Personalreserven, Hoffnungsträger:innen, Karrierechancen in Österreichs Medienbranche
Inhalt
Dieses Thema ist auch relevant für:
Warum ist das wichtig?
- Wer noch was werden könnte in Österreichs Medienwelt oder darüber hinaus, erscheint mir jedenfalls spannend bis interessant.
- Wichtig ist es vermutlich für die Menschen mit Aussicht auf Führungspositionen, und wahrscheinlich auch für einige Menschen, die bei den jeweiligen Unternehmen oder Organisationen beschäftigt sind. Und vermutlich auch für die Eigentümer dieser Unternehmen, und für die Mitbewerber dieser Unternehmen oder Organisationen.
- Aber: Diese meine Sammlung von Menschen, die noch mehr werden könnten, und von möglichen Funktionen für sie, ist eine sehr spekulative, jedenfalls aber meine sehr subjektive Einschätzung.
- Sie gründet auf vielen Gesprächen mit Menschen, die Einblick in diese Karrieremöglichkeiten oder auch nur Karrierehoffnungen haben. Und auf meiner Einschätzung auf der Basis jahrzehntelanger Beobachtung der österreichischen Medienbranche.
- Ein Schwerpunkt meiner Sammlung ist der ORF – als Österreichs größtes Medienunternehmen, unter öffentlicher Kontrolle und im großen politischen Interesse, meist von Regierungsmehrheiten oder anderen politischen Allianzen besetzt.
- Die Sammlung kann gar nicht vollständig sein – aber wenn dir jemand fehlt, lass es mich gerne wissen, auch unter diesem Beitrag findest du einen Kontaktlink.
Personalreserven von A bis Z
Hier geht es zu meiner neuen Sammlung von Personalreserven, Hoffnungsträger:innen und Karrierechancen in der Medienbranche von A bis Z. Man trifft dort auch viele alte Bekannte und viele wiederkehrende Spekulationen.
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Personal der Woche
Personalia, Erwartungen, Termine und Spekulationen (teils nach Erscheinen aktualisiert und kommentiert).
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ORF
<span class="mark">Nach der Bestellung von Clemens Pig zum ORF-General am 11. Juni 2026 und seines Direktoriums am 11. August 2026 geht es in den nächsten Monaten an viele Führungspositionen darunter.<span class="mark">
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Im Amt ist die neue ORF-Führung erst ab 1. Jänner 2027.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit ein paar Gedanken dazu:
Hauptabteilungsleiter und Chefredaktionen im ORF
Clemens Pig hat durchklingen lassen, dass er sich die Struktur und Besetzung der Chefredaktion für Österreichs größten Newsroom mit drei Chefredakteur:innen und vier Stellvertreter:innen ansehen will.
Spekuliert wurde schon lange über die aktuelle Chefredakteurin Fachressorts, Gabi Waldner-Pammesberger, als Ö1-Senderchefin. Der Kultur- und Infokanal braucht auf Sicht eine:n Chef:in.
Hauptabteilungen im ORF könnten reduziert oder zusammengelegt werden. Die Hauptabteilung Unterhaltung (zuständig für Shows, Kinderprogramm) ist etwa unbesetzt, Hauptabteilungsleiter Martin Gastinger wurde vorerst nicht verlängert.
Kaufserien und Produktionsaufträge/Eigenproduktionen Fiction könnten zusammengelegt werden.
Landesstudios
- Salzburg braucht nach dem Aufstieg von Gerd Schneider zum Landesdirektor eine:n Chefredakteur:in.
- Vorarlberg braucht nach dem Aufstieg von Angelika Simma-Wallinger zur Audiencedirektorin eine:n Chefredakteur:in.
- Steiermark und Kärnten brauchen Programmchefinnen nach Aufstieg von Sigrid Hroch und Martin Weberhofer zu Landesdirektor:innen.
Der ORF-Generaldirektor ist Alleingeschäftsführer von Österreichs größtem Medienkonzern ORF mit alleiniger Personalhoheit für alle Jobs unterhalb des Direktoriums – dessen Besetzung schlägt er oder sie dem Stiftungsrat vor, sobald der den General oder die Generalin bestellt hat.
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APA - Austria Presse Agentur
Die APA als zentrale Informationsplattform österreichischer Medien interessierte in ihrer Geschichte immer wieder die Politik. Wir erinnern uns an Chats des Finanzinvestors Alexander Schütz(CNBC Dach, Exxpress) mit dem damaligen FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Schütz schrieb Strache über den ORF: "Das rote Zeckenparadies geht allen auf die Nerven!" Nachsatz: "Und die APA gehört auch aufgeräumt." Der damalige ÖVP-Großspender Schütz empfahl auch gleich einen Manager etwa für die APA, dem man "zu 100 Prozent vertrauen" könne.
Medienmanager mit Politiknähe wie Richard Grasl (damals ORF, heute Kurier/Mediaprint) versuchten 2014 mit Hinweis auf Politikberichterstattung der APA, den damaligen APA-Chefredakteur Michael Lang auszuhebeln.
Versuche, die Führung der APA mit Vertrauensleuten zu besetzen, würden also auch 2026 nicht sehr überraschen.
Maria Scholl und COO Klemens Ganner werden am 17. Juni 2026 zu Geschäftsführer:innen der APA bestellt, vorerst vorläufig bis Ende 2026. Die Chefredaktion übernehmen Vize Katharina Schell und Christoph Kneil übernehmen ebenfalls vorläufig die Chefredaktion. Mit Verlängerung dürfte zu rechnen sein, jedenfalls bei Scholl, wohl auch bei Schell.
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Krone und Mediaprint
Mit der Komplettübernahme der Krone durch die Familie Dichand Ende 2025 könnte auch personell einiges in Bewegung kommen.
- Eva Dichand, langjährige Heute-Herausgeberin und Stifterin einer an Heute maßgeblich beteiligten Stiftung. Sie dürfte bei der Übernahme der Krone-Anteile durch die Dichands eine Rolle spielen und könnte, so wird spekuliert, etwa in eine Aufsichtsfunktion bei der Krone kommen. Ich werde bei dieser Spekulation 2026 immer skeptischer.
- Philipp König wird als möglicher Krone-Geschäftsführer oder auch Mediaprint-Geschäftsführer gehandelt, seit der frühere Kabinettchef und Jurist des Kanzler-Medienbeauftragtem Gerald Fleischmann (heute ÖVP-Kommunikationschef) als Kronehit-Geschäftsführer neben Mario Frühauf 2022 zum Imperium stieß. Er ist auch 2026 noch Kronehit-Geschäftsführer.
- Christian Nusser, lange Chefredakteur bei Fellner-Medien und ab 2012 in der Heute-Gruppe, wird mit 1. Juli 2026 Mitglied der Krone-Chefredaktion, Stellvertreter von Christoph Dichand und Klaus Herrmann, zuständig für Politik und Wirtschaft.
- Claus Pándi, Chefredakteur der Salzburg-Krone seit November 2018, davor erst Chronik, dann Politikchef der Kronen Zeitung. Wurde von Hans Dichand entdeckt und zählt zweifellos zu den redaktionellen Personalreserven der Krone.
- Euke Frank, langjährige Woman-Herausgeberin, leitet seit Anfang 2025 den Magazinbereich inklusive Krone bunt
- Michael Pommer, Wien-Chef, übt mit seinen "Kasperl der Woche"-Kolumnen womöglich schon für die Nachfolge von "Post"-Kolumnist Michael Jeannée in der Krone.
- Michael Tililan ist von der Funke-Gruppe in die Geschäftsführung der Mediaprint nominiert. Das Verhältnis von Krone-Herausgeber Christoph Dichand ist laut Menschen mit Einblick eher angespannt. Ob und wie lange der harte Sanierer Tillian nach einem Ausstieg der Funke-Gruppe Geschäftsführer der Mediaprint bleibt, die danach auch neu organisiert werden dürfte, ist schwer abzusehen.
- <span class="mark">Clemens Schwaiger, seit 2021 Associate Partner bei McKinsey Österreich und dort Leader for Consumer Tech, Media & Sports Industry in Deutschland, Österreich und der Schweiz, kommt 2026 als Berater der Führung an Bord der Krone. Daraus könnte womöglich Geschäftsführer werden, höre ich. Im Frühjahr 2026 wird er Mitglied des Aufsichtsrats der Krone. Schwaiger war laut seinem LinkedIn-Profil schon Global Head of Media bei der Beratungsfirma Arthur D. Little, hat danach eine E-Commerce-Unternehmen für hochklassige Getränke (Aux Bulles) mitbegründet und war Chief Product Officer beim Bundesrechenzentrum.</span>
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Styria und Kleine Zeitung
Sollte Styria-Vorstandschef Markus Mair seinen Job einmal aufgeben, dann tippe ich auf seinen Vorstandskollegen Herwig Langanger als aussichtsreichen Nachfolgekandidaten.
Die Kleine Zeitung, größte Regionalzeitung Österreichs und publizistisches Herzstück der Styria, hat nun einen neuen Chefredakteur – Oliver Pokorny übernimmt mit 1. Juli 2025 von Hubert Patterer, der Herausgeber wird.
Die Styria verhandelte gegen Ende 2024 auch mit Profil-Chefredakteurin Anna Thalhammer, die daraufhin auch Herausgeberin bei Profil wurde.
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