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Tagebuch: Harald Fidlers Notizen über die Medien

Some of the News That's Not (Yet) Fit to Publish: Was Harald Fidler in der Medienbranche erlebt und beobachtet. Nur für MItglieder und nicht zur Veröffentlichung.
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Autor:in
Harald Fidler
Zuletzt aktualisiert
July 8, 2024

Warum ist das wichtig?

Nach Helga Dichands Tod irritiert Funke-Gruppe die Krone-Familie

13. Juni 2024, Wien, Essen

In der Nacht auf 13. Juni 2024 stirbt Helga Dichand, die Witwe von Krone-Gründer Hans Dichand und Mutter von Michael, Johanna und Christoph Dichand. Alle meine Kontakte schweigen, als ich versuche, dafür eine Bestätigung zu bekommen. Erst als Christoph Dichand die Mitarbeiter:innen intern informiert, gehe ich mit der Story auf derStandard.at hinaus.

Die deutsche Funke-Gruppe reagiert auf die Todesnachricht wenig sensibel, aber sehr rasch mit einem Konzept für den künftigen Umgang bei Krone und Mediaprint. Denn: Mit Helga Dichands Tod halbiert sich die Gewinngarantie für die Dichands. Wenn die Krone sie nicht abwirft, muss die Funke-Gruppe sie überweisen. Die bis dahin rund zehn Millionen Euro Gewinngarantie pro Jahr sind seit Jahrzehnten der wichtigste Konfliktpunkt im Streit zwischen Dichands und Funke.

Das Konzept zu diesem Zeitpunkt tiefer Trauer stößt die Dichands massiv vor den Kopf. „Der Zeitpunkt ist eine Katastrophe“, sagt mir dazu ein hochrangiger Mensch mit Einblick in die Lage, der nicht zum Dichand-Lager gehört. Das vorgelegte Konzept wäre durchaus diskussionswürdig, aber das Timing höchst unsensibel.

Die Funke-Gruppe argumentiert intern, sie habe aufgrund von vertraglich vorgesehenen Fristen so rasch handeln müssen.

Das dürfte der Grund sein, warum in der letzten Juniwoche die Frist ein Umlaufbeschluss der Gesellschafter über eine Neukonzeption der Mediaprint ohne Zustimmung der Dichands verstrich. Die Sitzung des Mediaprint-Gesellschafterausschusses (GAS) fand am 12. Juni 2024 statt, Christoph Dichand war bei seiner Mutter.

Helmuth Fellner beantragt "aus Prinzip", mich von seinen Gerichtsverhandlungen auszuschließen

22. April 2024, Handelsgericht Wien, Saal 708. Aktenzahl 15 Cg 112/23x

Lounge FM hat die Fellner-Mediengruppe, konkret Radio Austria, geklagt Lounge hat per Vertrag zum Pauschalpreis den Fellners Lizenzen für die bundesweite Lizenz von Radio Austria verkauft, aber nicht alle verwendet und zahlt nun nicht die volle vereinbarte Pauschale. Die ersten eineinhalb Stunden der open end angesetzten Verhandlung muss sich das Gericht auf Antrag Helmuth Fellners mit dem Ausschluss der Öffentlichkeit beschäftigen – ich wollte die Verhandlung verfolgen. Während Richterin Maria Posani darüber nachdenkt, sucht Fellner Beispiele, rauscht lächelnd auf mich zu und fragt mich, bei welcher Verhandlung er mich letztens ausgeschlossen habe.
Gegenfrage: Wissen Sie nicht, worüber Sie prozessieren?
Fellner: "Vor fünf, sechs Jahren hier am Handelsgericht, irgendwas Unwichtiges."
Ich: "Sie lassen mich von einer unwichtigen Verhandlung ausschließen?"
Fellner: "Aus Prinzip."

Die Richterin schließt mich aus, aber bei der Gelegenheit höre ich noch Interessantes im Gerichtssaal, weil die Gegenseite danach fragt: Helmuth Fellner ließ sich am 16. März 2024 zum Geschäftsführer der Radio Austria bestellen (obwohl er bis auf eine Gesellschaft und seine Beratungsfirma keinerlei Geschäftsführerfunktionen in der Mediengruppe hatte). Damit wird er Partei, sagen mir Juristen, und steht nicht unter Wahrheitspflicht. Ungewöhnlich daran: Fellners Funktion ist auch am 22. April noch nicht im Firmenbuch veröffentlicht.

Fellner hört sich in der Verhandlung an die vier Stunden ausführliche Aussagen der Gegenseite an, um dann die Richterin um Vertagung zu ersuchen, bevor er befragt wird. Er sei, seinem Alter geschuldet, schon zu erschöpft. Der 67jährige gewiefte Verhandler kann sich nun anhand der Aussagen von Lounge FM bis 16. Mai 2024 überlegen, was er vor Gericht dazu sagt.

Gerhard Zeilers Vertrag bei Warner Bros. Discovery läuft bis Mitte 2025

8. April 2024, "C3 Business Talk" im Audi-Store in der Wiener Kärntner Straße

Österreichs internationalster und international erfolgreichster Medienmanager Gerhard Zeiler muss im Herbst klären, was er ab Mitte 2025 so tut, höre ich am Rande des Business Talks von Thomas Prantners Agentur C3. Sein Vertrag als President of International beim US-Medienkonzern Warner Bros. Discovery läuft bis Mitte 2025. Zeiler überlegt nach eigenem Bekunden, ob er verlängern möchte. Warner Bros. Discovery gilt als mögliches Merger- oder Übernahmeziel. Ende 2023 sprach der Konzern mit Paramount über einen Zusammenschluss. Zeiler ließ 2016 Christian Kern den Vortritt bei der Nachfolge von Werner Faymann in SPÖ und Kanzleramt. Bei dem Business Talk fragt Prantner, langjähriger ORF-Manager und nunmehriger Berater, seinen Exchef beim ORF Zeiler auch zu einer möglichen Kandidatur für das Amt des österreichischen Bundespräsidenten. Zeiler winkt dazu ab, wenn auch mit einer nicht gänzlich eindeutigen Formulierung.

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Tagebuch: Harald Fidlers Notizen über die Medien
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July 8, 2024
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