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Alexander Wrabetz

Alexander Wrabetz war von 2007 bis Ende 2021 Generaldirektor des ORF.
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Autor:in
Harald Fidler
Zuletzt aktualisiert
March 20, 2026

Warum ist das wichtig?

  • Niemand stand länger ununterbrochen an der Spitze des ORF als Alexander Wrabetz – trotz sehr schweren Starts.
  • Sozialdemokrat Alexander Wrabetz schaffte einige Kunststücke – er wurde etwa gegen eine Kanzlerpartei (ÖVP) ORF-Generaldirektor; er blieb ORF-Generaldirektor, obwohl zwei Kanzler ihn absetzen wollten, einer aus der SPÖ und einer aus der ÖVP. Er schaffte das mit großem Talent für passende Deals mit den gerade handelnden Politiker:innen, und dann und wann auch mit Glück.
  • 2022 wird der Langzeitgeneral von Roland Weißmann an der ORF-Spitze abgelöst.
  • 2026 geistert sein Name wieder häufiger durch die Medien: Als General hat Wrabetz 2010 jenen ORF-Pensionsvertrag mit Pius Strobl abgeschlossen, den Nachfolger Roland Weißmann wegen rechtlicher Bedenken ablehnt. Strobl muss ihn einklagen, wenn sein ebenfalls von Wrabetz abgeschlossener Vertrag als bestbezahlter ORF-Manager Ende 2026 ausläuft. Strobl ist dann 70.
  • Weißmann tritt am 8. März 2026 als ORF-General zurück. Eine ORF-Mitarbeiterin aus Strobls Bereich verlangt das, damit sie nicht Material veröffentlicht, das Fehlverhalten Weißmanns ihr gegenüber dokumentiere. Strobl verneint eine Beteiligung an dem Vorgang, beide haben  denselben Anwalt.
  • Wrabetz verhandelte 2024/2025 Medien- und teils auch Kulturkapitel des Regierungsprogramms mit, etwa mit dem späteren Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer. Er wurde als möglicher Medien- und Kulturminister gehandelt in der Koalition von ÖVP, SPÖ und Neos, aber den Job macht SPÖ-Chef Andreas Babler lieber selbst als Vizekanzler mit.

Kontext: ORF und ORF-Generale

<span class="dmmark">diemedien.</span> über den ORF, Österreichs weitaus größten und öffentlich finanzierten Medienkonzern

<span class="dmmark">diemedien.</span> über Generaldirektor:innen des ORF. – wie man Generalin:in wird, wie man das bleibt, und wie man Generäle (vorzeitig) loswird.

Die folgende Kurzbio, fokussiert auf Wrabetz Tätigkeit als ORF-Chef, stammt aus dem <span class="dmmark">diemedien.</span>-Beitrag über ORF-Generäle.

Wer ist Alexander Wrabetz?

Geboren am 21. März 1960 in Wien.

Alexander Wrabetz war in den 1980ern Vorsitzender der SPÖ-Studierendenorganisation VSStÖ, der Jurist machte Karriere in der Verstaatlichten Industrie als Generalsekretär der Holding ÖIAG, dann als Manager des Spitalserrichters Vamed. Ab 1996 auf einem roten Mandat im ORF-Kuratorium.

1998 wechselt Wrabetz nach der Bestellung von Gerhard Weis zum ORF-Chef direkt aus dem Kuratorium als Finanzdirektor in Weis' ORF-Management. Das bleibt der sachkundige Sozialdemokrat auch unter Generalin Monika Lindner, mit der ÖVP und FPÖ Weis Ende 2001 vorzeitig an der Spitze ablösen. 2006 löst Wrabetz Lindner ab.

Wer hat Alexander Wrabetz zum ORF-General gemacht?

Peter Westenthaler und das von ihm geführte BZÖ vor allem. Die Stimmen des BZÖ waren entscheidend für Wrabetz' Bestellung 2006. Sie stimmten gegen die ÖVP und deren Kandidatin Monika Lindner. Mit SPÖ, Grünen, FPÖ, Betriebsräten und BZÖ hatte Wrabetz die nötige Mehrheit.

Wrabetz revanchierte sich beim BZÖ mit gleich drei von sechs Direktorenjobs: Elmar Oberhauser (Info), Willy Mitsche (Radio) und Thomas Prantner (Online).

Was hat Alexander Wrabetz als ORF-General gemacht?

Die ORF-Satireshow Donnerstalk brachte die geradezu messianischen Heilserwartungen nach der Vorgängerin mit einer Wrabetz-Parodie auf den Punkt, die über den Teich vor dem ORF-Zentrum wandelte. Die hohen, auch selbst geschürten Erwartungen musste Wrabetz enttäuschen.

  • Die als größte aller Zeiten angekündigte TV-Programmreform war überhastet bis unprofessionell und floppte über weite Strecken.
  • Den Quotenknick verstärkte eine überhastete Umstellung der teilprivatisierten ORF-Sendertochter ORS auf digitales Antennenfernsehen, das die Menschen in Scharen zum Digitalsatellitenempfang trieb, wo vielfach mehr Konkurrenz und deutsche Werbefenster für Österreich auf sie warteten.

Aber bei allen Rückgängen – der ORF blieb Marktführer in TV, Radio, Online.

Wrabetz übersteht Ablöseversuche der SPÖ unter Werner Faymann um 2010 und auch solche von ÖVP und FPÖ ab 2017 mit geschicktem Taktieren insbesondere mit Besetzungen von Direktionen und Chefredaktionen. Er übersteht Finanzkrisen mit Bundeszuschüssen im Tausch für politisch erwünschte Umbesetzungen. Und Wrabetz übersteht ein Beihilfenverfahren der EU wegen der ORF-Gebühren gegen die Republik Österreich, das Brüssel 2009 mit einem Kompromisspapier beendet und ein neues ORF-Gesetz mit strengeren Definitionen von Auftrag und Tätigkeitsfeldern des ORF plus Kontrolle durch eine nun unabhängige Medienbehörde bringt.

Wrabetz hat in den eineinhalb Jahrzehnten etwa

  • eine erste Streamingplattform (TVthek, 2009) gestartet,
  • einen Info- und Kulturkanal ORF 3 und einen Sportspartenkanal (2011),
  • ein kommerzielles Streamingportal namens Flimmit (eingestellt),
  • ein Klassikstreamingportal Fidelio mit der Beta-Gruppe (eingestellt),
  • ein Frühstücksfernsehen (Guten Morgen Österreich, ab 2016).

Im TV-Programm gelangen etwa Produktionen wie Vorstadtweiber, Schnell ermittelt und Copstories, Braunschlag und Altes Geld, Landkrimis und Stadtkomödien.

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Rapid, Symphoniker, KI-Beauftragter, Produzentin

Alexander Wrabetz ist seit Ende November 2022 Präsident des Wiener Fußballklubs SK Rapid.

Wrabetz ist seit 2022 im Aufsichtsrat der Wiener Symphoniker.

Er wird im März 2026 überraschend KI-Beauftragter der Stadt Wien mit Büro bei der stadteigenen Wien-Holding. Ehrenamtlich, wird betont.

Alexander Wrabetz' langjährige Partnerin seit der Trennung 2019 von Petra Wrabetz, einer Ärztin, ist die als ORF-Moderatorin und Produzentin insbesondere für ORF 3 tätige Leona König.

Wrabetz hat einen der letzten der ORF-Pensionsverträge, da er schon ab 1998 Finanzdirektor des ORF war. Sie wurden um 2000 von einer Pensionskasse abgelöst. Seinem damaligen Kommunikationschef Pius Strobl sagte er 2010 dennoch einen ORF-Pensionsvertrag zu.

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Wrabetz hat einen der letzten der ORF-Pensionsverträge, da er schon ab 1998 Finanzdirektor des ORF war. Sie wurden um 2000 von einer Pensionskasse abgelöst. Seinem damaligen Kommunikationschef Pius Strobl sagte er 2010 dennoch einen ORF-Pensionsvertrag zu.

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