Maria Windhager
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Warum ist das wichtig?
- Maria Windhager ist spezialisiert auf Medienrecht und den Schutz von Persönlichkeitsrechten, zu deren Weiterentwicklung die Juristin etwa mit einigen Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof beigetragen hat.
- Sie hat etwa mit Verfahren gegen Facebook/Meta auch international wesentlich zur Weiterentwicklung der Plattformhaftung beigetragen.
- Windhager hat bis in die 2020er über Jahrzehnte den Standard vertreten und vertritt aktuell den Falter, Dossier, Datum und Jetzt. Sie vertrat etwa die Rechercheplattform Dossier gegen Slapp-Klagen. Sie vertrat die ehemalige Grünen-Chefin Eva Glawischnig gegen Meta und Grünen-Politikerin Sigrid Maurer gegen den "Bierwirt". Sie vertritt Useri:nnen und Aktivist:innen gegen Klagen von Medien.
- Windhager zählt jedenfalls zu den wichtigsten Medienanwält:innen in Österreich.
Wer ist Maria Windhager?
Geboren 1967 in Linz, studierte Rechtswissenschaften in Salzburg und Wien bis zum Doktorat, seit 2001 Anwältin. Während des Studiums war sie Chefredakteurin des (linksalternativen) Studierendenmagazins Juridikum. Der Standard beschrieb sie 2019 als "Kämpferin für Werte und gegen Hass" in der Rubrik "Kopf des Tages". Anlass war die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs gegen Facebook, dass die Plattform weltweit nicht nur bestimmte, sondern auch sinngleiche Hasskommentare über Eva Glawischnig löschen müsse.
Windhager vertrat über mehr als zwei Jahrzehnte die Tageszeitung Der Standard bis ins Jahr 2024, danach betreute sie noch anhängige Verfahren.
Windhagers Fälle
Eine Auswahl wichtiger Verfahren und Entscheidungen, eine ausführlichere Übersicht findet sich auf der Website ihrer Wiener Medienrechtskanzlei.
2025 Armin Wolf zeigt X wegen Begünstigung von Hassposter an
Windhager vertritt ZiB 2-Anchor Armin Wolf gegen Elon Musks Plattform X. Im Oktober 2025 zeigt Wolf X wegen Verdachts auf Begünstigung eines Hassposters bei der Staatsanwaltschaft Wien an. X weigerte sich bis dahin, strafrechtlich relevante Postings eines anonymen Users zu löschen und dessen Daten herauszugeben; auch die irischen und die US-Justizbehörden ließen Rechtshilfeersuchen abblitzen. 2026 erteilt das Justizministerium der Staatsanwaltschaft die Weisung, formelle Ermittlungen aufzunehmen.
2021 – "Bierwirt" gegen Sigrid Maurer
Grünen-Abgeordnete Sigrid Maurer macht auf Social Media eine sexistisches Nachricht vom Account des "Bierwirts" öffentlich und ordnet sie dem Mann zu, den sie als "Arschloch" bezeichnet. Der klagt Maurer, er sei nicht Autor der Nachricht. Windhager vertritt Maurer erfolgreich.
2019, 2021 – KZ-Überlebende gegen "Aula"
Windhager klagt für elf KZ-Überlebende die (inzwischen eingestellte) extrem rechte steirische Zeitschrift Aula, die aus dem NS-Vernichtungslager Mauthausen Befreite als "Landplage" und "Massenmörder" bezeichnet hat. Zwei strafrechtliche Instanzen in Graz weisen die Klagen ab, weil die Gruppe der Befreiten für persönliche Betroffenheit zu groß sei. Erst der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (2019) und der Oberste Gerichtshof (2021) geben den Betroffenen Recht.
2019 – Facebook kann zum Löschen von Haspostings weltweit verpflichtet werden
In einem von Windhager für die ehemalige Grünen-Chefin Eva Glawischnig betriebenen Musterverfahren gegen Facebook entscheidet der EU-Gerichtshof, dass Facebook verpflichtet werden kann, nicht nur bestimmte Hasspostings weltweit zu suchen und zu löschen, sondern auch sinngleiche Postings über Glawischnig.
2006 – Drei europäische Urteile gegen Österreichs Medienrechtsprechung
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilte die Republik Österreich an einem Tag Anfang November 2006 in drei Verfahren gegen Urteile österreichischer Gerichte gegen den Standard: Die Zeitung habe Jörg Haider, Ewald Stadler und einen Linzer Richter zu Recht kritisiert, widersprachen die Straßburger Richter österreichischen Gerichten, die den Standard in diesen Causen verurteilt hatten.
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