 Millionen Euro holte sich Dieter 2009 die wesentlichsten Printtitel des Verlagskonzerns zurück: er übernahm mit 1. Juli 2009 die Handelsblatt-Gruppe (mit Handelsblatt, Wirtschaftswoche), den Berliner Tagesspiegel plus 50 Prozent an der Hamburger Zeit, die anderen 50 blieben bei Georg. Und wer tritt wieder an, um bei Handelsblatt & Co. kräftig zu sparen, die Rede ist von einem Fünftel der Jobs, rund 150 in absoluten Zahlen? Michael Grabner. Er verkleinert das Handelsblatt auch gleich mit 2. November auf Tabloidformat.
Update: Gerd Bacher als Südtirol-Terrorhelfer
Armin Thurnher (Falter) fand im Südtiroler Nachrichtenmagazin ff ein Interview mit Gerd Bacher über Bachers politische Jugendjahre:
„Wir sind in den 50er-Jahren regelmäßig nach Südtirol gefahren und haben dann dort die Leute kennengelernt, den Kerschbaumer, den Klotz, den Amplatz, den Innerhofer … Dann wurde der BAS gegründet (Befreiungsausschuss Südtirol, Anm.), wobei wir, also der österreichische Teil, dafür zuständig waren, Geld und Sprengmaterial zu beschaffen sowie für Propaganda zu sorgen. (…)
Landeshauptmann Wallnöfer (…) wusste alles – aber der hat geschwiegen wie ein Grab. Bescheid gewusst hat auch der Bruno Kreisky: Wir haben ihm ja den Amplatz, den Klotz, alle diese Leute ins Bundeskanzlerhaus gebracht. In meiner Gegenwart hat Kreisky mal gesagt: Wegen ein paar Brücken und Masten werden wir doch nicht wehleidig sein. Aber keine Menschen! (…)
Wir waren für den Partisanenkrieg (…). Obwohl ich zunächst dagegen war, habe ich mich dann wahnsinnig über die Feuernacht gefreut. Das war einfach fantastisch! In einer einzigen Nacht vierundvierzig Masten … rums! Etwas Vergleichbares hat es im ganzen Nachkriegseuropa nicht gegeben.” – Herr Bacher, haben Sie selbst beim Sprengen mitgemacht?, fragt ihn ff. “Nein, das habe ich nicht. Beim Besorgen von Material ja. Wir waren – wenn man so will – der politische Arm.”
17. Juni 2010: Hans Dichand stirbt mittags im Wiener AKH mit 89 Jahren
Juni 2009: Dichand schwenkt Krone von Faymann auf Pröll/Pröll-Kurs
Sage keiner der 88-jährige Krone-Boss sei unflexibel: Am 17. Juni schwenkt Hans Dichand sein Blatt mit einer seiner “Melange”-Plaudereien in Live vom Faymann-Kurs weg Richtung Erwin und Josef Pröll. Vermuteter Hintergrund: a) Dichand wolle seinen Wahlneffen ein bisschen aus der sein Bild doch etwas belasteten Wahlverwandtschaft bugsieren. Wahrscheinlicher aber b) – Dichand ist gratnig über die vielen Millionen, mit denen Faymann & Co. Herausforderer Österreich sponsern, womöglich sogar am Leben halten.
Dichand wörtlich in Live (inzwischen eine Krone-Beilage) nach der EU-Wahl von 2009:
Und was sagen Sie zum Sieg der ÖVP?
“Die ÖVP ist tatsächlich Erster geworden, und ich gönne ihr das von ganzem Herzen, in der stillen Hoffnung, dass sie dadurch endlich von ihrer EU-Hörigkeit, die beschämend ist, wegkommt. In der ÖVP sind zwei ganz hervorragende Politiker am Ruder, denen ich diesen Erfolg gönne. Dabei handelt es sich um den Landeshauptmann von Niederösterreich Erwin Pröll, der in seinem Land eine ganz feste Position hat, aber dennoch mit dem Volk in ganz Österreich in eine Richtung denkt. Ich möchte ihn schon gerne als Nummer eins unseres Staates sehen, nämlich als unseren nächsten Bundespräsidenten, falls der jetzige auf eine neue Kandidatur verzichten sollte. Bundespräsident Heinz Fischer ist ein zweifellos allgemein angesehener und guter Mann, der allerdings in seiner Amtszeit nicht den Weg zur großen Wendung, die man überall in Österreich erwartet, gewagt hat.”
Wer ist der zweite ÖVP-Politiker, den Sie so schätzen? Josef Pröll?
“Als Journalist, der ja noch so intensiv bei seiner Beschäftigung als Zeitungsherausgeber auch leise Strömungen im politischen Geschehen unseres Landes wahrnehmen sollte, meine ich zu spüren, dass die große Wendung kommen könnte, die ich für Österreich erwarte, nämlich, dass beide Prölls, der eine als Bundeskanzler, der andere als Bundespräsident, an der Spitze des Staates stehen. Ich weiß nicht, ob so eine Wendung, von der ich geradezu träume, auch von den Bürgern unseres Landes gewollt wird. Dabei ist mir klar, dass diese Wendungen nur als Ergebnisse echter demokratischer Wahlen kommen können.”
Sie würden Josef Pröll gerne als Bundeskanzler sehen?
“Die von mir erträumte Wendung unseres Staates zu echter Demokratie sah ich gar nicht weit entfernt, als Faymann über Nacht seine Partei umzudrehen verstand und plötzlich von der Notwendigkeit einer Volksabstimmung zum EU-Vertrag sprach, aber was seither passiert ist, zeigt eigentlich, dass ein solcher Weg gegenseitiger Verständigung und echten demokratischen Alltags nicht so leicht zu gehen ist. Dennoch wünsche ich mir, wir sollten versuchen, in diese Richtung zu gehen. Vielleicht wäre es eine große Chance für uns.”
Der steirische SPÖ-Chef Franz Voves kündigt im Sommer 2009 an, er lasse die parteieigene Zukunft Privatstiftung auflösen, der auch wesentliche Anteile am Druckriesen Leykam gehören. Anlass: Die Finanzbehörden akzeptieren die Stiftung nicht als gemeinnützig. Damit entfällt auch die jahrelang geltend gemachte Steuerschonung. Der entsprechende Politwirbel lässt Voves die Notbremse ziehen.
Seit 1. September 2009 (nach einem Jahr Sabbatical) Chefredakteur von oe24.at, dem Onlinedienst von Österreich. Bio unter Maier, Wolfgang
Das Bregenzer Lokalradio Arabella Vorarlberg stellt mit Ende August 2009 seinen Sendebetrieb auf Ukw ein. Begründung: Keine zusätzlichen Frequenzen in Aussicht, zuwenig technische Reichweite, keine Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg. Der Sender gehört zu 100 Prozent der Rhomberg Holding des gleichnamigen Bauunternehmers, der dem örtlichen Medienmulit Eugen Russ jedenfalls nicht fern steht. Das Programm produziert Arabella Vorarlberg in Russ’ Vorarlberger Medienhaus. Es gehört nur nicht dem Verbund der übrigen Arabella-Radios, weil Russ dort schon beteiligt ist, und ihm eben auch die landesweite Antenne Vorarlberg gehört. Das Gesetz schreibt ja doch Medienvielfalt vor.
Rupert Murdoch tauft den – schwer kriselnden – deutschen Abosender Premiere mit 3. Juli 2009 wie seine übrige Pay-TV-Flotte (etwa Großbritannien, Italien) Sky. Im August 2009 stockt er seine Beteiligung von bis dahin rund 30 Prozent auf knapp 40 auf. Größter Aktionär war er ja schon 2008 mit rund 25 Prozent.
Fusion Styria Moser Holding abgeblasen / Neuer Name: Styria Media Group
Update – Die Moser Holding hat am 16. Dezember 2009 die Fusion mit der Styria abgeblasen: Styria und Moser wollten ihre regionalen Medienaktivitäten (insbesondere Kleine Zeitung, Antennen Steiermark und Kärnten und_Tiroler Tageszeitung_, TT kompakt, TT am Sonntag, regionale Wochenzeitungen) zusammenlegen. Die Moser Holding sollte praktisch in dem Gemeinschaftsunternehmen aufgehen, die Erben des Gründers sollten künftig 27 Prozent halten. Für Raiffeisen Oberösterreich, an der Moser Holding seit 2008 mit knapp 15 Prozent beteiligt, waren 5 Prozent an dem Regionalriesen vorgesehen. Kolportiert und von den Mosers dementiert: Hohe Verbindlichkeiten der Tiroler hätten ihren Anteil auf zehn oder weniger Prozent reduziert, weshalb sie die Fusion abgeblasen hätten.
Die Moser Holding meldete für 2008 221 Millionen Euro, die Styria 486 Millionen, davon 136 im Ausland. Ergibt insgesamt gut 707 Millionen, davon ansehnliche 571 Millionen Euro innerhalb Österreichs Grenzen. Die Mediaprint meldete zuletzt 485 Millionen.
Update: Styria Media Group: Die Styria benennt sich 2009 um in Styria Media Group AG.
17. Juni 2010: Hans Dichand stirbt mittags im Wiener AKH mit 89 Jahren
August 2009: WAZ bläst Krone-Verkauf ab
WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus erklärt im Standard: “Die Scheidung ist abgeblasen”. Offenbar konnten sich WAZ und Dichand nicht über den Preis der 50 Prozent an Österreichs größtem Kleinformat einigen – kolportiert wurden 120 Millionen (jedenfalls deutlich unter 200) gegen mehr als 200. Nun will die WAZ an Bord bleiben, nicht mehr streiten, und den Kurier auf die “Erfolgsstraße” zurückführen.
WAZ bestätigt geplanten Verkauf ihrer Krone-Anteile
Am 25. Mai 2009 bestätigt WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach, der Essener Medienkonzern wolle seine 50 Prozent an der Krone verkaufen und verhandle darüber “auf Hochtouren” mit Hans Dichand. Kolportierter Preis: 200 Millionen Euro. Als Finanzpartner Dichands kolportiert: Erste Bank und die rote Wiener Städtische Versicherung. Einen – allseits vermuteten – Verkauf ihrer fast 50 Prozent am Kurier will die WAZ “nicht kommentieren”; Christian Konrad, Generalanwalt des Kurier-Mehrheitseigentümers Raiffeisen sagt Ende Mai 2009, das sei derzeit kein Thema. Konrad rechnet nach eigenem Bekunden auch nicht mit einem Ausstieg der Krone aus der Mediaprint. Nach Infos des Autors erhielte die Krone für ihre 50 Prozent nur deren Buchwert, für den verbleibenden Kurier wären das “hervorragende Konditionen”, sagte Konrad dem Autor.
Die Rangliste von Österreichs größten Mediaagenturen 2008 laut Focus/Extradienst:
| Rang 2008 | Agentur | Etatvolumen (brutto) EUR |
|---|---|---|
| 1 | MediaCom | 306.920.274 |
| 2 | Omnicom MediaGroup | 255.199.343 |
| 3 | OMD Media | 213.196.215 |
| 4 | Aegis Media Group | 145.038.432 |
| 5 | Media 1 | 138.624.403 |
| 6 | mediaedge:cia | 134.333.111 |
| 7 | PanMedia Western | 127.957.308 |
| 8 | Mindshare | 114.339.913 |
| 9 | ZenithOptimedia | 74.644.382 |
| 10 | Reichl & Partner | 52.669.490 |
| 11 | Initiative Media | 47.930.160 |
| 12 | AHA Media | 35.349.298 |
| 13 | Universal McCann Erickson | 27.719.071 |
Das Stichwort fehlt im Buch, worauf mich Michaela Gründler aufmerksam machte, die mit Kollegin Anja Pia Keglevic auch gleich den Rene-Marcic-Preis 2009 erhielt für die Salzburger Staßenzeitung Apropos. Ich übernehme einfach gleich die Definition der Jury: “Was ist eine ‘Straßenzeitung’? Ein Blatt, das sich mit der Situation von Menschen befasst, die von Armut, Wohnungslosigkeit, manchmal auch Obdachlosigkeit betroffen sind, ein Blatt aber auch, das eine beachtliche Zahl dieser Menschen in seine Arbeit einbezieht, die meisten als Straßenverkäufer, gar nicht wenige auch als Autorinnen und Autoren.”
Straßenzeitungen in Österreich (Stand: Anfang 2009):
Österreich druckt auch nach Mitte 2008 noch Exemplare bei der Verlagsgruppe Passau. Nicht mehr unter der Woche, aber rund ein Drittel der Sonntagsauflage wird in Bayern hergestellt, sagt das Management der Zeitung (Stand: Jänner 2009).
Mai 2009 – Gründer Heinrich Schuster muss gehen: Am 26. Mai 2009 eskalieren die Spannungen zwischen Eigentümer Raiffeisen und Schuster, dem die Giebelkreuzler vorwerfen, er habe die Lage beim Verkauf zu rosig dargestellt. Schuster muss binnen Stunden sein Büro räumen, sein Sohn auch gleich. Monika Lindner, die ehemalige ORF-Generaldirektorin und bisherige Raiffeisen-Beraterin für elektronische Medien (den Job gibt sie mit dem neuen ab) wird Geschäftsführerin des Plakatriesen. Vertragslaufzeit nach Infos des Autors: zwei Jahre.
Heinrich Schuster macht mit 68 Jahren Kasse: Am 2. Februar 2009 geben er und die Raiffeisen-Medienholding Medicur bekannt, dass der grüne Riese die Außenwerbeholding Epamedia komplett übernimmt. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Schuster hielt 50 Prozent an dem 2002/2003 fusionierten Plakatriesen.
Was zahlte der ORF der Sitour-Gruppe von Skiverbandspräsident Peter Schröcksnadel 2005 für dessen 50 Prozent an TW1? Schlag nach im Prüfbericht des Rechnungshofs von Anfang 2009 (hier zum Download): 3,2 Millionen Euro.
Radio-Reichweiten laut Radiotest im zweiten Halbjahr 2008 zum Download hier (Aufbereitung: RMS): Radiotest 2Hj 08 RMS.xls 2Hj 08 RMS.xls
Der Rechnungshof veröffentlicht am 19. Jänner 2009 seinen Endbericht zum ORF, den er gegenüber dem im Buch ausführlich zitierten Rohbericht in einigen Punkten sogar noch verschärft hat. Die Prüfer sprechen von “enormem Reform- und Sparpotenzial”.
Winterschlussverkauf: Die Styria verkauft weiter munter ab in ihrem in den vergangenen Jahren zusammengeshoppten Magazinreich Styria Multi Media. Das kostenlose Kinomagazin Skip (plus Skip class und skip.at) gehen an Geschäftsführer Michael Ginalis und eine Investorengruppe, ließ die SMM am 21. Jänner verlauten.
// weiter »