Martin Biedermann (ORF)
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Warum ist das wichtig?
- Der ORF ist Österreichs weitaus größter Medienkonzern mit rund 1,1 Milliarden Euro Umsatz, der Großteil aus ORF-Beiträgen. Und der ORF steht als öffentlich-rechtliches Unternehmen unter öffentlicher Kontrolle – und unter besonderer Aufmerksamkeit der jeweiligen Regierungspolitik.
- Der ORF-Generalsekretär ist in der ORF-Tradition eine Schnittstelle zwischen Politik und ORF. ORF-Generalsekretäre wie Andreas Rudas und Kurt Bergmann wechselten nahtlos vom ORF-Management ins Management von SPÖ beziehungsweise ÖVP. 1998 wurde die Funktion von Gerhard Weis abgeschafft – als der ORF-Generalsekretär und Radiodirektor selbst ORF-Generaldirektor wurde.
- Martin Biedermann ist im ORF und in die SPÖ, aber auch in andere Fraktionen gut vernetzt.
Kontext: ORF
Mehr über Österreichs größten Medienkonzern ORF findest du hier.
Wer ist Martin Biedermann?
Geboren am 4. April 1972.
Bank Austria, VGN, ProSieben, ATV. Biedermann ist Magister der Betriebswirtschaft (Wirtschaftsuniversität Wien). Erste Jobs bei Bank Austria und News. Ende der 1990er arbeitete er an einem Projekt für ProSieben (München) mit, kam dann ins ORF-Marketing zur Vermarktungstochter Enterprise.
Im Juni 2003 wechselte Biedermann wieder zum Privatfernsehen, als Marketingdirektor von ATV, das damals gerade bundesweit startete.
ORF. Im Juli 2008 wechselte Biedermann als Büroleiter und Referent ins Büro von ORF-General Alexander Wrabetz. Seit Ende 2010 leitet er Kommunikation und Marketing des ORF, er ist Mitglied des Vorstands der Nachrichtenagentur APA und Geschäftsführer der Tochterfirma ORF Marketing & Creation.
Biedermann hat gute Kontakte insbesondere in die SPÖ und zum neuen Stiftungsratschef Heinz Lederer, der wiederum eine Gesprächsbasis etwa auch zu FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler pflegt.
Seit die SPÖ nach der Nationalratswahl 2024 über eine – zunächst geplatzte – Regierungsbeteiligung verhandelte, wird Biedermann als möglicher Generalsekretär des ORF gehandelt. Die Funktion wird vom Generaldirektor besetzt, er braucht dafür im Gegensatz zu Direktor:innenjobs nicht die Zustimmung des ORF-Stiftungsrats. Als möglicher Generalsekretär wird auch der frühere Sprecher der Energieinfrastrukturgesellschaft Austrian Power Grid, Christoph Schuh, gehandelt.
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Updates
Am 11. August 2026 bestellt der ORF-Stiftungsrat vier Zentraldirektor:innen und neun Landesdirektor:innen.
Die zwei Stiftungsräte der FPÖ, Peter Westenthaler und Christoph Urtz, stimmen gegen beide Teams.
Bei den Zentraldirektorinnen enthalten sich die Stiftungsräte von Tirol und Vorarlberg wegen Befangenheit. Stefan Kröll (Tirol), weil die Moser Holding an seiner Innsbrucker Agentur Promedia beteiligt ist. Steuerberater Alfred Geismayr (Vorarlberg), weil er ein Mandat der Moser Holding hat.
Bei den Landesdirektoren enthält sich Geismayr. Er fühlte sich zu spät von der Ablöse des bisherigen Landesdirektors Markus Klement informiert.
Clemens Pigs ORF-Führungsteam ab 2027
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