Andy Kaltenbrunner (Medienhaus Wien)
Inhalt
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Warum ist das wichtig?
- Andy Kaltenbrunner hat die Journalismusausbildung und -weiterbildung insbesondere in Wien wesentlich geprägt.
- Für die medienpolitische Agenda und Entwicklung hat Kaltenbrunner mit dem Medienhaus Wien ebenfalls wesentliche Impulse geliefert - etwa mit Analysen der öffentlichen Werbebuchungen und mit dem Journalismusreport.
- Kaltenbrunner hat etwa die Wiener Medieninitiative, eine Journalismus- und Projektförderung der Stadt Wien entwickelt.
- 2026 liefert er mit einem Forschungsteam dem Medienministerium von Andreas Babler (SPÖ) im April eine Analyse der bestehenden Medienförderungen samt Empfehlungen, wie sich diese mit einer Journalismusförderung neu, systematisch und womöglich nachhaltig konzipieren und organisieren lassen.
- Kaltenbrunner ist Mitbegründer der Forschungsgesellschaft Medienhaus Wien und des Forum Journalismus und Medien (Fjum).
Kontext: Medienpolitik, Medienförderungen, Journalismus
<span class="dmmark">diemedien.</span> über Wozu Journalismus? Wozu Medien? Aufgaben und Krisen
<span class="dmmark">diemedien.</span> über Medienpolitik – von ORF bis Krone, von Inseraten bis Personal
<span class="dmmark">diemedien.</span> über Medienförderungen in Österreich
Wer ist Andy Kaltenbrunner?
Geboren am 25. Mai 1962 in Steyr (Oberösterreich). Kaltenbrunner studierte Politikwissenschaften bis zum Doktorat sowie Pädagogik an der Universität Wien
AZ, Profil. Kaltenbrunner begann 1981 bei der AZ, damals Parteizeitung der SPÖ, er leitete später das Ressort Feuilleton/Wochenendausgabe, und war danach Politikredakteur der Zeitung. Parallel baute Kaltenbrunner in den 1980ern das Medienzentrum der Stadt Wien auf und leitete dessen Weiterbildungsprogramme für Lehrer:innen und Pädagog:innen.
Ab 1990 war Kaltenbrunner Redakteur und Ressortleiter Politik beim Nachrichtenmagazin Profil. Von 1995 bis 1999 war er Chefredakteur von Profil Online und Profil Extra. Er gründete und leitete den Redaktionslehrgang Magazinjournalismus bei Profil. 1998 wurde er als möglicher Chefredakteur neben dem gerade neuen Herausgeber Christian Rainer gehandelt, er verzichtete auf eine Kandidatur.
Medienberater. Kaltenbrunner verließ das Magazin und gründete seine Kaltenbrunner Medienberatung für (insbesondere digitale) Entwicklungsprojekte und Newsroomstrategien für Kunden wie Bonnier, Gruner+Jahr, Costa Editorial. Kaltenbrunner entwickelte für die Stadt Wien die Journalismusförderung Wiener Medieninitiative und etwa für die deutschen Medienanstalten Journalismusförderungs- und Trainingsprogramme.
Medienhaus Wien. Der Medienwissenschafter und Berater hat 2005 mit Medienwissenschafter Matthias Karmasin, der Journalistin und damaligen Concordia-Generalsekretärin Astrid Zimmermann, dem Rechtsanwalt und Demokratieaktivisten Alfred Noll (1960 – 2026) und der Medienwissenschafterin und späteren Concordia-Generalsekretärin Daniela Kraus das Medienhaus Wien als Gesellschaft für Forschung und Weiterbildung gegründet. Kaltenbrunner ist Geschäftsführer und Mehrheitsgesellschafter.
Fjum. 2011 begründete er mit Kraus das Forum Journalismus und Medien (Fjum) in Wien.
Forschung und Lehre. Forschungsprojekte Kaltenbrunners oft in internationalen Teams und mit Forscher:innen etwa des Medienhaus Wien lieferten grundlegende Daten und Analysen über Medien, Journalismus und ihre Entwicklung, Medienwirtschaft und Medienpolitik, etwa:
- Journalismus-Report (Daten über Journalistinnen und Journalisten in Österreich und ihre Lage)
- Innovation im Journalismus (mehrere auch international vergleichende Studien)
- Medienförderungen (Analyse für Österreichs Medienministerium 2025/2026, Austrian media funding from the perspective of innovation in journalism: analysis of national programmes and a comparison with innovation funding strategies in other European countries)
- Öffentliche Werbebuchungen (Analysen unter dem Titel Scheinbar transparent)
- Vertrauen in Journalismus
Kaltenbrunner war 2011 bis 2016 Programmdirektor des Executive-Master-Studiengangs "International Media Innovation Management" an der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW Berlin). Er ist seit 2011 Honorar-Professor der Universidad Miguel Hernández in Spanien und hat Lehraufträge an Universitäten und Akademien in Europa und den USA wie den Universitäten Wien und Klagenfurt, der Akademie für Publizistik Hamburg, dem Poynter-Institute, USA. Er war 2017 bis 2025 Senior Researcher am Institut für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Klagenfurt, leitet das Programme "Journalism in Transition" und seit 2020 das Projekt „Innovations in Journalism in Democratic Societies“ in Deutschland/Österreich/Schweiz. Kaltenbrunner hat einen Lehrauftrag im Masterprogramm Informations- und Medienrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Uni Wien.
Kaltenbrunner war Entwicklungsleiter von Wiens erstem Hochschulstudiengang Journalismus und Medienmanagement an der FH Wien der WKW (2003) im Auftrag von Wissenschaftsministerium und Stadt Wien. 2011 entwickelte er den Studiengang Film-, TV- und Medienproduktion an der FH des BFI. Er konzipierte die Weiterbildungsakademie Forum Journalismus und Medien (Fjum) und deren Digitaljournalismus-Lehrgang (2016) und die Masterclass Journalistische Innovation (seit 2020). Er war Beiratsmitglied des Journalism Innovators Program der Hamburg Media School (2021/22).
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Was das Medienhaus Wien konzipierte
Die Studie des internationalen Forschungsteams um Andy Kaltenbrunner vom Medienhaus Wien schlägt pro Jahr rund 110 Millionen Euro Journalismusförderung vor, unabhängig von der Gattung und grob umrissen:
- 30 Millionen bemessen an der Zahl journalistischer Arbeitsplätze
- 30 Millionen für redaktionelle Infrastruktur
- 20 Millionen Euro Förderung von digitalen Publikumserlösen wie Abos oder Memberships, ein Zuschlag auf die Einnahmen daraus.
- 10 Millionen für Innovations- und Startupförderung
- 10 Millionen "dynamische Förderung" mit Schwerpunkt-Fördercalls etwa für Regionaljournalismus, Wissenschaft, Kultur
- 10 Millionen für "Qualitätssicherung" (Bildung, Forschung, Ethik, Presseclubs, Medienkompetenz)
Grundbedingungen für Förderung sollen konkreter als bisher festgelegte journalistische Qualitätsstandards wie Redaktionsstatute sein.
Eine neue, politikferne Kommission mit 7 Expert:innen, mehrere aus dem Ausland, soll sie vergeben. Ein "Auswahlsenat" mit fünf Mitgliedern unter Vorsitz eines Höchstrichters bestellt die Kommission für bis zu 12 Jahre, limitiert auf eine Funktionsperiode.
Weiterhin soll es nach dem Medienhaus-Konzept Rundfunkförderung für nicht kommerzielle Sender (10 statt bisher 6,25 Millionen Euro) und Publizistikförderung geben. Auch den Fernsehfonds für Produktionen (13,5 Millionen Euro) soll es weiter geben.
Die von der ÖVP-SPÖ-Neos-Koalition angekündigten Förderungen für Zeitungszustellung (25 Millionen Euro) und für journalistische Medienangebote an junge Menschen (30 Millionen) sind nach den Vorstellungen der Studie unabhängig von der Journalismusförderung zu sehen.
Link Die 180-Seiten-Studie zum Download (PDF)
Der Gegenentwurf aus der Politakademie der ÖVP
Der Gegenentwurf aus der Politischen Akademie der ÖVP: 350 Millionen Euro "Medienleistungsförderung", maximal 35 Millionen pro Medium, dafür gibt es auch Werbeplätze in den geförderten Medien. Sie geht an Medienunternehmen mit journalistischen Angeboten. Gmeinbauer entwirft Formeln für "journalistische Dichte" und "Marktakzeptanz" als wesentliche Kriterien für Förderungen.
Gemein haben beide Ansätze: Förderungen sollen unabhängig von der Mediengattung vergeben werden.
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