Österreichs größte Produzent:innen für TV, Film und Streaming
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Warum ist das wichtig?
- Österreichs Filmbranche erwirtschaftet mit Film, TV, Streaming, Werbe- und Wirtschaftsfilm, Verleih und Kino mehr als 1,7 Milliarden Euro und beschäftigt 9.444 Menschen (Daten aus 2023 laut Filmwirtschaftsbericht 2025).
- Mit der Produktion für TV, Film und Streaming werden rund 1,39 Milliarden umgesetzt, sie beschäftigt rund 7.000 Menschen (Daten aus 2023 laut Filmwirtschaftsbericht 2025).
- Großer Auftraggeber ist der öffentlich-rechtliche ORF. Sparvorgaben für den ORF rufen regelmäßig die Filmproduzent:innen auf den Plan, die sehr lautstarken Protest organisieren.
- In diesem Beitrag versuche ich einen groben Überblick über die großen Player in dieser Branche – auch wenn viele Unternehmen in der Branche eher zurückhaltend mit Daten über ihre Umsätze umgehen.
Daten gesucht
Ein öffentlich zugängliches Umsatzranking über Österreichs größte Produzent:innen habe ich bisher weder gefunden noch selbst zustande gebracht. Hinweise, auch was fehlt, bitte an harald@diemedien.at.
Ich habe im Firmenbuch gestöbert, aber selbst in den Jahresabschlüssen von Branchenriesen wie die Gamma Film keine Umsatzdaten gefunden und damit schon gar keine konsolidierten Konzernumsätze, auch ihre große Produktionsgesellschaft MR Film weist keinen Umsatz, sondern lediglich Rohergebnisse aus, von denen man nicht auf Umsätze schließen kann.
Anhaltspunkte liefern die Produktionsvolumina, einen wesentlichen Teil davon kann man aus Produktionsförderungen wie Fisa+, ÖFI+ und Fernsehfonds ableiten. Weiter unten in diesem Beitrag habe ich Daten darüber zusammengestellt.
Österreichs größte Produzentinnen – ein Versuch
Ich beschreibe hier sehr knapp Österreichs größere Produktionsgesellschaften. Das ist aus Mangel an nachvollziehbaren Daten keine nach Größe gereihte Liste, kein Ranking der größten Produzentinnen.
Die beispielhaft genannten Produktionen sind eher aktuellere Werke (Stand Ende 2025, Anfang 2026).
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Gamma Film mit MR, Gebhardt, TV Friends
Die Gamma Film ist Österreichs größte Holding in der Produktionsbranche für Film und TV mit Beteiligungen wie MR Film, Talk TV, Gebhard Productions.
Eigentümer: Beta Film GmbH (Oberhaching bei München). Der internationale Produzent mit österreichischer Staatsbürgerschaft Jan Mojto hat Produktions- und Rechteunternehmen der 2002 pleite gegangenen deutschen Mediengruppe Kirch übernommen. Er war früher selbst Kirch-Manager. Die Beta Film war mit rund 365 Millionen Euro Umsatz 2024 laut Branchendienst DWDL zweitgrößte Produktionsgruppe in Deutschland nach Leonine. Die Beta gehört Mojtos Familie und dem Management.
Laut Jahresabschlüssen konsolidiert die österreichische Gruppe ihre Daten in der deutschen Mutter Beta Film. Ich habe dort am 7. November 2025 einen Geschäftsbericht angefragt, aber bisher nicht bekommen.
Produktionsfirmen und Beteiligungen
Die Gamma Film GmbH ist beteiligt an:
- MR Film, eine der großen Produktionsfirmen. Der Umsatz der MR Film soll 2024 etwas mehr als 15 Millionen Euro betragen haben. Ich finde dazu keine Daten in verfügbaren Abschlüssen.
Produktionen (Auswahl, beispielhaft) Biester, Vorstadtweiber, Vienna Blood, Hunyadi, Maria Theresia, Kommissar Rex, Schnell ermittelt, Weber & Breitfuß.
Gesellschafter Gamma (rund 71 %), Gründerfamilie Mrkwicka, Geschäftsführer Andreas Kamm, Gamma-Geschäftsführer Oliver Auspitz.
Beteiligungen Talk TV (Millionenshow, Liebesg'schichten und Heiratssachen, Barbara Karlich Show bis 2025), Team Work (Personalleasing, Eventlogistik, Verleih von Equipment). - Gebhardt Productions, eine weitere österreichische Produktionsgröße.
Produktionen (Auswahl) Soko Linz, Was gibt es neues, Gute Nacht Österreich, Aufputzt is' (Kino), Pratersterne.
Gesellschafter Gamma (fast 51 %) Gründer und Geschäftsführer Florian Gebhardt, Lemonpie-Geschäftsführer Gregor Schmalix.
Beteiligungen Lemonpie Productions (85 % Gebhardt), Service für internationale Produktionen in Österreich. Dudes (Netflix), Die letzte Walküre, Auf der Walz; Marx Media Vienna TV-Studio - TV Friends
Produktionen (Auswahl) Quizzes Q1, Smart 10, Starmania Castings, Große Chance der Chöre, ESC-Casting.
Gesellschafter Gamma (fast 51 %), Gründer Thomas Vacek.
Beteiligungen Good News Film Productions, Marx Media Vienna.
Mit dem Ende des Barbara-Karlich-Talks 2025 verlor die Talk TV einen ORF-Auftrag im Jahresvolumen von 3,5 Millonen Euro.
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Epo Film
Die Epo Film gehört Jakob und Magdalena Pochlatko (teilweise über die Neue Studio Film Gesellschaft), Gründer Dieter Pochlatko hat sich 2025 als Gesellschafter zurückgezogen. Jakob und Magdalena Pochlatko sind auch Geschäftsführer.
Nach Fördervolumina (Daten unten) bemessen ist die Epo eine der größten Produktionsgesellschaften.
Gefördert wurden 2025 etwa Serien wie Crooks 2, Downgrade, Die Maiwald und Bibi Blocksberg 2.
Produziert etwa Trost & Rath für Servus TV, Die Affäre Cum-Ex (Serie) für ZDF, DR und andere Sender, Exterritorial für Netflix (Serviceproduktion).
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Satel Film
- 55% der Satel Film gehören der Bavaria Film Content GmbH. Eigentümer der Bavaria sind Tochterfirmen mehrerer öffentlich-rechtlicher Regionalanstalten der ARD – WDR, SWR, BR und MDR – und der Freistaat Bayern über die LfA Förderbank Bayern.
- 10% gehören Geschäftsführer Heinrich Ambrosch. Ambrosch ist – neben Christian Franckenstein (Bavaria) und Bettina Windisch-Altieri – auch Stiftungsvorstand der Satel Privatstiftung.
- 35% gehören der Satel Privatstiftung. Stiftungszweck sind "Unterstützung und Förderung österreichischer Filmschaffender", über Begünstigte aus diesem Kreis entscheidet der Stiftungsvorstand frei.
Gegründet 1971 von Michael Wolkenstein.
Produktionen: Soko Donau (ORF, ZDF), Metzger-Reihe (Servus TV), Vienna Game (Disney+), Wiener Blut (ORF, ZDF).
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Superfilm
An der Superfilm halten jeweils fast 37,5 % ihre Gründer und Geschäftsführer
- John Lüftner
- David Schalko
- knapp mehr als 25% hält eine Liechtensteiner Beteiligungsgesellschaft namens JCR Beteiligungs Aktiengesellschaft mit Sitz in Vaduz.
Produktionen: School of Champions (ORF, ARD), Braunschlag 1986 (ORF), Todesengel (Landkrimi) (ORF).
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Mona Film
Die Mona Film gehört
- 50% Geschäftsführer Gerald Podgornig
- 40+10% Geschäftsführer Thomas Hroch und Andrea Hroch
Produktionen: Das Vergessen, Blind ermittelt 14, 15, Riesenleib (Landkrimi), Eierkratzkomplott, Meiberger. Vielzahl von TV-Filmen 2025 im ORF.
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Interspot
Gegründet von Rudolf "Purzl" Klingohr, einer weiteren österreichischen Produzentenlegende, gehört der Familie:
- 60% Ingrid Klingohr
- 20% Clemens Nikolaus Klingohr
- 20% Cornelius Nils Klingohr
Produktionen: Seitenblicke (ORF), Quizmaster und Quizjagd (Servus TV), Herrschaftszeiten (ORF), Mythos Großglockner (und andere Universum-Produktonen, ORF), Die Palmers-Entführung (ORF)
Die Interspot verlor mit Jahreswechsel 2024/2025 mit der bis dahin bei ihr produzierten Vorabendsendung Studio 2 einen wesentlichen Auftrag in Millionendimension. Der ORF produziert die Sendung seither wieder selbst.
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Sandrats Media
Produziert Shows und andere Non-Fiction. Gehört Produzentin Sandra (Alesandra) Klingohr zu 60% sowie Clemens Nikolaus und Cornelius Nils Klingohr zu je 20%.
Produktionen: 2 Minuten 2 Millionen, Quizmaster, Fakt oder Fake
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Wega Film
Die Wega Film prägt Produzent Veit Heiduschka (20. Mai 1938), er ist seit 1980 alleiniger Geschäftsführer der Produktionsfirma.
Sie gehört
- 55% Veit Heiduschka
- je 15% halten die drei Prokurist:innen Julia Heiduschka, Christian Bachmann und Julian Berner.
Produktionen: Crystal Wall, Freaks, Andrea lässt sich scheiden, Seenland Österreich (3sat)
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Allegro Film
Die Allegro Film gehört mehrheitlich ihren Geschäftsführer:innen Gabriele Stefansich und Helmut Grasser, dem Gründer:
- 44% Gabriele Stefansich
- 25% Helmut Grasser sowie
- 25% Selina Kolland und
- 6% Claudia Kolland
Produktionen: Steirerhass, Steirerbiest, Steirerwahn, Steirerstich, Steirermord aus der Landkrimi-Reihe, Alles finster.
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Graf Film
Die Klagenfurter Graf Filmproduktion gehört seit 2025 nicht mehr alleine dem Gründer Klaus Graf: Er schenkte 25% Livia Graf-Bechler, seit 2024 auch Co-Geschäftsführerin.
Produktionen: Zürich-Krimi (ARD), Die Toten vom Bodensee (ORF, ZDF)
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Lotus Film
Gehört zu 90% Geschäftsführer Thomas Pridnig, 10% hält Clemens Wollein.
Produktionen: Die Fälle der Gerti B. (ORF), Welcome Home Baby, Tatort-Folgen
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Dor Film
Gehört Milan Dor und Geschäftsführer Daniel Krausz zu je 50%.
Produktionen: Dann passiert das Leben, Woodwalkers (Netflix), Bruno – der junge Kreisky, Schnee von Gestern (Landkrimi, ORF)
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Amour Fou
Gehört Geschäftsführer Alexander Dumreicher-Ivanceanu (60%) und den beiden Prokuristinnen Bady Minck (30%) und Claudia Stanetty (10%). Amour Fou gibt es in Wien, Luxemburg und Deutschland.
Produktionen: Die Blutgräfin, Das Geheime Stockwerk, Ingeborg Bachmann - Reise in die Wüste, Hochwald, Styx
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Film AG
Gegründet von Franz und Karin Novotny, seit 2019 im Alleinbesitz von Geschäftsführer Alexander Glehr.
Produktionen: The Stories, Sturm kommt auf (ORF, ZDF), Acht (Landkrimi ORF), Gentle Monster
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Golden Girls
Gehört Geschäftsführer Arash Tajmir-Riahi (50%), Peter Drössler (25%), Arman Tajmir-Riahi (10%) und zu je 5% Geza und Julia Horvath, Endris Faris Rahoma.
Produktionen: How to be Normal and the Oddness of the Other World, Perla, Girls and Gods, The Last Ambassador, To Close Your Eyes And See Fire, Shahed, Schrille Nacht (ORF)
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Nikolaus Geyrhalter
Die Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion GmbH gehört zu je 20% dem Regisseur, Produzenten und Kameramann Nikolaus Geyrhalter, den Geschäftsführer:innen Markus Glaser, Michael Kitzberger und Katharina Posch sowie Wolfgang Widerhofer.
Produktionen: Melt, Wenn du Angst hast nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst, Ars Erotica (ORF), Pfau – bin ich echt?, Visionen Bauen (Arte, SWR)
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Ulrich Seidl
Die Ulrich Seidl Filmproduktion gehört je zur Hälfte dem Filmemacher Ulrich Seidl und der Drehbuchautorin und Filmregisseurin Veronika Franz.
Produktionen: Mond, Des Teufels Bad, Veni Vidi Vici, Böse Spiele – Rimini Sparta, Sparta
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FreibeuterFilm
Gehört Geschäftsführer Oliver Neumann Oliver (50%) sowie Sebastian Meise, Sabine Moser.
Produktionen: Mother's Baby, Auf der Suche nach der gestohlenen Zeit, Soldier Monika
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Moonlake
Die Produktionsgesellschaft mit Sitz in Salzburg gehört 100% Gründer und Geschäftsführer Hannes Schalle. Sie hat Schwestergesellschaften in Deutschland und UK.
Aktuelle Produktionen (Auswahl): Alpentod (Warner Bros., RTL, Servus TV), Sounds of Vienna(Servus TV), A Weekend in Monaco(Amazon Prime), Watzmann ermittelt (ARD)
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Degn Film
Die Salzburger Produktionsgesellschaft macht Dokumentationen, Shows, Reportagen, insbesondere für Servus TV und ORF 2.
Sie gehört Susanne Degn-Pfleger und Margot Degn-Staudach.
Produktionen: Heimatleuchten, Restaurantlegenden, Universum History: Hallstatt und das weiße Gold.
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Terra Mater Studios
Produktionsgesellschaft insbesondere für Dokus im Besitz von Red Bull, gegründet mit dem früheren ORF-Universum-Chef Walter Köhler.
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Arx Anima
Marktführer in Österreich bei Animation in Film und Serie, mit Standorten in Wien, Frankfurt, Leipzig und Madrid. Gehört zu je 50% Christoph Staber und Dunja Bernatzky-Staber.
Produktionen: Talking Tom and Friends, Rabbit Academy – Mission Eggpossible, Monster Mia, Die Heinzels – neue Mützen, neue Mission
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Samsara Film
Wiener Produktion für Film, TV, Streaming, gehört den Gründer:innen Loredana Rehekampff und Andreas Schmied.
Produktionen: Rubikon, Neo Nuggets, Pulled Pork, Klammer – Chasing the Line
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Navigator Film
Wesentlicher Player im Dokubereich. Gehört den Gründern Johannes Rosenberger als unbeschränkt haftender Gesellschafter sowie Johannes Holzhausen und Constantin Wulff als Komplementäre.
Produktionen: Karl-Markus Gauß: Schlendern ist mein Metier, Klima Krise Kunst, Chronisch ignoriert, Archiv der Zukunft, Unrecht und Widerstand
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Auftraggeber: ORF
Wesentlicher Auftraggeber der Produktionsbranche ist der öffentlich-rechtliche ORF.
Wesentliche ORF-Produktionsaufträge des Programmjahres 2025 sollen nach meinen Informationen gegangen sein an (kein Ranking):
Superfilm, Gebhardt, MR, Interspot, Golden Girls, TV Friends, Mona Film, Satel, Talk TV (Karlich-Talk endete 2025), Graf, Dor Film, Kiwi TV (Barbara Stöckl), Tower Ten (Thomas Brezina, Vertrag endete 2025, Firma liquidiert), KPG (Gabriele Kranzelbinder), Neulandfilm (Lukas Sturm, Raimund Carl, Anna Morgan).
Größte Fördervolumina: Fisaplus, ÖFI+ und Fernsehfonds
ÖFI und ÖFI+
Das Österreichische Filminstitut (ÖFI) fördert Kinofilme (Spielfilm, Dokumentarfilm, Kinderfilm) von der Stoff- und Projektentwicklung über die Produktion bis zur Verwertung, es fördert Nachwuchs und Weiterbildung. Die Standortfördertung ÖFI+ unterstützt Herstellung und Verwertung von Kinofilmen in Österreich.
Volumen 2026 Das Filminstitut beziffert den Bundesbeitrag zum ÖFI 2026 mit 39 Millionen Euro, jenen zu ÖFI+ mit 2,5 Millionen Euro.
Der ORF unterstützt über das Film-Fernsehabkommen Kinoproduktionen; 2025 etwa mit 2,3 Millionen Euro für vier Spielfilme, sieben Dokumentarfilme und drei Animationsfilme. Zuständiges Ressort: Medien- und Kulturministerium.
Fisaplus
Fisaplus ist eine Wirtschaftsförderung der Produktion internationaler Filme und Serien für Kino, TV und Streaming sowie von österreichischen TV- und Streamingproduktionen. Abgewickelt von der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (aws). Sonderunterstützung gibt es für nachhaltig ökologische Produktion.
Volumen Fisaplus 2026 55 Millionen Euro.
Über Fisaplus wurden vom dem Start 2023 bis Ende 2025 180 Millionen Euro an 193 Projekte vergeben, die laut Wirtschaftsministerium 485 Millionen Euro an Produktionsausgaben in Österreich generiert haben.
Fernsehfonds
Der Fernsehfonds der RTR fördert Herstellung und Verwertung von Fernsehfilmen, TV-Dokumentationen und TV-Serien unabhängiger österreichischer Filmproduzent:innen (bei denen für eine Förderung die Rechte liegen müssen.
Volumen 13,5 Millionen Euro pro Jahr.
Die größten Fördervolumina des Österreichischen Filminstituts aus ÖFI und ÖFI+ erhielten von 2014 bis 2024 nach ÖFI-Auswertung:
- Dor Film
- Amour Fou
- Film AG
- Golden Girls
- Epo
- Geyrhalter
- Freibeuter
- Ulrich Seidl
- Wega
- Coop 99
In jüngeren Jahren erfolgreicher beim Filminstitut zudem: Samsara Film und Arx Anima.
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Teil 2
Teil 3
Feedback Hannes Schalle (Moonlake)
Hannes Schalle, langjähriger Branchenvertreter in Salzburg und Eigentümer der Produktion Moonlake, hat kritische Anmerkungen zur diemedien.Übersicht, die ich hier etwas zusammengefasst wiedergebe:
"Ausgabenbezogene Daten zeigen, wie viel Geld ausgegeben wird und wie viele Arbeitsplätze dadurch entstehen, treffen jedoch kaum Aussagen über nachhaltige unternehmerische Wertschöpfung. Genau hier liegt der zentrale Unterschied zwischen volkswirtschaftlicher Wirkung und ökonomischer Werthaltigkeit auf Unternehmensebene.
Umsätze sind weder mit einem Unternehmenswert gleichzusetzen noch erlauben sie Aussagen über Ergebnisgrößen wie EBIT oder über nachhaltige wirtschaftliche Substanz.
Besonders kritisch ist dies bei Umsätzen, die aus Fisaplus-Incentives oder anderen öffentlichen Förderinstrumenten stammen. Diese Mittel generieren in der Regel keine oder nur sehr eingeschränkte Rechtepositionen für die Produzentinnen. Gleiches gilt für Förderungen öffentlich-rechtlicher Institutionen, die zwar Produktionsaktivität ermöglichen, jedoch keine verwertbaren Rechtekataloge im Eigentum der Produktionsunternehmen begründen. In der Folge entstehen auf Ebene der Produzentinnen keine nachhaltigen ökonomischen Werthaltigkeiten.
Unbestritten ist, dass Umsätze aus Serviceleistungen, Koproduktionen und Auftragsproduktionen einen wichtigen Beitrag zu Beschäftigung, Steuer-, Abgaben- und Gebührenaufkommen sowie zu gesamtwirtschaftlichen Fiskaleffekten leisten. Die entscheidende Frage bleibt jedoch, welchen strukturellen und bilanziellen Nutzen diese Umsätze für die einzelnen Unternehmen selbst entfalten.
In der Praxis zeigt sich, dass wertstabile Unternehmen und verwertbare Rechtekataloge überwiegend im Ausland angesiedelt sind oder bei Konzernen beziehungsweise öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten liegen. Nicht die Produzentinnen, sondern Auftraggeber, Sender, Plattformen oder Medienkonzerne bauen die werthaltigen Intellectual-Property-Portfolios auf. Ausnahmen bestätigen hier die Regel.
Vor diesem Hintergrund erscheint mir auch die Annahme, der ORF sei der umfangreichste Auftraggeber der österreichischen Produktionswirtschaft im fiktionalen Segment zumindest diskussionswürdig. Nach meiner Erfahrung treten vielmehr deutsche öffentlich-rechtliche Sender sowie internationale Streamingplattformen als dominante Auftraggeber auf. ORF oder ServusTV fungieren bei kofinanzierten Auftragsproduktionen oder Koproduktionen häufig als Minderheitsspartner und erwerben in der Regel nur begrenzte Ausstrahlungsrechte im Free-TV sowie eingeschränkte Mediathekrechte, vielfach mittelbar gestützt durch Förderinstrumente."
Updates
Details, Notizen, Zitate, Erscheinungen
Thomas Brezinas Produktionsfirma Tower Ten lieferte dem ORF bis 2025 praktisch das komplette Kinderprogramm abseits von Kaufserien und -filmen. Auftragsvolumen: rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Für 2026 bot der ORF nur noch rund eine Million Euro. Brezinas und seine Stiftung stiegen aus den Vertragsverhandlungen aus; Brezina liquidierte die Tower Ten.
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Feedback Hannes Schalle (Moonlake)
Hannes Schalle, langjähriger Branchenvertreter in Salzburg und Eigentümer der Produktion Moonlake, hat kritische Anmerkungen zur diemedien.Übersicht, die ich hier etwas zusammengefasst wiedergebe:
"Ausgabenbezogene Daten zeigen, wie viel Geld ausgegeben wird und wie viele Arbeitsplätze dadurch entstehen, treffen jedoch kaum Aussagen über nachhaltige unternehmerische Wertschöpfung. Genau hier liegt der zentrale Unterschied zwischen volkswirtschaftlicher Wirkung und ökonomischer Werthaltigkeit auf Unternehmensebene.
Umsätze sind weder mit einem Unternehmenswert gleichzusetzen noch erlauben sie Aussagen über Ergebnisgrößen wie EBIT oder über nachhaltige wirtschaftliche Substanz.
Besonders kritisch ist dies bei Umsätzen, die aus Fisaplus-Incentives oder anderen öffentlichen Förderinstrumenten stammen. Diese Mittel generieren in der Regel keine oder nur sehr eingeschränkte Rechtepositionen für die Produzentinnen. Gleiches gilt für Förderungen öffentlich-rechtlicher Institutionen, die zwar Produktionsaktivität ermöglichen, jedoch keine verwertbaren Rechtekataloge im Eigentum der Produktionsunternehmen begründen. In der Folge entstehen auf Ebene der Produzentinnen keine nachhaltigen ökonomischen Werthaltigkeiten.
Unbestritten ist, dass Umsätze aus Serviceleistungen, Koproduktionen und Auftragsproduktionen einen wichtigen Beitrag zu Beschäftigung, Steuer-, Abgaben- und Gebührenaufkommen sowie zu gesamtwirtschaftlichen Fiskaleffekten leisten. Die entscheidende Frage bleibt jedoch, welchen strukturellen und bilanziellen Nutzen diese Umsätze für die einzelnen Unternehmen selbst entfalten.
In der Praxis zeigt sich, dass wertstabile Unternehmen und verwertbare Rechtekataloge überwiegend im Ausland angesiedelt sind oder bei Konzernen beziehungsweise öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten liegen. Nicht die Produzentinnen, sondern Auftraggeber, Sender, Plattformen oder Medienkonzerne bauen die werthaltigen Intellectual-Property-Portfolios auf. Ausnahmen bestätigen hier die Regel.
Vor diesem Hintergrund erscheint mir auch die Annahme, der ORF sei der umfangreichste Auftraggeber der österreichischen Produktionswirtschaft im fiktionalen Segment zumindest diskussionswürdig. Nach meiner Erfahrung treten vielmehr deutsche öffentlich-rechtliche Sender sowie internationale Streamingplattformen als dominante Auftraggeber auf. ORF oder ServusTV fungieren bei kofinanzierten Auftragsproduktionen oder Koproduktionen häufig als Minderheitsspartner und erwerben in der Regel nur begrenzte Ausstrahlungsrechte im Free-TV sowie eingeschränkte Mediathekrechte, vielfach mittelbar gestützt durch Förderinstrumente."
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Thomas Brezinas Produktionsfirma Tower Ten lieferte dem ORF bis 2025 praktisch das komplette Kinderprogramm abseits von Kaufserien und -filmen. Auftragsvolumen: rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Für 2026 bot der ORF nur noch rund eine Million Euro. Brezinas und seine Stiftung stiegen aus den Vertragsverhandlungen aus; Brezina liquidierte die Tower Ten.
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