ORF trennt sich fristlos von Werbechef
Am 29. Juni 2026 bestätigt der ORF, dass er sich fristlos von seinem bisherigen Werbechef Oliver Böhm trennt. Der Geschäftsführer der ORF-Vermarktungstochter Enterprise verantwortete zuletzt rund 180 Millionen Euro klassische Werbeeinnahmen, dazu rund 36 Millionen Euro aus Sonderwerbeformen. Grob ein Fünftel der Einnahmen des 1,1-Milliarden-Konzerns.
Der ORF erklärt die Trennung so: Interne Untersuchungen mit externen Experten seien zum Schluss gekommen, "dass in mehrerlei Hinsicht Verhalten an den Tag gelegt wurde, das eine Weiterbeschäftigung im Unternehmen unmöglich macht". Böhm war seit Ostern 2026 freigestellt zur Untersuchung von Compliance-Vorwürfen.
Mit der Trennung von Böhm sind die Top 5 auf den Transparenzlisten der höchsten ORF-Bezüge weg oder im Abgang:
- Robert Kratky, Bestverdiener 2024 als Ö3-Wecker, verließ den ORF 2025 auch wegen öffentlicher Angriffe wegen seiner seiner Bezüge vorzeitig.
- Pius Strobl, ORF-Manager etwa für das Bauprojekt ORF-Zentrum, wurde im Juni 2026 freigestellt wegen Compliance-Vorwürfen etwa über (laut Strobl genehmigte) Nebentätigkeiten.
- Roland Weißmann trat als ORF-Generaldirektor zurück, als eine ORF-Mitarbeiterin den Rücktritt forderte und mit Veröffentlichung intimer Dokumente aus der Kommunikation ihr gegenüber drohte. Der ORF trennte sich im Frühjahr von Weißmann, der geht vor Gericht gegen seine Kündigung vor.
- Oliver Böhm, siehe oben.
- Hannes Aigelsreiter wurde 2025 seiner Funktion als Sportchef enthoben, er verließ den ORF Anfang 2026. Seine Abfertigung dürfte ihn in die Top-Position auf der Transparenzliste 2025 gehoben haben.
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