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Personalreserven, Hoffnungsträger:innen, Karrierechancen in Österreichs Medienbranche

Medienmenschen mit Aussichten und Jobmöglichkeiten – eine subjektive Sammlung ohne Gewähr, aber mit begründeten und schlüssigen Verdachtsmomenten.
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Autor:in
Harald Fidler
Zuletzt aktualisiert
August 17, 2026

Warum ist das wichtig?

  • Wer noch was werden könnte in Österreichs Medienwelt oder darüber hinaus, erscheint mir jedenfalls spannend bis interessant.
  • Wichtig ist es vermutlich für die Menschen mit Aussicht auf Führungspositionen, und wahrscheinlich auch für einige Menschen, die bei den jeweiligen Unternehmen oder Organisationen beschäftigt sind. Und vermutlich auch für die Eigentümer dieser Unternehmen, und für die Mitbewerber dieser Unternehmen oder Organisationen.
  • Aber: Diese meine Sammlung von Menschen, die noch mehr werden könnten, und von möglichen Funktionen für sie, ist eine sehr spekulative, jedenfalls aber meine sehr subjektive Einschätzung.
  • Sie gründet auf vielen Gesprächen mit Menschen, die Einblick in diese Karrieremöglichkeiten oder auch nur Karrierehoffnungen haben. Und auf meiner Einschätzung auf der Basis jahrzehntelanger Beobachtung der österreichischen Medienbranche.
  • Ein Schwerpunkt meiner Sammlung ist der ORF – als Österreichs größtes Medienunternehmen, unter öffentlicher Kontrolle und im großen politischen Interesse, meist von Regierungsmehrheiten oder anderen politischen Allianzen besetzt.
  • Die Sammlung kann gar nicht vollständig sein – aber wenn dir jemand fehlt, lass es mich gerne wissen, auch unter diesem Beitrag findest du einen Kontaktlink.

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Personal der Woche

Personalia, Erwartungen, Termine und Spekulationen (teils nach Erscheinen aktualisiert und kommentiert).

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Die Versuchung war groß, hier eine Übersicht mit Namen von A bis Z zu schreiben, ich glaube aber, dass eine Ordnung etwa nach Medien und Organisationen sinnvoller und anschaulicher ist. An einem Lexikon der Hoffnungsträger und Personalreserven von A bis Z arbeite ich aber inzwischen.

ORF

<span class="mark">Nach der Bestellung von Clemens Pig zum ORF-General am 11. Juni 2026 und seines Direktoriums am 11. August 2026 geht es in den nächsten Monaten an viele Führungspositionen darunter.<span class="mark">

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Im Amt ist die neue ORF-Führung erst ab 1. Jänner 2027.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit ein paar Gedanken dazu:

Hauptabteilungsleiter und Chefredaktionen im ORF

Clemens Pig hat durchklingen lassen, dass er sich die Struktur und Besetzung der Chefredaktion für Österreichs größten Newsroom mit drei Chefredakteur:innen und vier Stellvertreter:innen ansehen will.

Spekuliert wurde schon lange über die aktuelle Chefredakteurin Fachressorts, Gabi Waldner-Pammesberger, als Ö1-Senderchefin. Der Kultur- und Infokanal braucht auf Sicht eine:n Chef:in.

Hauptabteilungen im ORF könnten reduziert oder zusammengelegt werden. Die Hauptabteilung Unterhaltung (zuständig für Shows, Kinderprogramm) ist etwa unbesetzt, Hauptabteilungsleiter Martin Gastinger wurde vorerst nicht verlängert.

Kaufserien und Produktionsaufträge/Eigenproduktionen Fiction könnten zusammengelegt werden.

Landesstudios

  • Salzburg braucht nach dem Aufstieg von Gerd Schneider zum Landesdirektor eine:n Chefredakteur:in.
  • Vorarlberg braucht nach dem Aufstieg von Angelika Simma-Wallinger eine:n Chefredakteur:in.

<span class="mark">Diesen Abschnitt muss ich nach der Bestellung von Clemens Pig zum ORF-General ab 2027 neu ordnen, das braucht noch ein wenig.

Der ORF-Generaldirektor ist Alleingeschäftsführer von Österreichs größtem Medienkonzern ORF mit alleiniger Personalhoheit für alle Jobs unterhalb des Direktoriums – dessen Besetzung schlägt er oder sie dem Stiftungsrat vor, sobald der den General oder die Generalin bestellt hat.

Personalreserven und Hoffnungsträger:innen – die ORF-Klassiker

  • Philipp König, ab 2022 Kronehit-Geschäftsführer und zuvor Kabinettchef beim Kanzler-Medienbeauftragten Gerald Fleischmann (ÖVP), wird immer wieder für ORF-Funktionen gehandelt, zunächst etwa für die Funktion eines Generalsekretärs. Ab 2025 schon für jene des Generals. Bewirbt sich nicht für den General, wird danach als möglicher Direktor gehandelt, aber nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen.
  • Alexander Hofer, seit 2023 als ORF-Landesdirektor in Niederösterreich eingesprungen, wollte schon 2021 ORF-Programmdirektor werden. Gilt als bürgerliche Personalreserve auch für den Generaldirektor. Bewirbt sich 2026 weder um Generalsjob noch um eine Direktion. Bleibt Landesdirektor.
  • Harald Kräuter, sehr ambitioniert wirkender Technikdirektor, wurde das 2021 auf einem ÖVP-Ticket. Wurde auch schon als möglicher General gehandelt, bewarb sich 2026 dafür nicht und blieb Technikdirektor.
  • Werner Herics, ORF-Landesdirektor im Burgenland, könnte auf den Küniglberg zurückkehren, wurde spekuliert. Bleibt Burgenlandesdirektor.
  • Matthias Settele, Medienberater (auch von ORF On) und über ein Jahrzehnt Generaldirektor des marktführenden slowakischen Privatsenders Markiza. Handicap bei einer ORF-Karriere: politisch nicht klar zuordenbar. Hat sich 2026 für Finanzdirektion, Programmdirektion und Audiencedirektion beworben – aber von Clemens Pig nicht vorgeschlagen.
  • Eva Reiter-Kluger wurde als mögliche Audiencedirektorin gehandelt, sie leitet weiter ORF On.
  • Marlene Beran wird im Sommer 2026 auch als mögliche Finanzdirektorin kolportiert. Die "Head of Operations" der Red-Bull-Medien hat allerdings im Juni gegenüber dem Branchenmedium Extradienst abgewunken und erklärt, sie bewerbe sich nicht für den ORF und bleibe bei den Servus-Medien.
  • Helga Berger, bis 2026 Mitglied des EU-Rechnungshofs, Verwaltungsjuristin und Anfang der 2000er Kabinettchefin von Vizekanzlerin und FPÖ-Chefin Susanne Riess-Hahn (damals Riess-Passer), wird im Frühjahr 2026 als mögliche Finanzdirektorin für den ORF ab 2027 genannt. Soll abgewunken haben.

Immer wieder gern gehandelt – vom Generalsjob abwärts

  • Inga Leschek ist Chief Content Officer von RTL in Deutschland. Die Gagen dort sind allerdings schwer mit dem ORF-Gehaltsschema zu vereinbaren. Apropos Österreicher bei RTL in Deutschland: Maximilian Orgonyi ist seit 1. August 2025 Chief Transformation Officer in der Geschäftsführung von RTL Deutschland. Er kam 2023 von McKinsey zu RTL. Winkte Anfang 2026 ab.
  • Stefan Ströbitzer verließ den ORF 2018 und wurde gut beschäftigter Berater, auch des ORF. War schon Chefredakteur im Radio, Vizechefredakteur im Fernsehen, Entwicklungschef. Der Niederösterreicher kann mit Bürgerlichen und Sozialdemokraten. Spielte im Hintergrund bei der ORF-Wahl eine wesentliche beratende Rolle, höre ich.
  • Richard Grasl versuchte 2016, Wrabetz als ORF-General abzulösen. Er ist inzwischen Geschäftsführer von Mediaprint und Kurier. Winkte im Sommer 2025 ab.
  • Rainer Nowak wird Mitte 2025 (wieder) Geschäftsführer der Presse. Er chattete schon bis 2019 mit dem damaligen ÖVP-Machtmanager Thomas Schmid über seine Karrierechancen (damals unter ÖVP/FPÖ) als ORF-Generaldirektor.
  • Martin Biedermann, langjähriger ORF-Kommunikations- und Marketingchef, wird mit der Rückkehr der SPÖ in die Regierung 2025 als möglicher Generalsekretär im ORF gehandelt. Im Frühjahr 2026 fällt sein Name auch für die Finanzdirektion. Kein Direktorenjob.
  • Edgar Weinzettl, seit 2022 ORF-Landesdirektor in Wien, gilt als SPÖ-Hoffnung für das ORF-Management. Bleibt 2027 Landesdirektor.
  • Thomas Langpaul, langjähriger ORF-Journalist und Korrespondent in Washington, gilt als roter Hoffnungsträger für höhere ORF-Funktionen. <span class="mark">Ich hörte zu meiner Verwunderung: Der Journalist könnte Programmdirektor werden. Er selbst soll abgewunken haben.</span>
  • Doroteja Gradištanac (Dodo Roščić) – vielleicht taucht die FM4-Chefin aber auch nur in ORF-Personalspekulationen auf, weil Medienminister Andreas Babler (SPÖ) bekennender FM4-Fan ist. Wird von Pig nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen.
  • Matthias Schrom, Kommunikationschef der Landesholding Burgenland. Er war bis Mai 2025 Gesamtredaktionsleiter bei Servus TV, trat als TV-Chefredakteur 2022 wegen allzu vertrauter Chats aus 2019 mit dem damaligen Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zurück und verließ den ORF. Gute Kontakte ins freiheitliche Lager. Könnte Stiftungsrat des Burgenlands werden – oder womöglich Landesdirektor.
  • Eva Weissenberger spielte sich jedenfalls mit ihrem Abschied von der Wirtschaftskammer, deren Media- und Digitalchefin sie zuletzt war, in die Selbstständigkeit im Frühjahr 2025 einmal frei für eine Rückkehr in Journalismus und Medienmanagement. Weissenberger war schon Chefredakteurin der Kleinen Zeitung Kärnten, dann von News, ORF-Erfahrung hat sie ebenso. Absolvierte bis 2021 den Masterstudiengang "Leadership in digitaler Kommunikation" in St. Gallen und Berlin. In einem Gastkommentar in der Presse im April hat Weissenberger darauf hingewiesen, dass dem ORF eine Digitaldirektion fehlt, die einschlägige Kompetenzen bündeln sollte. Das lesen einige in der Branche als Bereitschaft, eine solche Direktion zu übernehmen. Könnte sich 2026 für Audiencedirektion beworben haben
  • Bogdan Roščić hat internationale Musiklabels gemanagt, er hat auch schon Ö3 geführt. Hat seit 2020 und bis 2030 allerdings einen Vertrag als Staatsoperndirektor, der ihm sehr viel Freude zu bereiten scheint.
  • Kathrin Zierhut, 2025 Co-Geschäftsführerin bei ORF 3, ist höchstrangige FPÖ-Vertrauensfrau im ORF mit sehr guten Kontakten zu Stiftungsrat Peter Westenthaler. Sie könnte ORF-Landesdirektorin in der nun einem FPÖ-Landeshauptmann geführten Steiermark werden. Da würde sie allerdings nach derzeitigem ORF-Gehaltsschema deutlich weniger verdienen. Bewirbt sich 2026 um die Position des ORF-Generals, dann um jene der Finanzdirektorin.
  • Matthias Euler-Rolle bringt sich mit einem Gastkommentar mit Tipps für den ORF im Kurier am 19. April 2025 in Stellung, wohl nicht zufällig an dem Tag, an dem die ORF-Novelle in Kraft tritt, die die Neubesetzung der ORF-Gremien in Gang setzt. Mal sehen, ob in Stellung für die ORF-Gremien oder das Management. Euler-Rolle war Moderator und Redakteur bei Ö3 und 88.6, dann Pressesprecher von Werner Faymann als Kanzler (und SPÖ-Chef), danach im Management einer Immobilienfirma mit Faymann, er ist Berater und Buchautor.
  • Mischa Zickler, FM4-Erfinder und erster Senderchef, Programmentwickler für ORF (Taxi Orange, Starmania) bis ProSiebenSat1, Serienautor (Tatort, Tage, die es nie gab, Walking on Sunshine) und 2026 Show Producer des ESC in Wien für den ORF.

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APA - Austria Presse Agentur

Die APA als zentrale Informationsplattform österreichischer Medien interessierte in ihrer Geschichte immer wieder die Politik. Wir erinnern uns an Chats des Finanzinvestors Alexander Schütz(CNBC Dach, Exxpress) mit dem damaligen FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Schütz schrieb Strache über den ORF: "Das rote Zeckenparadies geht allen auf die Nerven!" Nachsatz: "Und die APA gehört auch aufgeräumt." Der damalige ÖVP-Großspender Schütz empfahl auch gleich einen Manager etwa für die APA, dem man "zu 100 Prozent vertrauen" könne.

Medienmanager mit Politiknähe wie Richard Grasl (damals ORF, heute Kurier/Mediaprint) versuchten 2014 mit Hinweis auf Politikberichterstattung der APA, den damaligen APA-Chefredakteur Michael Lang auszuhebeln.

Versuche, die Führung der APA mit Vertrauensleuten zu besetzen, würden also auch 2026 nicht sehr überraschen.

Maria Scholl und COO Klemens Ganner werden am 17. Juni 2026 zu Geschäftsführer:innen der APA bestellt, vorerst vorläufig bis Ende 2026. Die Chefredaktion übernehmen Vize Katharina Schell und Christoph Kneil übernehmen ebenfalls vorläufig die Chefredaktion. Mit Verlängerung dürfte zu rechnen sein, jedenfalls bei Scholl, wohl auch bei Schell.

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Krone und Mediaprint

Mit der Komplettübernahme der Krone durch die Familie Dichand Ende 2025 könnte auch personell einiges in Bewegung kommen.

  • Eva Dichand, langjährige Heute-Herausgeberin und Stifterin einer an Heute maßgeblich beteiligten Stiftung. Sie dürfte bei der Übernahme der Krone-Anteile durch die Dichands eine Rolle spielen und könnte, so wird spekuliert, etwa in eine Aufsichtsfunktion bei der Krone kommen. Ich werde bei dieser Spekulation 2026 immer skeptischer.
  • Philipp König wird als möglicher Krone-Geschäftsführer oder auch Mediaprint-Geschäftsführer gehandelt, seit der frühere Kabinettchef und Jurist des Kanzler-Medienbeauftragtem Gerald Fleischmann (heute ÖVP-Kommunikationschef) als Kronehit-Geschäftsführer neben Mario Frühauf 2022 zum Imperium stieß. Er ist auch 2026 noch Kronehit-Geschäftsführer.
  • Christian Nusser, lange Chefredakteur bei Fellner-Medien und ab 2012 in der Heute-Gruppe, wird mit 1. Juli 2026 Mitglied der Krone-Chefredaktion, Stellvertreter von Christoph Dichand und Klaus Herrmann, zuständig für Politik und Wirtschaft.
  • Claus Pándi, Chefredakteur der Salzburg-Krone seit November 2018, davor erst Chronik, dann Politikchef der Kronen Zeitung. Wurde von Hans Dichand entdeckt und zählt zweifellos zu den redaktionellen Personalreserven der Krone.
  • Euke Frank, langjährige Woman-Herausgeberin, leitet seit Anfang 2025 den Magazinbereich inklusive Krone bunt
  • Michael Pommer, Wien-Chef, übt mit seinen "Kasperl der Woche"-Kolumnen womöglich schon für die Nachfolge von "Post"-Kolumnist Michael Jeannée in der Krone.
  • Michael Tililan ist von der Funke-Gruppe in die Geschäftsführung der Mediaprint nominiert. Das Verhältnis von Krone-Herausgeber Christoph Dichand ist laut Menschen mit Einblick eher angespannt. Ob und wie lange der harte Sanierer Tillian nach einem Ausstieg der Funke-Gruppe Geschäftsführer der Mediaprint bleibt, die danach auch neu organisiert werden dürfte, ist schwer abzusehen.
  • <span class="mark">Clemens Schwaiger, seit 2021 Associate Partner bei McKinsey Österreich und dort Leader for Consumer Tech, Media & Sports Industry in Deutschland, Österreich und der Schweiz, kommt 2026 als Berater der Führung an Bord der Krone. Daraus könnte womöglich Geschäftsführer werden, höre ich. Im Frühjahr 2026 wird er Mitglied des Aufsichtsrats der Krone. Schwaiger war laut seinem LinkedIn-Profil schon Global Head of Media bei der Beratungsfirma Arthur D. Little, hat danach eine E-Commerce-Unternehmen für hochklassige Getränke (Aux Bulles) mitbegründet und war Chief Product Officer beim Bundesrechenzentrum.</span>

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Styria und Kleine Zeitung

Sollte Styria-Vorstandschef Markus Mair seinen Job einmal aufgeben, dann tippe ich auf seinen Vorstandskollegen Herwig Langanger als aussichtsreichen Nachfolgekandidaten.

Die Kleine Zeitung, größte Regionalzeitung Österreichs und publizistisches Herzstück der Styria, hat nun einen neuen Chefredakteur – Oliver Pokorny übernimmt mit 1. Juli 2025 von Hubert Patterer, der Herausgeber wird.  

Die Styria verhandelte gegen Ende 2024 auch mit Profil-Chefredakteurin Anna Thalhammer, die daraufhin auch Herausgeberin bei Profil wurde.

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