Jun 10, 2026

Budget 2027/28: 93 Millionen weniger für ORF, aber mehr vom Beitrag

Was das Bundesbudget für 2027 und 2028 für die Medien bringt: Neue Medienförderungen eingeplant, weniger Bundesgeld, aber mehr aus Beiträgen für ORF. Und wieder weniger Werbeausgaben.
Autor:in
Harald Fidler
Zuletzt aktualisiert
June 10, 2026

Was bringt das Doppelbudget 2027 und 2028 für Medien, das Finanzminister Markus Marterbauer am 10. Juni 2026 mit seiner Budgetrede vorlegte?

Öffentliche Werbebuchungen. Ministerien und Bundesstellen sind aufgefordert, ihre Werbeausgaben weiter zu reduzieren. Das Koalitionsabkommen aus 2025 sieht Kürzungen um 10% pro Jahr vor. 2025 sind die Werbeausgaben öffentlicher Stellen auch wegen der langen Regierungsbildung gesunken.

Der Bereich Medien im Budget des Ministeriums von Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) sinkt 2027 gegenüber 2026 um knapp 110 Millionen Euro auf 158,3 Millionen.

Der ORF bekommt 2027 93 Millionen weniger aus dem Bundesbudget als 2026. Bisher gilt die Republik dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ab, was ihm aus dem Vorsteuerabzug entgeht, seit auf den ORF-Beitrag keine Mehrwertsteuer eingehoben wird. Die Mittel muss der ORF nun selbst stemmen.

780 Millionen pro Jahr – mehr Mittel aus ORF-Beiträgen sollen einen Teil dieses Ausfalls von Bundesmitteln ausgleichen. Der ORF darf bisher 710 Millionen Euro aus ORF-Beiträgen für das laufende Budget verwenden. Ab 2027 sollten das bis zu 745 Millionen sein, nun erhöht die Regierungsmehrheit das Limit auf 780 Millionen pro Jahr. Der ORF kann damit auch auf frühere Einnahmen aus einem Sperrkonto zugreifen, das mit Beitragsgeld über dem jährlichen Limit gespeist wird.

Medienförderungen dotiert. Zwei neue, schon für 2026 geplante Medienförderungen – Zustellung von Zeitungen mit 25 Millionen Euro pro Jahr und Angebote für Medienkompetenz junger Menschen mit 30 Millionen Euro – werden laut Medienministerium 2027 und 2028 mit diesen Beträgen budgetiert.

  • Über die geplante Zustellförderung werde derzeit noch verhandelt, heißt es im Medienministerium, sein Gesetzesentwurf liege vor.
  • Ebenso in "intensiven Gesprächen" sei man in der Regierung über die Medienkompetenzförderung und über eine
  • Verlängerung (und Dotierung) der Digitaltransformationsförderung (bisher 20 Millionen pro Jahr) über 2026 hinaus.

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June 10, 2026
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