Medienhaus-Studie zur Zukunft der Medienförderungen und ein Gegenvorschlag aus der ÖVP
Was das Medienhaus Wien konzipierte
Die Studie des internationalen Forschungsteams um Andy Kaltenbrunner vom Medienhaus Wien schlägt pro Jahr rund 110 Millionen Euro Journalismusförderung vor, unabhängig von der Gattung und grob umrissen:
- 30 Milionen bemessen an der Zahl journalistischer Arbeitsplätze
- 30 Millionen für redaktionelle Infrastruktur
- 20 Millionen Euro Förderung von digitalen Publikumserlösen wie Abos oder Memberships, ein Zuschlag auf die Einnahmen daraus.
- 10 Millionen für Innovations- und Startupförderung
- 10 Millionen "dynamische Förderung" mit Schwerpunkt-Fördercalls etwa für Regionaljournalismus, Wissenschaft, Kultur
- 10 Millionen für "Qualitätssicherung" (Bildung, Forschung, Ethik, Presseclubs, Medienkompetenz)
Grundbedingungen für Förderung sollen konkreter als bisher festgelegte journalistische Qualitätsstandards wie Redaktionsstatute sein.
Eine neue, politikferne Kommission mit 7 Expert:innen, mehrere aus dem Ausland, soll sie vergeben. Ein "Auswahlsenat" mit fünf Mitgliedern unter Vorsitz eines Höchstrichters bestellt die Kommission für bis zu 12 Jahre, limitiert auf eine Funktionsperiode.
Weiterhin soll es nach dem Medienhaus-Konzept Rundfunkförderung für nicht kommerzielle Sender (10 statt bisher 6,25 Millionen Euro) und Publizistikförderung geben. Auch den Fernsehfonds für Produktionen (13,5 Millionen Euro) soll es damnach weiter geben.
Die von der ÖVP-SPÖ-Neos-Koalition angekündigten Förderungen für Zeitungszustellung (25 Millionen Euro) und für journalistische Medienangebote an junge Menschen (30 Millionen) sind nach den Vorstellungen der Studie unabhhängig von der Journalismusförderung zu sehen.
Link Die 180-Seiten-Studie zum Download (PDF)
Der Gegenentwurf aus der Politakademie der ÖVP
Der Gegenentwurf aus der Politischen Akademie der ÖVP: 350 Millionen Euro "Medienleistungsförderung", maximal 35 Millionen pro Medium, dafür gibt es auch Werbeplätzen in den geförderten Medien. Sie geht an Medienunternehmen mit journalistischen Angeboten. Gmeinbauer entwirft Formeln für "journalistische Dichte" und "Marktakzeptanz" als wesentliche Kriterien für Förderungen.
Gemein haben beide Ansätze: Förderungensollen unabhängig von der Mediengattung vergeben werden.
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